Blogseminar

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Diskutiert werden das Leben der Studierenden, aktuelle Fragen der Hochschulpolitik sowie die Zweiheit von Forschung und Lehre.

Akademischer Mittelbau – die ewigen Pennäler

| 16 Lesermeinungen

Schüler und Studenten werden benotet. Das ist für die meisten heute selbstverständlich. Warum aber werden Dozenten, die Noten geben, selbst noch benotet – nämlich für ihre Promotion? Es gibt gute Gründe dagegen.

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„Setzen, sechs!“ An graue Vorzeiten erinnert dieser Ausruf, als das Drücken auf den Schulbänken noch wörtlich zu nehmen war. Und doch kennt jeder (Besucher von notenfreien Reformschulen ausgenommen) das bange Gefühl vor der Mitteilung von Zensuren. Nirgendwo ist die Bekanntgabe von bezifferten Leistungen wirkmächtiger als in der Schule. Lehrer entscheiden, ob eine Leistung für gut oder schlecht befunden wird, Schüler machen ihr Selbstwertgefühl und Ansehen von den Beurteilungen abhängig. Selbsteinschätzung und Fremdwahrnehmung prallen aufeinander. Wo Noten verteilt werden, droht Ärger.

Sie sind Teil des Leistungssystems Schule, das Schüler miteinander vergleicht. Wer eine schlechte Note bekommt, ist selten damit einverstanden, und zwar vor allem deshalb, weil es fast immer jemanden gibt, der eine bessere Note erhält. Der Wettbewerb, dem eine fast schon widernatürliche Relevanz beigemessen wird, hört mit dem Abitur nicht auf. Er findet im Studium seine systembedingte Fortsetzung, mit dem Unterschied, dass es keine erzwungene Klassengemeinschaft mehr gibt und der Vergleich mit anderen dadurch unbestimmter wird. Die Studenten müssen sich durch Leistungen qualifizieren, und ihre Qualifikation muss bewertet werden. Die Benotungen erfolgen hier zwar in anderen Abstufungen und in einem etwas kleineren Spektrum – eine schlechtere Note als vier gibt es nicht, vielmehr gilt die Leistung dann als durchgefallen –, aber das Notensystem bleibt erhalten.

Eine Ausprägung von Gerechtigkeit?

Absolute Gerechtigkeit gibt es bei Noten nie, als Orientierung und Leistungsindikator sind sie in der Schule und im Studium aber unverzichtbar, jedenfalls so lange der Auftrag der Notenvergabe ernst genommen, gründlich begutachtet und, wenn erforderlich, das ganze Notenspektrum ausgeschöpft wird. Die Inflation sehr guter Noten, die an Schulen und Hochschulen zunehmend zu beobachten ist, ist noch kein Argument gegen das Vergeben von Noten. Es werden ja auch nicht Seminare abgeschafft, nur weil jemand seine Lehre schlecht macht. Das Bewertungssystem ist ohnehin limitiert: Mit dem Beginn des Berufslebens ist die Phase vorbei, in der man für seine Leistungen benotet wird – wenn man nicht gerade in ein Unternehmen gerät, das seine Rückmeldungen oder Jahresgespräche in Form von Noten für die Arbeitnehmer ausdrückt. Wo das aber nicht der Fall ist, herrscht Notenfreiheit. Für viele gehört das zum Erwachsenwerden dazu.

© dpaGraduierte an der Universität von Cambridge

Wie aber verhält es sich mit denen, die nach dem Studium an der Universität bleiben? Wer promovieren will, muss mit der Dissertation eine weitere Qualifikationsschrift verfassen, die begutachtet werden muss. Nach bestehender Logik des Notensystems ist daraus der Schluss zu ziehen, da es sich um eine Prüfungsleistung handelt, auch die Promotion zu benoten. Und so wird es auch gehandhabt. Von non rite („nicht ausreichend“) bis summa cum laude („ausgezeichnet“) reicht die lateinische Notenskala, innerhalb derer Dissertationen begutachtet und Disputationen bewertet werden. Dabei ist die Note „summa“ längst keine Seltenheit mehr. Einen „Sog in Richtung immer besserer Noten“ kritisierten im Sommer deutsche Akademien, die auch generell eine sinkende Qualität der Promotionen in Deutschland beobachteten. Ähnlich wie die Studentenzahl steigt auch die Zahl der Promovenden, was oftmals mit geringeren inhaltlichen Anforderungen einhergeht. Ein Massenphänomen ist der Doktortitel zwar bei weitem nicht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren im Zensus 2011 gerade einmal 1,4 Prozent der Bevölkerung zwischen 25 und 65 Jahren promoviert. Trotzdem hat die Promotion den Glanz des Außergewöhnlichen verloren. Ist dann nicht erst recht eine Benotung sinnvoll und, wie der Rechtswissenschaftlicher Ingo von Münch in seinem einschlägigen Buch über das Wesen der Promotion schreibt, „eine Ausprägung von Gerechtigkeit“, da sie Unterschiede zwischen guten und schlechten Leistungen sichtbar macht und dazu beiträgt, die Qualität von Promotionen zu gewährleisten?

