Blogseminar

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Diskutiert werden das Leben der Studierenden, aktuelle Fragen der Hochschulpolitik sowie die Zweiheit von Forschung und Lehre.

Ein Rollenspiel ist keine Feldforschung

| 15 Lesermeinungen

Die Feldforschung ist das Alleinstellungsmerkmal der Ethnologen. Was heute unter diesem Begriff läuft, ist jedoch zum Teil absurd und zeugt von einer politischen Scheu, auf aktuelle Themen zu reagieren.

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© picture-allianceLohnt hier eine teilnehmende Beobachtung? Cosplayer auf dem Manga-Salon in Barcelona

Bronislaw Malinowski, der „Vater der Feldforschung“, würde sich im Grabe umdrehen, würde er sehen, was heute alles als solche deklariert wird. Während er noch zur Zeit des ersten Weltkrieges – wenn auch nicht ganz freiwillig – dreieinhalb Jahre lang auf den Trobriand-Inseln in der Südsee saß und die Menschen dort bis ins Detail studierte, gilt es heute bereits als „Feldforschung“, eine Weile im Tattoo-Studio des Kumpels zu sitzen und ihm beim Stechen zuzusehen oder sich in einem der neuesten Felder der Faches, der Online-Ethnologie, umzutreiben und für seine Bachelorarbeit acht Wochen lang intensive Studien auf Tinder zu betreiben. Und selbst diejenigen, die sich der Grundkompetenz der Ethnologie erinnern und ihre Forschung ins Ausland verlagern, betreiben dort zum Teil wundersame Studien: über das private und öffentliche Leben sibirischer Rentierhalter, praxistheoretische Überlegungen zum Fahrradfahren in Mexiko oder Untersuchungen über die Generationslücken vietnamesischer Buddhisten in der Schweiz.

All diese Forschungen haben innerhalb ihrer beschriebenen Kultur sicherlich ihre Relevanz und Berechtigung und liefern für die Kollegen oder Kommilitonen an der Universität einen womöglich interessanten Beitrag – doch außerhalb des zahlenmäßig eher beschaulichen ethnologischen Universums fragt man sich, was man damit anfangen soll. Nutzen und Sinn solcher Forschungen werden innerhalb der Ethnologie wenig kritisch hinterfragt – im Gegenteil, die fachinternen Diskussionen, die Forscher auslösen, welche sich in ein zu brisantes Gebiet vorgewagt und daraus ein politisches Statement abgeleitet haben, wirken eher abschreckend auf viele angehende Ethnologen.

© picture-allianceBronislaw Malinowski “im Feld” auf den Trobriand-Inseln, auf denen er sich zwischen 1914 und 1918 aufhielt.

“Feldforschung” bedeutet aus der Perspektive der deutschen Ethnologie im ursprünglichen Sinne, sich über einen längerfristigen Zeitraum hinweg (mindestens ein paar Monate) an einem zumeist außereuropäischen Ort aufzuhalten und dort auf Grundlage der exklusiv ethnologischen Methode der „teilnehmenden Beobachtung“ mit der einheimischen Bevölkerung zu leben und einer Forschungsfrage nachzugehen. Von der Untersuchung einer eher kleinen Einheit vor Ort soll bestenfalls auf größere Zusammenhänge geschlossen werden. Auch das Oxymoron der “teilnehmenden Beobachtung” geht auf Malinowski zurück und ist heute noch die Forschungs-Maxime der Ethnologie. Die „längerfristige stationäre Feldforschung außerhalb des westlichen Raums“ hingegen ruft bei vielen Studenten heute Bilder früher Forscher hervor, die von Kolonialregierungen dafür bezahlt wurden, etwas über „die Wilden“ in „ihrem“ Land herauszufinden und sich dann ihren halben Hausstand von denselben durch den Busch tragen ließen, um ein Jahr im Kongo Gin gegen Malaria zu trinken.

