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Unternehmen bestimmen unser tägliches Leben. Aber was bewegt die Unternehmer? Über Trends, Technologien und Menschen, die sie bestimmen.

Deutsche Unternehmen machen die Heimat moderner

Ob Volkswagen, Bosch, Infineon oder RWE - und beinahe gleichgültig, in welcher Branche: Deutschland ist für Investitionen attraktiv. Das zeigte eine Umfrage im Land, die die Unternehmensredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in diesen Tagen vorgenommen hat: Einer der Impulse, die das Wirtschaftswachstum im vergangenen Quartal positiv beeinflusst haben, kam von den deutschen Unternehmen. Sie investieren kräftig, und das auch im Inland. So ist Volkswagen mit einem Umsatz von 127 Milliarden Euro im vergangenen Jahr nicht nur Deutschlands größtes Unternehmen. Der Automobilkonzern gehört auch zu den größten Investoren im Land: In den fünf Jahren von 2011 bis 2015 plant VW hierzulande Sachinvestitionen von insgesamt 24 Milliarden Euro. Das sind 57 Prozent aller Sachinvestitionen in der Planungszeit. Der hohe Anteil ist auf den ersten Blick überraschend, weil in Deutschland nur zwölf der 62 Werke des Konzerns stehen. Am Hauptsitz in Wolfsburg steht allerdings das mit Abstand größte Werk.

Ob Volkswagen, Bosch, Infineon oder RWE – und beinahe gleichgültig, in welcher Branche: Deutschland ist für Investitionen attraktiv. Das zeigte eine Umfrage im Land, die die Unternehmensredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in diesen Tagen vorgenommen hat.

Einer der Impulse, die das Wirtschaftswachstum im vergangenen Quartal positiv beeinflusst haben, kam von den deutschen Unternehmen: Sie investieren kräftig, und das auch im Inland. So ist Volkswagen mit einem Umsatz von 127 Milliarden Euro im vergangenen Jahr nicht nur Deutschlands größtes Unternehmen. Der Automobilkonzern gehört auch zu den größten Investoren im Land: In den fünf Jahren von 2011 bis 2015 plant VW hierzulande Sachinvestitionen von insgesamt 24 Milliarden Euro. Das sind 57 Prozent aller Sachinvestitionen in der Planungszeit. Der hohe Anteil ist auf den ersten Blick überraschend, weil in Deutschland nur zwölf der 62 Werke des Konzerns stehen. Am Hauptsitz in Wolfsburg steht allerdings das mit Abstand größte Werk. Für steigenden Investitionsaufwand in den deutschen Werken sorgt zudem die Umstellung auf den sogenannten Modularen Querbaukasten (MQB), der es erlaubt, unter der Haube vieler unterschiedlicher Modelle künftig noch mehr Gleichteile einzusetzen. Der größte Teil der Sachinvestitionen geht in die Modernisierung und Erweiterung der Produktpalette sowie in die Entwicklung neuer, sparsamerer Motoren. Gründe für Investitionen im Inland finden auch Zulieferer wie ZF: „Wir bauen immer noch Auftragsbestände auf“, heißt es dort. Um die Produktionskapazitäten aufzustocken, hat ZF ein Werk von Bauknecht in Neunkirchen gekauft sowie eine Fabrik vom insolventen Autozulieferer Honsel in Nürnberg. Beide werden in den kommenden Monaten mit Maschinen im Wert von einigen Millionen Euro ausgestattet. Überdies investiert ZF am Stammsitz in Friedrichshafen am Bodensee: Mitten in der Stadt entsteht für 60 Millionen Euro eine neue Hauptverwaltung. Der Autozulieferer Leoni AG hat wegen der vollen Auftragsbücher und einer an der Kapazitätsgrenze arbeitenden Produktion das Investitionsbudget für dieses Jahr von 145 Millionen Euro auf deutlich mehr als 160 Millionen Euro ausgeweitet. Der Nürnberger Hersteller von Kabelnetzen und Bordnetzsystemen will davon in Deutschland rund 40 Prozent investieren.

