Balance-Akt

Schusselige Herren

Irgendetwas gleicht sich im Alter zwischen Männern und Frauen wieder an, so hat mein Mann es mir neulich aus einer wissenschaftlichen Studie vorgelesen. Was genau ins Lot kommt, bringe ich gerade nicht zusammen. Irgendwie war es wichtig, so viel weiß ich noch. „Da kannst Du froh sein“, hat mein Gegenüber am Frühstückstisch jedenfalls gesagt.

Zu dumm, dass mir die Details verrutscht sind. Ging es um Sex? Oder um die Karriere? Holen Frauen gegen Ende der Erwerbstätigkeit noch mal richtig auf bei Gehalt und Status? Oder versprach die Wissenschaft nur, dass Männer im fortgeschrittenen Alter ihre Abneigung gegen Bügeleisen und Staubsauger ablegen? Greifen sie als rüstige Rentner beherzt zu, wenn es um den Haushalt geht? Schön wäre das, aber vielleicht etwas zu simpel.

Nein, jetzt hab ich es. Es ging um das Gedächtnis. Genauer gesagt, um die Lücken, die da gelegentlich auftreten – bei Frauen statistisch gesehen häufiger, bedingt durch Schwangerschaft, Stillen und anschließenden jahrelangen Schlafentzug. Kein Wunder, dass es in meinem Kopf gelegentlich etwas konfus zugeht. Aber, so lautete die frohe Botschaft: Das wächst sich aus. Im Alter nimmt die Schusseligkeit unter Männern vehement zu. Gerecht mag das sein, eine Hilfe ist es vermutlich nicht.

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