Karriere im Takt

Die Qualität der Gedanken

 Sympathische Umgangsformen entstehen zum einen aus dem formalen Wissen, wie man sich in verschiedenen Situationen benimmt. Zum Beispiel: Wer grüßt zuerst? Wer besitzt das Vorrecht zur Begrüßung per Handschlag? Wie stellt man sich selbst und andere vor? Wie verhält man sich bei Tisch? Die modernen, bewährten Verhaltensweisen zu kennen und zu verinnerlichen, macht das Leben leichter, erfolgreicher und schöner – beruflich und privat. 

 Zum anderen kommt es aber auch auf die Qualität der eigenen Gedanken an, die sehr stark unser Verhalten bestimmen. Ein eiskalter, in Wirklichkeit menschenverachtender Typ kann noch so perfekt die Tür aufhalten oder höflich parlieren – das Unterbewusstsein seiner Gesprächspartner erspürt die wahre Natur des Gegenübers. Da sind Konflikte vorprogrammiert. Die feinstoffliche Energie der Gedanken durchdringt selbst Bleiwände, wie Versuche ergaben. Wir alle sind Sender und Empfänger.

 Gedankliche Qualität ergibt sich nicht von allein. Sie muss ständig beobachtet, geprüft und korrigiert werden, bevor sie zur „Gewohnheit“ wird. Dann strahlt sie positiv in unser Umfeld aus und kommt als Resonanz zu uns zurück. Das heißt, Gedanken des Neids, des Ärgers, der Verurteilung, der Schuldzuweisung, der Eifersucht, der Gier, der Angst und was es sonst noch alles gibt, das uns negativ belastet, sollten schon im Entstehen erkannt und in eine positive Richtung umgelenkt werden. Nach einiger Zeit stellen sich innere Freiheit, Frieden und Freude ein, mit denen der Alltag wesentlich angenehmer verläuft. Für uns und für andere.

 Gedankenkontrolle im ethischen Sinne verändert den Charakter. Diese Verwandlung wird auch von anderen erkannt und bringt etwas in ihnen zum Klingen, was bisher verschüttet war. Die Umgangsformen werden automatisch menschlicher, liebenswerter und selbst-bewusster. Ein großer Gewinn für das eigene Leben und das der anderen.

 In Krisenzeiten ist Gedankenkontrolle geradezu überlebenswichtig. Wer da nicht aufpasst und seine quälenden Sorgenschleifen beendet, wird krank und depressiv. Dass sich unsere Gedanken auf den Körper auswirken, ist allein schon durch die Placebo-Experimente erwiesen. Wer gesund bleiben oder werden will, sollte seine Gedankenwelt immer wieder positiv ausrichten. In Krisenzeiten heißt dies vor allem: Raus aus der Opferrolle! Handeln! Neue Ziele setzen! Nicht resignieren! Es lohnt sich. „Genau in dem Moment, als die Raupe dachte, die Welt geht unter, wurde sie zum Schmetterling.“ (Peter Benary)

 Sinnvoll ist in einer solchen Lage, sich auf das größere Bild hinter der Krisensituation zu konzentrieren. Wofür könnte das gut sein? Wie könnte das auf längere Sicht mein Leben verbessern? Dies gilt nicht nur für den persönlichen Bereich. Wir erleben gerade eine Zeit, in der fast stündlich Licht auf bisher Verborgenes geworfen wird: Machtmissbrauch, Steuerhinterziehung, Manipulation, Gier nach Geld, Überschuldung, Unmenschlichkeit, Ungerechtigkeit. Wer das aus neutraler Warte betrachtet, ohne sich in den allgemeinen Jammersog ziehen zu lassen, kommt vielleicht zu dem Schluss, dass da etwas aufgeräumt wird, was zu besseren Verhältnissen führen soll. C.  G. Jung: „Fürchte nicht das Chaos, denn im Chaos wird das Neue geboren.“ Wer genau hinschaut, sieht das Neue parallel zum Alten bereits aufsteigen. Also Schluss mit den schwarzen Gedanken!

 

 

 

 

 

 

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