Balance-Akt

Balance-Akt

Spielt sich die Wirtschaft nur in den Chefetagen ab? Nein, nein!

Her mit der Million!

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Nina will unser Haus verkaufen. Seit Wochen liegt sie uns mit dem Ansinnen schon in den Ohren. Weiß der Himmel, warum. Es ist ihr nicht zu entlocken. Nur der...

Nina will unser Haus verkaufen. Seit Wochen liegt sie uns mit dem Ansinnen schon in den Ohren. Weiß der Himmel, warum. Es ist ihr nicht zu entlocken. Nur der Verkaufspreis ist fix: Eine Million Euro will sie dafür haben.

Wir haben aufgegeben, ihr zu erklären, dass wir das Haus gerne behalten möchten. „Da habt ihr eben Pech“, kommt dann retour. Und wenn wir anmerken, der von ihr angesetzte Preis sei zu hoch („Das gibt der Markt nicht her.“), wird sie bockig: „Alle wollen ein Haus hier, wir haben eins. Also krieg ich das Geld auch.“ Schließlich ist sie in der vierten Klasse, beherrscht den Zahlenraum von Null bis eine Million – rauf und runter.

Seither finden wir merkwürdige Multiplikationen und Additionen auf ihrem Schreibtisch – unterm Strich endet die Neunjährige immer als Millionärin. Entweder, indem sie 4000 sehr schöne Bilder malt und verkauft, 40 Vorträge vor den Bochumer Stadtwerken hält, das erste fliegende Auto erfindet, 700 Jahre lang Haare schneidet oder unser Haus verkauft. Letzteres hat sie rot eingekringelt als bevorzugte Variante, um zu Geld zu kommen. Obwohl, sie scheut auch vor harter Arbeit nicht zurück. 500.000 Bücher würde sie lesen, seit sie im Kinderfernsehen erfahren hat, dass Schüler an manchen Schulen in Amerika zwei Dollar pro Buch erhalten, das sie lesen, als staatlich bezuschusste Motivationshilfe.

Auch von uns erhofft sie sich einiges: Schließlich zahlen manche Eltern ihren Kindern Geld, wenn sie Klavierüben – 50 Cent pro halbe Stunde. Andere erhalten diesen Betrag für jeden Tag, an dem sie auf Süßigkeiten verzichten, auf Fernsehen, iPad-Spiele oder Schimpfwörter. Ganz schön krank irgendwie. Und ich frage mich, was die kleinen Millionäre mit dem ganzen Geld machen. Nina will sich Schokolade kaufen, einen Pool und Torwart-Handschuhe. „Von Adidas, wie Manuel Neuer.“


2 Lesermeinungen

  1. dummerweise hat Nina sich in...
    dummerweise hat Nina sich in den Kopf gesetzt, Torwart zu werden…

  2. <p>Hallelujah, werte Bettina...
    Hallelujah, werte Bettina Weiguny. sie haben ein Genie im Haus. Count your blesssings, that Nina is a natural talent.. Nehmen Sie es mir bitte nicht uebel, wenn ich empfehle, dass Sie sofort anfangen ihre liebe Nina zu foerden. Sie hat offensichtlich eine Begabung, die wenige in der Vierten Klasse zeigen. Beachtlich, das.
    Ich bin beeindruckt von ihrem Finanz Akumen, und „Enterprising Spirt“, um so bald wie möglich in die Raenge der Betuchten auf zu steigen. Koennte Anfang eines neuen Geld Adels sein.
    Besonders das Einkommen vom Haarschneiden — nun ja so 700 Jahre sind doch etwas lange — aber egal, der Wille erfolgreich zu sein ist da. Und das ist gut. Hoffentlich finden sie einige Sponsoren fuer Nina, damit sie sich mal einem Immobilien Fond widmet. Ich bin sicher, sie wuerde besser sein als all die Helden, die es schafften Immobilienblasen auf zwei Kontinenten explodieren zu lassen.
    Wer weiss, da scheint eine Zukunft fuer Nina, als Vermoegensverwalterin, als Hedgefund Manager, oder als TakeoverConsultant — eventuell von Chocolate Produzenten.
    That kid is smart. Give her a chance to shine, werte Bettina Weiguny….und Vorsicht, ihr Schokolatefabrikanten, Nina koennte bald einen Take-Over planen. Und dann ist es vorbei fuer euch und ihr muesst in euren Villen am Tegernsee weiter leben.
    Wer weiss, Nina koennte in einigen Jahren dort Nachbar werden — natuerlich nur wenn der Immobilien Preis passend ist. Vorsicht: Nina is coming…and Good Luck.

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