Chaos as usual

Chaos as usual

Wer sich heutzutage in den Straßenschluchten des Kapitalismus bewegt, muss aufpassen, von einstürzenden Paradigmen und herabfallenden

Wiederholt sich die Geschichte? Das will ich doch gar nicht wissen!

| 78 Lesermeinungen

Das Prinzip eines Pyramiden- oder Kettenbriefspiels ist schnell erklärt: Alle Teilnehmer erwarten, nach ihnen würden weitere Spieler einsteigen, aus deren Einsatz dann die Rückzahlung des eigenen Spielgeldes bestritten sowie das - zumeist sagenhafte - Gewinnversprechen der Organisatoren eingelöst wird. Weil die ganze Nummer logischerweise nur solange funktionieren kann, als neu hinzutretende Teilnehmer gefunden werden, andernfalls alle übrigen noch im Spiel befindlichen Spieler alles verlieren, sind derartige Kettenbriefspiele üblicherweise gesetzlich verboten. Bis auf eines, zufällig das größte Pyramidenspiel überhaupt: Der Kapitalismus. Dieses Spiel ist absolut legal, seine erfolgreichen Spieler werden zumeist als „Helden" verehrt und rangieren in den gesellschaftlichen Hierarchien an oberster Stelle. Die goldene Regel im Kapitalismus lautet: Solange zur Bedienung aller Schulden neue Nachschuldner gefunden werden, läuft alles wunderbar. Bleiben diese aber aus, dann heißt es: Game over! - Der Kettenbrief reißt, der Aufschwung schlägt um in die Krise, und alle, die gestern noch jubelten, sind plötzlich stinksauer. Zumeist gibt es dann ziemlich lautes Geschrei, wenn es besonders hart kommt auch eine knackige, kleine Revolution, oder gar einen ausgewachsenen Krieg, mittels derer die alten Wetten aufgehoben und die Schuldenuhren auf „Null" zurückgedreht werden, sodass das lustige Kreditspiel von Neuem starten kann. Der ehemalige Fed-Chef Alan Greenspan verlieh dieser Sorge Ausdruck, als er vor einigen Jahren um „new credits" förmlich bettelte, und selbst durch drastische Leitzinssenkungen massiv dazu beitrug, dass sie auch tatsächlich eintrafen; sein Nachfolger Ben Bernanke tut sich da schon erheblich schwerer, die Neuschuldner wollen sich seit geraumer Zeit partout nicht einstellen, die wirtschaftlichen Auswirkungen ihres Fernbleibens werden zunehmend schlimmer.

Das Prinzip eines Pyramiden- oder Kettenbriefspiels ist schnell erklärt: Alle Teilnehmer erwarten, nach ihnen würden weitere Spieler einsteigen, aus deren Einsatz dann die Rückzahlung des eigenen Spielgeldes bestritten sowie das – zumeist sagenhafte – Gewinnversprechen der Organisatoren eingelöst wird. Weil die ganze Nummer logischerweise nur solange funktionieren kann, als neu hinzutretende Teilnehmer gefunden werden, andernfalls alle übrigen noch im Spiel befindlichen Spieler alles verlieren, sind derartige Kettenbriefspiele üblicherweise gesetzlich verboten. Bis auf eines, zufällig das größte Pyramidenspiel überhaupt: Der Kapitalismus.

Dieses Spiel ist absolut legal, seine erfolgreichen Spieler werden zumeist als „Helden“ verehrt und rangieren in den gesellschaftlichen Hierarchien an oberster Stelle. Die goldene Regel im Kapitalismus lautet: Solange zur Bedienung aller Schulden neue Nachschuldner gefunden werden, läuft alles wunderbar. Bleiben diese aber aus, dann heißt es: Game over! – Der Kettenbrief reißt, der Aufschwung schlägt um in die Krise, und alle, die gestern noch jubelten, sind plötzlich stinksauer. Zumeist gibt es dann ziemlich lautes Geschrei, wenn es besonders hart kommt auch eine knackige, kleine Revolution, oder gar einen ausgewachsenen Krieg, mittels derer die alten Wetten aufgehoben und die Schuldenuhren auf „Null“ zurückgedreht werden, sodass das lustige Kreditspiel von Neuem starten kann. Der ehemalige Fed-Chef Alan Greenspan verlieh dieser Sorge Ausdruck, als er vor einigen Jahren um „new credits“ förmlich bettelte, und selbst durch drastische Leitzinssenkungen massiv dazu beitrug, dass sie auch tatsächlich eintrafen; sein Nachfolger Ben Bernanke tut sich da schon erheblich schwerer, die Neuschuldner wollen sich seit geraumer Zeit partout nicht einstellen, die wirtschaftlichen Auswirkungen ihres Fernbleibens werden zunehmend schlimmer.