Langfristige Investitionspolitik

„Jetzt zahlt sich aus, dass wir in der Krise investiert haben, in neue Standorte, aber auch in Forschung und Entwicklung. Dazu gehört auch, dass wir die Mitarbeiter gehalten haben“, beschreibt ein Sprecher von Bosch die langfristige Investitionspolitik des Konzerns. Gerade eingeweiht wurde eine Solarfabrik in Arnstadt (Thüringen), in die 500 Millionen Euro gesteckt wurden. Das aktuelle Großprojekt ist ein Zentrum für 1200 Mitarbeiter der Forschung und Vorausentwicklung in Renningen nahe Stuttgart, das sich Bosch 160 Millionen Euro kosten lässt. An der Carl Zeiss AG wiederum werden Baufirmen, Gebäudeausstatter und Zulieferer in den kommenden Monaten und Jahren ihre Freude haben. Rund 500 Millionen Euro will der schwäbische Technologiekonzern in Deutschland in neue Gebäude, Produktionsanlagen und Forschungsflächen stecken. „Wir ziehen das durch“, heißt es – trotz der sich abkühlenden Konjunkturaussichten. In Jena seien schon neue Reinräume für die Halbleitertechnik eingerichtet worden, in Oberkochen soll im September der Spatenstich für einen neuen Gebäudekomplex für die Medizintechnik erfolgen. Ein großer Teil der Investitionen ist jedoch dafür vorgesehen, die Kapazitäten in der Halbleiterproduktion in Oberkochen auszuweiten, heißt es, um auf diese Weise eine neue Technologie für die Mikrochipfertigung parat zu haben.

Qualifizierte Arbeitskräfte

Auch die Infineon Technologies AG treibt ihre Investitionen im Inland voran. Erst Ende Juli hat der Halbleiterhersteller aus München angekündigt, die seit langem geplante, hochproduktive Fertigung von 300-Millimeter-Silziumscheiben (Wafer) in Dresden zu errichten. Damit hatte das ebenfalls in Frage kommende Werk im malaysischen Kulim das Nachsehen. Der Dax-Konzern wird bis 2014 rund 250 Millionen Euro in der sächsischen Landeshauptstadt investieren, in der schon zahlreiche Chipproduktionen angesiedelt sind. Entscheidendes Kriterium waren hochqualifizierte Arbeitskräfte, die eher in Dresden als in Kulim zu finden sind. Da die Produktion hochtechnisiert ist, spielen Lohn- und Gehaltskosten eine untergeordnete Rolle. Wegen der hohen Nachfrage nach Polysilizium (Reinstsilizium für die Photovoltaik- und die Chipindustrie) baut auch die Wacker Chemie AG den Ausbau der Produktion an den Standorten in Nünchritz und Burghausen für 130 Millionen Euro aus.

Der Energiekonzern RWE hat ein Programm zur Modernisierung von Kraftwerken aufgelegt, das in diesem Jahr seinen Höhepunkt erreicht. Dabei werden fast 3 Milliarden Euro heimischen Projekten zugutekommen. Zu den großen Baustellen gehört ein 2,2 Milliarden Euro teures Braunkohlekraftwerk bei Neuss. Dort arbeiten gegenwärtig 2900 Menschen an der Fertigstellung des Projektes. Der Eon-Konzern wird 2011 hierzulande mehr als 2 Milliarden Euro investieren. Ein Drittel davon geht in die Verteilernetze von Strom und Gas. Auch von den rund 700 Millionen Euro, die bis 2013 in Deutschland in erneuerbare Energie investiert werden sollen, wird ein größerer Betrag schon in diesem Jahr wirksam. Henkel verlagert gerade die von Dritten erbrachte Lohnfertigung für Spülmaschinenreiniger in das eigene Werk nach Düsseldorf und investiert dafür 25 Millionen Euro. Im Bayer-Konzern wird 2011 beispielsweise die Pharma-Sparte am Standort Wuppertal rund 100 Millionen Euro unter anderem in den Bau eines neuen Technikums und die Erweiterung von Produktionskapazitäten investieren.

Unter Mitarbeit von Brigitte Koch, Rüdiger Köhn, Holger Paul, Susanne Preuß, Johannes Ritter und Werner Sturbeck

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