Ding und Dinglichkeit

Ding und Dinglichkeit

Keine Frage, die Welt ist voller dinglicher Phänomene. Um viele davon wird einiges Gewese gemacht, etwa um Autos, Mobiltelefone, Schuhe. Das sind die

Imageverlierer der Espressokultur: Der Kaffeefilter

| 54 Lesermeinungen

Er ist einfach, billig und genial: Der Kaffeefilter. Und doch stirbt er gerade aus in einer von Tabs, Kapseln und Espressomaschinen beherrschten Kultur, die den Kontakt mit losem Kaffeepulver um jeden Preis zu vermeiden versucht. Ohne Knopfdruck und technischem Aufwand, so scheint es, ist kein anständiger Kaffee möglich. Und deutschen Kaffee trinkt heute ohnehin kein Mensch mehr.

Die moderne säkulare Gesellschaft bietet nicht mehr viele Gelegenheiten zu einer ordentlichen konfessionellen Auseinandersetzung. Eines der wenigen religiösen Gefechte der Gegenwart dreht sich daher um das jeweils verwendete Betriebssystem. (Ich bin da ja gar nicht religiös, aber was ich mir immer anhören muß, warum jemand Fenster benutzt, wobei benutzen natürlich auch ein Euphemismus ist für die von Fehlermeldungen und Flüchen begleitete Prozedur, sich mit dem ortsfremden Wlan zu verbinden, während ich schon seit einer halben Stunde Fotos bearbeite, nachdem ich Mails abgerufen habe, und dann heißt es wieder, das Wlan sei so komisch, ob ich eventuell mal den Apfel zur Verfügung stellen könne, der ja nichts tauge und nur billiges Plastik sei, und ich lächle fein und dulde still die Beleidigungen meines Gerätes, denn es funktioniert und kostet mich keine Nerven, bis auf den Neid derer, deren Wlan mal wieder nicht funktioniert, aber wie gesagt: Religiöser Fanatismus ist mir fremd.)

Wo war ich? Konfessionelle Auseinandersetzungen, richtig. Eine zunehmend beliebte Möglichkeit, der unbedingt richtigen Erlösungslehre anzuhängen, ist die Zubereitung einer Tasse Kaffee. Irgendwie müssen geröstete und gemahlene Kaffeebohnen mit heißem Wasser zusammengebracht werden. Das klingt einfach, aber das Feintuning dieser Prozedur gerät mitunter zum Streitfall. Die bisher am weitesten verbreitete Möglichkeit war auch die ungeeignetste: Die klassische Kaffeemaschine mit Papierfilter, Tröpfelautomatik und Wärmeplatte ist eine sichere Maßnahme, auch aus gutem Kaffeepulver richtig schlechten Kaffee herzustellen. Wie viele seltsame Dinge, so hielt auch diese Maschine in den Siebziger Jahren ihren Einzug in die Haushalte und verteidigt ihren Platz auf der Küchenarbeitsplatte mit einiger Hartnäckigkeit.

Bild zu: Imageverlierer der Espressokultur: Der Kaffeefilter

Wer etwas auf sich hält, hat seine Kaffeezubereitung längst professionalisiert. Der moderne Mensch trinkt keinen deutschen Filterkaffee mehr, mit dessen Image es in den letzten dreißig Jahren rapide bergab ging, er trinkt italienisch. Espressomaschinen und ihre näheren Verwandten gibt es längst auch bei Aldi, nach oben hin ist die Preisskala bis ungefähr zur Größenordnung eines Kleinwagens hin offen. Was tagsüber im Büro geht, und was man in Pappbechern über die Straße trägt, das muß auch zu Hause gehen. So zischt es in der Küche des weltgewandten Altbaubewohners mit Dielenboden nach dem Essen aus allen Rohren, und als nichtsahnender Gast wird man expertentümlerisch gefragt: Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato, Cafè Latte? Die ganze Palette italienischer Kaffeekultur kann freihändig aus dem Ärmel geschüttelt werden, sogar mit Kakao obendrauf. Für alles hält der Kenner die passenden Gefäße bereit, und die Latte wird natürlich nicht im Gerippten serviert, wie in Frankfurt oft üblich. Alles so authentisch wie irgend möglich – nur das, was der Italiener normalerweise verwendet, die Moka, die findet man in hiesigen Haushalten kaum.