Dieser Kettenbrief lief in der Geschichte der Menschheit schon so häufig ab, dass man damit ganze Bibliotheken der klassischen Weltliteratur füllen könnte, und tatsächlich sind sie das auch: Die großen Schuldreformer der Antike sind alle bestens überliefert, von Lykurg bis zu den Gracchen, Cicero brachte Catilina an den Galgen, nachdem der sich an die Spitze eines Schuldneraufstands setzen wollte, und besonders deutliche Hinweise auf altertümliche Kreditquereleien liefert natürlich der größte Klassiker von allen, die Bibel: Josephs Prophezeiung der 7 fetten und 7 mageren Jahre war im Prinzip nichts anderes als die Beschreibung einer solchen Boom-Bust-Sequenz, und bei Moses lesen wir etwas von einem „Erlassjahr“, einer obligatorischen Schuldenstreichung alle 7 Jahre, die den deflationären Druck aus der Wirtschaft nehmen und Spielräume für einen neuen Aufschwung schaffen sollte. Ein Gedanke übrigens, der erst kürzlich wieder vom englischen Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson in einem Beitrag für die Financial Times aufgegriffen wurde, als eine alternative Möglichkeit, mit der man unserer neuzeitlichen Misere natürlich auch beikommen könnte. Moses war also offenbar ein weiser Mann, zumindest weiser, als so manche selbsternannten oder offiziellen „Wirtschaftsweisen“ unserer Tage, die von der Funktion des Kredits in einer kapitalistischen Wirtschaft bisweilen nicht den Schimmer einer Ahnung haben.

Nun hat sich auch eine moderne Bibel, das Hamburger „SPIEGEL“-Magazin, des Themas angenommen: „Wiederholt sich die Geschichte doch?“, knallt es einem in großen, bedrohlichen Lettern vom Titelblatt der jüngsten Ausgabe entgegen, daneben das legendäre Foto vom verzweifelten, Arbeit suchenden Mann auf der Straße anno 1930. Über 5 Millionen Menschen hätten seit Ausbruch der Krise in den USA ihren Job verloren, schreibt der SPIEGEL, Ende nicht absehbar, und Deutschland würde den USA auf diesem Kurs folgen. Laut Prognose der führenden Wirtschaftsinstitute schrumpft die deutsche Volkswirtschaft dieses Jahr um 6%, der blanke Horror, der stärkste Einbruch in der Geschichte der Bundesrepublik, und wenn man bedenkt, dass besagte Institute die Krise samt und sonders verschlafen haben, ihre bisherigen Prognosen daher viel zu optimistisch waren, dann steht ohnehin zu befürchten, dass die jetzt avisierten 6% in kommenden Vorhersagen noch weiter nach unten revidiert werden müssen.

„In Amerika hat sich die Depression längst in den Alltagssprachgebrauch zurückgeschlichen“, meint der SPIEGEL, und recht hat er, gerade eben erst wieder hat Nobelpreisträger Paul Krugman in seiner Kolumne in der NY Times davor gewarnt. Von der Politik hänge jetzt so ziemlich alles weitere ab, meint Krugman darin, und der SPIEGEL stimmt ihm darin zu:  „Die Krise könnte die Volkswirtschaften ähnlich hart treffen wie die Große Depression – wenn die massiven Rettungspakete der Regierungen nicht greifen.“

Das Problem ist nur: Diese Rettungspakete sind aus meiner Sicht keineswegs „massiv“, zumindest in Deutschland nicht. Um das zu verstehen, muss man sich vor Augen führen, dass den öffentlichen Kriseninterventionen notwendigerweise 2 Aufgaben zukommen, die sie unbedingt erfüllen müssen, wenn sie Erfolg haben sollen: erstens muss verhindert werden, dass Kredittitel und dahinterstehende Sicherheiten weiter im Preis verfallen, etwa deshalb, weil sie von den Banken in Notverkäufen („fire sales“) auf den Markt geschmissen werden: Das ist üblicherweise der Job der Zentralbank, in ihrer Rolle als „Lender of last resort“; die Ausmaße und Komplexität dieser Krise brachten es aber mit sich, dass der Staat zusätzlich einspringen und diverse „Rettungsschirme“ im Umfang mehrer Hundert Milliarden Euro für die Banken spannen musste, um diesen Teil der Übung so halbwegs hinzukriegen; und wie wir aus aktuellen Debatten um die „bad bank“ wissen, ist er damit eh noch lange nicht fertig.