Warum schielt hierbei keiner auf das angelsächsische Modell?

Nein, denn es gibt strukturelle Unterschiede zwischen dem Studium und der Promotion, die so gravierend sind, dass die Übertragung des einen auf das andere Qualifikationssystem zu Kurzschlüssen und Verzerrungen führt, die vor allem das Ansehen der Doktoranden betreffen. Eine Benotung suggeriert immer, dass die zu bewertenden Leistungen vergleichbar sind. Was bei Abschlussarbeiten im Studium schon schwierig sein kann, gerät im Fall von Dissertationen vollends aus den Fugen. Allein ein Blick auf Titel und Umfang der Hochschulschriften, die in der Datenbank der Deutschen Nationalbibliothek für die vergangenen zwei Jahren verzeichnet sind, verrät, dass von einer Vergleichbarkeit kaum die Rede sein kann: Das reicht von Titeln wie „Adoption von Ökostrom durch kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland“ mit einem Umfang von gerade einmal 49 Seiten über „Deine persönliche Glückswoche“ mit 233 Seiten oder „Zwischen Partizipation und Emigration: Muslime in Griechenland 1878–1897“ mit 459 Seiten bis zu „Verhaltensökonomik und Normativität“ mit sage und schreibe 1022 Seiten.

Es liegt auf der Hand, dass die enormen Niveauunterschiede – nicht nur zwischen verschiedenen Fächern, sondern auch innerhalb eines Fachs – schon bei der Themenwahl beginnen, was einheitliche Bewertungsmaßstäbe nahezu unmöglich macht. Wer ein überschaubares, wenig originelles Forschungsfeld wählt, hat es nicht schwer, alles richtig zu machen und die Bestnote zu erzielen. Das kann bei anspruchsvolleren Themen und Positionen, mit denen ein Promovend womöglich aneckt, schon ganz anders aussehen. Die Noten, die am Ende der Promotion stehen, spiegeln diese Differenzen aber nicht wider.

© dpaAbschied von den Noten – fliegende Barette vor dem Bonner Universitätsgebäude

Doch das ist noch nicht einmal das Entscheidende. Gravierender ist die Hierarchie, in die das Benotungssystem eingebettet ist. Wenn Doktoranden ihre Promotion abschließen, sind sie im Durchschnitt Anfang oder Mitte dreißig. Oftmals sind sie in den Lehrbetrieb eingebunden, übernehmen Verwaltungs- und Gremienarbeiten und sind als wissenschaftliche Mitarbeiter prüfungsberechtigt.  Sie sind, selbst wenn sie über ein Stipendium finanziert werden, erwachsene, vollwertige, selbständige Beschäftigte, die nicht mehr einer Anleitung bedürfen, als gingen sie noch zur Schule. Die Benotung suggeriert aber genau das: Der akademische Mittelbau ist dazu verdammt, nicht erwachsen zu werden. Die Doktoranden verharren im Status der Pennäler. Ihre Verantwortung, Qualifikation und Leistung steht in einer krassen Diskrepanz zu ihrem Status in der Universitätshierarchie, die noch immer geprägt ist von der dichotomen Vorstellung, es gäbe lediglich (weise) Ordinarien und (fleißige) Assistenten, die den Ordinarien zuarbeiten. Wäre es nicht endlich an der Zeit, diese feudalen Strukturen zu durchbrechen?

