Biopolitik

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Patientenverfügung niederländisch: Einwilligungsunfähige Patientin von Arzt getötet

| 17 Lesermeinungen

Wie erst jetzt bekannt wurde, wurde in den Niederlanden im März das erste mal ein Mensch vom Arzt im Rahmen des Euthanasie-Gesetzes getötet, der nicht mehr in...

Wie erst jetzt bekannt wurde, wurde in den Niederlanden im März das erste mal ein Mensch vom Arzt im Rahmen des Euthanasie-Gesetzes getötet, der nicht mehr in die Tötung einwilligen konnte. Die 64 Jahre alte Frau litt unter einer weit fortgeschrittenen Demenz. Sie war in den Jahren zuvor eine aktive Verfechterin weitgehender Formen von Tötung auf Verlangen gewesen und hatte nachdem sie ihre Diagnose kannte, aber einwilligungsfähig war, eine Patientenverfügung verfasst, die den Arzt aufforderte sie im Rahmen des Euthanasie-Gesetzes zu töten, wenn ihre Krankheit weit fortgeschritten sein würde. Das ist im März 2011 geschehen. Die Familie war den niederländischen Medienberichten zufolge mit dieser Form der Sterbehilfe einverstanden.

Details der Patientenverfügung sind, soweit ich recherchieren konnte, nicht bekannt. Vor allem erscheint mir ja interessant, ob bzw. wie in ihr der Todeszeitpunkt bestimmt worden sein soll: es dürfte schwierig sein, einen genauen Punkt festzustellen, ab dem beispielsweise eine intentionale Kommunikation gar nicht mehr möglich ist oder aber dem ein „bewusstes Leben“ nicht mehr möglich ist. Denkbar wäre auch, dass die Patientin die Entscheidung über den Zeitpunkt der Tötung Familie oder Arzt überlassen hat.

Auch über den genauen Zustand der Frau zum Zeitpunkt der tödlichen Spritze ist nichts bekannt.

Es trifft allerdings nicht zu – wie jetzt in manchen Medien berichtet – dass das der erste Fall in den Niederlanden von „Euthanasie“  an einem dementen Menschen gewesen wäre – die vorangegangenen Fälle machen allerdings deutlich, wie drastisch die Entwicklung in diesem Bereich verläuft.

Bereits 1999 hatten Ärzte des „Twents Psychatric  Hospital“ einem 71 Jahre alten Mann, der seit vier Jahren unter einer Multi-Infarkt-Demenz gelitten haben soll, zum Tod verholfen. Damals war allerdings das Euthanasie-Gesetz in seiner jetzigen Form noch nicht in Kraft. Die  Ärzte der Klinik hatten ein Protokoll  entwickelt, das nach Anhörung einer unabhängigen Kommission und mehrerer Klinikärzte, sowie eines externen Psychiaters ermöglichte, dass der Patienten zu Hause von seinem Arzt ein hoch dosierter Babiturat-Trank gereicht wurde, den er selbst austrank. Rechtstechnisch gesehen dürfte es sich also eher um einen ärztlich assistierten Suizid gehandelt haben.

2004 (zu diesem Zeitpunkt war das Euthanasie-Gesetz seit zwei Jahren in Kraft) wurde dann das erste mal bei einem Patienten, bei dem Alzheimer diagnostiziert worden war, Tötung auf Verlangen geleistet. Der im Jahresbericht der Euthanasie-Kommissionen von 2005 veröffentlichte  Fall bewegte die Öffentlichkeit. Umstritten war vor allem, ob der 65jährige Mann tatsächlich, wie es das Gesetz verlangte, „unerträglich gelitten“ habe. Gutachter waren hier zu unterschiedlichen Auffassungen gekommen.