Teil 2 der Aufgabe wird aber noch viel schwieriger: Der Staat muss die ausfallenden „new credits“ irgendwie ersetzen, er muss – um in der Sprache unserer Pyramidenspiel-Analogie zu bleiben – selbst in das Spiel eintreten und den Einsatz stellen, der nötig ist, um alle früheren Spieler auszulösen. Soll heißen: über öffentlichen Konsum, Investitionen und Sozialtransfers bewirkt er, dass Unternehmen und Privathaushalte weiterhin Gewinne und Einkommen in ausreichender Höhe erzielen, um kreditfähig zu bleiben und ihren Verpflichtungen nachkommen zu  können. In den 1930ern tat er das nicht – Folgen bekannt. Jedoch: Das für alle hinzubekommen ist im Prinzip eh ein Ding der Unmöglichkeit, und wenn es die Regierung tatsächlich versuchen wollte, dann müsste sie dafür jedenfalls deutlich höhere Ausgaben veranschlagen, als in den bislang beschlossenen Konjunkturpaketen I und II stecken. Folgt man der Theorie des amerikanischen Ökonomen Hyman Minsky, die zur Erklärung der Krise neuerdings häufig herangezogen wird, dann müsste das Haushaltsdefizit der Bundesregierung um mindestens den Betrag steigen, um den die Investitionsnachfrage und der Außenhandelsüberschuss einbrechen. Nehmen wir einmal an, dass beide im Verlauf der Krise um jene 20-30% zurückgehen, welche die Financial Times vor einiger Zeit prognostiziert hat, dann wären das zwischen 100 und 150 Mrd Euro, die der Staatshaushalt an Nachfrageausfällen und damit ausbleibenden Gewinnen und Einkommen kompensieren müsste. Nota bene: pro Jahr! Konjunkturmaßnahmen in dieser Größenordnung scheinen aber ganz und gar undenkbar, zumindest derzeit. Zudem weiß niemand, wie schlimm es wirklich kommen wird, der SPIEGEL zitiert Finanzminister Peer Steinbrück mit seinem Eingeständnis „Ich weiß es nicht“, womit der wenigstens sympathische Ehrlichkeit beweist.

„Das macht die Krise so unheimlich. Wo sie herkommt, ist bekannt. Wo sie hin will, weiß keiner“, stellt der SPIEGEL dazu fest. Und wenn wir es genau nehmen, dann stimmt noch nicht mal das: Nach wie vor besteht im Ökonomenlager keine Einigkeit darüber, was genau die Ursachen der Krise sind, stattdessen werden die unterschiedlichsten Erklärungsmuster herangezogen, von gierigen Banken, über unfähige Regulierungs- und Aufsichtsorgane, bis hin zur einleitenden Darstellung der systemischen Schwächen des „Kettenbriefs Kapitalismus“, wie er vor allem den Theorien von John Maynard Keynes, Irving Fisher und dem oben genannten Hyman Minsky zugrunde lag. Nur sind deren Theorien allesamt nicht Teil des aktuellen ökonomischen Mainstream-Denkens: Darin wird die Krise nach wie vor lediglich als „Betriebsunfall“ abgehandelt. Exemplarisch bringt der SPIEGEL ein Zitat von einem der bekanntesten Ökonomen unserer Zeit, dem Nobelpreisträger Robert Solow, der auf die Frage „Können Sie erklären, was passiert ist?“, geantwortet haben soll:

„Nein, ich glaube nicht, dass normales ökonomisches Denken bei der Erklärung dieser Krise helfen kann.“

Tja, irgendwie ganz schön doof, oder?

Der größte Fehler, den man der Politik deshalb auch vorwerfen muss, ist der, weiterhin genau jener Elite der Ahnungslosigkeit hörig zu sein, die diese Krise nicht nur nicht kommen hat sehen, sondern die sie darüber hinaus auch jahrelang zu Maßnahmen überredet hat, die jetzt alles nur noch schlimmer machen: Dank der Politik des konsequenten Sozialabbaus der letzten Jahre sind in dieser Krise klassische Segmente der deutschen Mittelschicht erstmals akut vom Abstieg auf Sozialhilfeniveau bedroht, wie DGB-Chef Sommer neulich in der ARD nicht müde wurde zu betonen. Und dass er damit völlig recht hat, zeigt sich überdeutlich an der Misere um Opel, Schaeffler und die vielen anderen Großunternehmen, bei denen Mitarbeiter in gut bezahlten Jobs zu Hunderten und Tausenden spätestens dann auf der Strasse stehen werden, wenn die aktuellen Kurzarbeitsprogramme auslaufen und die Strohfeuerwirkung der Abwrackprämie verflogen ist. Die Erwartungen der Menschen an eine ungewisse Zukunft wären es, so schrieb John Maynard Keynes anno 1936, die den Verlauf des wirtschaftlichen Geschehens bestimmen: Sie nachfrageseitig zu stabilisieren, und damit angebotsseitig die „Animal Spirits“ der Unternehmer zu wecken, sprich: sie zu Investitionen anzuregen, wäre der einzig mögliche Weg, eine Krise vorzeitig zu beenden. Auf heute umgelegt, stelle ich mir daher die Frage: Wo soll die Zuversicht herkommen, wenn der Facharbeiter bei Opel damit rechnen muss, bereits nach 18 Monaten Arbeitslosigkeit nicht nur auf das Kaufkraftniveau eines Hartz-IV-Empfängers zurückgestuft zu werden, sondern darüber hinaus womöglich auch noch sein gesamtes Erspartes und sein Eigenheim zu verlieren? Und mal im Ernst: Wenn die Krise tatsächlich so schlimm wird, wie der SPIEGEL schreibt, wo sollten dann binnen 18 Monaten ausreichend Jobs für die Entlassenen bei Opel & Co herkommen?

