Blogseminar

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Diskutiert werden das Leben der Studierenden, aktuelle Fragen der Hochschulpolitik sowie die Zweiheit von Forschung und Lehre.

Universität ohne Studenten

| 15 Lesermeinungen

Seit drei Semestern gibt es an der Universität Mannheim keine Anwesenheitspflicht mehr. Dafür hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg gesorgt. Im Studienalltag hat sich aber wenig verändert. Ein Erfahrungsbericht.

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In Nordrhein-Westfalen ist unter einigen Studenten die Aufregung groß, seitdem die Landesregierung angekündigt hat, die 2014 abgeschaffte Anwesenheitspflicht an den landeseigenen Universitäten wieder einzuführen. Die Universität Mannheim geht seit einiger Zeit den umgekehrten Weg – erzwungenermaßen allerdings. Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim wandte sich in seinem Urteil aus dem November 2017 zwar nicht gegen jede Art, Anwesenheit verpflichtend zu gestalten, jedoch sahen die Richter den Bestimmtheitsgrundsatz verletzt, demgemäß die Betroffenen die Rechtslage eindeutig erkennen können müssen. Die Prüfungsordnung war in Bezug auf die Anwesenheit nicht präzise genug. Seither steht es den Mannheimer Studenten frei zu entscheiden, ob sie zu Lehrveranstaltungen erscheinen oder nicht.

Die Begründung des Urteils ist auch für die Studienordnungen anderer deutscher Universitäten, die eine Präsenzpflicht vorsehen, interessant. „Allein die Anwesenheit in einer Lehrveranstaltung hat nicht zwangsläufig Aussagekraft für das Erreichen des Lernziels“, heißt es in dem Urteil etwa. In Seminaren oder Vorlesungen, bei denen es „maßgeblich um die reine Wissensvermittlung“ gehe, ließe sich das Lernziel „auch auf andere, den Studierenden weniger belastende Art und Weise erreichen, insbesondere durch Eigenstudium“.  Dies gelte zumal, wenn man die den heutigen Studenten „über das Internet bzw. über die sozialen Medien zur Verfügung stehenden Möglichkeiten“ in den Blick nähme. Die Konsequenz dieser Sätze konnte ich als Mannheimer Student in den anschließenden drei Semestern erleben.

Ich habe mein Studium der Politikwissenschaft im Wintersemester 2016 aufgenommen und die erste Hälfte meiner Zeit in Mannheim mit Anwesenheitspflicht, die andere Hälfte ohne verbracht. Nachdem sich Jubel (aufseiten der Studentenvertreter) und Bestürzung (aufseiten der Universitätsleitung) gelegt hatten, zeigten sich die Auswirkungen des Gerichtsurteils zunächst nur zögerlich. Die Dozenten reichten keine Anwesenheitslisten mehr herum und die Verkündigung der erlaubten Fehltage verlor an Gewicht. Im Verlauf der anwesenheitsfreien Semester leerten sich die Seminare durchschnittlich auf die Hälfte der angemeldeten Teilnehmer. In den Räumen wurde es leiser und die Zahl der verhängten Referate mehrte sich, wohl weil die Dozenten hofften, auf diese Weise wenigstens einen Grundstock an Anwesenden bewahren zu können. Ein Teufelskreis, wenn man bedenkt, dass es weniges gibt, das so wenig zur Anwesenheit ermutigt wie ein heruntergeleiertes Referat von nur mittelmäßig interessierten Kommilitonen.

Eine Lehre, die zur Präsenz ermutigt

Würde es besser laufen, wenn man die Studenten zu ihrem Anwesenheits-Glück zwingen könnte? Dass sich dafür durchaus Argumente finden lassen, beweist die Paderborner Literaturwissenschaftlerin Kristin Eichhorn. Auf Twitter berichtet sie von ihrem Lehralltag und führt vor Augen, dass die Gleichung, gute Lehre führe automatisch auch zu freiwilliger Anwesenheit in großer Zahl, nicht so einfach aufgeht. Denn damit die Studenten von der Qualität eines Seminars einen Eindruck bekommen können, müssten sie bereits eine gewisse Präsenz aufbringen – schließlich lässt sich die Relevanz mancher Themen nicht bereits in der ersten Sitzung abschließend begründen, sie muss im Laufe des Semesters selbst entdeckt werden. Außerdem sorge die Ungewissheit, wie viele Studenten pro Woche die Veranstaltungen besuchen, dazu, dass bestimmte Lehrformate nicht mehr durchführbar seien.

