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Was lehrt die Flüchtlingskrise in „Game of Thrones“?

| 22 Lesermeinungen

Schaut man die HBO-Serie „Game of Thrones“ einmal nur unter dem Aspekt des Migrationsdrucks an, fällt es einem wie Schuppen von den Augen: Das sind ja wir, das ist ja unsere Krise, die hier dargestellt werden. Fünfte Folge der Reihe “Serienversteher”.

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This image released by HBO shows a scene from "Game of Thrones." The series was nominated for a Golden Globe award for best television drama on Thursday, Dec. 10, 2015. The 73rd Annual Golden Globes will be held on Jan. 10, 2016. (HBO via AP) |© dpa, HBOEr macht die Wildlinge zu Flüchtlingen und ist der eigentliche Strippenzieher in der HBO-Serie “Game of Thrones”: der Nachtkönig der Weißen Wanderer

Allen Nackedeis, Sadisten und rollenden Köpfen zum Trotz, die in der Mittelalter-Phantasy-Serie „Game of Thrones“ permanent das Bild queren: die Intrigen zwischen den zahlreichen Thronanwärtern, ihren rechten Händen und wechselnden Liebschaften sind in der mit Auszeichnungen überhäuften HBO-Serie nicht das eigentlich Beunruhigende. Im Vergleich zu dem zentralen Handlungsknoten sind sie lediglich unterhaltsames Geplänkel, welches allerdings das Gesetz einer jeden Serie besonders gekonnt erfüllt, nämlich, die Sache so weit es geht am Laufen zu halten, ohne die Geduld und die Intelligenz des Zuschauers zu beleidigen.

James Cosmo Television: Game of Thrones (Game Of Thrones) (TV-Serie, USA 2011-) 17 April 2011 SAB4412 A.P.L. Allstar Picture Library/Hbo **Achtung** Für dieses Bild gilt: Nur redaktionelle Nutzung, Copyright: Hbo und/oder der vom Rechteinhaber beauftragte Fotograf. Verwendung ausschließlich für redaktionelle Berichterstattung in Zusammenhang mit diesem Film und entsprechender Filmtitelnennung. Cover-, Buch-, Kalendernutzungen und ähnliches nur nach vorheriger individueller Absprache. Fotovermerk ist obligatorisch und muß den Hinweis Hbo enthalten. Sofern angegeben sollte auch Nennung des Fotograf erfolgen. Kommerzielle Nutzung jedweder Art ist untersagt, eine Freigabe ist nur möglich, wenn die schriftliche Genehmigung des Rechteinhabers eingeholt wird. **Warning** This Photograph is for editorial use only and is the copyright of Hbo and/or the Photographer assigned by the TV or Production Company & can only be reproduced by publications in conjunction with the promotion of the above TV Programme. A Mandatory Credit To Hbo is required. The Photographer should also be credited when known. No commercial use can be granted without written authority from the TV Company. Rollenname(n): Jeor Mormont“Euer Dach, eure Regeln”: Lord Kommandant Mormont (James Cosmo) von der Nachtwache sieht sich zum Paktieren mit dem Wildlings-Patriarchen Craster gezwungen

Was aber ist das zentrale Thema in „Game of Thrones“? Um das zu beantworten, genügt es, die Aussage Lord Mormonts in einer Schlussszene der ersten Staffel beim Wort zu nehmen. Hier fragt der massige Kommandant der Nachtwache seinen Kämmerer Jon Schnee, dessen Bruder Robb gerade von den Bewohnern des Nordens zum König gekrönt wurde und sich nun im Kampf gegen seine Konkurrenten aufreibt: „Meinst du, der Krieg deines Bruders ist wichtiger als unserer? Wenn tote Menschen und Abscheulicheres uns in der Nacht verfolgen, meinst du, es ist dann noch von Belang, wer auf dem Eisernen Thron sitzt?“ Diese Frage ist aus dem Filmgeschehen heraus eindeutig mit „nein“ zu beantworten. Das, was sich nördlich des „Mauer“ genannten Schutzwalls abspielt – eine Migrationsbewegung, die sich einem anhaltend strengen Winter und den nach potentiellen Wiedergängern jagenden Weißen Wanderern verdankt -, übertrifft die Ränke im Süden erheblich, selbst wenn dort Drachen und „Seefeuer“ eingesetzt werden.

