Eins gegen Eins

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Frontzecks Fall (und Dammeiers Dusel?)

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Geliebt haben sie ihn nie, die Fans, und ich habe immer an sein schlechtes Karma denken müssen, seit er nach Bielefeld kam. Wenn man Michael Frontzeck an der...

Geliebt haben sie ihn nie, die Fans, und ich habe immer an sein schlechtes Karma denken müssen, seit er nach Bielefeld kam. Wenn man Michael Frontzeck an der Seitenlinie, in der Coaching Zone, sah, konnte man sich schon mal fragen, ob diese meist stoische Ruhe nun bewundernswert und heilsam war, oder ob sie nicht auf einen Mangel an Feuer und Begeisterungsfähigkeit deutete, der sich im Spiel der Arminia wiederfand. Einem wie Ekel-Ernst Middendorp, den die Fans zum „Jahrhunderttrainer“ kürten, muss man nicht unbedingt nachtrauern, doch er hatte jenen Mut zum Vabanque-Spiel, jene kurzfristig haltbare Fähigkeit, aus der Mannschaft das herauszuholen, was sie brauchte, um die Klasse zu halten. Team-Building war nicht seine Sache. Aber das muss einen jetzt nicht mehr kümmern.

Kurios dagegen – wenn auch kein „Novum“, wie Frontzeck behauptete -, ist es, einen Spieltag vor Schluss die Reißleine zu ziehen. Überall kann man jetzt lesen, dass Rot-Weiß Essen in der Saison 1966/67 einen gewissen Fritz Pliska zum selben Zeitpunkt entließ. Und noch kurioser ist die Begründung: „Die Entscheidung ist gefallen, weil wir zu wenig Punkte haben“, erklärte Sportgeschäftsführer Detlev Dammeier – und lässt einen damit rätseln, ob die Verantwortlichen erst gestern Nachmittag bemerkt haben, dass 27 Punkte aus 33 Spielen (bei nur 4 Siegen) zu wenig sind für den Klassenerhalt. Mag ja sein, dass man an Frontzeck auch deshalb so lange festgehalten hat, weil in der Klassengesellschaft Bundesliga, in der man Budget und Wirtschaftskraft mühelos am Tabellenstand ablesen kann, ein früherer Rauswurf zu teuer gewesen wäre. Aber dann hätte man, um zu sparen, auch mit Frontzeck weitermachen müssen. Jetzt wird man ihn abfinden, einen neuen Mann verpflichten – und womöglich dennoch untergehen müssen.

 „Mit Dammeier haben sie ja immer gewonnen“, hat mein Sohn sofort gesagt – und sich von dem Einwand nicht beeindrucken lassen, dass Dammeier ja lediglich ein einziges Mal auf der Trainerbank gesessen hat. Vielleicht wird er ja Recht behalten, wenn der Sportgeschäftsführer das Team gegen Hannover und eventuell in den beiden Relegationsspielen betreut. Es wird allerdings nichts daran ändern, dass die Verantwortlichen bei der Arminia wie Provinztrottel dastehen, die nicht rechtzeitig gemerkt haben, was die Glocke geschlagen hat. Wer solche Strategen an der Spitze hat, braucht im Grunde gar nicht mehr in die Schlacht zu ziehen.


1 Lesermeinung

  1. Es brüllt der heimische...
    Es brüllt der heimische Lutterkolk, er will sein Opfer haben. Den an der leicht erregbaren Spät-Cherusker-Nase herumgeführten Immer-schon-Arminen reicht für diese vornehme Aufgabe keineswegs mehr der aus dem Niederrheinisch-Oberschlesischen importierte unfreie Dienstmann Frontzeck aus – mit Vorstandssklaven taten das nur die Nerthus-Kult-Wahnsinnigen wie Sweben/Schwaben (s. den armen Armin Veh, VfB Stuttgart). Einen „Volkessohn“ (so wörtlich Detlev, aus altsächs. Thiatlef) aus der Ecke Hannover/Stadthagen müßte es schon treffen. Denn zu den glückverheißenden Frühjahrsopfern (bis Mitte Mai möglich) gehört auch, daß der frisch installierte Jung-König in die Grasfurche zu beißen habe, ehe die Relegationssaat aufgehen konnte. In den nächsten Nächten sollte man also Fackelzüge von der Alm zum Hücker oder Hiller Moor sorgsam beobachten. Wer sein Liebstes opferte, konnte von den Göttern (die bekanntlich auch den Fußball mit Totenschädeln erfunden haben) sehr wohl eine Gegengabe erwarten, das sog. „Entgelt“ (nicht: „Endgeld“!). In diesem Falle hätte es der Stammesverwandte zu entrichten, auch Hannover ist Arminia-Land – auf die Gefahr hin, daß diesen Hecking-Schützen wiederum der ungekrönte Herzog Kind, ein schamanistischer Oberpriester („Wie-Du-Kind, so auch ich“), wegen Diebstahl des streitbaren Wappenrosses steinigen ließe. Nur eines wissen selbst querköpfige ostwestfälische Almsennerschädel (im Format 30 x 40) ganz genau – bitte keine Tributzahlungen unter der Hinterhand wie in der sagenhaften Ära Stute. „Opfer“ kommt nicht von „Ob wer noch was übrig haben“.

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