Rolf Schulmeister, Professor für Pädagogik an der Universität Hamburg, hat 2015 in einer Metastudie die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu der Wirksamkeit von Präsenzpflichten ausgiebig untersucht. Er findet viele Gründe dafür, das Erscheinen bei Lehrveranstaltungen nicht allein den Studenten zu überlassen: „Die Mehrheit der 149 Studien kommt zu dem Ergebnis, dass ein hohes Maß an Anwesenheit in Lehrveranstaltungen zu besseren Leistungen führt und umgekehrt größere Fehlzeiten schlechtere Noten zur Folge haben“. Als Motiv für die Absenz taucht immer wieder prominent die subjektive Überzeugung auf, dass die Abwesenheit „keinen Unterschied” für die eigene Leistung mache und dass man „mit dem Skript allein auskommen“ könne. Schulmeister schlussfolgert, dass „die Berufung auf eine angeblich vorhandene Selbstkontrolle” die Schwächen studentischer Motivation ignoriere und an der „geringen Autonomie der Studierenden scheitern“ werde.

Der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Mannheim widerspricht Argumenten wie diesen vehement. Seminare mit Präsenzpflicht stellten eine „anti-emanzipatorische Lernsituation mit einem Machtgefälle zwischen Lehrenden und Studierenden“ dar, sie förderten die „Verschulung des Lernprozesses“ und würden den Studenten die „Chance, eine eigenständige und selbstverantwortliche Entscheidungsfähigkeit zu entwickeln“ nehmen. Es läge außerdem in der Verantwortung der Dozenten, eine qualitativ hochwertige Lehre zu gewährleisten, die die Studenten ermutige, auch zu den Einzelterminen zu erscheinen.

Ein Kategorienfehler

Bemerkenswert an dieser Begründung ist, dass sie indirekt einen Trend bestätigt, der sich auch an der Universität Mannheim mit dem Einführen der Bologna-Studiengänge immer weiter durchgesetzt hat. Der Universitätsbetrieb wird mit den Augen von Angebot und Nachfrage betrachtet, als handle es sich um ein Marktgeschehen, bei dem sich einzelne, einen Abschluss erhoffende Konsumenten mit mal mehr, mal weniger attraktiven Lehrangeboten träfen, um dann eine Art Marktgleichgewicht der Präsenz erzeugen. Das Pochen auf die individuellen Lernstrategien der Studenten, die eine Anwesenheitspflicht unnötig machte, bestätigt diesen Kategorienfehler noch einmal.

Bei alldem wird deutlich, wie sehr die Debatte um das Wiedereinführen oder Abschaffen der Anwesenheitspflicht am eigentlichen Stand der heutigen Entwicklung vorbeigeht. Die derzeit angebotenen Studiengänge sind mit ihren Modulkatalogen und ETCS-Punkten streng durchgeplant und zielen vermehrt auf einen schnellen Abschluss innerhalb vorgefertigter Bahnen. Statt sich kritisch mit dem Kenntnisstand eines Fachbereichs auseinanderzusetzen, indem man sich selbst durch Diskussion und Nachfrage diesen Wissensbereich erschließt, stehen heute die Kompetenzen, die erlernt werden müssen, bereits im Vorhinein fest. Ein paar Einführungsveranstaltungen mit Multiple-Choice-Klausuren bestehen, ein Statistikprogramm lernen, wissenschaftliches Arbeiten einüben und schließlich das Gelernte an einem üblichen Exempel in Form einer Abschlussarbeit vorführen. Diese Art der Wissensvermittlung bedarf der lebhaften Seminardiskussion wirklich nicht mehr. Hier kann es ausreichen, die Skripte auswendig zu lernen und das Hausarbeitenschreiben zu üben.

Wenn die Studenten heute den Sinn von Präsenzpflichten bestreiten, dann deswegen, weil es mit ihren Universitätserwartungen und -erfahrungen auf merkwürdige Art und Weise nicht mehr übereinstimmt.

