Blogseminar

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Diskutiert werden das Leben der Studierenden, aktuelle Fragen der Hochschulpolitik sowie die Zweiheit von Forschung und Lehre.

Warum wollen jetzt alle nachhaltig sein?

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Kaum ein Begriff hat eine derart steile Karriere hingelegt wie die Nachhaltigkeit. Jetzt hat die Worthülse auch die Hochschulen erreicht. Wohin führt das? Unser Autor meint: Nicht in die heile Welt, die beschworen wird.

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Abschlussfeier an der Universität in Anchorage, Alaska |Heiße Luft platzt schneller, als man denkt. Akademische Abschlussfeier im Zeichen der Nachhaltigkeit.

Schwurbelige Floskeln waren mal das Privileg von Wahlprogrammen. Inzwischen wimmelt es auch an den Hochschulen von Beschwörungsformeln. Einsamer Spitzenreiter der letzten Monate: die „Nachhaltigkeit“. Gleich reihenweise werden neuerdings Kurse und Module als „nachhaltig“ bezeichnet. In Eichstätt-Ingolstadt etwa können fünf Leistungspunkte im Modul „Nachhaltige Entwicklung“ erworben werden. Ausrichter ist die mathematisch-geographische Fakultät, die damit die „Fähigkeit, das Konzept und das Leitbild nachhaltige Entwicklung in seiner Entwicklung und Bedeutung für die Zukunft der Menschheit zu erläutern“ gedenkt. So steht es da wirklich.

Etwas bescheidener hört es sich an der Universität Marburg an, wo ein Grundlagenmodul „Verständnis des Leitbilds Nachhaltiger Entwicklung“ schaffen soll. Wobei auch hier wieder offen bleibt, was dieses „Leitbild“ eigentlich bezeichnen soll. Und ob die „Bedeutung von Innovationen, technischem Fortschritt und Ökoeffizienz“ Teilnehmern anderer Kurse wohl verwehrt bleibt? Besonders gut haben es die Studenten in Tübingen. Denn die Universität bietet nicht nur das „Intensivmodul Studium Oecologicum“ an, sondern trumpft sogar mit einem „Kompetenzzentrum“ und einem „Beirat für Nachhaltige Entwicklung“ auf.

Die Universität des Saarlandes wurde als erste Fairtrade-University Deutschlands ausgezeichnet. Dieter Overath, Geschäftsführer Fairtrade Deutschland, übergab die Urkunde an Universitätspräsident Prof. Volker Linneweber. Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/52482 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/TransFair e.V./Iris Maurer" |Zertifizierte Nachhaltigkeit: Die Universität des Saarlands feiert sich als erste „Fairtrade-University“.

Und warum nicht gleich etwas studieren, das „Nachhaltigkeit“ sogar im Titel trägt? Zum Beispiel „Unternehmensführung“ in Ulm oder Eberswalde. Oder „Bauen und Bewirtschaften“ an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Osnabrück wie Münster bieten „Dienstleistungs- und Ernährungswirtschaft“ als „nachhaltigen“ Master-, die Göttinger Universität „Katalysechemie“ als Promotionsstudiengang. Selbst das Fernstudium an der TU Kaiserslautern im Fach „Entwicklungszusammenarbeit“ trägt das Wort im Titel, und das gleiche gilt für den berufsbegleitenden Masterstudiengang „Bildung und Nachhaltigkeit“ in Rostock. Wem das zu viel ist, der kann sich aber auch mit dem „großen Zertifikat in 4 Semestern“ an der Universität des Saarlandes begnügen. Um das zu erwerben, muss nur ein Pflichtteil mit 17 und ein Wahlteil mit sieben Leistungspunkten belegt werden.

Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt

Auch begeht man an vielen Unis regelmäßig einen „Tag der Nachhaltigkeit“, der in Hamburg schon mal eine Woche lang dauern kann, und immer mehr Hochschulen dürfen sich mit dem Kampagnen-Label „Fairtrade-University“ schmücken, wenn sie ihr „nachhaltiges Engagement“ unter Beweis stellen konnten – zuletzt Bayreuth als Vorreiter in Bayern. Mancherorts hat sich gar eine eigenständige Disziplin mit dem Namen „Nachhaltigkeitswissenschaften“ etabliert. In Greifswald zum Beispiel werden sie am Institut für Geographie und Geologie gelehrt, als „interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Natur- und Sozialwissenschaften“. Leuchtturm in diesem Bereich ist die Leuphana in Lüneburg, nach Eigenzuschreibung „eine Universität für das 21. Jahrhundert“.

Während der Eröffnungssitzung des Club of Rome in Berlin am 14. Oktober 1974 (v. l-r): der Vorsitzende Dr. Aurelio Peccei (Italien), Maurice Giernier (Paris), Dr. Viktor L. Urquidi (Mexiko), Senator Maurice Lampntagne (Kanada), Dr. Adeoye Lambo (Weltgesundheitsorganisation, Schweiz), Generalsekretär Dr. Sam Nilsson (Schweden) und Dr. Hans Linnemann (Niederlande). Zu seiner viertägigen Jahrestagung trat am 14.10.1974 der Club of Rome in Berlin zusammen. Etwa 700 Spitzenbeamte verschiedener Sonderorganisationen der Vereinten Nationen, Regierungsmitglieder aus Industrie- und Entwicklungsländern, sowie Wissenschaftler und Publizisten nahmen daran teil. Auf der Tagung in der Berliner Kongreßhalle wurde zur Lage der Welt eine neue Studie mit dem Titel "Menschheit am Wendepunkt" vorgestellt. Der Club of Rome ist ein internationaler Zusammenschluß von etwa 100 Wissenschaftlern und Industriellen. | Verwendung weltweitEröffnungssitzung des Club of Rome in Berlin am 14. Oktober 1974.

Das alles beobachtet man als Student, der an der Universität das kritische Hinterfragen von Begriffen lernt, mit großer Verwunderung. Was ist nur aus der einst so klar definierten „Nachhaltigkeit“ geworden? Ursprünglich aus der Forstwirtschaft stammend, trugen Organisationen wie der wachstumskritische „Club of Rome“ in den siebziger und achtziger Jahren dazu bei, den Begriff im Diskurs über Wald und Umwelt zu popularisieren und zu politisieren. Ein Blick ins Zeitungsarchiv macht deutlich: Wenn nicht im Sinne von „nachdrücklich“ oder „anhaltend“ gebraucht, bedeutete „nachhaltig“ ursprünglich eine vorausschauende und beständige „Waldpflege“ (1973) oder „Waldbewirtschaftung“ (1975). Bei der nur so viel Holz entnommen werden sollte, wie nachwachsen kann, bei der aber auch Konsens war, dass sich „ein schöner Wald nicht von selbst erhält“ (1976). Um den „Wald als Kulturraum“ (1985) „nachhaltig“ aufrechtzuerhalten, brauchte es die Axt, keine Naturromantik.

Doch mit dem 1987 veröffentlichten Brundtland-Bericht der UN-Kommission für Umwelt und Entwicklung und dem „Erdgipfel“ von Rio im Jahr 1992 wurde mehr daraus. Plötzlich war „Nachhaltigkeit“ in aller Munde, egal, ob es um Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit oder den Wirtschaftsstandort Deutschland ging. Bücher mit dem Titel „Ein Bündnis für Nachhaltigkeit in der Politik“ wurden geschrieben und die Bedingungen der Forschungsförderung denen von „nachhaltiger“ Forstwirtschaft gleichgesetzt. Das deutsche Pendant zu „sustainability“ und „sustainable development“ war zum Schlagwort für alles und nichts geworden – und es fand wohl gerade deshalb so viel Verwendung, weil es als Konsensbegriff völlig unhinterfragt jedes gut gemeinte Anliegen zu dekorieren vermochte. Man konnte mit ihm sowohl die ICE-Neubaustrecke für Lärmschutz und Mobilitätsverbesserung preisen als auch ihren Bau wegen Kahlschlags und Versiegelung geißeln. An dieser Beliebigkeit hat sich zuletzt nichts mehr geändert.

