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Für die Arbeitswelt gilt: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Wir sind also in Bewegung – so oder so. Gehen wir doch in diesem Blog ein

Beck is back. Die ewigen Gesetzte der Macht

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Wieder einmal bewahrheitet sich: Totgesagte leben länger. Bei der alten Tante SPD steppt der Bär. Wir wollen verstehen warum.

Wer hätte das gedacht? Wieder einmal bewahrheitet sich: Totgesagte leben länger. Das gilt für Kurt Beck wie für die alte Tante SPD. Die Wiederauferstehung des Pfälzers, den böse Zungen schon Knut Beck getauft und als Problembären bezeichnet hatten, könnten nach Einschätzung der > Bundesagentur für Arbeit Milliarden kosten, die einer sinnvollen Senkung der Lohnnebenkosten fehlen. Die Folgekosten tragen zuletzt die Steuerzahler, nicht die heutigen, versteht sich; wir werden mit geliehenem Geld bezahlen, wie üblich. – Doch geht es dem Management Coach hier nicht um richtig oder falsch, sondern darum, die Spiele der Macht wieder ein wenig besser zu verstehen.

Da ist die SPD trotz Konjunkturaufschwung zur Mitte der Legislaturperiode im Umfragetief. Die Früchte, die Sie in der alten und neuen Regierung gesät hat, ernten andere. Der Parteivorsitzende kommt nicht aus dem Quark. Seine Profilierungsversuche in der Innenpolitik (lassen Sie sich die Haare schneiden, dann kriegen Sie auch ’nen Job) und seine Ausflüge in die Außenpolitik (die Taliban in den Friedensprozess einbinden) schlagen nicht durch. Stattdessen tritt die Linkspartei auf den Plan und besorgte Zeitgenossen sehen schon die Geschichte der Weimarer Republik sich wiederholen, in der die Linke in KPD, USPD und SPD zersplittert war und Ihre Schlagkraft eingebüsst hatte. – Das ist eine Zeit, die keine Helden, sondern Strategen braucht, die mit allen Wassern gewaschen sind. Da wird manche Flasche Pfälzer Wein geleert worden sein, bis die Idee ausgegoren war.

1. Erkenntnis: Das Volk denkt nicht, es fühlt. Also wird von nun an von „gefühlter Gerechtigkeitslücke“ gesprochen, um diese wider alle Vernunft mit nicht vorhandenen Milliarden zu schließen. Die Partei macht sich an den Menschen heran und will wieder geliebt werden. Und in der Liebe regiert – das zeigen die vielen bis zur Irrationalität geführten Rosenkriege – das Gefühl die Ökonomie.

2. Erkenntnis: Wir sind Teil des Problems. Die Agenda ist hausgemacht und ihr erster Verfechter ist der amtierende Vizekanzler und Arbeitsminister aus den eigenen Reihen. Nun, die Geschichte lehrt: Die Revolution frisst Ihre Kinder. Also warum nicht auch hier? So wird Münte kurzerhand auf den Speiseplan gesetzt und von seinem Chef öffentlich verfrühstückt. Münte lässt sich nichts anmerken und macht dem Parteitag gute Miene zum bösen Spiel (seine Leidensfähigkeit war ja durch den Affront von Andrea Nahles gestärkt worden, die Ihn seinerzeit veranlasst hatte, den Parteivorsitz abzugeben).

3. Erkenntnis: Jetzt nur nicht konkret werden. Eine gut vorbereitete zweistündige Parteitagsrede muss her, ein Aphrodisiakum, das eine kollektive uni mystica erzeugt, bei der allen ganz warm ums Herz wird. Die üppigen Sträuße roter Rosen in den Händen der Parteivorsitzenden werden zum Symbol dieser gegenseitigen Liebeserklärung.

Beck is back und Beck is beautiful. Das ist die Botschaft. Wir haben verstanden.

Beste Grüße &
Carpe Diem

Ralf Borlinghaus 

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