Ad hoc

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Unternehmen bestimmen unser tägliches Leben. Aber was bewegt die Unternehmer? Über Trends, Technologien und Menschen, die sie bestimmen.

Aktien, Apple & Loriot: Jetzt ein eiskaltes Bier!

Sicher ist, dass der in dieser Woche vom Apple-Vorstandsvorsitz zurückgetretene Steve Jobs mit seinen Produkten mindestens unser digitales Leben nachhaltig verändert hat und vielleicht sogar auf Jahre hinaus dominiert. Auf die Welt der IT hatte Jobs damit in etwa so viel Einfluss, wie Vicco von Bülow, der in dieser Woche gestorben ist, auf den deutschen Humor. Wer „Loriot" sagt, lächelt. Bitte sagen Sie jetzt nichts: Wir hätten nur gern ein weiches Ei. Und die Ente bleibt an diesem Wochenende einmal draußen.

Eine Geschichte der Woche stand vor ein paar Tagen in der Frankfurter Ausgabe der „Bild“-Zeitung. Dort hat Bernd Reisig, früher Manager des Frankfurter Fußball-Zweitligisten FSV, eine spannende Rechnung angestellt. Und die ging so: „Wer vor 18 Monaten 1158,40 Euro in Aktien der Commerzbank investiert hat, musste sich 18 Monate lang über fallende Kurse ärgern und hat heute nur noch 215,28 Euro. Wer aber vor 18 Monaten 1158,40 Euro in Bier einer bestimmten Marke investiert hat, war ständig heiter, hat ein Stück Regenwald gerettet und heute noch Leergut im Wert von 223,20 Euro.“ Reisig kennt sich übrigens aus mit Geld. Er arbeitete mit 20 Jahren als Manager von Nena, später verhalf er dem Comedy-Duo Badesalz zum Durchbruch.

Da soll also noch einer sagen, die Geldanlage in Aktien sei auf die Dauer attraktiv. So mag sich die Lage an den Börsen in dieser Woche wieder etwas beruhigt haben, aber Aktien als Ruhekissen? Darauf wollen sich immer weniger Menschen verlassen, vor allem die Rentner nicht mehr. Und die Arbeitnehmer in den Vereinigten Staaten haben mit ihrer traditionell sehr viel stärker auf das Wohl und Wehe an den Börsen ausgerichteten Altersvorsorge ohnehin inzwischen ein Problem. Ganz besonders bitter wird es dort, wenn der eigene Arbeitgeber ins Schlingern gerät und die Vorsorge für das Alter auf die Aktien ebendieses Arbeitgebers gesetzt hat.

Nur nicht von Stimmungen treiben lassen

Wahr ist aber auch, dass es viele, viele Aktien gibt, die trotz aller nervenaufreibenden Kursschwankungen der vergangenen zehn Jahre in dieser Zeit ihren Wert nachhaltig gesteigert haben. „Lassen Sie sich nicht von Stimmungen treiben“, hat daher in dieser Woche der „Chief Investment Officer“ der von Reisig so sehr geschätzten Commerzbank seinen gebeutelten Kunden geschrieben. Immerhin teilt aber auch ein Großinvestor wie Warren Buffett diese Meinung, der immer wieder dann investiert, wenn die Kanonen donnern – und dabei in der Regel recht gut fährt.

In dieser Woche hat Buffett mit einer signifikanten Beteiligung an der Bank of America einmal mehr auf die Gesundung der amerikanischen Finanzdienstleistungsindustrie gesetzt. Er wettet auch in hohem Alter auf die Zukunft; er wird wissen, was er tut. Und bezogen auf die Vergangenheit beweist zum Beispiel der kalifornische Computerkonzern Apple, dass man mit Aktien auch Geld verdienen kann. Dort hat, und das ist noch so eine Geschichte der Woche, Steve Jobs, der Mitbegründer und Vorstandsvorsitzende, seinen Rückzug von der Spitze angekündigt. Jobs geht es schlecht. Seinem Unternehmen geht es gut. Jetzt fragen sich alle: wie lange noch?

Bitte sagen Sie jetzt nichts

Diese Frage kann niemand wirklich beantworten. Sicher ist aber, dass Jobs mit seinen Produkten mindestens unser digitales Leben nachhaltig verändert hat und vielleicht sogar auf Jahre hinaus dominiert. Auf die Welt der IT hatte Jobs damit in etwa so viel Einfluss, wie Vicco von Bülow, der in dieser Woche gestorben ist, auf den deutschen Humor. Wer „Loriot“ sagt, lächelt. Bitte sagen Sie jetzt nichts: Wir hätten nur gern ein weiches Ei. Und die Ente bleibt an diesem Wochenende einmal draußen.

Was war noch? Es gibt dieses Mal nämlich so manche Geschichten der Woche: Der Chef der Ratingagentur, die es gewagt hatte, die Bonitätsnote der großen Vereinigten Staaten von Amerika herabzusetzen, musste gehen. Ein Schelm, wer einen Zusammenhang vermutet und Böses dabei denkt. Apropos Schelm: Dominique Strauss-Kahn, kurz DSK, der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds, ist wieder frei. Das muss zwar nicht heißen, dass er unschuldig ist. Das New Yorker Zimmermädchen, das er angeblich vergewaltigt haben soll, hat sich nur als nicht glaubwürdig erwiesen. Nun ja. In einem solchen Fall gibt es eben nur zwei Zeugen. Das ist meist für die Opfer misslich, aber es gibt auch genug Menschen, die den Umgang der amerikanischen Justiz mit DSK für einen Skandal halten. So kann man in diesem Fall tatsächlich alles von zwei Seiten sehen.

Kehren wir deshalb am Ende lieber noch einmal zu Loriot zurück. Einer seiner letzten Wünsche war ein eiskaltes Bier. Der Mann hatte eben Stil bis zum Schluss. Also ein Prost auf die Commerzbank, ein schönes Wochenende, und, um noch einmal den „Chief Investment Officer“ der gelben Bank zu zitieren: Bleiben Sie am Ball!

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