Die Wirtschaft grünelt

Wieso hat ein solch freizügig interpretierter Begriff gerade im Umfeld der Wissenschaft Fuß fassen können, möchte man fragen. Und wieso ausgerechnet die „Nachhaltigkeit“? Begriffe wie „modern“ und „liberal“ stehen ja für eine ähnliche Beliebigkeit, und trotzdem stößt man eher selten auf einen Studiengang wie „Liberal Arts“ oder auf einen „Tag der Moderne“. Deshalb ist die Rede von der „Nachhaltigkeit“ womöglich mehr als ein Trend. Ist der Begriff vielleicht deshalb so beliebt, weil er einen Ewigkeitsbezug enthält und die Botschaft: Nur, was sich „nachhaltig“ nennt, hat die Zukunft im Blick und sorgt dafür, dass auch unsere Enkel über ausreichend Ressourcen verfügen. Das wiederum wäre reichlich absurd – Disziplinen, die den Begriff nicht im Namen tragen, würden demnach mit antiquierten, kurzfristigen Theorien hantieren. Und außerdem würde einem die Tendenz dahinter auch ein wenig Angst einjagen – Angst vor dem Machbarkeitswahn, der dieser verheißungsvollen Zukunftsvisionen innewohnt.

So bedrohlich ist es aber zum Glück (noch) nicht. Wahrscheinlich darf man den Ursprung für die inflationäre Begriffsverwendung in den Marketingabteilung der Hochschulen vermuten. Also dort, wo clevere Strategen leicht der Ansicht verfallen können, wohlklingende Studiengänge zögen junge Bewerber von ganz alleine an, ganz egal, ob sich die Bezeichnungen wirklich mit Inhalten decken. Auch einem „Tag der Nachhaltigkeit“ kann man unterstellen, primär als werbewirksames Event zu fungieren. So kennt man es auch aus der Wirtschaft, wo der grüne Anstrich einer wie auch immer gearteten „Nachhaltigkeit“ mittlerweile zum guten Ton gehört: McDonald’s- und Aldi-Filialen eröffnen heute in Grün, und selbst Automobilkonzerne veröffentlichen „Nachhaltigkeitsberichte“ im Umfang von Doktorarbeiten.

ARCHIV - Eine neu gestaltete Aldi-Filiale wird am 11.05.2016 in Unterhaching bei München (Bayern) vorgestellt. Foto: Peter Kneffel/dpa (Zu dpa "Die neuen «Superdiscounter» kommen: Aldi und Co. machen sich schön") +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweitSchöne neue Discounter-Welt: Aldi-Filiale in Unterhaching bei München.

Die Befürchtung, dass Universitäten selbst mehr und mehr zu Wirtschaftsbetrieben werden, sind dabei längst nicht mehr nur der Paranoia sozialistischer Hochschulgruppen vorbehalten. Die Sorge scheint zunehmend berechtigt, dass im wissenschaftlichen Lehrbetrieb bald wie im Konzernmeeting gesprochen wird und Modulbeschreibungen sich kaum von Pressebroschüren unterscheiden. Das Phänomen „Nachhaltigkeit“ würde demnach aufs beste jenen Ökonomisierungsprozess illustrieren, den Forschung und Lehre seit Jahren erleben.

Drei Jahre Bachelor als produktivitätsmaximierende Ausbildung; das Studium als Bruttoanlageinvestition in die berufliche Zukunft? Wenn man es so deutet, dann ergibt die Ablegung von Prüfungen in „nachhaltigen“ Fächern Sinn. Denn „Nachhaltigkeitskompetenz“ lässt sich damit zertifizieren und beruflich verwerten. Nur mit Wissenschaft hat das wenig zu tun. Weil sie sich gerade nicht durch einen optimierten Input-Output-Prozess auszeichnet. Sondern durch ständiges und oftmals redundantes kritisches Hinterfragen von Begriffen, Theorien und nicht zuletzt des eigenen Fachs. Was mitunter häufiger in Sackgassen mündet als in irgendeine „Kompetenzqualifikation“.