Das eigentlich Spannende an den Entwicklungen an der Universität Mannheim ist daher eigentlich nicht, was sich nach Abschaffung der Anwesenheitspflicht alles geändert hat, als vielmehr die Tatsache, dass das meiste beim Alten geblieben ist. Von stundenlangen Diskussionen und intensiver, gemeinsamer Lektüre haben die meisten Seminare weder vor noch nach dem einschneidenden Gerichtsurteil gelebt. Sie waren – davor wie danach – auf das Rekonstruieren eines bestimmten Theorieansatzes, das Erlernen wissenschaftlichen Arbeitens und das Sammeln von ECTS-Punkten ausgelegt, um schlussendlich auf schnellem Weg zum Abschluss zu führen. Das Wegfallen der Anwesenheitspflicht hat diese Art von Universitätsbetrieb weder grob verändert noch aktiv gestört. Die Leistung der Mannheimer lag darin, die Bologna-Universität von der Illusion zu befreien, sie ähnele im Wesentlichen noch dem Humboltschen Ideal universitärer Bildung.


15 Lesermeinungen

  1. Student sagt:

    Anwesenheitspflicht in NRW
    Also an der Uni Köln gibt es auch nach 2014 noch Anwesenheitspflicht in praktisch allen Seminaren in der Germanistik. In einer Vorlesung hat eine Professorin dies mal folgendermaßen kommentiert: “Ich weiß, dass die Anwesenheitspflicht abgeschafft wurde, hier gilt sie trotzdem. Sie können mich ja verklagen.” So wird es in praktisch allen Kursen, ob Vorlesung oder Seminar, gehandhabt.

  2. Ufo1 sagt:

    Jedenfalls für das Jurastudium
    sollte man von Präsenzpflichten absehen. Das hilft dort, wo das didaktische Geschick des Dozenten einmal unterentwickelt ist, allen Studenten. Es hilft im Übrigen den motivierten und fleißigen Studenten, die ihren optimalen Weg zum Lernen und Verstehen, mit oder ohne Vorlesung, autonom finden können sollten. Den anderen wird es wohl eher schaden. Das Hauptproblem ist aber die seit Jahrzehnten zunehmende Heterogenität des Publikums, insb. der Niveauverlust des Abiturs, mag sie sich auch nur in Fakultäten ohne NC-Filter in vollem Umfang auswirken. Hier müsste man kurieren, nicht an Symptomen als bildungspolitischem Fluchtweg.

  3. christoph drenk sagt:

    Irrelevant
    Wissen zu vermitteln oder aufnehmen ist nicht beeinflußt von Präsenz. In meinen 8 Semestern VWL in Köln war ich ausschließlich zu Hauptseminaren anwesend. Den Rest des Stoffes habe ich im Stübchen gelernt, wo ich nicht gestört war von der Mehrzahl der Als-ab-Studies.

  4. Mel sagt:

    Anwesenheitspflicht ist Zeitverschwendung
    Ich habe schon zu Schulzeiten den mündlichen Unterricht gehasst. Kurz vor dem Abitur habe ich Stunden geschwänzt, damit genügend Zeit zum Lernen zu Hause verbleibt. Die größte Lerneffizienz stellt sich bei mir ein, wenn ich allein und in Ruhe etwas schriftlich fixiertes durcharbeiten und durchdenken kann. Das gesprochene Wort hat nicht annähernd die gleiche Wirkung. Den Schulunterricht habe ich daher als Zeitverschwendung und Hindernis betrachtet. Als ich dann mein Jurastudium begonnen habe, gab es keine Anwesenheitspflicht. Das war für mich ein Geschenk und endlich fühlte ich mich frei im Lernen. Außerdem pendelte ich 50 km zur Uni, da eine Unterkunft in der Stadt nicht finanzierbar war. Hätte es eine Anwesenheitspflicht gegeben, hätte ich wahrscheinlich das Examen gar nicht gemacht. Im übrigen wäre eine Anwesenheitspflicht ein umweltpolitisches Desaster gewesen. Das böse Erwachen kam dann allerdings im Referendariat. Es gab Unterricht in Arbeitsgemeinschaften mit Anwesenheitspflicht. Dadurch ist das 2.Examen wesentlich schlechter ausgefallen. Ich habe sehr viel Zeit und Geld durch Pendeln verloren. Der Unterricht hat mir nichts gebracht. Alles musste ich aufwendig zu Hause erarbeiten. Aber dafür fehlte dann letztendlich die Zeit.