Durch die Veröffentlichung seiner Tagebücher, die ein ganz anderes Bild seiner Forschung zeigen als seine wissenschaftlichen Arbeiten, fiel die Autorität des Feldforschungsvaters Malinowski höchstselbst Ende der 1960er Jahre in sich zusammen und stürzte die Ethnologie in eine tiefe Krise. Selbst Ergebnisse, die in monatelangen Detailstudien vor Ort gesammelt worden waren, wurden nun mitsamt dem Konzept der Feldforschung in Frage gestellt. Von dieser Sinnkrise hat sich das Fach bis heute nicht wirklich erholen können. Kleine und kleinste Einheiten werden noch immer untersucht, aber größere Theorien oder Zusammenhänge getrauen sich die wenigsten zu entwerfen.

Bei Studien zu Rollenspielen kann man einfach weniger falsch machen

© picture-allianceDie kostengünstige Variante der Feldforschung: eine Recherche auf Tinder

Bei all den eher abwegigen Betätigungsfeldern ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Ethnologie von sämtlichen anderen Disziplinen nach wie vor belächelt oder schief angeschaut wird. Galt sie schon früher sogar unter den Geisteswissenschaften als eher „komischer Kauz“, weiß heute kaum einer mehr genau, was Ethnologen eigentlich die ganze Zeit treiben, und auch die Lektüre von Studienergebnissen mit Titeln wie „The United Nations of Football. South-South Migration, Transnational Ties and Denationalization in the National Football Teams of Equatorial Guinea and Togo“ verschafft Nicht-Ethnologen wenig Klarheit. Dementsprechend hat sich das Fach, nachdem es in den 1960er und 1970er Jahren eine Zeitlang en vogue war, im 21. Jahrhundert eher wieder zum Orchideen-Fach zurückentwickelt. Den Bachelor beginnen einige derjenigen, die bei der Studienfachsuche nach „Irgendwas mit Kultur“ zufällig auf Ethnologie stoßen, dann ebbt die Begeisterung oft ab, bis im Master-Studium nur noch fünfzehn Leute im Seminar sitzen.

Viel mehr Plätze werden an den meisten deutschen Universitäten ohnehin nicht vergeben, denn einen Master in Ethnologie zu absolvieren bedeutet, dass man für einige Monate „ins Feld“ geschickt wird (was im Bachelor nicht an allen Instituten der Fall ist). Diese Art der Studienleistung erfordert eine umfassende Betreuung und ist auch mit nicht unerheblichen Kosten verbunden – was wohl einer der Gründe für die absurden Blüten ist, welche die Forschungen der Studenten treiben. Denn immer weniger Institute stellen das Geld für die vier Monate in Asien, Afrika oder Australien zur Verfügung. Da nicht jeder ein Auslandsstipendium erhält, ist es für viele angehende Ethnologen einfacher, auf ihre große Forschung im außereuropäischen Feld zu verzichten und hierzulande Science-Fiction-Communities oder Yoga-Studios zu untersuchen.

© picture-allianceEthnologen halfen während der Ebolakrise zwischen westlich-medizinischem Personal und einheimischer Bevölkerung zu vermitteln.

Das ist schade, denn es gibt durchaus Gegenbeispiele sehr inspirierender Forschungen aus der Entwicklungs-, Medizin- und Religionsethnologie oder auch der Migrationsforschung, die zeigen, dass der Grundansatz der Ethnologie – die teilnehmende Beobachtung eines nicht allzu weit gefassten Forschungsgegenstands und -ortes – neue Perspektiven auf aktuelle Probleme liefern kann. So gibt es etwa im Bereich der Migrationsforschung neben recht vielen gewinnbringenden Arbeiten im europäischen Kontext erschütternde ethnologische Studien über auf dem Weg durch die Sonora-Wüste in die Vereinigten Staaten gestorbene Migranten und die Umstände dieser Tode, oder Forschungen zu den Fluchtwegen nigerianischer Migrantinnen – auch wenn hinsichtlich der Themen Flucht und Migration schon wieder eine verschüchterte Debatte darüber im Gange ist, ob und inwiefern hier Ethnologen wirklich etwas beizutragen haben.

Während der Ebolakrise war dann zum Beispiel das Wissen von Medizinethnologen gefragt, die zwischen einheimischer Bevölkerung und westlich-medizinischem Personal vermittelten. Auch wirtschaftsethnologische Forschungen wie Studien zu Wasserressourcen in Afrika zeigen, dass die ethnologische Beschäftigung mit den richtigen Feldern zu wichtigen Ergebnisse auch in größeren, globalen Zusammenhängen führen kann.