Eine bedrohliche Masse

Und noch ein Punkt spricht dafür, dass die Bedrohung jenseits der Mauer das entscheidende Thema von „Game of Thrones“ ist. Schaut man sich den Handlungsstrang auf dem Gebiet nördlich des Schutzwalls genauer an, fällt auf, dass er meist an dramaturgisch wichtigen Stellen eingesetzt wird: gleich in der Einstiegsszene der Serie, am Beginn der dritten Staffel, am Schluss der ersten, zweiten und fünften, dort meist mit Cliffhanger-Funktion. Dem Zuschauer wird also schon rein formal der Eindruck vermittelt: Selbst wenn sich die Handlung südlich der Mauer immer wieder bei wechselnden Machtverhältnissen einpendelt und auf einen neuen Platzhalter für den Eisernen Thron hinausläuft – der wahre Konflikt, die Sprengkraft der enormen Armuts- und Klimaflucht, ist nicht einmal angetastet.

In this image released by HBO, Jon Snow, portrayed by Kit Harington, left, appears with Mance Rayder, portrayed by Ciaran Hinds in a scene from season four of "Game of Thrones." The season five premiere airs on Sunday. (AP Photo/HBO, Helen Sloan) |© dpa, HBO“Ich habe ihnen gesagt, dass wir alle draufgehen, wenn wir nicht nach Süden gelangen”: Der Anführer der Wildlinge, Manke Rayder (Ciarán Hinds), erklärt Jon Schnee (Kit Harington), wie es ihm gelang, die Stämme nördlich der Mauer zu einen.

Im Kern handelt es sich bei „Game of Thrones“ um ein Flüchtlings-Epos – und zwar nicht um eines, bei dem, wie in der „Odyssee“, ein listiger Held ganz schön rumkommt, das träfe allenfalls auf die sozusagen “unbegleiteten Kinder-Flüchtlinge” der Familie Stark zu (vor allem auf Arya), sondern um ein Flüchtlingsdrama, bei dem die meisten Betroffenen über weite Strecken eine trotz Verfolgung bedrohliche Masse darstellen – wobei die Serie, das muss man berücksichtigen, insgesamt wenige wirklich positive Figuren aufzubieten hat.

Keine Willkommenskultur

Auch wenn immer wieder einzelne Wildlinge wie Goldy, Osha und – mit Abstrichen – Ygritte und Tormund als Menschen wie du und ich dargestellt werden, so sind die Menschenfresser (Styr und Konsorten), Kinderschänder (Craster) und Barbaren bei den Wildlingen doch in der Mehrzahl. Selbst eine belesene Stimme der Vernunft in den Reihen der Nachtwache wie Samwell Tarly, der die Meinung vertritt „Wir haben keine 800 Kilometer lange und 200 Meter hohe Mauer errichtet, um unseresgleichen auszusperren. Die Nacht bricht an, … sie kommt für uns alle näher“ (Folge III, 10), wird in der vierten Staffel keinen Zweifel daran lassen, dass die auf die Mauer drückenden Wildlinge nur nach strengsten Kriterien einzulassen sind.

Der Wildling Tormund erklimmt die Mauer© HBONiemand wird ihn willkommen heißen: Der Wildling Tormund erklimmt die Mauer

Und auch Jon Schnee, der in der fünften Staffel zum Kommandanten der Nachtwache gewählt wird – und zwar, obwohl der Wahlkampf von seinen Gegnern zuvor auf die Alternative zugespitzt worden war: „Wollt ihr einen, der sein ganzes Leben lang gegen die Wildlinge gekämpft hat (Haudegen Alliser Thorne) oder einen, der mit ihnen ins Bett geht (John Schnee – er hatte eine Liebesbeziehung zu der Wildling-Frau Ygritte)? – selbst er spricht sich am Ende der fünften Staffel für eine Verbündung mit den Wildlingen allein mit der Begründung aus, dass nur auf diese Weise, wenn überhaupt, ein Sieg über die Weißen Wanderer zu erringen ist.

