Antike und Abendland

Antike und Abendland

Tagesaktualität, wie sie sich mit einem Blog verbindet, und Antike – das scheint nicht zusammenzugehen. Dennoch soll hier der Versuch gewagt

Schlachtfeld Agora – ein Kinofilm über die spätantike Philosophin Hypatia

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Wer den letzte Woche angelaufenen Film „Agora - Die Säulen des Himmels" noch auf der Leinwand sehen möchte, wird sich sputen müssen. In den großen...

Wer den letzte Woche angelaufenen Film „Agora – Die Säulen des Himmels“ noch auf der Leinwand sehen möchte, wird sich sputen müssen. In den großen Saal eines Bielefelder Innenstadtkinos haben sich am Sonntagabend gerade einmal sechs oder sieben Zuschauer verloren; das deutet auf eine rasche Absetzung der spanischen Produktion vom Spielplan hin. Die Kurzkritik in der FAZ war informativ, doch ungnädig:

»Hypatia war eine Philosophin im spätantiken Alexandria, die im Jahr 415 von christlichen Fanatikern gesteinigt wurde. Seit dem achtzehnten Jahrhundert wird sie in Gemälden, Dramen, Gedichten und Romanen als Märtyrerin der Wissenschaft gefeiert. Alejandro Amenábar versucht diese Figur nun im Zeichen des von den Hütern des westlichen Imperiums ausgerufenen „Kampfes der Kulturen“ zu aktualisieren. Sein in einer Kulissenstadt auf Malta gedrehter Film zeichnet die zelotischen Christen nach dem Vorbild des muslimischen Mobs im zeitgenössischen Hollywoodkino und ihre Bischöfe als geifernde Proto-Imame, während die tapfere Hypatia (zwischen Muse und Meduse: Rachel Weisz) als Vorkämpferin einer aufgeklärten Vernunftreligion auftritt. Aber alle Aktualisierung hilft nichts, wenn die Darsteller abwechselnd wie Ölgötzen oder Krawallschurken agieren und Amenábars Regiekonzept sich in einer kulinarischen Google-Earth-Perspektive auf das Geschehen erschöpft. Was den Regisseur von „Open your Eyes“, „The Others“ und „Das Meer in mir“ geritten hat, sich in den trostlosen Säulengängen des Sandalenkunstgewerbes zu verirren, bleibt das größte philosophische Rätsel dieses Films. „Agora“ ist der zum moralapostolischen Weihespiel vergorene Marmor-Stein-und-Eisen-Reißer à la „Gladiator“. Dann doch lieber das Original.«