In den folgenden Jahren häuften sich die Fälle von an Demenz erkrankten Menschen, die sich durch Ärzte töten ließen. Im Jahresbericht 2010, der im August 2011 veröffentlicht wurde, werden 25 Fälle von Euthanasie an dementen Menschen im Jahre 2009 erwähnt, die nach dem Gesetz durchgeführt wurden (2008 waren es noch „vereinzelte Fälle“, 2009 wurden 12 Fälle von Euthanasie bei Demenz gemeldet).

Einen dieser Fälle beschreiben die Euthanasiekommissionen in ihrem Jahresbericht 2010 so:

„Bei einem Patienten im Alter von 70 bis 80 Jahren war die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert worden. Wiederholte neurologische und neuropsychologische Untersuchungen hatten ergeben,dass der Patient seit 2004 an einem langsam fortschreitenden Demenzsyndrom mit klinischen Alzheimersymptomen erkrankt war. Der Patient litt unerträglich unter der Tatsache,dass ihm der Alltag und sein Leben zu entgleiten begannen, und unter der Aussicht, dass der Verfall nur weiter fortschreiten würde. Dieser Verfall, das Fehlen einer Zukunftsperspektive und der Kontrollverlust waren ihm unerträglich. Viereinhalb Monate vor seinem Tod hatte der Patient den Arzt zum ersten Mal konkret um Sterbehilfe gebeten. Diese Bitte hatte er danach vielfach wiederholt. Bereits zuvor, als bei ihm Demenz diagnostiziert worden war, hatte er mit dem Arzt über die Möglichkeit der Sterbehilfe gesprochen. Auch mit seiner Frau und seinen Kindern hatte er häufig über seinen Wunsch nach Sterbehilfe gesprochen; er hatte seit etwa einem Jahr ernsthaft über diese Möglichkeit nachgedacht. Es lag eine schriftliche Patientenverfügung vor. Vor der gesetzlich vorgeschriebenen Hinzuziehung eines unabhängigen Konsiliararztes hatte sich der Arzt bereits mit Sachverständigen – dem behandelnden Neurologen sowie einem Psychiater – in Verbindung gesetzt. Als Konsiliararzt zog der behandelnde Arzt einen unabhängigen Hausarztkollegen, der auch SCEN-Arzt ist, hinzu. Der Psychiater sah den Patienten erstmals fünf Monate vor dessen Tod. Danach kam es noch zu verschiedenen weiteren Kontakten.“

Der jetzt in die Medien geratene Fall unterscheidet sich von den bisherigen Demenz-Euthanasie-Fällen dadurch, dass die getötete Frau zum Zeitpunkt des ärztlichen Handelns nicht mehr einwilligungsfähig war und der Eingriff mithin auf Grundlage einer zuvor verfassten schriftlichen Erklärung erfolgte. Eine solche Möglichkeit sieht das Euthanasie-Gesetz allerdings auch vor. Beruhigend ist die Entwicklung in Sachen Euthanasie bei Demenz in den Niederlanden angesichts dessen jedenfalls nicht: zwar findet die Tötung auf Verlangen in diesem Bereich nicht massenhaft statt, gleichzeitig ist die Ausweitung der Anwendungsmöglichkeiten von Euthanasie offensichtlich und auch die Zahlen getöteter Patienten steigen deutlich an. Ein schlechter, aber wichtiger Anlaß, die Entwicklungen im Bereich der Euthanasie in den Niederlanden insgesamt wieder einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

 

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17 Lesermeinungen

  1. Mitleser sagt:

    M.E. ist das eine rein...
    M.E. ist das eine rein wissenschaftliche Frage. Vom Standpunkt des Rechts aus, darf eine „nachgeordnete“ Anstalt des öffentlichen Rechts keine Vorschriften erlassen, die nicht konform mit Bundesrechten geht. Die organisierte Ärzteschaft hat sich so wie jeder andere Bürger auch am Landes- und Bundesrecht zu oretieren. Strafrecht ist Bundesrecht. Klagen sehe ich daher als erfolgversprechend an.
    Letztendlich ist es eine Frage des historischen und politischen Geschmacks, ob man Worte benutzen möchte, die in unserer Sprache einen bsonderen Klang haben. Dass das Wort in anderen Ländern so benutzt wird, wie du es beschrieben hast, ist mir bekannt.
    Aber in einer Gesellschaft, die die menschenrechtswidrige medizinische Behandlung von Transsexuellen respektiert, muß ich nicht unbedingt erwarten, dass im Zusammenhang mit anderen „medizinischen“ politischen Ungereimtheiten hinsichtlich der Menschenrechte Vorsicht angewendet wird bei der Wortwahl. Der medizinische Komplex fühlt sich noch stark genug.