Die Revision der Hartz-IV-Reformen stünden deshalb für die Sozialdemokraten auch ganz oben an, heisst es im SPIEGEL weiter, denn sie dürften nicht zulassen, dass ihre Stammklientel in die Armutsfalle gerät. Doch hier greift der SPIEGEL in seiner Interpretation zu kurz: Wenn die Krise sich verschärft und tatsächlich Dimensionen wie in den 1930ern annimmt, dann ist eben nicht mehr nur die klassische Stammwählerschaft der SPD davon betroffen, sondern ausnahmslos wir alle!   

Daher – und diesmal will ich es gerne deutlicher formulieren, als in meinem Beitrag „Politik für die obersten 1,6%“, der offenbar in diesem Punkt etwas missverständlich geraten war – sollten beide Regierungsparteien, vor allem aber die CDU/CSU, endlich aufwachen, ihre bisherigen wirtschaftspolitischen Berater zum Teufel jagen und sich von den wahren, apokalyptischen Dimensionen des drohenden Desasters überzeugen lassen. Dann dürfte ihnen schlagartig klar werden, dass auch sie um eine Politik, die sie gestern noch als „Linksruck“ und „sozialistische Mottenkiste“ verunglimpften, in Wahrheit gar nicht herumkommen werden. Die „Leistungsträger“ von heute könnten nämlich ratzfatz die Verlierer von morgen werden, und dann ist ihnen alleine mit Steuersenkungen und der üblichen Rhetorik des „Wir sind alle stolz auf Euch!“ bestimmt nicht geholfen.

Der SPIEGEL lässt am Schluss seines Beitrags den Wirtschaftshistoriker Abelshauser sagen: „Geschichte wiederholt sich nicht. Oder doch?“

Aber mal im Ernst: Wer möchte die Antwort auf diese Frage wirklich wissen? – Ich jedenfalls nicht! Ich habe echt keinerlei Interesse, das herauszufinden.


78 Lesermeinungen

  1. Kaiserbubu sagt:

    Der Beitrag müsste nicht nur...
    Der Beitrag müsste nicht nur im Blog stehen, sondern auf der Titelseite. Wenn man stattdessen, die konservative „Kundschaft“ in den Foren liest, die nach wie vor „den Knall“ nicht gehört hat, dann habe ich kaum Hoffnung auf eine baldige „Genesung“ der ideologischen Lemminge.
    Und die FDP wird immer stärker. Geschichte wiederholt sich eben doch. Leider nichts gelernt. Wie soll man das auch von den über zwanzig Jahre lang „versauten“ Hirnen der Mainstreamökonomie erwarten?

  2. was ein quatsch... diese...
    was ein quatsch… diese kriesengeilheit ist ja kaum noch auszuhaltgen. jeder schmeißt wie es ihm gefällt mit ein paar zutaten aus der volkswirtschaftlehre um sich, singt das lied das alle singen und glaubt, das versagen der anderen konstatieren zu können.
    herrje: auf zwei jahrenzehnte beispiellosen wirtschaftswachstums (nicht in deutschland, aber daran sind wir selber schuld) folgt jetzt eben ein paar jahre der konsolidierung. so what?
    die krise sollte uns nicht zu einem wie auch immer gearteten „systemwechsel“ bringen, sondern dazu, unser system überhaupt erstmal zu verstehen. in unserer dekadenten verfetten sozialstaats-schuldengesellschaft íst eine einfache einsichte abhanden gekommen:
    wohlstand entsteht nicht durch geld, sondern durch fleiß, anstand, bescheidenheit und kreativität. und die manager sind weder die ersten, noch die größten versager im hinblick auf diese skala. die politiker und gewerkschafter, die boulevardmedien (und wer gehört heute nicht dazu?), die studenten, die beim bafög betrügen und der bäcker, der seinen mercedes schwarz fährt – eben *wir alle*. uns kein system dieser welt kann uns retten, wenn wir faul, vergnügungssüchtig und unanständig sind.

