Balance-Akt

Balance-Akt

Spielt sich die Wirtschaft nur in den Chefetagen ab? Nein, nein!

Laubblasen mit Steinbrück

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Ganz ehrlich: Wir spielen mit den Kindern weniger, als Pädagogen empfehlen. Ich bewundere alle, die von der Arbeit heimkommen, energiegeladen und gut gelaunt,...

Ganz ehrlich: Wir spielen mit den Kindern weniger, als Pädagogen empfehlen. Ich bewundere alle, die von der Arbeit heimkommen, energiegeladen und gut gelaunt, und ihre Kleinen zu einer lustigen Runde Monopoly oder Activity überreden. Ich denke nur: „Oh nein, das dauert Stunden…“ Also schlage ich Quartett vor. Mittlerweile sind wir echte Freaks; ob Autos, Technik, Päpste, Seuchen, Tyrannen oder Ungeziefer (nur die Top-Model-Edition kommt mir nicht ins Haus). Und ich triumphiere jedes Mal, wenn mein Erftländer, ein Kaltblut-Schimmel und Loser auf ganzer Front (alt, klein, viel zu schwer und null Abzeichen) Ninas siebenfach ausgezeichneten Fuchs „Peking“ aussticht. Beim „Röhrbeinumfang“ nämlich ist mein Klepper mit 32,3 Zentimetern unschlagbar.

So hat halt jeder seine Stärken und Schwächen. Selbst die Rolling Stones kann man leicht aushebeln: Sie sind zwar unschlagbar produktiv (64 Alben) und erfolgreich (180 Millionen verkaufte Exemplare), kommen aber nur auf mickrige sieben Auszeichnungen – Oasis auf 61, die Spice Girls auf 142. Da fragt man sich: Was ist da schiefgelaufen? Und überhaupt: Warum schlägt Tatort-Kommissar Borowski die Kollegin Lindholm in Beliebtheit, obwohl sie die höheren Einschaltquoten hat? Wieso ist der Mercedes Brabus GLK V12, der Sprinter unter den SUV mit 750 PS, 4,2 Sekunden Beschleunigung, Riesenhubraum und irrem Preis (397<TH>000 Euro), so arg hässlich?

Derzeit haben wir zwei Favoriten-Quartette: Politiker und Laubbläser. Wobei man mit Peer Steinbrück aufpassen muss: Der ist zwar top in Beliebtheit und Nebeneinkünften, schwächelt aber bei Wahlsiegen und Comebacks (da sticht ihn Brüderle aus). Am Laubbläser-Quartett sind nur zwei Kleinigkeiten zu bemängeln: Zum einen besitzt unser Nachbar den Turbo unter den Foltergeräten, den Solo 467, mit einer Blasstärke von 1400 m3/h, zum anderen fehlt mein Liebling: der Besen.


1 Lesermeinung

  1. <p>Interessanter Kommentar,...
    Interessanter Kommentar, werte Bettina Weiguny. Besonders ihre Bemerkungen ueber das Laublasen fand grosse Resonanz. Zwar habe ich nicht die Moeglichkeit ein Steinbrueck-Geblaese zu benutzen, aber habe einen „Turbo Mylar Plastik Rechen“ von hoechster Effizenz. Ich habe keine Ahnung von Horse Power, oder Beschleunigung in kph, da er voll und ganz von meinen eigenen (dynamischen) koerperlichen Bewegungen befoerdert wird. Also muscle power. Zum Glueck geht gerade bei uns dieser Sandy Sturm durch. Es ist ein Monsterfeger der so alles moegliche weg fegt, besonders die Blaetter auf den Baeumen. Nur die Eichenblaetter trotzen Sandy’s Geblaese und haengen fest am Baum. Aergerlich. Manchmal sind die so trotzig und haengen bis Februar am Baum. Nur ab und zu fallen einige davon ab, anscheinend um mich zu aergern, da ich die dann mitten aus dem Schnee holen muss, um sie vor dem Ertrinken zu bewahren. Merkwuerdiges Zeug. Mein unpolitischer Laubbläser, — der elektrisch motiviert ist — ist weniger laut als ein Stones Konzert, aber hat keine Chance gegen die Nachbarn mit ihren High Decibel Maschinen. Zum Glueck fiel der Strom aus — fuer einige Stunden — und es ging zurueck zu Besen und Rechen. Die Benzingeblaeser nahmen Deckung und blieben im Haus. Gut so. Besonders schlaue Laubblaeser schaetzten Windrichtung und Orkanstaerke ab, um zu sehen ob das Laub zum Nachbarn fliegen koennte. Sowas scheint bei mir nicht zu funktionieren. Ich glaube das Zeug fliegt automatisch zu mir, als ob ich einen magnetischen Rasen haette. Sehr mysterioes. Bis ich das alles ausgekluegelt habe, fahre ich auf meinem Rechen hinter dem Laub her. Ist ja auch passend fuer Halloween denke ich, wo doch so manche Person angeblich auf einem Besen durch die Welt fliegt. Ich koennte schon Hilfe gebrauchen, werte Bettina Weiguny, aber bis ich da einen Steinbrueck oder aehnliches Talent finde, ist wohl der Herbst vorbei, und die Blaetter sind weg — bis auf die Eichenblaetter die mich weiter mockieren werden. Egal. Ich wunesche allen das Beste der Saison. Pax vobiscum

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