© picture-allianceYanomami im brasilianischen Amazonasgebiet: Eines der “klassischen” ethnologischen Felder, das mittlerweile jedoch schon so ausgiebig erforscht wurde, das keiner mehr hinwill – worüber die Yanomami möglicherweise nicht unglücklich sind.

Und dennoch kommt es auch im Zusammenhang solch vorbildlicher Forschungen selten zu wirklich greifbaren Aussagen oder gefestigten, womöglich gar politischen Statements von Seiten des Ethnologen. Ausnahmen wie David Graebers Monumental-Angriff auf den Kapitalismus bestätigen die Regel, da sie, wie in Graebers Fall, durchaus den Lehrstuhl oder das Ansehen der Kollegen kosten können. Wieso sollten also Studenten oder angehende Doktoranden die Missgunst ihrer Professoren auf sich ziehen, indem sie sich in brisante Felder wagen und ihre Forschungsergebnisse in radikalere Lösungsvorschläge oder Thesen packen? Wenn etwa bei entwicklungsethnologischen Studien erst zwei Seiten darauf verwendet werden müssen, den Begriff der „Entwicklung“ politisch korrekt zu klären, ist es wenig erstaunlich, dass sich viele Ethnologen nicht mehr trauen, eine innovative These zu formulieren, durch die sie irgendjemandem auf die Füße treten könnten. Bei Studien zu Rentieren, Kontaktanzeigen oder Rollenspielen kann man einfach weniger falsch machen.

Zum Glück haben viele Ethnologie-Studenten das immer stärker werdende Bedürfnis, ihre fachlichen Kenntnisse für aktuell relevante Probleme einzusetzen und forschen zu Racial Profiling, Menschenrechten in Südafrika oder lokalen Wirtschaften in transnationalen Zusammenhängen. Wenn sie es wagen, die daraus gewonnenen Erkenntnisse in gehaltvolle Aussagen zu verpacken, ohne um ihre akademischen Karrieren fürchten zu müssen, könnte die Ethnologie endlich wieder aus ihrer selbstgewählten Abseits-Ecke herauskommen und den öffentlichen Diskurs in vielen relevanten Feldern bereichern.


15 Lesermeinungen

  1. Peter sagt:

    schwieriges Verständnis von Ethnologie
    Teilnehmende Beobachtung ist schon lange nicht mehr eine genuin ethnologische Methode.

    Feldforschung bedeutet auch nicht zwingend irgendwo Afrika oder Asien bei “Indigenen” abzuhängen. Zu einem gewissen Grad reproduziert der Artikel eine koloniale Sicht.

    Ein Ethnologe kann auch forschen indem er in Archive geht. Der Feldbegriff ist hier einfach viel zu eng gefasst.

  2. Peter sagt:

    Ziel der Arbeit?
    Um wissenschaftliches Arbeiten – das “Handwerk” des Wissenschaftlers zu Erlernen, braucht es keine aufwändigen Auslandsaufenthalte.

    Die Immersion in andere Kulturen mag durchaus hilfreich sein, um dem Forscher neue Blickwinkel auch auf die eigene Kultur zu eröffnen. Interessant, aber zu diesem Zeitpunkt der Karriere nicht unbedingt notwendig.

    Ist also der eigentliche Grund für die Forderung nach Auslandsprojekten ein ganz anderer? Geht es vielleicht weniger um die Studenten,und mehr darum, durch relevantere Projekte die Bedeutung der Ethnologie als Wissenschaft zu steigern?