  3. und warum dieser artikel ein...
    und warum dieser artikel ein unsinn vor dem herren ist, erschließt sich natürlich gleich schon aus dem ersten absatz:
    bei einem schneeballsystem wird geld von den letzten zu den ersten teilnehmern umverteilt – bei krediten wird das geld dorthin verteilt, wo ertrag und risiko im optimalen verhältnis zueinander stehen.
    daß das bei einem größeren teil der kredite nicht geklappt hat ist bedauerlich – aber weder ein systemfehler, noch ein schneeballsystem.
    was allerdings sehr wohl schneeballsystem-artigen charakter hat, das sind diese sogenannten konjunkturpakete auf pump…

  4. " 'Geschichte wiederholt sich...
    “ ‚Geschichte wiederholt sich nicht. Oder doch?‘ Aber mal im Ernst: Wer möchte die Antwort auf diese Frage wirklich wissen? – Ich jedenfalls nicht!“
    Die Aufgabe, der globalen Crashwiederholung zu entgehen, ist einfacher als man denken kann, weil ‚Das Rettende‘ schon längst herangewachsen ist und verfügbar nah ist – was Friedrich Hölderlin für den Fall großer Gefahr wußte: ‚Nah ist/Und schwer zu fassen der Gott./Wo aber Gefahr ist, wächst/Das Rettende auch.‘
    In unserem Fall gilt folgender Einstieg: Die globale, national-synchrone Wachstumsabsturz-Krise spielt mit dem Ancien Régime ‚2%-Wachstumszwang-Monsterregime‘ das evolutionsprozess-logische Spiel eines Ordnungsübergangs von einer Kulturstrufe in die nachfolgende. Die Ausweglosigkeit der Krise ist das sichere Zeichen, dass hier der Exodus und den Übergang in die evolutionsprozess-/akzelerations-logisch folgende Weltordnung des KREATIVEN Akzelerationspfades vorbereitet wird. Um aus der geschichtlichen Wiederholungslogik eines 1929er-Crashs herauszukommen, müssen wir nur die Regeln des Evolutionsspiels erkennen und diese in Steuerungssystem-Inhalte umsetzen und global als neue Weltordnung einführen. Ziel muß der S-Verlauf für den industriell-ökonomischen Wachstums- und Fortschrittsprozess sein. Der exponentiellen Weiter-So-Wachstum-Verlauf, der immer auf einen Systemcrash zielt, muß in einen logarithmischen Verlauf münden.
    Empfehlung: Es gilt, die globale Wachstumsabsturz-Krise auf der Ordnungsebene des Evolutionsprozesses zu diskutieren und dort den Lösungsansatz zu suchen und alle anderen, ökonomischen oder geld- und kredittheoretischen Analyse- und Therapie-Ebenen und -Ansätze zu vergessen.
    Dieser Aufstieg auf die evolutionsprozess-logische Ebene wird sich schon deshalb lohnen, weil dort alles projektfähig einfach wird, und selbstläuferisch und alle Staaten kooperieren werden – und alle längerfristigen Fehlentwicklungs-Risiken des Industriesystems mitgelöst werden. Hier ergibt sich eine globale, evolutionslogisch-geniale TINA-Situation für die Zukunft der Menschheit. Das ist eindeutig aus dem evolutionsprozess- und chaosphysikalisch fundierten, projektfähigen Erkenntnisstand abzuleiten, den der Verfasser unter dem Namen EPIKUR-Projekt anbietet.

