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Personalberater gegen gesetzliche Frauenquote

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Vertreter führender Personalberatungsunternehmen, die in der Association of Executive Search Consultants (AESC) zusammengeschlossen sind, sprechen sich gegen eine gesetzliche Frauenquote aus. „Sie entspricht nicht unserer Verpflichtung zur neutralen Auswahl der bestqualifizierten Kandidatinnen und Kandidaten“, sagt Ulrich Ackermann, der Vorsitzende der AESC Deutschland. Die meisten Unternehmen beschäftigten sich ohnehin mit der Frauenquote und hätten akzeptiert, dass es gelingen müsse, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen.

Vertreter führender Personalberatungsunternehmen, die in der Association of Executive Search Consultants (AESC) zusammengeschlossen sind, sprechen sich gegen eine gesetzliche Frauenquote aus. „Sie entspricht nicht unserer Verpflichtung zur neutralen Auswahl der bestqualifizierten Kandidatinnen und Kandidaten“, sagt Ulrich Ackermann, der Vorsitzende der AESC Deutschland. Die meisten Unternehmen beschäftigten sich ohnehin mit der Frauenquote und hätten akzeptiert, dass es gelingen müsse, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. „Hierfür müssen jedoch zunächst die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden. Das betrifft sowohl die Akzeptanz, also die Kommunikation und das Verhalten in den Führungsetagen, als auch die Infrastruktur als Kinderbetreuungsangebote und familienfreundliche Teilzeitmodelle“, sagt Ackermann, der zugleich Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Transearch in Stuttgart ist.

Ideal ist häufig eine Teilzeitbeschäftigung

Die Besetzung von Aufsichtsräten mit weiblichen Kandidaten sei dabei leichter als die der obersten Management-Ebene. Für Erstere seien mehr qualifizierte Kandidatinnen vorhanden. Im Management hingegen werde man zumindest vorübergehend Kandidatinnen akzeptieren, die womöglich nicht genau den Vorgaben entsprächen. Bei allen Überlegungen zu dem Thema dürfe zudem nicht vergessen werden, dass nach Angaben des Instituts für Demoskopie Allensbach 59 Prozent aller deutschen Frauen unter 45 Jahren es grundsätzlich für ideal hielten, die Mutterrolle mit einer Teilzeitbeschäftigung zu verbinden. Interessant ist nach der Meinung von Ackermanns Kollegen Thomas Becker von Russell Reynolds aus Frankfurt auch der Blick auf die Branche der Informationstechnologie: Dort seien nur 6 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt, aber auch nur 18 Prozent aller Studienanfänger in der Informatik seien weiblich. Vor diesem Hintergrund seien hohe, gesetzlich festgelegte Frauenquoten kaum zu erreichen.

Bedauerlich ist es nach der Meinung der AESC-Mitglieder auch, dass das Thema „Diversity“, also die Vielfalt im Management, oft mit einer Frauenquote gleichgesetzt werde. „Andere Aspekte wie zum Beispiel die Internationalität kommen deutlich zu kurz“, sagt Dieter Unterharnscheid vom ebenfalls in Frankfurt ansässigen Beratungsunternehmen Spencer Stuart. Dabei stünden viele deutsche Unternehmen noch vor großen Herausforderungen, Aufsichtsräte und operative Führungsebenen mit mehr Ausländern zu besetzen.

Beratungsbranche boomt wieder

Die Beratungsbranche selbst blickt nach aktuellen, bisher unveröffentlichten Zahlen der AESC für das Jahr 2010 auf das drittbeste Jahresergebnis seit dem Beginn der Erhebungen zurück, das mit 9,55 Milliarden Dollar und einer Steigerungsrate des Umsatzes von 28,5 Prozent gleichwohl etwas unter den zuletzt genannten Erwartungen von 9,81 Milliarden Dollar liegt. Auch der Auftragseingang habe sich positiv entwickelt: Die Anzahl der neu begonnenen Suchen habe sich um 24 Prozent erhöht, das durchschnittliche Honorar sei um 2 Prozent gestiegen. Somit herrscht auch für das laufende Jahr Zuversicht: 76 Prozent der Unternehmen der Branche gehen für 2011 von einer Umsatzsteigerung aus, etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) erwarten sogar ein zweistelliges Umsatzplus. 

Auch das Geschäft in Deutschland weist nach einem Rückgang von 20,4 Prozent im Jahr 2009 wieder eine zweistellige Steigerung an neu begonnenen Suchen aus (plus 12 Prozent). Der Gesamtumsatz der 20 deutschen AESC-Mitglieder im sogenannten Executive Search – also der Suche von Managern – erreichte im Jahr 2010 rund 440 Millionen Dollar. Den gesamten Umsatz dieses Teilsegments der Personaldienstleistungsbranche schätzt Ackermann auf gut eine Milliarde Dollar. Die größten Treiber der Nachfrage seien die Kunden aus der Industrie. Nach den Zahlen der AESC glauben zudem 80 Prozent der befragten Kandidaten, dass eine bessere und verantwortungsvollere Position der ausschlaggebende Faktor für einen Wechsel ist.

Unter Mitarbeit von Julia Löhr.

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1 Lesermeinung

  1. Danke Herr Knop, danke Frau...
    Danke Herr Knop, danke Frau Löhr, dass Sie sich trauen, solche Fakten zu nennen, während die Befürworter(innen) der Frauenquote ihre mediale Präsenz nutzen, um ihre Gegner niederzubrüllen und den Eindruck aufkommen zu lassen, ganz Deutschland wäre für eine Frauenquote, nur einige Männer, die natürlich ihre Posten nur einem „Old Boys‘ Network“ zu verdanken haben, nicht.

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