Der Zuschauer hält zur Mauer

Dramaturgisch gesehen wird dem Zuschauer in “Game of Thrones” eher die Haltung aufgezwungen: Die Wildlinge sollte man besser nicht reinlassen. Dabei hat der Zuschauer gerade mal ein Dutzend von ihnen näher kennengelernt. Und als die ersten Wildlinge, darunter Tormund und Ygritte, in der vierten Staffel mit Steigeisen als Spione und Unruhestifter die Mauer erklimmen, kommt der Zuschauer nicht umhin, insgeheim zu hoffen, dass ihr Unternehmen scheitert. Der Zuschauer hält zur Mauer, deren Ursprünge schon die Bewohner der nördlichen Gefilde längst vergessen haben. Sie wurde nämlich nicht zur Abwehr von Wildlingen, sondern von Weißen Wanderern hochgezogen. Und genau dieses Zusammenwerfen von Gefahrenmomenten macht die Serie, bei Licht betrachtet, inhaltlich grobkörnig.

Alfie Allen & Sophie Turner Television: Game of Thrones (Game Of Thrones : Season 6) (TV-Serie) USA 2011-, / 6. Staffel, season 6 24 April 2016 SAP63856 A.P.L. Allstar Picture Library/HBO **Achtung** Für dieses Bild gilt: Nur redaktionelle Nutzung, Copyright: und/oder der vom Rechteinhaber beauftragte Fotograf. Verwendung ausschließlich für redaktionelle Berichterstattung in Zusammenhang mit diesem Film und entsprechender Filmtitelnennung. Cover-, Buch-, Kalendernutzungen und ähnliches nur nach vorheriger individueller Absprache. Fotovermerk ist obligatorisch und muß den Hinweis enthalten. Sofern angegeben sollte auch Nennung des Fotograf erfolgen. Kommerzielle Nutzung jedweder Art ist untersagt, eine Freigabe ist nur möglich, wenn die schriftliche Genehmigung des Rechteinhabers eingeholt wird. **Warning** This Photograph is for editorial use only and is the copyright of and/or the Photographer assigned by the TV or Production Company & can only be reproduced by publications in conjunction with the promotion of the above TV Programme. A Mandatory Credit To is required. The Photographer should also be credited when known. No commercial use can be granted without written authority from the TV Company. Rollenname(n): Theon Greyjoy, Sansa Stark© A.P.L. Allstar Picture Library, HBOAlles eine Frage der Perspektive: Dreharbeiten für “Game of Thrones” – und wieder ist jemand auf der Flucht, diesmal Sansa Stark (Sophie Turner) und Theon Graufreud (Alfie Allen)

Schon in der Anfangsszene kommt es zu einer horrorhaften Vermischung von Wildlingen und Weißen Wanderern, die lange nachwirkt. Letztere haben nicht nur eine archaische Blutorgie mit allerlei Kadavern inszeniert, sie schicken auch in Zombies verwandelte Wildlinge ins Gefecht gegen die Menschen. Die Wildlinge werden dabei als komplett verdinglicht dargestellt, lange bleibt unklar, wo genau die Grenze zwischen ihnen und den Weißen Wanderern liegt. Gemeinsam jedenfalls strahlen sie den blanken Horror aus und wecken Urängste, denen die Stark-Familie zunächst nur dadurch zu begegnen können meint, dass sie einen Boten der schlechten Nachricht als Lügner und Deserteur hinrichtet.

Strukturell gesehen kann man die Wirkung, welche die Weißen Wanderer im Zusammenspiel mit den menschlichen Wiedergängern ausstrahlen, wohl am ehesten mit dem Schrecken vergleichen, den organisierter Terror zu erzeugen versucht. Dazu passt, dass die Weißen Wanderer zum Teil als Schläfer dargestellt werden; und auch ihre Unberechenbarkeit, kalte Unmenschlichkeit und die Willenlosigkeit, die sie unter ihren Anhängern erzeugen, ähnelt den Eigenschaften und Methoden terroristischer Organisationen.

So kann man zusammenfassend sagen: Der Mauer- und Eindringlings-Horror wird in “Game of Thrones” in erster Linie dramaturgisch, als Spannungsmoment eingesetzt, wodurch ein beunruhigender Grundton angestimmt wird, der hängenbleibt, auch wenn die Autoren ihn mit durchschaubar guten Absichten immer wieder punktuell zu Gunsten der Wildlinge relativieren.

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Bemerkenswert ist vor diesem Hintergrund nun das Engagement zahlreicher Seriendarsteller für Flüchtlinge aus Syrien. In einem Video rufen sie zur Solidarität auf:

 

(Ein zweites Video findet sich hier.)

