Unterwegs in Davos

Naturkatastrophen und andere Einschläge

Für den Rückversicherungskonzern Swiss Re entpuppte sich die Woche vor Davos als eine große Enttäuschung. Der Grund war der Aktienkurs des Schweizer Großunternehmens, das in der Rückversicherung neben der Münchener Rück als Weltmarktführer gilt. Der Kurs brach binnen einer Woche um 42 Prozent ein, davon allein 19 Prozent am Freitag. Da war es nur ein schwacher Trost, dass auch einige andere Versicherungskonzerne in Europa ziemlich Federn lassen mußten. Der Rückschlag von Swiss Re übertraf die anderen Verluste bei weitem. Natürlich wucherten die Gerüchte. Von weiteren Abschreibungen auf Anleihen und sogenannte strukturierte Produkte war die Rede. Noch schlimmer: In London hieß es, Swiss Re habe eine britische Bank gegen Ausfallrisiken versichert und müsse jetzt eine riesige Schadenssumme schultern. Und wer weiß, vielleicht trieben Leerverkäufer wieder einmal ihre Spielchen, die an fallenden Kursen verdienen und gerne entsprechende Gerüchte streuen. Man kann sich nur an den Kopf greifen, dass in diesen Zeiten mit enormen Kursschwankungen vor kurzem Leerverkäufe auch in der Schweiz wieder erlaubt wurden. So fahren die Swiss-Re-Leute mit ihrem Vorstandsvorsitzenden Jacques Aigrain (Foto) an der Spitze sicher mit einem mulmigen Gefühl nach Davos. Dort wollen sie umso mehr der Welt ihre Kompetenz zeigen, dies unter anderem am Donnerstag morgen, wenn es um die Frage von Risikofinanzierungen geht. Wer an die Risiken der Swiss Re denkt, ist allerdings weit gefehlt. Auf der Tagesordnung steht vielmehr die Versicherung von Naturkatastrophen.

Links: FAZ.NET: Swiss Re ohne Warnung

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