  3. Gast sagt:

    Die Forschungsobjekte sind schon lange wir selber
    Sehr guter Text – die Autorin hat bemerkt, dass europäische Studenten mit ihrer Feldforschung inzwischen ein Pferd reiten, das irgendwie nicht mehr vorwärtskommt. In einem solchen Fall soll man absteigen und untersuchen, ob mit dem Pferd irgendetwas passiert sein könnte. Tatsächlich war die “teilnehmende Beobachtung” ja schon zu Malinowskis Zeiten im Graubereich der geheimdienstlichen Observierung angesiedelt – nach einer Übergangsphase um die Mitte des Jahrhunderts, als Feldobjekte und IMs als teilnehmende Beobachter zum Beispiel in der DDR in einem Verhältnis von 10:1 umeinanderwuselten, sind wir inzwischen dank NSA alle eindeutig im Lager der Feldobjekte verortet, egal ob wir das Fahrverhalten moslemischer Autofahrer in Kreuzberg studieren oder nicht

  4. Gerhard Franz sagt:

    Man braucht momentan keine Phantasie
    für ein Gebiet, das man als Ethnologe als sein “Feld” betrachtet. M. E. muss man durchaus nicht nach Arizona fahren, um “vor Ort” die letzten Migrationen von Mexikanern in der Sonora-Wüste zu untersuchen, da wir vielfältigste und schwerste Probleme der Migration “in diesem unserem Lande” haben. So wurden die Russland-Deutschen vor ca. 40 Jahren bei ihrer Ankunft von der “Linken” verhöhnt mit der verachtenden Parole, sie hätten ja wenigstens einen deutschen Schäferhund im Stammbaum, und da hat sich ja die Willkommenskultur gegenüber Migranten, die sich in ihrem Aussehen und ihrer Sprache deutlich von den Wolgadeutschen etc. unterscheiden, weiterentwickelt.

    Das aber ist eine Herzenssache, die mit Politik und Wissenschaft nichts zu tun hat. Die gegenwärtige Situation jedoch wissenschaftlich aufzuarbeiten, wäre Sache der Ethnologie, von welcher Wissenschaft denn sonst? Es ist sehr traurig, dass ein Teilbereich der Geisteswissenschaften, denen ja in ihrer Gesamtheit ständig von irgendwelchen selbsternannten Apologeten der “angewandten Wissenschaft” ihr Existenzrecht bestritten wird, hier nicht gefördert wird, ja, noch nicht einmal zur Kenntnis genommen wird, dass hier keine Lösung, aber vielleicht manche Erklärung geliefert werden könnte. Und so das vielbeschworene “Return on Investment” erreicht werden könnte, ausgerechnet von einer verachteten Geisteswissenschaft.

    Um auf diese Defizite zumindest aufmerksam zu machen, ist dieser Artikel sehr hilfreich.

  5. Venedigkenner sagt:

    Wie wäre es denn, wenn sich die "Feldforschung" mal der "Wutbürger" annähme? Das ist doch sic
    ein ertragreiches Forschungsfeld – nicht nur für Ethnologen. Das brächte sicher sehr aufschlussreiche Ergebnisse. Ich vermute allerdings, dass die bei vielen führenden Politikern (auch das wäre sicher ein interessantes “Feld’ der Forschung) nicht erwünscht sind.

  6. J-R sagt:

    Titel eingeben
    Ich bin kein Ethnologe, darum unter Vorbehalt, da ich die angewandte Methodik nicht kenne:
    Sofern in einer Wissenschaft Kausalitäten schwer abgeleitet oder gar falsifiziert werden können, ist es nach meiner Ansicht sinnvoll, vorerst deskriptiv zu bleiben, also den Untersuchungsgegenstand nur möglichst präzise zu beschreiben. Sobald eine daraus abgeleitete Hypothese dann genauer untersucht und getestet wird, ist es aber vermutlich keine Feldforschung mehr.

  7. Marion Näser-Lather sagt:

    Was ist warum relevant und warum ist das ein Argument?
    Bitte den Begriff der Feldforschung mal mit dem neuesten Stand der Methodendiskussion abgleichen. Und: Wozu würde ein forschungspraktisches Handeln gemäß dieser Denkfigur – wie es zunehmend Trend bei der Drittmittelvergabe ist – führen? Zu einer gefährlichen Engführung der Forschung. Siehe die geplante Tagung zu Themenpolitik in der Europäischen Ethnologie https://www.volkskunde.org/wp/?p=2543. Die Frist für den CfP ist zwar schon vorbei, aber die Autorin (und andere Interessierte) möge(n) sehr gerne in Innsbruck vorbeikommen und mit uns darüber diskutieren. Wir würden uns freuen!