  2. sonderhai sagt:

    mir ist nicht so ganz klar,...
    mir ist nicht so ganz klar, worüber der Autor sich aufregt. Darüber, daß die Patientin aufgrund ihrer Demenz nicht in ihren Tod einwilligen konnte, den sie genau für diesen Fall verfügt hat? Darüber, daß er keinen Einblick in deren Patientenverfügung erhielt um den Ärzten nachzweisen zu können, daß sie nicht verfügungsgerecht gehandelt hätten? Denn dieser Vorwurf schwingt unterschwellig mit.
    Der Autor hat offensichtlich ein generelles Problem mit Sterbehilfe & Co. Das ist sein gutes Recht, nur sollte er sich erst einmal über die Gründe seiner Abneigung klar werden.
    Nebenbei finde ich es anmaßend und würdelos, dem einzelnen Menschen vorschreiben zu wollen, welche Umstände für ihr Leben als „unerträglich“ anzusehen sind oder diese düstere „Qualität“ nicht erreichen. Niemand kann verpflichtet sein, jahrelang als Pflegefall vor sich hinzuvegetieren, das als verordnete „Lebensqualität“ zu erdulden und dem Unbehagen einer Gesellschaft ausgeliefert zu sein, die einer Bejahung des Todes als natürlichem Teil des Lebens mit Unbehagen begegnet.

  3. Mitleser sagt:

    Das finden nicht die Kirchen...
    Das finden nicht die Kirchen und die organisierte Ärzteschaft. Letztere verdient gut am Zwang und christliche Krankenhauskonzerne unterhalten Siechenheime, die von der Allgemeinheit teuer bezahlt werden müssen. Darüberhinaus mangelt es diesen beiden Gruppen an der Einsicht, dass Menschenrechte nicht teilbar sind. Vertreter beider Gruppen nehmen für sich ihnen demokratisch verliehene Rechte in Anspruch, wollen aber dem Bürger Teile seiner Rechte vorenthalten.
    Viele Beitragende haben bereits in der Vergangenheit immer wieder daraufhin gewiesen, dass wir ein grundsätzliches Problem mit der organisierten Ärzteschaft haben, das bald demokratisch gelöst werden sollte.

  4. Lebensschutz sagt:

    @Mitleser: Das Argument, dass...
    @Mitleser: Das Argument, dass Ärzte und Kirchen gut daran verdienen würden, indem sie den Menschen eine humane Sterbebegleitung ermöglichen, statt sie zu töten, wird durch ständige Wiederholung nicht wahrer. Mit Siechenheimen meinen Sie wahrscheinlich die mit großer ehrenamtlicher Unterstützung geführten Hospize, welche für Sterbende eine großartige Institution sind. Ich nehme zu Ihren Gunsten einmal an, dass Sie sich mit der Praxis noch nicht soviel beschäftigt haben und daher solche Polemik bemühen müssen.
    Herr Tolmein versucht ganz richtig auf die fortschreitende negative Entwicklung in den Niederlanden bei der Sterbehilfe (dort Euthanasie genannt) hinzuweisen. Es begann mit wenigen Fällen, bei denen vor allem das unerträgliche Leiden der Sterbenden herangezogen wurde. Eine Legalisierung sollte die Sterbehilfe aus der rechtlichen Grauzone herausführen, man prognostizierte damals eine stabile und kontrollierte Anzahl. Inzwischen sehen wir, dass trotz Legalisierung viele Fälle immer noch nicht ordnungsgemäß gemeldet und überprüft werden. Die Anzahl stieg in den letzten Jahren dramatisch an und als Begründung werden unerträgliche Schmerzen oder die Angst davor inzwischen kaum noch genannt, statt dessen Einsamkeit oder die Angst, anderen zur Last zu fallen. Eine Gesellschaft, die so etwas zulässt, dokumentiert ihr eigenes zwischenmenschliches Versagen.