Urgestein der WG-Kultur ist die gute alte French Press. Dafür muß das Pulver ein bißchen gröber gemahlen sein, aber ansonsten ist es eine der billigsten, einfachsten und besten Möglichkeiten, Kaffee herzustellen. Völlig idiotensicher, unaufwendig und schmackhaft. Der Nachteil an der Sache ist: Man kann nicht jeden Billigkaffee verwenden. Was der Massenröster an der Ecke feilbietet, ist ebenso ungeeignet wie die Palette des örtlichen Supermarkts (mit Ausnahme der Fairtrade-Produkte). Die French Press ist da gnadenlos, sie verzeiht keine Fehler und zeigt jeden Kaffee ziemlich ungeschminkt so, wie er ist. 

Bild zu: Imageverlierer der Espressokultur: Der Kaffeefilter

Angesichts der italienischen und französischen (und unter Umgehung und völligen Nichtbeachtung der österreichischen) Kaffeekultur macht der gute alte Filterkaffee wenig her in den stilbewußten urbanen Haushalten der Nation. Man denkt an Kaffeekränzchen bei Oma, an magenschonenden Blümchenkaffee, an Kaffeegedenkwasser für Herzkranke. Das Image ist auf den Hund. Kein Wunder, daß die Tabs mittlerweile den Großteil des Kaffeeregals im örtlichen Supermarkt einnehmen, denn die sind noch praktischer, einfacher und sauberer als Kaffeefilter, man kommt mit dem braunen Pulver gar nicht mehr in Berührung, ähnlich wie beim Teebeutel. Man muß nicht portionieren, nicht mahlen, man drückt ein Knöpfchen, schon hat man einen Kaffe in einer singlehaushaltskompatiblen Menge erzeugt. Leute, die das verwenden, finden vermutlich auch Windows Vista gut.

Dabei hat in diesem unserem Land alles so gut angefangen. Nur zwanzig Jahre nach der Einführung in Italien und England kam der Kaffee nach Deutschland, und angesichts der Verschnarchtheit des kleinen Provinzfürstentumkonglomerates im 17. Jahrhundert war das richtig schnell. Man goß direkt auf, filterte mit Sieben, kaute dennoch immer auf irgendwelchen Körnchen und Bröckchen herum und kämpfte mit klärschlammartigen Rückständen am Tassenboden, bis im Jahre 1908 endlich eine beherzte Dresdner Hausfrau namens Melitta Bentz den Kaffeefilter zur Marktreife entwickelte. 

Darauf hat zumindest die deutschsprachige Welt gewartet. Melitta Bentz läßt das Verfahren patentieren, spannt Gatten und Söhne ein und vermarktet die Idee. So erfolgreich, daß das Unternehmen schnell expandiert. Auch, wenn das Geld beim Volk nicht für echten Bohnenkaffee reicht: „Kaffee aus Korn, Malz oder anderen Kaffeemitteln schmeckt auch gut“, heißt es in einer Melitta-Werbung aus dem Jahr 1938. Was man sich in der Not halt so alles einredet.

Bild zu: Imageverlierer der Espressokultur: Der Kaffeefilter

Nach dem Krieg schrumpft die Firma, rappelt sich aber bald wieder auf. Und die Hausfrauen lernen nun erneut, ihren von den Mühen des Wirtschaftswunders gebeutelten Gatten am Wochenende einen korrekten Filterkaffee mit Kondensmilch zuzubereiten. Natürlich mit dem Melitta-Schnellfilter, der perfekt auf die klassisch schlichte Melitta-Kanne paßt, dazu das Melitta-Kaffeegeschirr in den schönsten Softeisfarben, die die Fünfzigerjahre zu bieten haben. So läuft  das die nächsten zwanzig Jahre in bewährter Manier vor sich hin, bis sich schließlich die bislang unerschwingliche Kaffeemaschine durchsetzt und der Lösung der Bitterstoffe im Pulver Tür und Tor öffnet. Denn die Schwallmethode, bei der das Wasser direkt aus dem Kessel in den Filter geschüttet wird, hat den Vorteil, daß sich das Wasser besser verteilt und damit das Aroma gleichmäßiger aus dem Pulver extrahiert. Das kann die Maschine nicht, da helfen auch nicht die vom Melittamann in den Achtzigerjahren so ausdauernd beschworenen Aromaporen.