Die Benotung von Doktorarbeiten bürgt weder für Anspruch noch eine bessere Qualität. Trotz institutioneller Vorkehrungen wie externer Zweitgutachter, in seltenen Fällen auch Drittgutachter, Transparenz in den Promotionskommissionen und detaillierter Promotionsordnungen hat die Benotungspraxis einen ebenso beliebigen wie anachronistischen Status erreicht. Anders als im Studium kann sich außerdem jeder selbst ein Urteil von der Qualität einer Dissertation machen, da sie veröffentlicht werden muss und jedem frei zugänglich ist. Auch aus diesem Grund ist eine Benotung weniger zwingend. Das gilt umso mehr, als sie ohnehin an Aussagekraft verloren hat, weil die „Summas“ sich häufen, „magna cum laude“ zum Regelfall wird und nur noch selten „cum laude“ oder gar „non rite“ vergeben wird.

Erst bei Habilitationen, die viele vollenden, wenn sie schon die Hälfte ihres Lebens hinter sich haben, werden keine Noten mehr vergeben. Sie werden angenommen oder abgelehnt, so wie das im angelsächsischen Raum schon bei Dissertationen gehandhabt wird. Es wird an deutschen Universitäten so oft auf das angelsächsische Modell geschielt – warum ausgerechnet hier nicht? Könnte eine solche Praxis die Qualität von Promotionen nicht sogar erhöhen, insofern die Gefahr der Ablehnung bei nur zwei Optionen größer wird? Darüber sollten alle Verantwortlichen einmal nachdenken. Es ist an der Zeit, erwachsen zu werden.


16 Lesermeinungen

  1. Fabian J. sagt:

    Den deutschen Unis den Spiegel vorgehalten
    Der Artikel analysiert meiner Meinung nach sehr treffen einer der großen Schwachstellen an deutschen Hochschulen. Ob nun Noten sinnvoll sind oder nicht, so sollte man dennoch anerkennen das ein System grundsätzlich verbessert werden kann. Die Verteidigung und Bewertung von Promotionsarbeiten ist sicherlich eine davon. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass im Prinzip das Studium – der benotete teil wenn man so will – mit dem Bestehen der Masterarbeit abgeschlossen ist!

    Ich selbst habe meine Doktorarbeit in Schweden verteidigt (und mein Grundstudium in Deutschland absolviert) und ich finde die Deutschen könnten durchaus dazulernen beim Thema Bildung – auch wenn das vielen Leuten in Deutschland aufstoßen mag. Es ist gerechtfertigt dass eine Doktorarbeit von unabhängigen Fachleuten aus dem jeweiligen Fachgebiet beurteilt werden sollte. In Schweden dürfen diese Gutachter beispielsweise über einige Jahre nicht mit dem Doktorvater zusammengearbeitet haben. Die Bewertung (bestanden/nicht bestanden) wird von einer (unabhängigen) Jury übernommen. Der Doktorvater hat keinen Einfluss auf die Entscheidung. Genau hier liegt der wesentliche Unterschied zum deutschen System: Der Doktorvater legt den Zeitpunkt fest wann sein Doktorand bereit ist die Thesis zu schreiben und seine Arbeit zu verteidigen. D.h. er kann seinem Doktoranden Feedback zur Thesis geben aber letztlich muss die Arbeit vor einem unabhängigen Komitee bestehen und eben NICHT, wie es in Deutschland häufig der Fall ist, vor einem Komitee das aus dem Doktorvater und seinen Professorkollegen besteht. In letzterem Szenario ist klar wie das Endergebnis aussehen wird, denn niemand will sich unbeliebt bei seinen Kollegen machen – getreu dem Motto eine Hand wäscht die andere. Eine solches System ist den deutschen Universitäten nicht würdig.

    Ziel des schwedischen System ist es beispielsweise einen Dialog zwischen dem Prüfer und dem Doktoranden zu erzeugen und sich für 1-2h mit dem Thema der Promotion kritisch auseinander zusetzen. Ich kenne viele Kollegen die in Deutschland promovieren und zur Verteidigung ihre Aufschriebe aus den ersten Semestern wieder hervorkramen, weil dieses faktische Wissen gerne in der Prüfung gefordert wird. Das kann nicht der Sinn einer Promotion sein! (natürlich sollte der Doktorand die Grundlagen zum Thema parat haben, keine Frage). Auf diese Weise werden Promotionsarbeiten häufig nur sehr oberflächlich begutachtet und durchgeschleust.