  5. Martin Schlegel sagt:

    Flexibilität im Studium
    Meine Frau studiert aktuell Psychologie außerhalb Deutschlands mit Anwesenheitspflicht in allen Kursen. Sie hat bereits mehrfach Kurse nicht bestanden, nicht weil ihre Leistungen mangelhaft gewesen wären sondern weil sie z.B. wegen medizinischer Notfälle bei unseren Kindern nicht oder nicht pünktlich zur Vorlesung erscheinen konnte. Ich selber habe in Deutschland und ohne Anwesenheitspflicht studiert und davon in vielerlei Hinsicht profitiert. Meine persönliche Erfahrung ist, das nicht anwesend sein im Mittel sicherlich die Leistung senkt und häufiger anwesende Studenten oft bessere Leistungen bringen. Dennoch, und auch im Hinblick auf die oft starke Unselbstständigkeit einiger meiner ehemaligen Kommilitonen halte ich diese Bevormundung und Verschulung für gänzlich falsch und größere Freiheiten für notwendig.

    Wenn bestimmte Kurse wegen ihrem Inhalt eine speziellere Vermittlung brauchen sehe ich ein wenn dort eine Anwesenheitspflicht herrscht. Aber den allgegenwärtigen „Professor schreibt sein Script an die Tafel Unterricht“ möchte ich bitte freiwillig in der Anwesenheit haben.

    Ich habe teils sogar (in meinem Fach) gearbeitet statt die Vorlesung zu besuchen, dabei mehr gelernt und war finanziell unabhängiger. Mit Anwesenheitspflicht wäre ich beruflich nicht da wo ich jetzt bin.

  6. Sikasuu sagt:

    Die Leistung der Mannheimer lag darin, die Bologna-Universität von der Illusion zu befreien, ...
    ….sie ähnele im Wesentlichen noch dem Humboltschen Ideal universitärer Bildung.
    #
    Besser als dieser Schlusssatz kann man das Thema nicht zusammenfassen.
    .
    Habe in einer Zeit studieren “dürfen” (vor Bologna) als die “Anwesenheitspflicht, Testate usw” im Papierkorb gelandet sind & es noch “familienunabhängiges Bafög” ohne Rückzahlung gab, sich Seminare sich nach 1-2 Veranstaltungen auf ein erträgliches Maß von 20-25 Studierenden reduzierten & dort sehr oft zw, teilweise hochmotivierten Studs “Redeschlachten& Diskurse” ab liefen, die wir noch lange in der Cafeteria weiter führten…
    .
    Das war mMn. wenigstens zum Teil UNI nach Humbolt (wenn auch die Le(e)hrstuhlinhaber mit Vornamen angeredet wurden) & wenigstens ICH habe sehr, sehr viel dabei gelernt!
    .
    Hab dann noch über einige Jahre mit geholfen, “diese Fackel” weiter zu tragen… bin aber letztlich “desertiert” weil….
    .
    … der Anspruch entstand, immer stärker wurde, “Vorgefertigtes” zu rekapitulieren, eine Auseinandersetzung mit den Inhalten nicht mehr gewünscht war….
    .
    Das endete dann im HÖHEPUNKT in Bologna!
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    Heute mache ich noch/wieder “Lustveranstaltungen” (bringen den Studs keine Punkte, aber Erfahrungslernen aus/an dem “wirklichen Leben”), doch wenn die Anmeldeliste nach 20 Teilnehmern zu ist, kommen immer wieder/noch Anfragen: “eine(r) geht noch?”
    .
    Ist schon komisch & zerrissen das “Publikum & die ‘Nachfrager von Wissen’, Qualifikationen” an/in dem was sich HEUTE Universität nennt!
    .
    Den Unterschied erkläre ich mir so:
    Ich & auch viele Andere in meiner Studienzeit, “durften” studieren, hatten vorher schon einen Beruf usw..
    .
    Andere (auch Heute) müssen studieren! Ist wohl der Unterschied zw. Kür&Pflicht!
    .
    Gruss Sikasuu

    • HRH sagt:

