Balance-Akt

Geld in erster Ehe

Kleine Geheimnisse retten die Ehe. Das gilt wohl auch fürs Geld. Wie naiv wir denn seien, wurde ich kürzlich auf einer Abendeinladung gefragt. Ein gemeinsames Konto? Das machen nur verblendete Romantiker oder Idioten in erster Ehe. Und meist geht es schief, belegen Studien.

Am Tisch jedenfalls war man sich selten einig: Jedem sein Konto erhöht den Frieden daheim. Und wehe, der Partner wirft heimlich einen Blick auf die Auszüge! „Das wär‘ ja noch schöner,“ feixte ein Manager. Wie teuer der neue Spider vor der Tür war, das Sky-Abo oder der Rasentrimmer, gehe die Partnerin nichts an, bei aller Liebe. Und wo kämen wir hin, konterten die Damen, wenn Männer wüssten, was sie in Schuhe investieren, was it-Bags oder Reitstunden kosten können. Das gibt nur böses Blut.

Mein Tischnachbar, ein junger Fondsmanager, hatte auch einen Tipp für mich. Seine Frau (eine promovierte Fulltime-Mami) führe ein Haushaltsbuch. Ganz penibel, wie meine Mutter früher. Und er prüft das. „Klingt altbacken, diszipliniert aber ungemein.“ Was der Mann nicht ahnt: Seine Frau zweigt regelmäßig Geld ab für sich. „Kleine Finanztricks, doppelte Buchführung und so,“ spöttelt sie leise. „Das merkt der gar nicht.“

 

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