  5. Schuld ist ein großes Wort,...
    Schuld ist ein großes Wort, fürwahr!
    Wer ist Schuld wenn aus den Kindern nichts wird? Oder wenn der Hund nicht hört?
    Jeder der Kinder hat, oder einen Hund, weiß was nötig ist um Grenzen zu setzen.
    Grenzen setzen um klar zu machen was man darf und was sich gehört. Unterbleiben diese wichtigen Regeln der Erziehung dann besetzen Kind oder Hund die nicht besetzten Nischen!
    Oder anders: Jeder der heute vorschlagen würde den Straßenverkehr zu
    „deregulieren“, dass heißt die von allen anerkannten Verkehrsregeln zu
    missachten, den würde man für verrückt erklären und ( zu Recht) nicht ernst
    nehmen!
    Was das alles mit der Krise zu tun hat?
    Nun wenn ich, wie in den letzten Jahren geschehen, von Seiten der Politik jede
    Regulierung und jede Ziehung von Grenzen für dieses „Finanz Casino“ abschaffe, dann darf ich mich doch nicht wirklich wundern dass es zum Crash
    kommt,oder?
    Die Politik hat genau das gemacht was ich oben geschrieben habe. Sie hat ein
    Verkehrssystem von allen dringend erforderlichen Regularien „befreit“ und wundert sich jetzt das die handelnden Personen die von der Politik freigegebenen Nischen besetzt hat. Denn was nicht verboten ist, ist ausdrücklich
    erlaubt! Oder ändern Krawatten und Anzüge etwas an dieser einfachen
    Erkenntnis? Nicht wirklich, wie sich nicht erst jetzt wieder zeigt…
    Man hat das das Geld Verkehrssystem von allen Regeln befreit.
    Man hätte Ursula von der Leyen fragen sollen was passiert wenn man so etwas
    dummes tut.
    Für mich liegt hier ( neben der generellen Fehlkonstruktion des Geldes bzw
    des Geldkapitals, z.B. dessen Hortbarkeit..) das eigentliche Übel dieser Krise!
    Was mich wundert ist, das man sich wundert das diese Krise in diesem Ausmaß
    jetzt eingetreten ist! Denn sie ist weder über uns gekommen wie die berühmte
    biblische Plage noch konnte man an ihr vorbeisehen! Jedenfalls nicht wenn man
    noch ein Hirn im Kopf hatte.
    Das was jetzt passiert ist politisch so gewollt gewesen!!! Man hat mit Bedacht
    und auf Anweisung der Finanzindustrie Zweckgesellschaften und Investment
    Banken und ihre tollen „Finanzprodukte“ hoffähig gemacht!
    Wundert man sich wirklich ernsthaft darüber, dass ganze Stäbe des Casinos
    die neuen Freiheiten bis zum Exzess ausnutzen würden? Wirklich?
    Und zu welchem Schaden? Natürlich zum Schaden der Allgemeinheit, was denn
    sonst? Auch das konnte man vorher wissen! Erst sammelte man, über Lohn
    Verzicht und Sozialabbau
    Milliarden über die letzten Jahre ein, für dieses Casino in dem übrigens
    keinerlei Mehrwert für die Allgemeinheit generiert wird, um den Nachschub an
    „Chips“ für die Zockerei zu sichern und jetzt als fast alle Tische geplatzt sind,
    sagt man uns allen Ernstes das man leider noch einige 100 Milliarden für die
    Wettbüros nachschießen muss! Leider, leider aber ohne Casino? Wo bleibt da
    der Spaß? Ts,ts,ts..
    Ich stelle mir automatisch und völlig spontan die Frage: War das wirklich nur
    Unwissenheit? Dummheit? Oder steckt mehr dahinter?
    Wie jetzt die Politik in der Krise reagiert, wie die Bundesregierung und ihr
    Finanzminister eine Nebelkerze nach der anderen zündet und den Brand
    versucht unter der Decke zu halten ist schon ein Schaustück besonderer
    Art! Das ist sehr interessant. Denn es zeigt eines: da gibt es immer
    noch kein anderes Denken! Diese Leute, die uns regieren und die mit den
    Finanzhaien zu verfilzt sind um da wieder raus zu kommen, denken gar nicht
    daran etwas grundlegendes zu ändern!
    Weiter so ist das Motto! Rettet unsere Kinder, sie wollten nur spielen, aber
    wirklich unartig? Nein die doch nicht!
    War ein Ausrutscher, wird nicht wieder vorkommen.:)))
    Ergo:wenn ich Kindern oder Hunden keine Grenze setze, dann kracht es
    irgendwann und/oder irgendwo, ganz klar!
    Deshalb sind nicht die unartigen Kinder Schuld, sondern die die die Macht hätten
    zu erziehen! Die Regeln und Grundsätze aufstellen mussten, bzw nicht hätten
    einreißen dürfen. Das sind die eigentlichen Versager! Auch wenn sie jetzt so tun
    als wären sie völlig überrascht. Sollten sie das tatsächlich sein, dann wüsste ich
    nicht was schlimmer ist…
    Aber bis heute habe ich nicht vernommen das Fehler korrigiert werden sollen,
    jedenfalls nicht die eklatanten. Gar nix, bis jetzt. Das bedeutet nichts gutes.
    Denn man hat nix,aber auch gar nix kapiert! Auch nicht das noch dringendere
    Problem..
    Das Problem? Das Problem ist das wir nicht in einem unendlichen Raum leben,
    sondern in einem endlichen! Und zwar in einem der schon arg ramponiert ist!
    Der schon alle Anzeichen eines grundlegenden Verfalls aufweist. Was nützt mir
    in einer Ecke des Raumes ein wunderschönes Gemälde, wenn der Rest des
    Raumes der Sanierung bedarf?
    Statt jetzt hunderte von Milliarden von Euro an Steuergeldern für angeblich
    “ systemische“ Spieltische aufzuwenden, sollte man mal das Hirn ausschütteln
    und ausnahmsweise mal den Kopp einschalten!
    Jetzt ist die große historische Chance für eine mutige und junge Politiker
    Generation, die nämlich von der ökologischen Katastrophe voll betroffen sein
    wird, aufzumucken und den alten unfähigen ( oder korrupten?) Schnarchsäbeln
    mal sagen was Sache ist! Wo sind die Grünen? Weiß noch einer zu was die mal
    angetreten sind? Vergessen? Ehrlich gesagt, ich auch…
    Der Zustand der Erde, der Klimawandel der immer teurer wird je länger man vor
    dieser Tatsache die Augen verschließt, die generelle Frage ob man wirklich
    riesige Kapitalvermögen und die Bedrohung derselben für die
    Gemeinschaft und dem Allgemeinwohl weiterhin zulassen will und kann, die
    Energieproblematik, die Möglichkeit unseren Strom komplett auf Alternativ
    Energien umzustellen ( was heute schon möglich wäre, auch wenn die Futzis
    von unseren großen Dreckschleudern anderes behaupten!) und weiteres,
    dass wären die Themen die wirklich wichtig wären, als darüber zu parlieren wie man die Poker Tische wieder flott kriegt…
    Meine These: Ich habe die Menschheit schon immer für zu dumm und korrupt
    gehalten um zu erkennen was wirklich wichtig ist. Die Menschheit wird sich selbst vernichten. Die einzige Frage die offen ist, ist die auf welche Weise!
    Wie sagte ein weiser alter Indianer?
    Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet ,der letzte
    Fisch gefangen ist, werdet ihr merken das man Geld nicht essen kann…