Fragen könnte man sich dabei, warum gerade die Stars von “Game of Thrones” in diese exponierte Rolle von prominenten Flüchtlingshelfern geschlüpft sind? Und muss wohl zur Antwort geben: Davon abgesehen, dass man darin eine Bestätigung unserer Eingangsthese sehen kann, hat die Tatsache, dass gerade die Bösewichte der Serie die größten Redeanteile in dem eingeblendeten Video besitzen, wohl auch damit zu tun, dass es immer eine besondere Wirkung entfaltet, wenn Zyniker und erklärte Fremdenfeinde (qua Rolle) plötzlich eindringlich Gastfreundschaft einfordern.

Übrigens hat auch George R. R. Martin, der Autor der Buchvorlage für „Game of Thrones“ (“Das Lied von Eis und Feuer”),  vor etwas mehr als einem Jahr in seinem Blog zu Solidarität mit den syrischen Flüchtlingen aufgerufen und sein Engagement explizit von dem damals schon xenophob auftretenden Donald Trump abgesetzt.

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Erst gegen Ende der fünften Staffel, nach dem sogenannten “Massaker von Hartheim”, bei dem Weiße Wanderer Tausende von – zur Flucht übers Wasser bereite – Wildlinge niedermetzeln, um sie anschließend wiederzubeleben und der immer größer werdenden “Armee der Toten” hinzuzufügen, zeichnet sich zumindest ansatzweise ein Wendepunkt in der Bewertung der Wildlinge ab. Auf Jon Schnees Befehl hin lässt die Nachtwache die Überlebenden des Massakers die Mauer passieren. Allerdings wird der Kommandant Schnee diese revolutionäre Entscheidung nicht überleben, er wird vom reaktionären Flügel seiner Kameraden hingerichtet, ersteht aber dank eines Zaubers wieder auf.

FILE - This file image released by HBO shows Kit Harington as Jon Snow, left, in a scene from "Game of Thrones." "Game of Thrones" was one of the hottest topics on Facebook in 2015. (Helen Sloan/HBO via AP, File) |© dpa, HBOAuf der Flucht in ein besseres Leben: Ein von Jon Schnee angeführter Wildlings-Trupp versucht, Armutsgrenzen zu überwinden.

Doch trotz der zunehmenden Differenzierung ist “Game of Thrones” auch nach Abschluss der sechsten Staffel (natürlich) noch kein in sich stimmiger Kommentar zur Weltlage, sondern nach wie vor in erster Linie eine höchst professionelle Spannungsmaschinerie, für die im Fall der Weißen Wanderer ein etwas schwammiger, aber stark nachwirkender Mythos eingesetzt wird.

Man muss jetzt abwarten, in welche Richtung sich das Epos fortentwickelt. Dass die Handlung auf eine eher magische Lösung hinauslaufen wird, bei welcher der “dreiäugige Rabe” Bran Stark noch eine wichtige Rolle spielen könnte, der um die Weißen Wanderer aufzuhalten, freiwillig in den Norden gezogen ist, lässt sich aber schon absehen. Wobei mit einer magischen Lösung der Flüchtlingskrise in “Game of Thrones” im Endeffekt vor allem ihre faktische Schwer-Lösbarkeit bestätigt würde.

Angesichts der momentanen Situation in Europa, der Türkei und Syrien kann man der Serie “Game of Thrones” aber vor allem eine Lehre abgewinnen: dass Mythen, die künstliche Angst erzeugen, in Flüchtlingsfragen kein guter Ratgeber sind.