Nun, ganz so schlimm fand ich es nicht. Sicher nimmt der Film Partei für Hypatia, und wenn der Bischof Kyrill seine mönchischen Sturmtruppen auf die Philosophin losläßt, indem er einen Abschnitt aus dem 1. Paulusbrief an Timotheus vorliest (1. Ti. 2,8-15) – dort heißt es u.a.: „Eine Frau soll sich still und in aller Unterordnung belehren lassen. Daß eine Frau lehrt, erlaube ich nicht, auch nicht, daß sie über ihren Mann herrscht; sie soll sich still verhalten.“ -, dann paßt das zum ‘Presseclub‘ letzten Sonntag im Ersten, als eine wohl eher linke Journalistin die Mißbrauchsfälle zum Anlaß nahm, die angeblich vom Apostel Paulus verordnete Frauenfeindlichkeit der Katholischen Kirche zu brandmarken und neben der Abschaffung des Zölibats auch die Zulassung von Frauen zum vollen Priesteramt zu fordern. Amenábars Streifen läßt sich also auf verschiedene Weise ‘lesen‘, auch als feministisches Manifest, und natürlich sehen die christlichen Aktivisten hier so aus wie die arabisch-palästinensischen Terroristen in „Delta Force“, jener mitreißenden, zugleich kindischen amerikanisch-israelischen Propagandaphantasie nach dem Entebbe-Unternehmen im Juli 1976 (in der übrigens auch ein abgründiger christlicher Mönch eine Rolle spielt: Er spioniert für den Mossad). Aber man kann Denunzierung der Christen in „Agora“ durchaus als Erinnerung daran verstehen, welch langen Weg die Kirche seit damals noch zurücklegen mußte. Vor allem aber wird sehr schön vor Augen geführt, wie aufgeladen und konfliktträchtig das Leben in der Metropole Alexandria war – übrigens nicht erst um 400 n.Chr. Religiöse Gegensätze überkreuzten sich mit sozialen Spannungen und der Anfälligkeit des labilen Großorganismus Stadt für alle möglichen Heimsuchungen. Das legte den Gemeinschaften nahe, sich abzuschließen und um ihre Kultorte zu sammeln, die so zu Symbolen der Dissoziation wurden. Die Gewaltbereitschaft der Serapis-Anhänger war nicht geringer oder besser, nur weil diese aus der Defensive kamen, und der Steinigungs-Hinterhalt, in den einige Juden eine Gruppe von Kyrill-Anhängern lockten, erscheint zwar als ein Vergeltungsakt, aber ein überschießender, und führt mit tragischer Folgerichtigkeit zu einer weiteren Eskalation. So wird die Agora, im klassischen Hellas noch ein Zentralort der um das für die Polis Beste ringenden Bürgergemeinde, zum Schlachtfeld der Religionen und Kulturen. Um den Preis, nicht sehr spannend zu sein, bemüht sich der Film um historische Genauigkeit, nicht nur in der Ausstattung. Deutlich wird etwa, wie sehr die im Museion und in der Bibliothek von Alexandria gelehrte Philosophie ihrerseits spirituelle Züge in sich aufgenommen hatte. Hypatia und ihre Schüler werden als ein höchst privilegierter Kreis vorgestellt, und die erotische Spannung zwischen Lehrerin und Schülern in dieser als geschlossen vorgestellten Gemeinschaft erscheint aus aktueller Sicht nur deshalb nicht anstößig, weil die Schüler hier junge Männer sind und die Avancen von einem der ihren ausgehen, nicht von der Philosophin. Diese bleibt übrigens – ironische Pointe – aus freiem Entschluß ehelos und hat offenbar auch keinen Sex, lebt mithin zölibatär und nur ihrer Liebe zur Erkenntnis ergeben, einer Erkenntnis, die sich buchstäblich auf die höchsten Sphären der kosmischen Ordnung bezieht; diese ihrerseits war nach stoischer und neuplatonischer Auffassung ein Geschöpf Gottes.
Die Hypatia des Films ist nun das Gegenteil einer weltabgewandten Intellektuellen. Sie kennt ihre Stadt sehr genau, und macht dennoch die Erfahrung, die auch heute gelegentlich zu machen ist: Man kennt seine Stadt, seine Schule (oder seine Verkehrsbetriebe) sehr genau, und dann passiert dort etwas, was man bis dahin nicht für möglich gehalten hätte.

Was die Verstrickung Hypatias in das (kirchen-)politische Machtspiel zwischen den Hauptfiguren – der Patriarch Kyrill mit seinen Parabolani (kirchlichen ‘Krankenpflegern‘), Synesios von Kyrene, dort Bischof, Rivale Kyrills und früher Schüler Hypatias, sowie Orestes, ebenfalls zuvor Schüler Hypatias, vor Amtsantritt getaufter Christ und zugleich als römischer Präfekt Vertreter der staatlichen Ordnung – angeht, so entscheidet sich der Film für die eindeutige Opferrolle Hypatias. Sie weiß um die Intrigen ihrer einstigen Hörer, aber auch, daß Kyrill „schon längst gewonnen hat“. Ob Kyrill den Lynchmord in Auftrag gegeben hat, läßt sich nicht sagen. Auch scheint Hypatia keine dezidierte Verteidigerin des ‘Hellenismus‘, also des Paganismus gewesen zu sein (als Tochter des Bibliothekars mußte sie natürlich für die Bewahrung der mehr als tausendjährigen geistig-literarischen Tradition eintreten). Aber sie ging offenbar bei Orestes ein und aus. Dieser ließ es auf eine Machtprobe mit Kyrill ankommen, und der Film deutet zumindest an, daß der Patriarch Hypatia angreifen ließ, weil er Orestes nicht direkt angehen konnte. Dieser hatte, so zeigt sich im Film ebenfalls, die schwierigste Aufgabe, da er – als Christ – die Autorität der Staatsmacht zu behaupten hatte, aber keinen handfesten Kampf mit dem christlichen Mob und seinem Führer führen konnte.

Unerweislich und ganz unwahrscheinlich ist die astronomische Entdeckung der Film-Hypatia: Kurz vor ihrem Tod soll sie das heliozentrische Weltbild Aristarchs durch die Annahme elliptischer Planetenbahnen plausibel gemacht und damit das ptolemäische Weltbild widerlegt haben. Aber das folgt dem Gesetz der (film-)rhetorischen Überhöhung: Hypatia war eben nicht nur eine Märtyrerin des freien Denkens und selbstbestimmten Lebens einer Frau, ihre Ermordung hat die Welt auch um eine Erkenntnis gebracht, die dann erst Johannes Kepler volle 1200 Jahre später machen sollte.