  6. SZenso sagt:

    Es ist doch verrückt, die...
    Es ist doch verrückt, die Produktionskapazitäten sind nicht ausgelastet, „gesunde“ Firmen gehen Pleite, Luxus- und bald Grundbedürfnisse können nicht mehr nachgefragt werden, weil die individuelle Situation prekär empfunden oder geworden ist, aber auf der anderen Seite geistern Unsummen in aufgeblähten Bilanzen im Finanzsystemen ziellos umher.
    Es läuft etwas gehörig aus dem Ruder, wie damals, und das kann nur im System begründet sein.
    Ich sehe allerdings nicht den Kapitalismus oder den Kredit als Problem an, sondern vielmehr die Einheit von Macht und Machtmittelanhäufung (im Kapitalismus eben Kapital). Das biblische Beispiel der sieben Jahre zeigt, dass es sich bei Krisen vielmehr um ein Phänomen des Wirtschaftens an sich handelt.
    Die Lösung wäre also nach meiner These ein Gesellschafts- und Wirtschaftssystem, dass Macht und Machtmittelanhäufung bestraft – ist nur ein Scherz.
    Danke für den Artikel, obwohl er Befürchtungen weckt.

  7. bundesboy sagt:

    Zu dieser Krise kam es wegen...
    Zu dieser Krise kam es wegen der Enteignung der Massen von ihren Notgroschen bzw. dem prognostizierten Erbe. Jedem, der über Geld verfügte wurde mit Renditeversprechen das Bare abgeluchst und wertloses Wertpapier in die Hand gedrückt. Schuld sind auch die computerisierten Börsen, in denen allzu viele Leute Gott spielen.

  8. ignatius sagt:

