Balance-Akt

Verliebt in Jungs

Morgen Abend sind wir bei unseren Freunden, den Schweden, eingeladen. Mir graut davor. Ehrlich. Die beiden sind zwar ganz arg nett, und sie kocht auch vorzüglich. Aber die beiden jammern immer so. Ich kann`s ja verstehen: Die Armen haben drei Söhne. Das muss man sich mal vorstellen. Nur Jungs. Was haben die denn für Perspektiven heutzutage? Genderwahn, wohin man schaut. Dass die Eltern sich da ernsthaft Sorgen machen, ist nachvollziehbar: Wo sollen ihre Söhne eines Tages noch unterkommen? Einen Hof zum Vererben haben sie nicht. Ins Kloster möchten sie keinen schicken, nach allem. Und im fortschrittlichen Schweden werden Jungs demnächst wahrscheinlich gesetzlich verboten.
Klar, unsere Freunde haben einen eigenen Betrieb, metallverarbeitendes Gewerbe, 190 Angestellte, etliche Millionen Umsatz. Wie geschaffen für fixeTöchter (wie wir zwei haben), aber dass einer ihrer Söhne dort auf dem Chefsessel landet, damit rechnet doch niemand mehr.
Denn zuvor tritt Von-der-Leyen-IV in Kraft, ein Gesetz, das männliche Geschäftsführer in Familienbetrieben für die kommenden fünf Generationen untersagt – mit Ausnahme von Apotheken, die Frauen 30 Prozent Rabatt auf Migräne-Medikamente gewähren (ein Zugeständnis an die FDP).
Von-der-Leyen-I bis III regelt den Rest: Das gesamte Finanzwesen, samt Deutscher Bank, Europäischer Zentralbank und der bald in Eschborn ansässigen Wall Street, wird den künftigen Töchtern von Frauenministerin Schröder zugesprochen. Bildung für Knaben wird abgeschafft, das Wahlrecht für Männer bis auf weiteres ausgesetzt und eine männliche Burka-Pflicht eingeführt. Ich bin ja so froh, dass wir nur einen Jungen haben, den ziehen die großen Schwestern schon mit durch. Aber das darf ich morgen natürlich nicht erwähnen.

 

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