22 Lesermeinungen

  1. EtiennedeVignolles sagt:

    ..., aber auch nur fast.
    Die Assoziation ist sicher nahe liegend und auch legitim. Aber wie bereits jemand anderes hier bemerkt hat schreibt Martin an der Reihe bereist seit den 90er Jahren und der Migrationsdruck auf die Mauer ist eine der Prämissen Handlung. Die aktuelle sog. Flüchtlingskrise in Europa wird er daher wohl sicher nicht gemeint haben. Das ist in der Tat auch eine bisschen eurozentrische Sicht. Nimmt man einen us-amerikanische Standpunkt ein und lenkt seinen Blick ebenfalls nach Süden, gab es seinerzeit schon die Migration aus Mittel- und Südamerika, die man nördlich des Rio Grande ebenfalls durch eine Mauer bzw. einen ziemlich massiven Zaun (wer sich ein Bild machen möchte, dem sei der Film “Sicario” von 2015 wärmstens empfohlen) zu hemmen suchte. Wie gut das funktioniert hat, kann man an der Wahl von Donald Trump erkennen. Ob dies allerdings überhaut Inspiration für Martin war oder ist, mag ich aber nicht behaupten. Was ich allerdings sicher über sein Werk weiß, ist dass er sich schon immer stark an historischen Vorgängen orientiert hat. “Das Spiel der Throne” erinnert häufig an tatsächliche historischen Vorgänge z.B. aus dem Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich (verkürzt gesagt, da sich beide Nationen wesentlich erst über diesen Konflikt herausgebildet haben). Wenn man nach einem Beispiel für einen Bastard (jemandes natürlicher Sohn) sucht, der Kriegsbedingt an die Spitze seines Hauses rückt, der würde dort fündig (Johann von Orleans, Graf von Dunois). So mag es sich auch mit der Flüchtlingslage in GoT verhalten, die vieles mit den Vorgängen gemein hat, die bei uns gemeinhin als Völkerwanderung bezeichnet werden (Gibbons, “Decline and Fall of the Roman Empire”, oder deutlich kürzer Rosen, “Attila”). Dort hat man ebenfalls einen Verfolger, dessen Druck die Wanderung auslöst, namentlich die sog. Hunnen unter Attila. Der Kern ist letztlich, dass sich diese sog. Flüchtlingskrisen, egal, ob real oder fiktiv, historisch oder aktuell, einfach gleichen. Insoweit würde ich das nicht überbewerten wollen.

  2. Der elegante Lenny sagt:

    Wieder andere,...
    …erkennen Parallelen zur den Tribbles aus Star Trek.

    Man kann zwar wirklich alles irgendwie vergleichen, man muss aber nicht.

  3. LinaMueller sagt:

    Es ist nicht das Gleiche
    Die Mauer im “Lied von Eis und Feuer” wurde sicher ursprünglich errichtet, um die wandelnden Toten aufzuhalten, nicht die Wildlinge.
    Dummerweise haben die Menchen im Süden das im Laufe der Jahrtausende vegessen….sie haben vergessen, was die teilweise jahrzehntelangen “Winter” mit sich bringen. Die Untoten und die anderen Unerfreulichkeiten sind für die Meisten eine Überraschung.

    In dieser Reihe sind nicht die Wildlinge der Feind. Sie fliehen vor etwas, dass in dieser Größenordnung nicht kontrolliert und reguliert werden kann. Es endet erst mit dem Ende des erst nahenden “Winters”.

    Jon Schnee wird ermordet, weil seine Männer das nicht verstehen.

    Ich finde nicht, dass man diese Situation in der Reihe (wann kommt endlich er nächste Band?) mit der aktuellen Lage vergleichen kann. Im Lied von Eis und Feuer, Game of Thones, sind es echte Flüchtlinge, die mindestens genau so viel können wie einige arroganten Schnösel im Süden. In unserer Realtät sind es häufig Armutsmigranten, die auf dem europäischen Arbeitsmarkt zum größten Teil nie ankommen werden.

  4. CS87 sagt:

    Ein wenig einseitig argumentiert...
    G.R.R. Martin schreibt an dem Game of Thrones Epos seit 1997 und hatte in erster Linie bestimmt nicht vor sozialpolitische Metaphern, sondern eine Fantasy-Welt zu kreieren. Von daher finde ich die Analyse sehr gewagt.
    Zudem finde ich die Analyse nicht 100% treffend, da man als Leser keinesfalls ausschließlich die Seite der Mauer einnimmt. Jon Snow ist einer der größten Sympathieträger der Geschichte und seine freundliche, liebevolle Perspektive auf Ygritte, Rayder etc. überträgt sich ebenso auf den Leser. Martin’s Stärke als Autor ist es, stets alle Seiten zu beleuchten. Den reinen Bösen Charakter gibt es nicht, so wenig wie es den reinen Guten/Helden gibt. Das ist m.E. die Hauptlehre von Martin und könnte zu einer differenzierteren Betrachtung politischer Geschehnisse, ohne einseitiges moralisieren beitragen, wenn man schon von einem Fantasybuch eine Lehre ziehen will ;)

    • Gast sagt:

      Titel eingeben
      Abgesehen davon, dass es letztlich unerheblich für eine Interpretation ist, ob der Autor dies genauso intendiert hat, ist dieser Artikel nicht so weit von GRR Martin entfernt:
      Bereits in den 90ern gab es einen starken Migrationsdruck aus Lateinamerika in die USA, was dem in New Mexico lebenden Martin bestimmt aufgefallen sein wird.

