Eins gegen Eins

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Körte: Wenn die Schokoweihnachtsmänner aus den Regalen fliegen, dann ist Ranglistenzeit im „Kicker". Und weil es sonst nichts Fußballerisches zu tun...

Körte: Wenn die Schokoweihnachtsmänner aus den Regalen fliegen, dann ist Ranglistenzeit im „Kicker“. Und weil es sonst nichts Fußballerisches zu tun gibt, studiert man gern, zu welchen Urteilen das Bundesligaverfassungsgericht in der Nürnberger Badstraße gekommen ist. Der Pulsschlag blieb bislang normal, eine leichte Erhöhung war lediglich zu verzeichnen, als Josip Simunic zum höchstdekorierten Innenverteidiger wurde (Platz 1 in der Rubrik „Internationale Klasse“). Man hätte hadern können mit der Degradierung Diegos, der sicher oft schwach gespielt, aber in seinen besseren Momenten doch immer wieder sein Potential gezeigt hat, doch wirklich empörend war da nichts.

Der Schlag traf mich dann allerdings, als ich heute unter den Stürmern Vedad Ibisevic mit dem Prädikat „Weltklasse“ fand – neben Ribery der einzige „Weltklasse“-Spieler in der gesamten Rangliste -, dazu nicht weniger als sechs Spieler in der Rubrik „Internationale Klasse“, acht „Im weiteren Kreis“ und drei noch „Im Blickfeld“. 18 Spieler, unfassbar! Keiner bezweifelt, dass Ibisevic eine große Hinserie gespielt, beängstigend of getroffen und sich auch, unabhängig von seiner Trefferquote, bewegt hat wie ein moderner Stürmer. Aber Weltklasse – das ist dann doch ein bisschen viel, wie auch Novakovic auf Platz vier nicht unbedingt einleuchtet und die Verbannung von Olic ins Blickfeld an den Feldstechern der „Kicker“-Redaktion zweifeln lässt.

Kaube: Außerdem wirft die Höchtsschätzung von Ibisevic und anderen Stürmern ja auch ein logisches Problem auf. Denn müßten nicht ihre durchschlagenden Erfolge der Hinrunde auch bedeuten, daß es den Verteidigern der Liga an Klasse mangelt? Denn die erzielten Tore der einen sind ja die erhaltenen Tore der anderen. Die Hälfte aller Prozesse wird verloren, sagen Anwälte (nur nicht ihren Mandanten). Der „Kicker“ setzt sich über derlei Restriktionen hinweg: Innenverteidiger: 2 mal „internationale Klasse“, 10 mal „im weiteren Kreis“ (darunter ganz Schalke), 6 mal „Blickfeld“. Das sind 18 beachtliche Verteidiger, im defensiven Mittelfeld sind gar 19 Spieler belobigt worden, auf der defensiven Außenbahn immerhin noch 9 Ehrenplätze. Bremen beispielsweise dürfte danach, mit einem Torhüter, der immerhin „im Blickfeld“ ist, kaum Tore, oder nur solche bekommen haben, die über die Außenbahn vorbereitet wurden. Anders formuliert: Kann man eigentlich gleichzeitig die Abwehrspieler und die Stürmer der Liga in höchsten Tönen loben? Das „Kicker“-Managerspiel ist da weiter: Dort kann man das Spielgeld, anders als hier das Lob, nur entweder für den einen oder für den anderen Spieler ausgeben.


1 Lesermeinung

  1. <p>Das halte ich auch für ein...
    Das halte ich auch für ein krasses Fehlurteil! Insbesondere wird eine Einstufung (oder nicht) in die Weltklasse (oder bereits Internationale Klasse) von der kicker-redaktion ausschließlich bei entsprechenden internationalen Leistungen (also Europapokal, Nationalmanschaft) vorgenommen.

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