Und so begann der Abstieg des Filterkaffees – völlig zu Unrecht. Wer sich ein paar Minuten Zeit nimmt, um das Wasser per Hand aufzugießen, wird mit einem ziemlich unschlagbar guten, milden Kaffee belohnt. Es ist ja auch nicht so, daß es in diesem Land keinen guten Kaffee gäbe: Wer ein wenig sucht, findet in jeder Stadt kleine Röstereien, die noch im Langzeitröstverfahren rösten. Das ist zwar aufwendiger und teurer, dafür aber ungleich besser. Im Gegensatz zur Maschine können mit dem Handfilter auch kleine Portionen, wie etwa die morgendliche Tasse, umstandslos zubereitet werden. Und das beste ist: Der Porzellanfilter ist für wenig Geld zu haben, nimmt keinen Platz weg und ist leicht zu reinigen. Er geht nicht kaputt, wenn man ihn nicht gerade fallen läßt und ist mit jeder Art Kaffee zu verwenden. Eigentlich warte ich schon seit Jahren auf eine Renaissance, die bei diesen Vorteilen längst fällig wäre. Aber, und das ist wohl sein Problem: Mit einem bescheidenen deutschen Porzellanfilter läßt sich vor Gästen nur ganz schwer angeben. So ein zischender und dampfender Gerätepark mit Druckanzeige macht sich einfach besser auf der Marmorfläche der hochglanzpolierten Poggenpohl-Küche.


54 Lesermeinungen

  1. miner sagt:

    Fein. Was für ein Thema,...
    Fein. Was für ein Thema, gerade jetzt. Ich habe neulich noch über die Renaissance von Filterkaffee nachgedacht. Und die kommt bald !!!
    .
    Nachdem ich jahrelang Espresso getrunken habe und andere Arten des Kaffeegenusses schon fast vergessen hatte, wird mir seit geraumer Zeit von einer liebreizenden Person in den Morgenstunden ein prima Filterkaffee vor die Nase gesetzt….Ich kann nur sagen: Genial. Es entsteht ein Gefühl aus tiefer Zufriedenheit gemischt mit einer Prise Nostalgie. Kommt eben alles wieder…und nicht vergessen: Draussen gibt´s nur Kännchen 😉

  2. fraudiener sagt:

    Nico, gute Schokolade geht mit...
    Nico, gute Schokolade geht mit Kaffe bestens zusammen, das stimmt. Auch mit solchem aus Trichterporzellan.
    .
    NvN, klingt gut. Meiner ist allerdings ganz schnöde aus dem Kaufhof. Man muß sich ja zu helfen wissen, wenn man in Kaffeeverächterhaushalten einquartiert ist.
    .
    Filou, ich habe das als Kind nie verstanden, daß unsere Familie irgendwelchen mysteriösen Anverwandten, die ich nie gesehen habe und die man auch nicht anrufen konnte, regelmäßig Pakete schickte mit Kaffee drin. Ein Land ohne Kaffee, unglaublich, dabei steht der doch reihenweise im Supermarkt herum und bei Eduscho. Allerdings wurde der Bohnenkaffee früher auch bei uns nicht einfach so literweise weggetrunken. Wochentags gab es Muckefuck, erst am Wochenende richtigen Kaffee.
    .
    Wobei mich allerdings doch interessieren würde, welcher Normalkaffee als trinkbar einzustufen ist. Im Büro gibt es den weißen mit dem Ausrufezeichen, der ist es schonmal nicht.

  3. Grenzgänger sagt:

    Statt Tuning hätte ich ja...
    Statt Tuning hätte ich ja lieber Feinabstimmung gelesen, aber Sie haben natürlich recht, es sind mehr Buchstaben zu schreiben. Und was den religiösen Fanatismus angeht: Ich hoffe, dass der Ihnen fremde religiöse Fanatismus noch Religion zulässt. Zumindest im Zusammenhang mit der Kaffeezubereitung scheint es so zu sein. Nebenbei bemerkt, so ein schönes Exemplar von Porzellanfilter befindet sich auch in meinem Besitz und Gebrauch. Aus dem Müll gerettet! Ich möchte sogar behaupten, er ist …eine Spur… nein nicht schöner, zumindest origineller, als der in Ihrem Beitrag abgebildete. Leider kann ich kein Abbild schicken, da mir die schnelle Art von Photos herstellen nicht möglich ist. >Son nimodschen Krom hev igg nech<

  4. Tschonni sagt:

    Handaufsatz, Goldfilter,...
    Handaufsatz, Goldfilter, Wildkaffee aus Äthiopien (der ist unsagbar günstig [5 Euro das halbe Pfund – ich finde das für einen guten Kaffee günstig] und so gut – ist jedem zu empfehlen der es etwas kräftiger mag. Sehr nachhaltig) und kochendes Wasser. Besser kann der Tag nicht starten.
    Außer wenn man vielleicht noch Mutters Gelees auf seinem Toast wieder findet.