  5. RLee sagt:

    " Das sind ja wir, das ist ja unsere Krise, die hier dargestellt werden."
    Die “Wildlinge” in GoT flüchten alle vor einer tödlichen Gefahr u. hätten daher auch bei uns Anspruch auf temporäres Asyl laut Genfer-Konvention.

    Man darf nicht Armutsimmigranten u. Flüchtlinge in einen Topf werfen. Armut ist laut Genfer-Konvention jedoch kein Flucht- u. Asylgrund, das ist auch gut so denn sonst hätten Milliarden von Menschen Anspruch auf Asyl bei uns.

  6. gaster sagt:

    Die wandernden Toten
    eine treffliche Darstellung der US Paranoia…

  7. Isabel sagt:

    Titel eingeben
    Im großen und ganzen eine gute Analyse, jedoch muss ich in dem Punkt der Zuschauermeinung widersprechen, ich kann nur für mich selbst sprechen, und ich habe stets gehofft, sie lassen die Wildlinge rein. Mir kam es auch eher so vor, als würden Zuschauer pro-Wildlinge gelenkt. Der Zuschauerliebling Jon ist pro-Wildling und dadurch wird man auch beeinflusst. Nicht zuletzt auch durch Sympathien zur schlagkräftigen Wildlingsfrau Ygritte, die mit Jon Snow eine Liasion eingeht.

    • gaster sagt:

      Zustimmung
      Ygritte und Shae waren Highlights der Handlung. Beide frei handelnde und starke Frauen. Dann gab es noch von der 1. Folge an eine namen und sprachlose Prostituierte. Sie zog von Winterfell aus nach Königsmund und kam unter Tetyr Baelishs Dienste. Später von Joffrey sinnlos ermordet. Auch Robb Starks Partnerin mochte ich sehr. Alle ermordet, zu frei für das Konzept? Seit dem interessiert mich der Quatsch nicht mehr. Man nehme die “Befreierin” Daenerys. Ihre Hausmacht sind die Doktrati. Marodierende plündernde Nomaden bei denen Sklaverei zur Kultur gehört. Sie schließt jeden Pakt inkl. angekündigter politischer Heirat. Alles im Dienst ihrer zügellosen Machtgier.

    • Uwe Ebbinghaus sagt:

      Ygritte ist sicher eine gute Figur, aber eine echte Identifikationsfigur? Immerhin schießt sie mehrere Pfeile auf ihren Geliebten Jon Schnee ab, erinnert an Penthesilea

  8. M-Unter sagt:

    Interessante Vergleiche, greifen aber zu kurz
    wenn ich mir die Wildlinge ansehen, dann sehe ich keineswegs nette Ausnahmen und daß die meisten als Wilde dargestellt werden die töten und essen wollen. Ich sehe vielmehr ein freies Volk, bei dem freie Meinung wirklich noch frei ist. Jedenfalls hatte ich weder als Leser noch als Zuschauer der Serie je einen negativen Eindruck von den Wildlingen gehabt. Man könnte also auch sagen, es hängt vom Standpunkt des Betrachters ab was man sieht. Ich finde auch, das „Euer Dach, eure Regeln“ beachtet werden sollte. Das Zitat aus dem Film sollte auch mehr Beachtung finden beim Helfen. Helfen sollte man aber.

  9. Gast sagt:

    Schöner Text
    Ganz ähnliche Gedanken hatte ich am Ende der fünften Staffel von GoT. Wollte man den Vergleich auf die Spitze treiben, drängte sich Ende der fünften Staffel der Vergleich Jon Schnee = Angela Merkel, auf, die ‘gegen den Willen des reaktionären Flügels ihrer Kameraden’ (der Nachtwache/CDU) die Grenze öffnet und dafür dann den Preis zahlt. :D Bleibt abzuwarten, ob sie sich wie Schnee ebenfalls als die Stärkere erweist und nächstes Jahr zur Bundestagswahl ‘wiederaufersteht’ (s. aktuell die Doppelpassdiskussion) …

  10. Morrison sagt:

    Interessanter Vergleich
    Unter den gleichen Aspekten schaue ich mir regelmäßig die serie “the walking dead” an! Auch da kann man erkennen, das sind ja wir! Da wird auch die Flüchtlingskrise dargestellt! Nur realistischer…

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