  8. Otto Rühle sagt:

    Der Hit ist "Europäische Ethnologie"
    wie man sie etwa in Frankfurt/Oder lehrte. Den größen Trivialitäten des Alltagslebens werden “Geheimnisse” entlockt, die keine sind, wohl aber die Ahnungslosigkeit des Forschers gegenüber dem Alltagsleben offenbaren. Oder es eine typische Kinderfrage steht am Anfang der Forschung (die bei Studenten allerdings nur noch kindisch wirkt): “Was macht der eigentlich?” Solche Fragen sind dann der Auftakt zu bahnbrechenden Erkenntnissen darüber, was z.B. Banken machen. Am besten, der Forscher hat keine ökonomischen Kenntnisse, so dass er nur “zusieht”, was die da eigentlich machen. Aha! Naive Fragen, die naive Neugier befriedigen, ohne Erkenntnisse – außer ethnologische natürlich – hervorbringen. Der Gipfelpunkt sind gegenwärtig die “Migrationsforscher”, die aus lauter Verliebtheit in ihr Objekt schon mal zum Fluchthelfer werden: “going native”

    • Gast sagt:

      Titel eingeben
      Hier sollte allerdings bedacht werden, dass es sich bei Ethnologie und Europäischer Ethnologie um zwei eng verwandte aber unterschiedliche Disziplinen handelt (siehe Völkerkunde und Volkskunde).

  9. M. Krüger sagt:

    Querdenker auch in anderen Bereichen
    Hallo!

    Ein sehr schöner und gut geschriebener Artikel, welcher sich gut liest (so als Feedback).

    Ergänzend möchte ich hinzufügen, als Master-Biologe, dass es auch meine Erfahrungen wider spiegelt.
    Gewagten Theorien wird aus Sicht der Studierenden wenig nachgegangen. Größtenteils aus dem ganz trivialen Grund, dass man als Studierender oder Doktorand gewissermaßen in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Betreuenden oder zukünftigen Stellen in der akademischen Welt steht.
    Man bedenke zum Beispiel, dass die Theorie von Alvarez, die besagt das die Dinosaurier durch einen Kometen ausstarben. Diese Theorie war/ist sehr “sexy”, da sie vieles erklärt (z.B. den Gehalt des extraterrestrischen Iridiums in der Steinschicht am Ende der Kreidezeit). Sinnvolle alternative Theorien, wie dass aufgrund des Einschlags ausgelösten Erdbeben zu sehr vielen Vulkanausbrüchen führten, die den eigentlichen “nuklearen Winter” verlängerten und letztlich das Aussterben über mehre Jahrtausende verzögerte (die Dinos waren nicht alle mit einmal weg, sondern starben über mehrere Jahrhunderte/-tausende aus), werden kaum beachtet. Ich entsinne mich, dass ein Paläontologe einst kommentierte, er würde mit Alternativtheorien keine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter finden, sind denke ich, für viele Bereiche in allen Zweigen der Wissenschaft ein Problem (es ist leichter *mit* als *gegen* den Strom zu schwimmen).
    Dabei sollten gerade die international tätigen (davon lebt Wissenschaft: von Veri- und Falsifizierung a la Popper auf globaler Skala) Wissenschaften, die sehr häufig Offenheit prädigen, etwas “offener” Alternativtheorien bewerten und prüfen. Nicht von vorn herein abwerten. Einige male bekommt man dadurch neue Einblicke und Ideen.

    Ferner, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass es oft jedoch ältere Wissenschaftler, welche bereits im Ruhestand sind und “nichts mehr zu verlieren haben”, die dann noch andere Alternativen vorstellen…

    Beste Grüße ~

  10. mule sagt:

    Freiherr Baron Graf Rotz
    Sehr schöner Artikel zu realem Problem auch in Soziologie etc.: die Unfähigkeit, die Lebenswelt auszuhalten (und sich darin), bringt nur noch ungefährlichen Kulturalismus hervor. Mit wissenschaftlichem Anspruch hat das oft nichts mehr zu tun.

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