Vielleicht lernt man in „nachhaltigen“ Studiengängen ja tatsächlich – so wie Poststrukturalisten, Neuzeithistoriker oder Quantenphysiker seit jeher – das eigene Begriffsbesteck kritisch zu deuten und zu hinterfragen. Dann wäre jede Polemik unberechtigt. Aber Skepsis ist angebracht. Warum die „Nachhaltigkeit“ nicht einfach aus dem akademischen Wortschatz streichen? Dann kann die Beliebigkeit des Begriffs keinen Schaden mehr anrichten. Nachhaltigen Schaden.


24 Lesermeinungen

  1. Irrtum - das "Nachhaltigkeits-Problem" ist bereits jetzt heftig akut!
    Leider lösen die schönen Titel und Konzepte das Problem genauso wenig, wie batteriebetriebener Individualverkehr mit 2-Tonnern. Das Problem ist, dass die Grenzen des Wachstums offenbar erreicht wurden, möglicherweise liegen sie bereits hinter uns! Huch? Erzählen uns nicht Dr. Schäuble und Dr. Gabriel, ihrerseits Anwärter auf den Wirtschaftsnobelpreis, dass es an der unfassbaren Faulheit von Hartz4-Beziehern und Griechen läge? Moment noch einmal zurück: Die Wirtschaft wächst nicht mehr, wir schlittern in eine Weltrezession. Die Ursache? Bis auf Schäuble/Gabriel weiss das niemand so genau. Es scheint aber so, als ob die Produktivität nicht mehr stiege, trotz bahnbrechender Erfindungen. Das ist alles sehr vage, man tut sich bereits schwer, dieses Nicht-Wachstum festzustellen. Die zweite Frage ist, woran liegt es? An „gesättigten Märkten“, haben Inder, Afrikaner, Asiaten, Lations, Europäer, Russen bereits alles? An mangelnden Ideen? An zuviel Regulierung? An Faulheit? An zuwenig Risikokapital? Es gibt eine „esoterische“, nicht anerkannte Interpretation, die mE Wert ist, genauer betrachtet zu werden: Das Wachstum des Öl/Kohle/Gas-Verbrauchs entspricht über die letzten 100 Jahre recht konstant dem Produktivitätswachstum. Mal angenommen, Energie wäre ein wesentlicher Faktor für Produktivität (immerhin ist die klassische Methode Produktivität zu erhöhen, von Handarbeit auf energiebetriebene Maschinenarbeit umzustellen), dann müsste die Preisentwicklung fossiler Ressourcen sich auf dessen Wachstum auswirken. Auch dies ist wieder sehr schwer festzustellen, da die Preisbildung verschiedenen Gesetzmässigkeiten unterliegt. Es lässt sich aber eine Tendenz feststellen: Die billig abzubauenden Ressourcen sind zu einem guten Teil abgebaut, man muss teurere Techniken einsetzen, um an Ressourcen zu kommen: Fracking, Ölbohrungen am Meeresgrund, Windmühlenparks in der Nordsee. Die ökonomische Theorie sagt, steigt der Ölpreis, wirkt das inflationierend, dh die Preise steigen, aber da die Löhne mitsteigen, bleiben die Verhältnisse gleich. Es ist immer alles sehr komplex, manchmal helfen Vereinfachungen. Nehmen wir an, im agrarischen Zeitalter arbeiten 100 Leute auf den Feldern. Jetzt basteln wir einen Traktor, 2 Leute arbeiten auf den Feldern, 2 Leute bauen Traktoren, 2 Leute organisieren das Öl, 94 Leute ziehen in die Stadt und bauen Kühlschränke, betreiben Marketing etc. Das ist Produktivitätswachstum. Jetzt passiert etwas Umgekehrtes: 2 Leute arbeiten auf den Feldern, 2 bauen Traktoren, 50 organisieren Öl. Die Organisation der Energie muss aber vom Feldertrag erwirtschaftet