Karriere im Takt

Eine Frage des Stils

Die empörte E-Mail erreichte mich von einem Freund, der in Kapstadt wunderbare Events organisiert.

„Stell dir das mal vor,“ schreibt er. „Ein guter Bekannter bekam Wind von einer summit conference, die hier bald stattfindet. Er bekniete mich, ihm doch drei Eintrittskarten für den privaten Teil der Veranstaltung zu überlassen, weil er dann gerade geschäftlich in Südafrika unterwegs sei, und hatte tausend Extrawünsche dazu bezüglich Unterbringung etc. Ich leierte mir also die Karten aus den Rippen, arrangierte alles für ihn, gab mein OK per Mail und schickte die Tickets per Kurier. ER: ‚Ich melde mich, ich melde mich …’“

Was passierte? Die Bestätigungsmail kam von seiner Sekretärin …, dass man dankt, sich freut und da wäre dann doch noch diese klitzekleine Kleinigkeit …

Kein Wort von dem Herrn selbst. Mit nichts kann man seinen Ruf so nachhaltig ruinieren wie mit solchen (wichtigtuerischen) Unhöflichkeiten.

So viel Zeit muss sein, um persönlich zu danken. Erst recht, wenn sich der Partner so viel Mühe gemacht hat, alle Ansprüche zu erfüllen. Es ist eine Frage des Stils, ob die unbeteiligte Assistentin dankt oder der eigentliche Begünstigte.

Und noch etwas: Warum wehrt sich die Assistentin eigentlich nicht, diesen Job zu übernehmen? Lehrt man richtiges Benehmen nicht schon in der Ausbildung? Private Einladungen, Glückwünsche etc.  sollten grundsätzlich nicht durch die Sekretärin beantwortet werden. 

Ich wünsche meinem Freund in Kapstadt von Herzen, dass er doch noch die Anerkennung bekommt, die er verdient.

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