Chr. Lacombrade betont in seinem höchst instruktiven Beitrag zum „Reallexikon für Antike und Christentum“ (RAC 16, 1994, 956-967) wohl mit Recht, daß die Wirkung Hypatias bei weitem die Bedeutung ihrer geschichtlichen Persönlichkeit übersteigt – „Agora“ ist der vorläufig letzte Beleg dafür. Schon in der Spätantike, weiter dann in Byzanz und wieder ab dem 15. in italienischen Neuplatonikerzirkeln avancierte sie zur Heroine, einer Art Schwester im Geiste von Julian ‘dem Abtrünnigen‘. „Wie auf Julian griff man seit der Reformationszeit immer dann auf Hypatia zurück, wenn es die katholische Kirche oder allgemein das Christentum zu kritisieren oder zu bekämpfen galt.“ Voltaire hat sie gepriesen, und im 19. Jh., dem Zeitalter des weltanschaulich aufgeladenen Historienromans, machte Charles Kingsley sie populär (Hypatia, 1853, dt. mehrfach seit 1858). In dieser Linie liegt auch Arnulf Zitelmanns Jugendbuch, das ich vor vielen Jahren mit großem Eindruck gelesen habe.

Eine wunderbare, materialreiche Handreichung zum Film für den Schulunterricht, aber auch für ‘normale‘ Kinogänger, die mehr wissen wollen, hat das „Institut für Kino und Filmkultur e.V.“ erstellt – sehr empfehlenswert. Dort auch weitere Links und Literatur.

Vgl. auch Berthold Seewald in der „Welt„; sehr schön, was er über den „Sandalenfilm“ sagt: „Er kann ein ferner Spiegel der Gegenwart sein, moralische Philippika und politisches Plädoyer, von beklemmender Aktualität und antiqaurischer Gelehrsamkeit, philosophisches Traktat und Blockbuster – und das alles in einem.“


5 Lesermeinungen

  1. Kein Licht am Ende des...
    Kein Licht am Ende des Tunnels
    Diese Frau mag wohl auch dafür stehen, dass zu dieser Zeit wohl auch die letzte Chance vertan wurde, aus der „Dekadenz“ der Antike in die Zivilisation zu wechseln, ohne jene „1000 Jahre“ dazwischen, die man schon in dieser Zeit, im Orient genau so wie im Okzident, als die bisher dunkelste Epoche der Menschheit entziffert hatte. Wenn man jenen Lichtgestalten wie eines Dante im Westen, oder eines Hafiz im Osten, glauben möchte. Denn wäre das gelungen, jener Übergang, dann vielleicht hätten wir diesen als eine „Revolution“ verstehen können, als einen „ontologischer Bruch“, wie Robert Kurz geschichtliche Wendungen, welche auch ohne große soziale Verwerfungen (politische und solchermaßen siegreiche Revolutionen von fortschrittlichen Klassen) als grundsätzlich möglich erscheinen lassen wollen, beschreibt. So aber ist selbst der Begriff einer „Restauration“ noch eine unerhörte Überhöhung. Denn die Antike, die frühe Antike gar, erscheint dem gegenüber als die humanere Epoche.
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    Nicht nur die übelsten Erscheinungen religiöser Sektiererei, sondern eben auch all jene barbarischen Akte, welche da spät, sehr spät, als Holocaust noch einmal ein unglaubliches Finale erleben durften, nehmen nun ihren Lauf, in einem großen Anlauf. Die Verwirrung der Klassen, nicht ihre Formierung, scheint das Hauptmerkmal jener Zeit. 1000 Jahre Kreuzzüge und Heilige Kriege – hier wie dort – und ein Ende noch nicht absehbar. Denn bestimmen sie doch das Denken des Geringsten wie des „Höchsten“ unter dieser abgedunkelten Menschheit – heute noch. Manche nennen diesen umgedrehten „Dschihad“ – semantisch fein geschliffen – „Kampf der Kulturen“.
