Coach Me If You Can

Kleine Philosophie des Erfolgs (II) – Erfolg & Anerkennung, oder: Arbeiten Sie wegen Geld?

„Mitleid bekommt man geschenkt, Anerkennung muss man sich verdienen.“ (Robert Lembke)

 

Im letzten Blog-Eintrag konnte der Eindruck entstehen, dass Erfolg eine rein individuelle Angelegenheit sei und der Einzelne allein durch und mit sich allein erfolgreich sein könne. – Weit gefehlt: Ein Blick auf die Bühnen dieser Welt enthüllt, dass ein Künstler nicht erfolgreich ohne Publikum sein kann. Dessen Applaus, Protest oder Gleichgültigkeit entscheiden über Erfolg oder Misserfolg des Darstellers. Doch ist das Publikum nicht nur als Richter über den Erfolg wichtig. Seine Anwesenheit fordert den Künstler überhaupt erst zur Höchstleistung heraus. Der Redner, der seine Rede daheim vor dem Spiegel übt, entfaltet seine ganze Kraft erst, wenn er vor seinem Auditorium steht und seine Zuhörer mitreißt.

 

Erfolg kommuniziert sich über die Anerkennung, die von anderen gezollt wird. Der Währungen gibt es viele: Lob, Neid, Applaus, Dankesworte und nicht zuletzt Geld. Geld ist eine herausragende Form, durch die Anerkennung in unserer Arbeitswelt zum Ausdruck gebracht wird, aber eben nicht die einzige. Dies ist die Ursache für ein entscheidendes Mißverständnis. Viele Arbeitnehmer denken, sie arbeiten, um Geld zu verdienen, und irren dabei: Denken Sie sich eine gläserne Fabrik, in der Autos produziert werden. Alle, die am Produktionsprozess beteiligt sind, von den Ingenieuren bis hin zu den Monteuren am Band, beobachten, dass jedes Fahrzeug Schritt für Schritt Gestalt annimmt, bei der Endkontrolle ein letztes Mal poliert und dann direkt in die Schrottpresse geschoben wird. Jeder der Beteiligten bekommt pünktlich zum Monatsletzten seinen Lohn. Was meinen Sie passiert mit diesen Mitarbeitern? Wie lange halten diese Menschen es aus, dass es keine sinnvolle Verwendung für ihre Arbeitsergebnisse gibt? Der Lohn wird sie nicht vor Frustration und Depression, innerer und äußerer Kündigung bewahren. In diesem Fall verliert der Lohn seinen anerkennenden Charakter, wird zum Almosen und wirkt damit beschämend. – Die Menschen arbeiten nicht wegen Geld, sondern um der damit verbundenen Anerkennung willen, die ihnen über diese Währung zufließt.

 

Eine schöne Woche &

Carpe Diem

 

Ihr Ralf Borlinghaus

 

> alle Blog-Einträge auf einen Blick 

 

Die mobile Version verlassen