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DaimlerChrysler – oder: Warum gibt es in Ägypten so viele Pyramiden?

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Seit ich zu Studentenzeiten Ägypten bereist habe, beschäftigt mich immer wieder die Frage, warum es in diesem großen Sandkasten so viele Pyramiden gibt....

Seit ich zu Studentenzeiten Ägypten bereist habe, beschäftigt mich immer wieder die Frage, warum es in diesem großen Sandkasten so viele Pyramiden gibt. Tatsächlich, von weitem machen Sie den Eindruck von riesigen Sandburgen, die mit Schaufel und Eimer wie zum Zeitvertreib entstanden sind und mit denen der Wind nun sein Spiel treibt.

Dieser Tage sind wir Zeuge, wie wieder eine solche Sandburg auf unserem mittlerweile globalisierten Spielplatz fertig gestellt wird. Wieder einmal sollte es die größte und schönste Pyramide weit und breit werden mit glitzernden Fassaden und einem weithin leuchtenden Stern auf der vergoldeten Spitze. Mit Jürgen Schrempp und Dieter Zetsche gaben sich gleich zwei Generationen von Pharaonen während der neun Jahre Bauzeit Schaufel und Eimer  in die Hand.

Eine Pyramide gibt es allerdings nicht umsonst. So ein Denkmal kostet schon ein paar Milliarden, nein, nicht den Pharaonen, sondern den Aktionären, deren Geld mit jedem Eimer mit Fleiß zu Grabe getragen wurde. Natürlich mussten die Bauherren ihre Pyramiden auch nicht selber bauen; dazu hatten Sie Myriaden von Mitarbeitern, die sie vom Autobau in den Sandkasten zum Sandschaufeln abkommandierten. Klar, dass unter diesen Bedingungen nicht mehr alle Autos gleich gut gelangen und zum Beispiel die E-Klasse zeitweise nicht mehr so klasse wie ehedem war. Auch Markttrends konnte man unter diesen Umständen leicht verschlafen. Wenn alle Energie im Sandkasten verpulvert wurde, kam es auf die Entwicklung von energiesparenden Motoren auch nicht mehr an.

So, jetzt ist die Pyramide fertig. – Nun wurde in Ägypten der Pharao feierlich einbalsamiert und in die ewige Dunkelheit verbracht. Dem machte das nichts aus, da er ja tot war. Weniger enthusiastisch dürften die Know-how-Träger gewesen sein, die, so wurde es mir zumindest im Innersten der Cheopspyramide erzählt, bei lebendigem Leib mit ihrem König eingemauert wurden. Heute geht es ein wenig anders zu. Der alte Pharao Schrempp ist quicklebendig und geniest Abfindung und Betriebsrente in sicherer Distanz. Die Spezialisten sind längst zur nächsten Baustelle gezogen. Einzig die Mitarbeiter dürfen das Gelände nicht verlassen und müssen den Sandhaufen wieder abtragen. Das Leben ist nicht fair, weder damals in Ägypten noch in unserer schönen globalisierten Welt. Jammern hilft nicht.

Seien Sie nicht traurig, wenn Sie bisher noch nicht dazu gekommen sind, Ihre eigene Pyramide zu bauen. Wie das Beispiel DaimlerChrysler zeigt, werden die heutigen Pyramiden von Supermännern gebaut und die alten waren am Ende wahrscheinlich das Werk von Aliens (zumindest wenn man dem Beitrag von Discovery Channel: Did Aliens Build the Pyramids? Glauben schenkt). Und wir sind doch bloß Menschen, die eigentlich nur ihren Job machen wollen, nicht wahr?

Beste Grüße &
Carpe Diem
Ralf Borlinghaus


1 Lesermeinung

  1. amelhassaan sagt:

    ...aber am Ende bleibt da...
    …aber am Ende bleibt da ein grosser Unterschied…

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