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    Auch die dann folgende sog. echte Moderne war schon verdorben, bevor sie geboren war. Denn die Barbarei jener Zeit, auch als Kolonialzeit beschönigt, zeigt uns doch heute erst, welch Menschenbild sie hervor gebracht hat. Ein jenes nämlich, wo im Namen des Humanismus Menschenköpfe neben drapierten Affenschädel ausgestellt werden, in westlichen Museen und Akademien. Heute mögen die Menschenköpfe verschwunden sein, aber der daher stammende Sozialdarwinismus präsentiert sich desto stolzer als ideologische Urmatrix, eben der Moderne.
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    Das wahre Menschentum ist noch nicht geboren. Wie sollte es auch? Wo doch alle Ansätze hierzu gnadenlos getilgt wurden, bevor sie überhaupt möglich wurden – in den Köpfen und Herzen der Menschen, wie dann auch in der realen, nämlich materialen Welt.
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    Noch ist der Klassenkampf nicht überwunden, besonders der als Verwirrung daherkommende, daher ist er noch zu fördern, ja zu fordern. Denn nur er klärt das, was die bisherige Verwirrung nicht möglich gemacht hat: Die Interessen, die Klasseninteressen. Denn sonst bleiben jene diffusen Ismen in den Köpfen der Menschen – Rassismen nicht weniger als die Logismen -, gerade wo doch die „Vernunft“ an die Macht gekommen sein wollte. Aber welcher Logik folgt diese, wenn ein Kapitalmarkt die materiellen, die natürlichen, wie die gesellschaftlichen, Grundlagen der menschlichen Existenz zu zerstören droht?
    Durch den Klassenkampf, über diesen hinweg, einen anderen Weg gibt es nicht, einen anderen sehe ich nicht. Die Vernunft mag dem folgen.
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    Der Feminismus übrigens, auch jener aus der Antike noch herrührend, kann längst keinen eigenen Weg mehr vorgeben. Oder kann mir da jemand auf eine aktuelle Hypatia zeigen, oder gar eine Sappho? – Ich nenne keine Namen, ich will niemanden beleidigen. Aber ein gewisser „Gender Mainstream“ hat da ja wohl mehr verbaut als eröffnet.
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    Bleibt die soziale Umwälzung, als die längst fällige, aber nicht in Form jenes „ontologischen Bruchs“. Denn dieser hat sich nicht ergeben wollen, schon gar nicht als technisch konnotierte Revolution, nämlich der der Produktivkräfte, der ersten, der zweiten oder gar der dritten Generation, seit jener ersten industriellen Revolution. Aber jene werden es wohl sein, die auch diese soziale Revolution irgendwann unumgänglich machen werden.
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    Gehen wir diesen Weg, dann ist das nach wie vor der zum Sozialismus, vermeiden wir ihn weiterhin so konsequent, wie bisher, dann bleibt uns die Barbarei. Aus 1000 Jahre werden 2000 oder gar mehr.
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    Da gibt es kein Licht am Ende des Tunnels.

