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Unternehmen bestimmen unser tägliches Leben. Aber was bewegt die Unternehmer? Über Trends, Technologien und Menschen, die sie bestimmen.

Deutscher "Mittelstand": Würth ist wieder auf Rekordkurs

Für die Würth-Gruppe, den Weltmarktführer im Handel mit Montage- und Befestigungsmaterial, hat das Jahr 2011 schwungvoll begonnen. Dementsprechend optimistisch ist Robert Friedmann, der Sprecher der Konzernführung, für den weiteren Verlauf des Jahres. Allein der Außendienst soll um weitere 3000 Mitarbeiter ausgebaut, das Netz der Verkaufsniederlassungen abermals erweitert werden: „Wir streben ein zweistelliges Umsatzwachstum und ein Betriebsergebnis von rund 550 Millionen Euro an", sagte Friedmann nach der Bilanzpressekonferenz in Schwäbisch Hall. Größtes Problem seien die Preissteigerungen im Einkauf, die man bisher nicht in vollem Umfang an die Kunden weitergeben könne.

Für die Würth-Gruppe, den Weltmarktführer im Handel mit Montage- und Befestigungsmaterial, hat das Jahr 2011 schwungvoll begonnen. Dementsprechend optimistisch ist Robert Friedmann, der Sprecher der Konzernführung, für den weiteren Verlauf des Jahres. Allein der Außendienst soll um weitere 3000 Mitarbeiter ausgebaut, das Netz der Verkaufsniederlassungen abermals erweitert werden: „Wir streben ein zweistelliges Umsatzwachstum und ein Betriebsergebnis von rund 550 Millionen Euro an“, sagte Friedmann nach der Bilanzpressekonferenz in Schwäbisch Hall. Größtes Problem seien die Preissteigerungen im Einkauf, die man bisher nicht in vollem Umfang an die Kunden weitergeben könne.

Der Umsatz war schon 2010 um rund 15 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro gestiegen. Der Jahresüberschuss wurde mehr als verdoppelt; er legte um 141,4 Prozent auf 268 Millionen Euro zu. Im ersten Quartal 2011 hat sich die Dynamik noch beschleunigt: Hier steht ein Umsatzplus von rund 19 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zu Buche. „Ein Schlüssel für unsere langfristig erfolgreiche Entwicklung liegt in der Fähigkeit, immer wieder die wesentlichen Wachstumstreiber zu identifizieren und dann auch konsequent und konzentriert auf diese zu setzen“, sagte Friedmann. Die Krise jedenfalls ist überwunden: Das Unternehmen des Milliardärs Reinhold Würth hatte 2009 zum ersten Mal in seiner Geschichte einen Umsatzrückgang zu verkraften. Die Zahlen des Jahres 2008 werden 2011 aber wieder erreicht und übertroffen.

Von erneuerbaren Energien profitieren

Friedmann sieht auch gute Chancen, vom Aufschwung der erneuerbaren Energien zu profitieren. Dort setzt Würth nach einer entsprechenden Unternehmensübernahme vor einigen Jahren vor allem auf die Windkraft. Hier hat das Unternehmen vor allem Befestigungssysteme im Angebot. Friedmann sagte, eine Windkraftanlage müsse 20 Jahre halten. „Sie besteht aus 10 000 Schrauben, Bolzen und Verbindungsteilen im Wert von 18 000 Euro.“ Das Thema Sicherheit spiele dabei eine sehr große Rolle.

Um den Wachstumskurs zu finanzieren, will das Unternehmen in den kommenden Wochen eine Anleihe in Höhe von 500 Millionen Euro auflegen. Das Geld soll für weitere Unternehmensübernahmen ausgegeben werden, wobei das Transaktionsvolumen maximal 100 Millionen Euro erreichen soll.

Schon 2010 hatte die Würth-Gruppe mit insgesamt 283 Millionen Euro rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr investiert. Für 2011 plant der Konzern nun ein deutlich erhöhtes Investitionsvolumen von insgesamt rund 635 Millionen Euro. Unter anderem wird der Standort in Künzelsau-Gaisbach ausgebaut und die Logistik erweitert.

Wegen der guten Geschäftsentwicklung hat Würth die Zahl der Beschäftigten 2010 um rund 8 Prozent auf 62 400 erhöht. Der Wachstumsmotor sei das ausgefeilte Vertriebssystem des Konzerns. So wächst die Würth-Gruppe schneller als der Markt, sowohl mit ihren Handwerkskunden als auch in der Industrie. Den unterschiedlichen Bedürfnissen dieser Kundengruppen trägt das Unternehmen durch eine ausgefeilte Segmentierung des Vertriebs Rechnung, die auch für die Zukunft ein wesentliches Erfolgsrezept sein soll: „Mit über 30 000 Außendienstmitarbeitern sind wir weiterhin der weltweit größte Arbeitgeber für festangestellte Verkäufer.“ Und: Die Fluktuation ist erstaunlich gering, was Friedmann auf die starke Kultur seines Hauses zurückführt.

Stärkster Wachstumsmarkt Deutschland

Der stärkste Wachstumsmarkt war 2010 Deutschland: Die Umsatzsteigerung betrug hier rund 18 Prozent auf rund 3,9 Milliarden Euro. Aber auch international lag der Konzern mit einem Umsatzwachstum von rund 13 Prozent auf 4,75 Milliarden Euro gut im Rennen. Schwierig bleiben vor allem die Märkte in Südeuropa. Die Eigenkapitalquote erreicht inzwischen 42 (Vorjahr: 41,3) Prozent. Die Ratingagenturen bestätigen die Finanzstärke mit einer positiven Bonitätseinstufung: Standard & Poor’s vergab 2010 das „A“-Rating, Fitch Ratings behielt ihr „A“-Rating bei. Beide Agenturen honorierten die wieder positive Entwicklung mit der Veränderung der Einschätzung auf „stabil“, was bei der Anleiheemission helfen sollte.

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