  5. Lutz Barth sagt:

    @Lebensschutz

    Es wird...
    @Lebensschutz
    Es wird hierzulande keineswegs bestritten, dass die Palliativmedizin ausgebaut gehört; indes ist diese allerdings kein Widerspruch etwa zu dem frei verantwortlichen Suizid eines schwersterkrankten, aber noch nicht (!) sterbenden Patienten, sondern eben „nur“ eine Option, für die sich die Patienten entscheiden können. Dass allgemein die Entwicklung beobachtet werden muss, wird wohl auch niemand ernsthaft bestreiten wollen, wenngleich es gilt, nicht nur einen Blick in die Niederlande zu werfen. Entscheidend ist vielmehr, dass wir hierzulande unseren eigenen Weg finden und gehen; hierzu könnten wir u.a. durchaus von den Schweizern lernen.
    Eine Gesellschaft, die ein frei verantwortliches Sterben zulässt, dokumentiert nicht ihr zwischenmenschliches Versagen, sondern vielmehr ihr aufrichtiges Bekenntnis zu den Grundfreiheiten, die in umserem Grundgesetz niedergelegt sind. Das Verständnis über die Grundfreiheiten ist allerdings nicht selten durch fachfremde Erwägungen eingetrübt und so gesehen haben wir der Gefahr zu begegnen, dass Grundrechte nicht ihres Wesenskerns beraubt werden.
    Dass in diesem Sinne die Palliativmedizin Gefahr läuft, das Selbstbestimmungsrecht der Patienten nicht in seiner ganzen Tragweite zu respektieren, ist hinreichend bekannt, erklären doch namhafte Vertreter expressis verbis, dass sie die Patienten auf ihrem „so gewählten Weg“ (mithin also einem freien Suizid) nicht begleiten können. Von daher werden all diese Patienten „allein“ gelassen und werden auf den Sterbetourismus verwiesen. Was also mag humaner für eine Gesellschaft sein: eine Ärzteschaft, die in Einzelfällen einen Suizid begleiten darf, oder die Option, dass der Schwersterkrankte in den letzten Wochen seines Lebens sich noch auf eine beschwerliche Reise ins Ausland begeben muss, um dort seinem Wunsche nach entsprechend sterben zu können?
    Im Übrigen neige ich nicht dazu, gleichsam unsere europäischen Nachbarn, in denen die ärztliche Suizidassistenz möglich ist, an den Pranger stellen zu müssen. Im Gegenteil: dort ist ein Verständnis von Freiheit entwickelt worden, an dem sich unsere politisch Verantwortlichen bzw. die Standesvertreter durchaus orientieren können. Nicht die Niederländer, Belgier oder Schweizer bilden das Schlusslicht in Sachen Freiheitsschutz am Lebensende, sondern Deutschland und mit Verlaub: Die Standesvertreter der Ärzteschaft hierzulande sollten gelegentlich darüber nachdenken, dass es letztendlich selbstherrlich sein dürfte, den Stab über ihre ausländische Kollegenschaft zu brechen. Hippokrates war und ist keine spezifisch deutsche Leitfigur und in diesem Sinne ist denn auch das christliche Menschenbild eines unter vielen, so dass wir alle zur Toleranz aufgerufen sind. Dies gilt auch für die CDL, auch wenn diese sich auf einer Mission befindet. Entscheidend ist und bleibt, dass Grundrechte zuvörderst subjektive Rechte sind. Punkt um!