    @Jens Tramann

    Die "globalen...
    @Jens Tramann
    Die „globalen Währungskrisen ganzer Währungsräume“ sind nicht eine Katastrophe, die es um jeden Preis zu verhindern gilt, sondern eine mögliche – wenn auch sicher nicht optimale – Lösung.
    .
    Die Verschuldensexzesse sind ja nur ein anderer Name für die Akkumulation von Finanzvermögen in den Händen immer weniger player (egal ob privat oder staatlich), schießlich gibt es für jede Schuld auch einen Gläubiger. Um das Problem und damit die dzt. Krise zu lösen, gibt es IMO genau 4 Möglichkeiten (in der von mir präferierten Reihenfolge):
    .
    (1) Die Schulden werden zurückgezahlt (die von Ihnen – und auch von mir – favorisierte Lösung). Das ist gleichbedeutend mit der Forderung, die Reichen (Staaten wie auch Privatleute) – also die Gläubiger bzw. cash-holder (im fiat System mehr oder weniger dasselbe) – mögen endlich anfangen ihr Geld auszugeben. Solange sie das nicht tun, ist es logischerweise unmöglich, die Schulden zurückzuzahlen oder (wegen der Zinsen) auch nur einzufrieren, weil dann viel weniger Geld bzw. Guthaben im Umlauf ist als offene Schulden. Eine Tilgung ist also nur möglich, wenn die, die Geld haben ES AUCH AUSGEBEN sodaß es in Umlauf kommt und seinem schuldbefreienden Zweck als Zahlungsmitten folgen kann.
    .
    Die Schuldner (jedenfall in Ihrer Gesamtheit) haben es nicht in der Hand, das zu tun – es ist eine alleinige Entscheidung der Gläubiger das zu ermöglichen und es ist offensichtlich, dass sie das – warum auch immer – nicht wollen.
    Diese Lösung, so wünschenswert sie auch wäre, denn dabei würden wirklich alle gewinnen, scheidet also aus.
    .
    (2) Die Schulden werden fiskalisch abgeschmolzen. d.h. wenn die, die das Geld haben, es partout nicht ausgeben wollen und somit offensichtlich eh keine Verwednung dafür haben, muss es ihnen der Staat halt wegnehmen (durch Vermögenssteuern, Erbschaftssteuern, Zwangshypotheken, Zwangsanleihen, etc.). Dazu sind zwei Dinge nötig, nämlich der politische Wille das zu tun (in DE wo der BGH schon bei einer EKSt über 50% jammert wohl nur mit Verfassungsmehrheit) und eine weitgehend lückenlose Überwachung des Kapitalverkehrs. Auf nationaler Ebene in einem wirksamen Ausmaß also defacto unmöglich. Auf EU Ebene denkbar – wenn die Engländer mitmachen.
    Natürlich kommt man mit so einer Maßnahme nur an die Privatvermögen der eigenen Bürger. Gegen die Ungleichgewichte auf zwischenstaatlicher Ebene helfen nur Transferzahlungen bzw. staatliche Schuldenerlässe.
    .
    (3) Die Schulden werden entwertet durch Entwertung der Währung in der sie denominiert sind. d.h. gezielte Inflation idealerweise im Gleichschritt mit anderen Weltwährungen ev. mit anschließender Währungsreform. Die realistischste Lösung da sie ohne Befassung der demokratischen Strukturen implementierbar ist und dzt. auch schon im vollen Gang. FED und BoE drucken, der IMF schöpft SDRs, nur Euroland (da und wieder besonders DE) und die EZB zieren sich noch etwas. Keine schöne Lösung aber besser als
    .
    (4) Die Schuldner erklären sich zahlungsunfähig, also ein deflationärer Zusammenbruch. Wie sowas ausgeht, haben wir ja in der 30ern ausprobiert …

  9. Robert Guder sagt:

    Nicht das Geld ist schuld,...
    Nicht das Geld ist schuld, sondern der Mensch selbst. Er und seine Wertvorstellungen. Jahrhundertelang wurden diese Wertvorstellungen geprädigt und entwickelten sich zu dem, was sie heute sind. Der Mensch ist nichts, Macht ist alles. Der Mensch ist nichts, Geld ist alles. Der Starke frisst den Schwachen auf.
    Die Diskussion um Kapitalismus und Linksruck geht an der wahren Frage vorbei. Die lautet, was wollen wir?
    Wollen wir uns unseren natürlichen Trieben hingeben? Das haben wir bis heute gemacht. Der Kapitalismus ist das gesellschaftliche/wirtschaftliche/politische (kurz gesagt kulturelle) Spiegelbild des Menschen. Warum also was ändern?
    Wenn ja, dann was? Wo? Wie? Linksruck? Um einen Wandel herbeizuschaffen (wie auch immer) braucht es erst einmal ein Wandel in unserer Einstellung, unserer Wertvorstellungen. Wenn das nicht passiert, dann enden wir nach vielen Jahren dort, wo wir angefangen haben. (Siehe frz. Revolution, russische Revolution, DDR usw usf.)

  10. dunnhaupt sagt:

    Es ist alles wieder wie 1932: ...
    Es ist alles wieder wie 1932: Finanzkrise, Arbeitslosigkeit, Straßenkämpfe zwischen rechtsextremen und linksextremen Banden, und die Hoffnung auf einen „Retter“, der alles wieder bessert. Ein Volk, das aus seiner Geschichte nicht lernen will, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.

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