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Erfolg & Ethik – Ein Widerspruch?

 „Versuchen Sie nicht ein Erfolgsmensch zu werden, sondern vielmehr ein wertvoller Mensch.“  Albert Einstein

 

Stehen Erfolgsstreben und Ethik im Gegensatz zueinander? – Als werteorientierter Mensch können Sie Ihre ganze Kraft auf die Erreichung eines Ziels nur dann fokussieren, wenn der Gegensatz zwischen Erfolg und Ethik durch die Definition dessen, was für Sie Erfolg bedeutet, aufgehoben ist. Ansonsten geraten Sie in einen Zustand der inneren Zerrissenheit, in dem Sie bewusst oder unbewusst permanent das eigene Tun und Streben infrage stellen. Das raubt Energie und Lebenskraft. Und da, wo diese Stimme nicht durchdringt, wirkt sie im Unterbewussten und bringt sich schließlich eines Tages durch Unzufriedenheit und Krankheit zu Gehör.

 

Es kommt also darauf an, nicht vordergründigen Erfolgsdefinitionen zu erliegen, sondern bei der Klärung, was man mit dem eigenen Leben erreichen will, sich selbst und den eigenen Bedürfnissen gegenüber aufmerksam zu sein: Welchen Wert haben für Sie Partner, Familie, Freunde, soziales- und kulturelles Leben, Gesundheit, Spiritualität und Hobbys? – Mancher ist gemessen an Geld und Macht erfolgreich, fühlt sich aber privat kreuzunglücklich und unzufrieden. Andere haben ihre besten Jahre der Familie geschenkt und blicken stolz auf gut geratene Kinder. Und doch haben sie das tief sitzende Gefühl, dass andere wesentliche Anlagen nicht zum Zuge gekommen sind. Wieder andere bringen Familie und Beruf erfolgreich unter einen Hut und fühlen sich dabei ausgebrannt und überfordert. – Wie man es macht ist es verkehrt? – Die Beispiele zeigen, es gibt bei den Lebensentwürfen kein Richtig oder Falsch. Es geht darum, den eigenen Weg zu finden und diesen konsequent zu gehen. Viele großartige Leistungen wären nicht hervorgebracht worden, wenn einzelne Menschen sich ihren Zielen nicht mit Haut und Haaren verschrieben hätten. Ihnen eine Work-Life-Balance mit festen Arbeits- und Ruhezeiten zu verschreiben, hätte hier kontraproduktiv gewirkt. Andere würden ohne die Harmonie eines geregelten Arbeitslebens zugrunde gehen.

 

Da die postmoderne Gesellschaft sich im Sinne des Anything Goes indifferent gegenüber unterschiedlichen Lebensentwürfen verhält, richtet sich die Frage nach dem gelungenen Leben in letzter Konsequenz an den Einzelnen. Von ihm allein muss sie für sich selbst beantwortet und die Antwort vor sich selbst verantwortet werden. Dabei ist das Leben kein Supermarkt, in dem man sich die passenden Produkte in den Korb legt, bezahlt und konsumiert. Vielmehr geht es darum, geeignete Räume und Lebenszusammenhänge aufzusuchen, in denen das, was in einem selbst zur Entfaltung drängt, zutage treten kann.

 

Diese Wachsamkeit gegenüber sich selbst mündet zuletzt in eine biographische Entschiedenheit, aus der heraus man den eigenen Lebensentwurf bejaht und den eingeschlagenen Pfad konsequent geht. Insbesondere dieser Mangel an Entschiedenheit angesichts der möglichen Alternativen scheint mir die Ursache für die vielen privaten Katastrophen zu sein, in der sich Wege vorschnell trennen, die eigentlich zusammen hätten zu ende gegangen werden können.

 

Der Widerspruch zwischen Erfolgsstreben und den eigenen ethischen Ansprüchen löst sich dann, wenn die persönlichen Werte umfassend mit in die Zielwahl und die Definition des Erfolgsmaßstabes einfließen, und zu deren integralen Bestandteil werden.

 

Eine schöne Woche &
Carpe Diem

 

Ihr Ralf Borlinghaus

 

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