werden, sonst wächst die Produktivität nicht. Man kann es nochmal anders sagen: Mit billigem Öl hat ein Arbeitnehmer von 100% Lohn abzüglich Fixkosten, sagen wir 20% Lohn zum Konsum zur Verfügung. Steigen die Energiepreise, kann er die Fixkosten nicht senken und schränkt zugunsten der Energie seinen Konsum ein, er hat nur noch 18%, 15%, 10% für Konsum zur Verfügung, es kommt zur Nachfragefalle und Rezession. Nun ist das nicht so einfach, denn mit höheren Energiepreisen können natürlich die Energiearbeiter wiederum konsumieren. Die Produktivität sinkt aber trotzdem, denn es ist ja mehr Aufwand nötig, um höhere Produktivität zu erzielen. Nun gibt es die Idee, dass dieses Minuswachstum bereits seit den 80ern stattfindet und durch die Liberalisierung des Bankensektors und die lockere Geldpolitik verdeckt wurde. Man hat die sich verkleinernden 20% einfach wieder ausgedehnt, indem man den Arbeitern einen Kredit gegeben hat, indem sie also von den schrumpfenden 20% ihres Gehalts der Zukunft sich bereits heute Konsumwaren kaufen können. Logischerweise führt das dazu, dass irgendwann die Kredite faul werden. Dieses Szenario ist ziemlich genau so mittels wissenschaftlicher Modelle vorhergesagt worden, man erinnere sich an den Club of Rome. Wenn sich diese These bestätigen sollte, hat das ein paar Implikationen: a) das Finanzsystem wird crashen oder man muss den Konsum der letzten Jahrzehnte irgendwie weginflationieren, b) wir brauchen eine Wirtschaft, die nicht mehr wächst oder die Wachstum ohne Ressourcenmehrverbrauch realisiert, c) die Ressourcenpreise werden stärker schwanken (derzeit sind sie sehr niedrig), d) alternative Energien werden konkurrenzfähig, e) Länder, die günstig fördern können (Saudi-Arabien) werden versuchen, Standortvorteile zu realisieren, f) wir werden Energie „fairer“ verteilen müssen, Brot ist wichtiger als mit dem 2-Tonner 5km zum Bäcker zu fahren. Derzeit befinden wir uns in einer Umbruchphase. Wir glauben, alles bliebe so, wie es ist, nur fahren wir morgen mit Windstrom statt mit Öl. Das geht nicht, weil Wind und Wasser und Solar zwar noch viele Kapazitäten haben, aber am Ende durch die Physik begrenzt sind. Die Ausbeute an Sonnenstrom in Deutschland lässt sich nicht ewig steigern. Wir kommen also um Änderungen nicht herum. Diese Änderungen werden höchstwahrscheinlich auch zu Änderungen der Besitzverhältnisse, des Rechts und des politischen Systems führen. Bis es soweit ist, wird man einfach die Verlierer aus dem System drängen. Man wird die Schuld den Armen geben, es ethnisch und sozial begründen. Die Reichen wollen keine Änderung. Es ist bereits so, man schaue genau hin! Aber das wird sich nicht lange aufrecht halten lassen. Dass Problem ist: Niemand weiss, wie man Wirtschaft ohne Wachstum organisieren soll. Der Kernkonflikt: Niemand investiert, wenn er davon ausgehen muss, morgen weniger zu haben als heute, niemand vergibt Kredite, die nicht rückzahlbar sind. Wir haben es noch nicht erfunden. Vielleicht funktioniert es mit dem Bürgergeld, ich weiss es nicht.

    • Finden Sie den Begriff „Nachhaltigkeit“ und die Art seiner Verwendung nun angesichts Ihrer interessanten Ausführungen hilfreich?

