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Zwischen Frauenquote und Facebook: Suchen wir Streit

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So ein ordentlicher Streit kann ja richtig Spaß machen. Jedenfalls gilt das dann, wenn man ihn nicht innerhalb der eigenen Familie austragen muss, was leider auch ab und an passiert. Aber mit Parteifeinden zum Beispiel, da streiten sich manche richtig gern. Einige dieser Auseinandersetzungen werden deshalb auch ganz bewusst in die Öffentlichkeit getragen: zum Beispiel in dieser Woche, als es vor dem endgültigen Beschluss über die Frauenquote zwischen den großen Koalitionären CDU und SPD richtig hoch herging.

Volker Kauder, der die Fraktion der Union im Bundestag führt, polterte gegen Familienministerin Manuela Schwesig von der SPD. Gar „weinerlich“ sei sie. Darauf entstand zwischen Kauder und dem SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel ein Geplänkel über die Nervigkeit von Männern: „Wenn Männer das als nervig empfinden, zeigt das eher, dass Männer ein Problem haben“, sagte Gabriel. Es sei auch Schwesigs Aufgabe, „zu nerven“. Ach so. Frau Schwesig mache im Übrigen „einen exzellenten Job“. Basta. Wer wird denn gleich weinen?

Und natürlich durfte die Kauder-Attacke nicht nur von einem Mann pariert werden. Wozu gibt es schließlich bald die Quote? „Ich finde, das war ein unsäglicher Machospruch von Herrn Kauder. Das zeugt von großer Überheblichkeit und schlechter Kinderstube“, sagte zum Beispiel SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi – verbunden mit der Empfehlung an Kauder, seine Worte künftig sorgfältiger zu wählen, was Frau Fahimi gewiss getan hat.

Wofür der nette Streit übrigens wirklich spricht, ist, dass es im politischen Berlin davon heutzutage viel zu wenig gibt. Ganz anders war das noch zu Zeiten eines Franz Josef Strauß. FJS hätte man selbst zu Fragen wie der nach der Güte der Ernährung der Schüler in unseren Schulen gerne mal gehört. Vermutlich wäre er nicht so weinerlich gewesen wie das CSU-Parteimitglied Landwirtschaftsminister Christian Schmidt.

Der nämlich hat vor ein paar Tagen genau zu diesem Thema eine Studie vorgestellt. Das Ergebnis: Unsere Kinder werden geplagt von zu billigen Produkten, Fertigsoßen und zu viel Fleisch in den Schulkantinen. Wo nur sind das Gemüse und der Salat? Gewiss: Da es immer mehr Ganztagsschulen gibt (von denen Strauß vermutlich auch nichts gehalten hätte), wird im Rahmen einer sehr grundsätzlichen Betrachtung auch die Qualität des Schulessens wichtiger. Andererseits erinnern wir uns gerade an unsere Kommilitonen im Studium, die auch noch in der Mensa in Münster jedweden Salat und jedes Gemüse gemieden haben. Aus ihnen ist übrigens dennoch etwas geworden. Und Strauß hätte es ganz gewiss dem geschätzten Kollegen aus unserer Redaktion gleichgetan, der den Lesern beherzt zugerufen hat, man möge den Kindern ihre Schnitzel geben. Aus der eigenen Familien könnte man höchstens anfügen: Döner und Pizza gingen auch.

Suchen wir also weiter Streit – und landen deshalb bei der AfD. Gerade in jungen Parteien streitet es sich nämlich gut und gern. In diesem Fall aber nicht über das Essen, sondern über zu viele Köche, die den Brei verderben. Denn die AfD spricht nie mit nur einer Stimme. Bernd Lucke, Frauke Petry und Konrad Adam heißen die Sprecher der Parteispitze. Wie praktisch das ist: Die konservative, die liberale und auch die eher national geprägte Klientel konnten sich meist darauf verlassen, dass ihnen vom jeweiligen Vertreter Gehör verschafft wurde. Dass Lucke aber das öffentliche Bild dominiert und inoffiziell als alleiniger Parteichef gilt, gefällt seinen Kollegen gar nicht. „Er ist nicht unser Vorsitzender, auch wenn das immer so dargestellt wird“, hat Petry schon zu Protokoll gegeben. Man darf gespannt sein, ob Lucke und die Seinen noch eine Streitkultur entwickeln. Bisher klingt dabei manches etwas zu süffisant.

Üben könnten sie übrigens im Anonymen. Dafür sorgt ab sofort das amerikanische Online-Netzwerk Facebook. Denn Facebooks Chatroom-App „Rooms“, in der die Nutzer anonym chatten können, ist jetzt auch in Europa verfügbar. Die Idee dahinter sei, seinen Interessen folgen zu können, ohne die eigene Identität preisgeben zu müssen. In manchen Fällen sei die Anonymität für die Nutzer wichtig, wie etwa in der Gruppe zur Unterstützung bei Depressionen. Fragt sich nach einigem Nachdenken nur, ob die Gruppe nun eher von den Politikern oder von ihren Wählern aufgesucht werden sollte.


1 Lesermeinung

  1. Streit oder nur Genetik:Anwendbarkeit "biologischer" Wettbewerbmodelle?
    in der Staatswirtschaftwissenschaft benötigt allenfalls ein sich engagieren für eine Kodifizierung der Quotensprache,ich meine eine Förderung ,ja massiv das versteht sich ,die Streit- oder Quotensprache als National oder meinentwegen als Europäischer Volkssprache zu standardisieren,gibt es ja schon zum Beispiel ein vermeintlich besonders wichtige Bündnis mit den Anleihemarkt russischer Herkunft französisch transformiert ohne Streit!: Nur eine Frau und ein Mann,da benötigt man keine Modelle,rein politisch,oder ökonomisch,mag sein,sollte nicht nur Kursfantasien oder ökonomische Interessen wecken,Anonymität spielt keine Rolle,im Gegenteil,die Ganze Welt…,und ja dan höre ich Schock wunderbar singen ;Fazit das ganze ,Frauenquote,Streit suchen(was sich liebt ,neckt sich) ,mein Antwort,hat etwas Operettenhaftes,soll es aber haben und behalten in dieser irrwitziger,grauenhafter Welt der mörderische neugestaltete Religionskriege ,Streit,wen man das ein Glauben schenken möchte,die Räsons.

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