Eins gegen Eins

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Immer am Ball – das Fußball-Blog. Mal spielen wir Doppelpass, mal kommen wir gut in die Zweikämpfe, und mal suchen wir allein den Abschluss.

Mexiko und Uruguay oder Das Vermögen, aggressiv zurückzuweichen

Mexiko: Eine Mannschaft, die nur nach vorne schnell laufen konnte, nach hinten aber nicht. Beim Zusehen fällt einem dann auf, dass darin vielleicht überhaupt...

Mexiko: Eine Mannschaft, die nur nach vorne schnell laufen konnte, nach hinten aber nicht. Beim Zusehen fällt einem dann auf, dass darin vielleicht überhaupt eines der Grundgeheimnisse des erfolgreichen Fußballs besteht – das ganz Unwahrscheinliche zu leisten, den aktiven, den aggressiven Rückzug. Er ist anthropologisch unwahrscheinlich, denn der Kopf schaut nun mal und die Beine laufen nun mal natürlicherweise nach vorne. Er ist psychologisch unwahrscheinlich, denn wer gerade nach vorn stürmte, hat wenig Luft und wenig Lust, um gleich in der Gegenrichtung, ohne Ball und also ohne Verspieltheit aggressiv zu sein. Und also muss der aggressive Rückzug, der von der Gattung und vom Individuum her unwahrscheinlich ist, sozial wahrscheinlich gemacht werden. Nicht nur muss man, alte Phrase, den Stürmern beibringen, dass sie auch Verteidiger sind. Man muss auch dafür sorgen, dass Zerstörfreude aufkommt. Es gibt diese Mannschaften, denen es fast mehr Spaß zu machen scheint, dem Gegner den Ball wegzunehmen, als ihn selbst zu haben. Das war gestern – und ist, wenn die Erinnerung nicht trügt schon seit langem – Uruguay.