  2. Hauptsache es wirkt!
    Fakt ist doch, dass es unserem Planeten schon mal besser ging und wir eine Menge wieder hinbiegen könnten, wenn wir es schaffen selbst dem letzten Deppen beizubringen, was Ressourcen überhaupt sind, warum sie ausgehen und was es für Konsequenzen hat, sie abzubauen und zu benutzen. Da bin ich nicht kleinlich, freue mich über die Verbreitung des Begriffs, die Sensibilisierung der Masse und hoffe, dass kommende Generationen davon profitieren und es besser machen als wir.

  3. Was ist nachhaltig?
    Nicht ist nachhaltig, außer der Tod!!

  4. Wo bleibt der Nachweis?
    Der Autor ereifert sich über den Begriff, ohne auch nur in einem einzigen Fall zu beweisen, daß die so betitelten Kurse nicht sinnvoll wären. Daß der Mensch aber tatsächlich eher schlicht darin ist, die langfristigen Konsequenzen seines Handelns richtig einzuschätzen und entsprechend darauf zu reagieren, wurde in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen. Daher ist es durchaus angebracht, in den Universitäten entspechende Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln. Die Notwendigkeit ohne jedes stichhaltiges Argument zu bezweifeln, ist kurzsichtig und rein subjektiv.

    • Dass Sie von der Fülle der Belege und schrägen Zitate nicht beeindruckt sind, finde ich bemerkenswert.

  5. Nachhaltigkeit all the way to distruction.
    Great.

  6. Sustainablility and capacity building
    Der Autor haette lieber den Begriff klaeren sollen und pruefen, ob die behaupteten Projekte tatsaechlich den Namen verdienen oder nicht. So ist er nur eine oberflaechliche Polemik. Fairtrade haette sich angeboten. Nachhaltige Bildung gegen Wegwerfausbildung kommt in den Sinn, usw., alles megadumm, leider.

  7. Nachhaltigkeit als Studienfeld bereits seit Jahren etabliert
    Die Zuspitzung in diesem Meinungsbeitrag ist hilfreich! Die Diskussion kann helfen, oberflächliche „Me-Too“-Ansätze von fachlich fundierten Studienprogrammen zu trennen. Allerdings: Durch die verkürzte Darstellung einer vorhanden jahrzehntelangen wissenschafltichen Auseinandersetzung zum Nachhaltigkeitsbegriff (national wie international) – im Feld Wirtschaftswissenschaften als ’sustainability management‘ bzw. für die VWL mit Stichwort Nachhaltigkeitsökonomie – zeigt der Beitrag auch, dass man sich nicht die Mühe gemacht hat, sich die fachlichwissenschaftliche Diskussion um Sustainability bzw. Nachhaltigkeit näher anzusehen. Einige der genannenten Studienschwerpunkte bestehen darüber hinaus bereits seit 10 bis 15 Jahren.

  8. Titel eingeben
    Was veranlasst den Autor zu denken dass solche Studiengänge bzw. Studenten dieser den Begriff nicht hinterfragen würden? Ich habe einen solchen studiert, nämlich nachhaltiges wirtschaften. Ich stehe diesem und ähnlichen Studiengängen kritisch gegenüber aber kann nicht behaupten den Begriff nicht in diversen Veranstaltungen und Diskussionsrunden kritisch hinterfragt und systematisch zerlegt zu haben. Irgendwann wird das aber auch langweilig. Wenn man weiß wir der Begriff gemeint ist und wie er genutzt wird hat man trotzdem keine Ausbildung in Nachhaltigkeit

  9. Die Erklärung ist denkbar einfach..
    Wer Lehr- und Forschungsmittel beantragen will, muss sich anpassen und mit dem politisch korrekten Strom mitschwimmen. Ansonsten fehlt im Antrag die „inhaltliche“ Substanz! ;-) „Nachhaltigkeit“ ist einer der Kampfbegriffe der links-grünen Ideologie und wird inzwischen reflexartig als buzz-word in Konversationen via Stammhirn ergänzt, um der eigenen Argumentation ex post einen angenehmen Beigeschmack zu verleihen; selbst an Stellen, an denen der Begriff völlig sinnfrei erscheint!

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