  2. Samstag gehe ich in diesen...
    Samstag gehe ich in diesen Film, bin gespannt!
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    Wikipedia bringt die Originalquellen zum Tode der Hypatia. Vermutlich war es tatsächlich so, dass der Mord nicht vom Bischof Kyrill direkt gewollt war. Vielleicht kam es ihm aber doch gelegen … – immerhin gab es noch von Zeitgenossen Kritik (Sokrates Scholastikos) an dieser Auffassung von Christentum, eine Verklärung der Gewalttat kam erst später. Bei gewissen anderen Religionen ist das ja leider anders.

  3. Der Film "Agora" ist gut, sehr...
    Der Film „Agora“ ist gut, sehr gut sogar – verstörend gut. Er zeigt, wie eine kollektive Weltanschauung X – in diesem Fall das Christentum – sich in einer Gesellschaft Zug um Zug durchsetzt, und andere kollektive Weltanschauungen Y oder Z – in diesem Fall Serapis-Kult und Judentum – dabei schrittweise an Boden verlieren. Nebenbei kommen Freidenker, die mit den bisherigen kollektiven Weltanschauungen ein Arrangement gefunden hatten, unter die Räder, weil sie ein solches Arrangement mit der neuen kollektiven Weltanschauung eben noch nicht gefunden haben.
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    Der Film zeigt sehr gut, dass guter Wille allein nicht genügt, um widerstreitende kollektive Weltanschauungen zu befrieden. Denn die Dinge schaukeln sich hoch und haben eine Dynamik, die nicht beherschbar ist. Es nützt nichts, auf die Vereinfacher und Hetzer zu schimpfen – sie sind nun einmal immer da, man muss sie mitdenken, sonst hat man kein volles Bild der Wirklichkeit. Man sieht, wie auch vernünftige Menschen auf allen Seiten – auch wenn sie Macht haben – gegen die Neigung zur Dummheit, die in jeder kollektiven Weltanschauung angelegt ist, nichts ausrichten können.
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    Das Dumme an der Dummheit ist, dass man sie vollkommen gleichberechtigt mit der Realität behandeln muss, wenn sie nur gesellschaftliche Macht hat. Man muss mit ihr verhandeln. Dass in den Verfassungstexten einer Gesellschaft irgend etwas kodifiziert ist, spielt dabei keine Rolle – das wird alles gnadenlos Bestandteil der Verhandlungsmasse, wenn die Gewichte in der Gesellschaft sich verschieben.
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    Und dann gibt es noch die Möglichkeit, mit den Wölfen zu heulen, nur lauter. Im Film scheitert dieser Weg, weil der Protagonist nicht laut genug „mit den Wölfen heulte“ (der Moment, wo Orestes sich nicht niederkniet).
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    Natürlich denkt man bei all dem an das derzeitige Erstarken von Formen des Islams, die fern von der Vernunft sind (womit gesagt sein soll, dass der Islam auch vernünftig sein kann, nur dass er es leider oft genug nicht ist). Man kann die Sache aber auch tiefer hängen. Welcher Politiker z.B. könnte es sich leisten, CO2 als Verursacher des Klimawandels anzuzweifeln? Wer könnte es wagen, gegen das gedankenlose Multikulti und den Softsozialismus in der Gesellschaft anzugehen? Usw. usf.
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    Leider findet dieser Film nicht viele Zuschauer. Am Samstag abend war überhaupt keine Vorstellung, ich musste heute Sonntag abend hingehen. In einen kleinen Kinosaal …
    … und das im zentralen Kino von Frankfurt am Main.
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    Warum findet dieser Film kein Publikum? Er ist großartig, nicht überintellektuell, bietet auch sehr viel fürs Auge. Ob hier in Deutschland gewisse Mächte dafür gesorgt haben, dass er nicht groß ins Kino kommt? Könnte es sein, dass die geringe Publizität des Films darauf deutet, dass die Verhältnisse, die er darstellt, auch bei uns heute und jetzt zu einem gewissen Grad Realität sind?
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    Noch nie jedenfalls habe ich das Christentum so hinterfragt gesehen. Die meisten von uns sind ja mit einem „lieben“ Bild von Christentum aufgewachsen, und auch wenn wir alle es längst hinterfragt haben: So krass wie in diesem Film hat man es noch nie gesehen, und der Eindruck ist gerade auch deshalb so stark, weil der Film nicht übertreibt, sondern glaubwürdig bleibt: Auch wenn die wahre Story um Hypatia nicht exakt genau so gewesen ist, so kann man sich dennoch nur zu gut vorstellen, dass das Christentum diese üble Rolle auf diese Weise spielen kann und auch oft genug gespielt hat.
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    Der Film war fast zu perfekt. Sogar die Aussprache von „Agora“ war richtig. Die meisten sagen ja „Agoora“, aber es heißt natürlich „Agoraa“ 🙂
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    Was hat das alles mit der Antike zu tun? Die Antike ist unser gesellschaftliches Versuchslabor. Wir sehen dort, was geschieht, wenn gewisse Konstellationen sich ergeben.

  4. Hier die Kinocharts...
    Hier die Kinocharts 16.03.2010:
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    Das Historien-Drama Agora – Die Säulen des Himmels floppte. Der Film wurde in 145 Kinos gezeigt und wurde von lediglich 100 Menschen pro Kopie gesehen. Schwache 14.501 Besucher wurden am Startwochenende gezählt.
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    Und hier noch einmal die Top 10 im Überblick:
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    01. [01] 529.071 Besucher – Alice im Wunderland
    02. [03] 160.585 Besucher – Avatar – Aufbruch nach Pandora
    03. [02] 159.529 Besucher – Shutter Island
    04. [00] 128.081 Besucher – Teufelskicker
    05. [04] 108.968 Besucher – Männer, die auf Ziegen starren
    06. [00] 73.615 Besucher — Jerry Cotton
    07. [06] 72.667 Besucher — Hier kommt Lola
    08. [00] 67.454 Besucher — Auftrag Rache
    09. [05] 67.220 Besucher — Unsere Ozeane
    10. [-+] 36.235 Besucher — Die Friseuse
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    —. [00] 15.666 Besucher — Die Fremde
    —. [00] 14.501 Besucher — Agora – Die Säulen des Himmels
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    Hier stimmt doch was nicht, warum nur so wenige? Der Film wurde von vornherein nicht richtig promotet?

  5. Eine Arbeitskollegin von mir,...
    Eine Arbeitskollegin von mir, die sich ein wenig im Filmgeschäft auskennt, meinte:
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    „Agora ist ein spanischer Film, kein Hollywood Werk (obwohl bekannte Schauspieler mitspielen) , daher gab es kaum Promotion und ->keine Werbung = kein Publikum…“

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