  5. Nett der Vergleich mit den...
    Nett der Vergleich mit den Betriebssystemen: Jetzt wundert’s mich nicht mehr, daß ich als Kaffeeverächter ausschließlich Linux benutze (oder umgekehrt). Jahrzehntelang habe ich mir den Schwarztee (Darjeeling) literweise reingeschüttet, bis mich Magenprobleme zwangen, damit aufzuhören; die ersten Entzugswochen waren mörderisch, danach habe ich festgestellt, daß ich ohne Aufputschmittel wie Teein eigentlich viel besser durch den Tag komme, mit viel weniger Hochs und Tiefs und besserem Schlaf. Und seither gibt’s, obwohl der Magen inzwischen wieder mitmachen würde, nur noch Kräutertee. Manchmal vermisse ich noch den Geschmack guten Schwarztees (ebenso wie den guten Tabaks, seit ich nicht mehr rauche), aber die Vorteile der Abstinenz wiegen den Verlust klar auf.

  6. fraudiener sagt:

    Miner, ich möchte überhaupt...
    Miner, ich möchte überhaupt mal in irgendeinem Café wieder ein Kännchen bekommen. Und ein Milchkännchen daneben.
    .
    Grenzgänger, es hat einen anderen Grund, warum ich das denglische Wort „Feintuning“ verwendet habe. Ich leite nämlich mit einem Technikvergleich ein und dann mit einem der technischen Sphäre entstammenden Wort über, bleibe damit also metaphorisch im Bild. Also keine Tippfaulheit, sondern eine poetische Maßnahme.
    .
    Tschonni, so ein Zufall: Ich trinke auch gerade Wildkaffee aus Äthiopien. Also nicht jetzt auf die Nacht, aber morgen früh wieder. Afrikanischer Tee und Kaffee wird, wie ich finde, immer ein wenig unter Wert gehandelt.
    .
    Bolschewik, Kräutertee ist immer gut und geht literweise. Aber am Morgen eine Tasse Kaffee ist einfach ein guter Start. Ich bin so eine von diesen Leuten, deren Kreislauf knapp am Koma entlangschrammt, ich komme einfach besser in die Puschen mit ein bißchen Koffein.

  7. Auf diesen Text habe ich...
    Auf diesen Text habe ich gewartet; das habe ich erst beim Lesen bemerkt.
    Ich bereite meinen Kaffee in seit Jahren aus mit einem Melitta-Schnellfilter zu. Davon wird mich auch nichts abbringen. Wichtig: eine kleine Prise Salz.
    Ende der 90er hatte ich mal Gelegenheit, den Kaffee der großen Brüsseler Institutionen zu verkosten. Da habe ich den Kaffee-Macht-Index entdeckt. Im EU-Parlament wurde mir braunes Wasser zugemutet, in der Kommission normaler Maschinenkaffee, und die NATO hat die reine Sünde ausgeschenkt: schwarz, stark und mit einem Strauß Aromen, die ich seither vergeblich wiederzufinden suche.