    Kurz: Die Bedenken dass eine reine Bewertung nach bestanden/nicht bestanden nicht ausreichend ist unbegründet wenn sich der Doktorand im Prozess der Promotion auch ordentlich mit seiner Arbeit auseinander setzten muss und zu entsprechenden Streitpunkten Stellung bezieht. Es gibt hier Nachholbedarf!!!

    Und darüberhinaus, möchte ich noch einwerfen dass auch Bildung bzw die Vermittlung von Bildung einer ständigen Transformation unterworfen ist. Solche Diskussionen als neumodischer pädagogischer Unfug abzutun ist extrem kurzsichtig, wie ich finde. Die meisten Pädagogen (die meisten davon vermutlich auch promoviert) haben sich durchaus ihr Gedanken gemacht. Der Wandel des Bildungssystems ist erforderlich! Humboldt’s Idee ist nun schon fast 150 Jahre alt… ein paar Verbesserungen hier und da Schaden sicherlich nicht ;)

  2. Johannes Wollbold sagt:

    Dr.
    Gut argumentiert!

  3. Gunnar Jeschke sagt:

    Alter Zopf
    Die ETH Zürich, die in einer Liga mit den besten angelsächsischen Universitäten spielt, vergibt auch keine Promotionsnoten. Ein sehr geringer Anteil der Dissertationen wird mit einer Medaille ausgezeichnet. Das reicht völlig aus, um herausragende Leistungen zu würdigen und beugt einer Bewertungsinflation vor.

  4. SchneiderElisa sagt:

    Qualität der Leistung
    wird fast überall gemessen. Gerade bei Doktorarbeiten scheinen mir Noten wichtig, da wir sonst lauter lasche Doktorarbeiten bekämen, aus mangelndem Anreiz, mehr als das Minimum zu leisten. Hinzu kommt, dass ein Unternehmen sich über andere Qualifikationen, wie etwa Englischkenntnisse oder die Fähigkeiten kundenfreundlich zu lächeln, viel leichter selbst ein Bild machen kann als über die Qualität einer Arbeit zu Frühpleistozänen Ölschiefern in der Rheinebene (Quatschtitel, oder doch nicht?). Da ist das Urteil von Fachleuten gefragt, sprich, zweier Professoren mit passendem Fachgebiet, von denen idealerweise einer eine gewise Distanz zum Prüfling haben sollte.

  5. Dr. Armin Kilian sagt:

    Noten sind böse!
    Der Beitrag versucht Benotungen als Qualitätsurteile grundsätzlich in Zweifel zu ziehen und schwimmt damit breit auf der heute üblichen “Pippi Langstrumpf Pädagogikwelle” mit. Leider wird dabei übersehen, dass ohne Benotung eben andere Auswahlmethoden wie beispielsweise die soziale Herkunft, Netzwerke teurer Eliteschulen, Auslandsaufenthalte, Praktika, die nur wohlhabende Elternhäuser ermöglichen können etc. an Bedeutung gewinnen. Aber die verwöhnten Prinzessinnen und Prinzen aus den reichen Familien möchten am liebsten ohne jemals Leistung zeigen zu müssen von der Waldorfschule über das Elite-Internat und die private Hochschule auch bis zur Professur vorrücken können.

    • Gast sagt:

      oT
      Was für ein Unsinn. Damit Noten aussagekräftig sind, müssen Leistungen vergleichbar sein. Die Anforderungen sind schon innerhalb der Fächer sehr unterschiedlich, noch viel mehr sogar zwischen den Fächern. Der Mediziner schreibt sein summa cum oft während einem 6 monatigen Freisemester VOR dem Staatsexamen im Rahmen minutiöser Ableitung des Professors, der gerne eine Versuchsreihe gratis hätte (sonst müsste er wohl eine MTA bezahlen). Ein Historiker schreibt dagegen nach dem Master 3, 4 Jahre und mehr an einer mehrhundertseitigen Arbeit und bekommt Magna Cum. Da hat der Medizinstudent es ihm aber gezeigt, was?