      Ohne Pflicht in der Vorlesung
      Hallo
      Es ist sehr schön, dass Sie studieren konnten während 20 Leute im Seminar saßen und das Studium Ihrer Aussage nach eine eine Kür war.
      Generell ist es aber doch sehr erfreulich, dass immer mehr Menschen sich bilden möchten und können.
      Dafür, dass es Ihrer Ansicht nach heute ein Pflicht ist wird es einem nämlich recht schwer gemacht. Wie gesagt gibt es kein familienunabhängiges Bafög mehr, man muss also neben dem Studium arbeiten, wenn die Eltern nicht gerade eine Vollbezuschussung finanzieren. Am besten soll man in Regelstudienzeit fertig werden und mit Bestnote, ansonsten kann man den Master auch gleich vergessen.
      Dass Sie “desertiert” sind ist äußerst schade, mehr Professoren die Diskurs befürworten wären nämlich eine Hilfe.
      In meinem Studium waren teilweise die ersten drei Bilder im Skript das, was aufploppt, wenn man das jeweilige Thema bei Google eingibt. Ich würde mich sehr freuen, wenn Professoren mehr in die Pflicht genommen werden würden, dann hätte man auch das Gefühl, dass die Mühen sich lohnen würden. Bei Anderen saß ich nämlich auch ohne Pflicht sehr gerne in der Vorlesung!
      Gruß

  7. Hamburg82 sagt:

    Wozu der Zwang?
    Wenn die Hörsäle und Seminare künftig weniger gut besucht werden, dann kommt das doch den dennoch Anwesenden nur zu Gute. Diese Veranstaltungen sollten auch aufgezeichnet oder per Livestream übertragen werden. Das ist technisch nun wirklich keine Meisterleistung mehr, kann der Wiederholung dienen und auch die Reichweite der Wissensvermittlung erhöhen. Wie (und wann) sich Studenten das nötige Wissen zum Bestehen der Prüfungen aneignen ist nicht wichtig. Wichtig ist allein, dass die Studenten sich das Wissen auch wirklich aneignen. Die Universitätsleitung kann dazu gerne Empfehlungen aussprechen (Seminare besuchen!), sollte sich aber von Zwang verabschieden.

    Lasst die Studenten entscheiden wie Sie lernen möchten. Wer das Angebot annehmen möchte ist herzlich dazu eingeladen. Wer das nicht will oder kann, muss die Prüfung eben auf andere Art und Weise vorbereiten.

  8. Doktor_Rieux sagt:

    Merkwürdige Diskussion
    Ich will ja nicht wieder mit “früher war alles besser” anfangen, aber zu unserer Zeit (TU BS, 1983 bis 1990) gab es so einen Unsinn wie eine “Anwesenheitspflicht” nicht (oder ich habe sie nicht mitgekriegt), und wir hatten nun wirklich ein verschultes Studium.

    Warum man erwachsenen Menschen vorschreiben will, wie und wo man zu lernen hat, wird mir wohl nie in den Kopf gehen.

    Außer, man möchte vermeiden, dass diejenigen Professores, die eine schlechte und langweilige Vorlesung halten, das plakativ vor Augen geführt bekommen. :-)

  9. Dr. Seltsam sagt:

    Kritik
    Wir leben in einer ganz und gar postmaterialistischen Zeit! Es geht darum, Wissen bestmöglich weiterzugeben. Wenn eine Präsenzpflicht förderlich ist, gut so. Krass dass darüber überhaupt diskutiert wird!

  10. bertonrv sagt:

    Universitärer Lehrbetrieb
    Eigene Erfahrungen als Forschungsgruppenleiter mit erheblicher Lehrverpflichtung an einer Universität im südwestdeutschen Raum bis 2009. Die zeitweise Lehrdekanin versuchte intern, eine generelle Anwesenheitskontrolle durchzusetzen. Dies wurde von diversen Kollegen einschliesslich mir selbst ignoriert. Anwesenheitskontrolle (Unterschriftslisten) ergeben allenfalls bei praktischen Übungsveranstaltungen, z.B. in naturwissenschaftlichen Fächern, Sinn. Desgleichen bei (manchen) Seminaren. Vorlesungen habe ich stets als freiwilliges Angebot betrachtet und jegliche Anwesenheitskontrolle abgelehnt. Wer sich den Stoff auf andere Art und Weise, besser, leichter oder schneller aneignet – warum nicht. Entscheidend ist lediglich, dass das geforderte Wissen in Prüfungen nachgewiesen werden kann. Wie Bildungsministerien bzw. Universität jemals auf eine generelle Anwesenheitspflicht bestehen könnten, ist mir vor diesen Erfahrungen unverständlich.

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