  8. Filou sagt:

    Sie sind geborene...
    Sie sind geborene Frankfurterin, nehme ich an. Nun, fuer die Juengeren unter uns: Nach 1945 konnte man, wenn man unter einem miesen Planeten geboren wurde, in der „Sowjetisch besetzten Zone“, spaeter „Deutsche Demokratische Republik“, zur Welt kommen. Das war wahrscheinlich nicht schoen, den Kindern machte es nichts aus; das Kinderleben wurde, quer durch die Gesellschaftsschichten, als Abenteuer empfunden. Wo gibt es Klopapier, wo kann man Schrott sammeln (und verkaufen), wer hat neue Micky-Maus-Hefte, wo gibt es Tee, wer hat Kaffee, bringe ich einen Teil der Schulspeisung nach Hause?
    Bis zu meinem Weggang (1960) war es Mangelwirtschaft. In den 50ern durfte ich im Sommer oft in den Westen. Alleine, allerdings eingeschlossen im Dienstabteil des Interzonenzuges. Im Westen begannen die Abenteuer aufs Neue. Da war alles anders. Der Kaffebote, Brotsorten zur Auswahl, die Autobahn von Bonn nach Koeln hatte eine Mittelspur. Auf der durfte man mit dem Fahrrad fahren.Ich tat das natuerlich. Die Autobahn wurde uebrigens „Judenstrasse“ genannt, warum, wurde nicht erklaert.
    Bleiben wir beim Kaffee. Er wurde in der Kanne zubereitet. Es wurde gewartet, bis der Kaffeesatz auf dem Kannenboden war, danach wurde er durch ein Sieb eingegossen. Die Kaffeemaschine ueberraschte mich erst Anfang der 60er Jahre. In meiner Verwandtschaft wurde der Erwerb derselben wie ein kirchliches Hochamt gefeiert. Der Melitta-Filter kam erst mit der Kaffeemaschine in diese Haeuser.
    Vergessen duerfen wir nicht, dass Kaffee in den fruehen 60ern auch im Westen reichlich teuer war. Ein Freund und ich trampten aus purer Langeweile nach Holland, von Koeln aus eine Tagestour. Wir durften das mit Erlaubnis unserer Gerade-noch-Erziehungsberechtigten, erhielten aber die Auflage, in Holland soviel Kaffee zu kaufen, wie das Geld reichte. Um dem Zoll zu entgehen, marschierten wir ueber die Gruene Grenze. Erst danach nahmen wir wieder die Autobahn.
    Im Kaffee steckt vieles. Ich vermute, dass alleine ueber die Kaffeegeschichte der Deutschen nach 1945 sich AUCH Geschichte erklaeren laesst.
    Ach ja, noch dies: als ich 1969 zu studieren begann, war ich, neben dem Kumpel mit dem 2CV, der einzige mit einer Kaffeemaschine. Man denke! Ein israelischer Kommilitone war der naechste, der sich nach langer Diskussion mit seiner Ehefrau und einem Telefonat mit seiner Mutter in Haifa, zur Anschaffung eines solchen, mittlerweile banalen, Geraetes entschloss. Diese Dinger, sofern ich es recht erinnere, waren in der besseren Ausfuehrung (etwas anderes wollte man auch nicht) ziemlich teuer. Soweit das.
    .
    Die Einstufbarkeit von trinkbarem Kaffee ist fuer Hardcoretrinker sehr einfach: Wenn du nach der fuenften Tasse unter Magenuebersaeuerung leidest, ist der Kaffee Mist, oder die Kaffeemaschine, oder dein Magen. Wie sagt der Sachse: „Mer wees es nich, mer stegd nich drinne“.

  9. Grenzgänger sagt:

    Ooch, mit Feinabstimmung...
    Ooch, mit Feinabstimmung wären Sie auch im Bild geblieben, aber davon abgesehen, das Wort Tuning ist ja fast schon eingedeutscht. Meine Bemerkung war eher scherzhafter Natur. Aber da wir gerade dabei sind: Vor einigen Jahren, so 2005 oder 2006 muß es gewesen sein, las ich auf einem Werbeschild vor einer Apotheke kurz nach den Sommerferien folgendes: After holiday Haut chec…… Das nenne ich doch wahrhaftig >gutes Deutsch<.....

  10. Filou sagt:

    Kaffee und in die Puschen...
    Kaffee und in die Puschen kommen. Ohne Kaffee geht garnichts, nichts, rien, nur Mord und Totschlag.
    Ich liege im Bett, schlafe, bin tot, habe eine Vorlesung verpasst. Die Unterlagen dafuer sind bei mir. Die anderen brauchen sie heute. Ich bin aber nicht da. Wie gesagt, ich bin tot. Diskussion, wer geht hin und traut sich das Tier zu wecken um an die Aufzeichnungen zu kommen? Der terrorerfahrene (damals schon) Israeli meldet sich freiwillig, leiht sich von meiner Freundin den Wohnungschluessel, geht vorher zum Baecker um Broetchen zu kaufen. Er schleicht sich in meine Wohnung, setzt die Kaffemaschine in Betrieb, und erst dann, als die Kanne voll ist, gibt er mir eine sanfte Ohrfeige, haelt mit die Tasse unter die Nase…
    …ich schwoere, dabei sprach er ein Gebet.
    Diese Geschichte ist nicht gelogen. Alle Zeugen leben noch. Aber nur weil ich rechtzeitig meinen Kaffee bekam.

Kommentare sind deaktiviert.