  6. Mitleser sagt:

    Ich rechne Herrn Dr. Tolmein...
    Ich rechne Herrn Dr. Tolmein es hoch an, dass er meine bewusste Überzeichnung so veröffentlicht hat.
    @ Lebensschutz
    Lassen Sie mich mal hier wieder ein wenig sachlicher werden:
    Und da lese ich von Ihnen:
    Inzwischen sehen wir, dass trotz Legalisierung viele Fälle immer noch nicht ordnungsgemäß gemeldet und überprüft werden. Die Anzahl stieg in den letzten Jahren dramatisch an und als Begründung werden unerträgliche Schmerzen oder die Angst davor inzwischen kaum noch genannt, statt dessen Einsamkeit oder die Angst, anderen zur Last zu fallen. Eine Gesellschaft, die so etwas zulässt, dokumentiert ihr eigenes zwischenmenschliches Versagen.
    Zitat Ende
    Mir steht es nicht zu, eine generelle Kritik an den Gründen zu üben, die Menschen dazu bewegt, wegen einer Krankheit aus dem Leben zu scheiden.
    Und es seht auch der Gesellschaft nicht zu und noch viel weniger einer zahlenmäßig kleinen aber gewiss einflußreichen Berufsgruppe nicht zu.
    Über die menschlichen Probleme in der Postmoderne zu diskutieren ist genau so wichtig, wie das aus der Moderne stammende Recht und seiner Durchsetzung zu diskutieren auf Freiheit.
    Sie mögen aus neutestamentarischer Sicht dem Menschend sein Recht auf einen selbstbestimmten Tod absprechen. Das ist Ihr gutes Recht. Und ich will mit Ihnen darüber nicht dsikutieren, da ich einen vollkommen anderen Standpunkt vertrete, ohne damit zu meinen vom Neuen Testament nichts zu halten.

  7. sonderhai sagt:

    @lebensschutz: "Die Anzahl...
    @lebensschutz: „Die Anzahl stieg in den letzten Jahren dramatisch an und als Begründung werden unerträgliche Schmerzen oder die Angst davor inzwischen kaum noch genannt, statt dessen Einsamkeit oder die Angst, anderen zur Last zu fallen. Eine Gesellschaft, die so etwas zulässt, dokumentiert ihr eigenes zwischenmenschliches Versagen“.
    Was will uns das in diesem Zusammenhang sagen? Die Gesellschaft ist nun einmal, wie sie ist, und nicht, wie man sie gerne hätte. Einsamkeit, zumal in hohem Alter, wenn sämtliche Altersgenossen gestorben sind, es vielleicht sonst keine Familie mehr gibt, ist ein genau so berechtigter Wunsch, Sterben zu dürfen, wie die Angst, anderen zur Last zu fallen. Und daß beispielsweise Pflegebedürftigkeit eine Last für „andere“ ist, kann nur der abstreiten, der sie noch nicht gesehen hat und nicht erlebt, welch eine Belastung sie beispielsweise für die Familie ist, und für den zu pflegenden selbst, sofern er das noch mitbekommt. Es bedarf für die Betroffenen eines erheblichen Masochismus, um das auf Dauer mehr als „erträglich“ zu finden.
    Wir müssen uns der Realität stellen, daß die Menschen nicht nur einfach älter werden, sondern infolge dessen sehr viel mehr als fühere Generationen unter den langjährigen Begleiterscheinungen wie Krankheiten, Demenz etc., leiden, die vor vielleicht 20 Jahren einen überschaubaren Zeitraum eingenommen haben, sich aber heute dank medizinischen Fortschritts über 10, 15 Jahre und mehr hinziehen können, und der generelle und gesellschaftlich als Norm aufgestellte Wunsch nach einem längeren Leben mit der Zunahme der damit verbundenen Komplikationen einfach abnimmt. Ich würde das für vollkommen natürlich halten. Und ich meine auch nicht, daß der Gesellschaft daraus ein Vowurf gemacht werden kann.

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