  6. Oliver Haynold sagt:

    Die Qualität der Noten
    Ich habe mir–als jemand der in Amerika unbenotet promoviert wurde–damals im Rahmen der Guttenberg-Affäre und ihrer Ausläufer gefragt, wie genau eigentlich die deutschen Noten für Dissertation zustandekommen. Ich kann noch verstehen, daß eine Dissertation wie die des frivolen Freiherrn angenommen wird, denn jemanden, dazu noch mit viel Geld und Einfluß und gewinnender Persönlichkeit, durchfallen zu lassen kann schwer fallen. Aber wie Guttenbergs Dissertation mit summa cum laude bewertet werden konnte erschließt sich mir beim besten Willen nicht, selbst wenn sie nicht unter dem Plagiatsproblem litte. Im Grunde kann man das doch nur so verstehen, daß die Dissertation vermutlich gar nicht gelesen wurde. Dieses Problem gäbe es natürlich auch bei einer reinen Entscheidung über das Bestehen, aber die Diskrepanz zwischen Leistung und Note zieht den Vorgang noch mehr ins Lächerliche.

  7. hagra sagt:

    " Die Doktoranden verharren im Status der Pennäler."
    ist meiner Meinung nach völliger Quatsch, diese Auffassung entspringt dem derzeitigen “Pädagogen”- mainstream, daß Benotung a priori etwas Übles sei. Meiner Meinung nach sollte sie, richtig und verantwortungsvoll, sprich fair gehandhabt, schlicht und ergreifend eine Rückmeldung über die erbrachte Leistung sein. Eine solche kann und sollte auch jeder erwarten, der etwas geleistet hat. Schlecht ist Benotung nur für heiße Luft produzierende minderperformer, wenn sie sich der Realität stellen müssen.

  8. ceescos sagt:

    Erstgutachter
    In D begutachtet der Doktorvater als Erstgutachter sich selbst. Der Zweitgutachter ist i.d. R. ein von ihm Abhängiger. Das garantiert, daß
    1. der Erstgutachter manche Literatur nicht kennt, also
    2. die “Entleihung” fremder Gedanken” durch den Promovenden nicht sieht,
    3. den Zweitgutachter zu der ihm genehmen Meinung führt.

    Damit steht D (seit dem 2. WK) europaweit einmalig da.

    Der Wisssenschaftsrat denkt – ganz vorischtig – darüber nach, das peinliche Kuriosum evtl. bis 2025 etwas nachzubessern, also nicht vor E-Autos rundum.

  9. Merter sagt:

    Bitte nicht verallgemeinern
    Es gibt auch in Deutschland durchaus angesehene Universitäten die keine Noten mehr auf die Dissertation abgeben. Nur heißt das auch, dass eine richtig schlechte Dissertation die aus Gnade durchgelassen wird die selbe Benotung erhält wie eine sehr gute Arbeit (in beiden Fällen “Bestanden”). Gerechter oder “erwachsener” wird es dadurch also auch nicht!

    • MaikBode sagt:

      Das ist exakt der Punkt, der im Artikel irgendwie gescheut wird
      Es wird immer gute und schlechte Promovenden geben. Diese über einen Kamm zu scheren schafft doch gewissermassen die eigentliche Inflation und Titelentwertung, denn die wirklich guten Doktoren in spe erhielten auf diese Weise nie die Würdigung, die ihnen zusteht. Bewertungskriterien ausserhalb der konstruktiven Benotung wären dann sehr finanzieller Natur(Einfluss des Umfelds des Promovenden), oder wieder einmal der politische Standpunkt(NS, DDR). Der akademische Faktor fiele dann deutlich aus dem Konsens. Dies scheint aber der allgemeine Trend der heutigen Zeit zu sein. Everybody is a winner….wie auf dem Kindergeburtstag. Die Resultate baden andere Generationen aus.

  10. Gast sagt:

    Titel eingeben
    Daß Mitarbeiter in Unternehmen nicht benotet werden, dürfte, leider, eher die Ausnahme denn die Regel sein. In manchen Systemen werden direkt Noten im Jahresendgespräch vergeben, in manchen Systemen wird die Note verklausuliert.
    Ich stimme Ihnen zu, daß, wer Noten vergibt, erwachsene Menschen wie Kinder und Schüler behandelt. Und daß jemand, der benotet wird, seine Energie nicht dahin investiert, daß Beste für den Kunden, für die Firma, für die Forschung zu leisten, sondern den besten Eindruck gegenüber dem Prüfer zu erlangen. In Unternehmen führt daß dann dazu, daß die Manager wichtiger werden als die Kunden. Nur daß der Kunde am Ende das Produkt kauft, nicht der Manager.

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