Eins gegen Eins

Eins gegen Eins

Immer am Ball – das Fußball-Blog. Mal spielen wir Doppelpass, mal kommen wir gut in die Zweikämpfe, und mal suchen wir allein den Abschluss.

Jahresendtransfers oder Fußballs Resterampe

Wenn es schon, außerhalb der Premier League, keine Fakten gibt, so gibt es doch jede Menge Gerüchte und Hoffnungen, die sich mit den Transfers verbinden, die...

Wenn es schon, außerhalb der Premier League, keine Fakten gibt, so gibt es doch jede Menge Gerüchte und Hoffnungen, die sich mit den Transfers verbinden, die bereits vollzogen wurden oder die man noch abzuschließen gedenkt, bevor die Rückrunde beginnt. Dabei sind auch wundersame Erscheinungen zu beobachten. Etwa, dass Luca Toni wieder im Gespräch ist, und zwar bei Juventus und bei Milan. Oder dass Kevin Kuranyi nach Wolfsburg gehen könnte, unter der Bedingung, dass Wolfsburg die Offerte von Manchester City für Dzeko akzeptiert. Aber da wäre es womöglich besser, man hätte sich doch getrennt von Trainer McClaren, der seinen englischen Spitznamen „The Wally with the Brolly“, der Trottel mit dem Schirm, nicht mehr loswerden wird, weil englische Zeitungen, wenn sie neugierig nach Wolfsburg schauen, sich die Erinnerung an seine Zeit als Nationaltrainer nicht entgehen lassen.

Eher weniger lustig ist dagegen, was sich bei den Schlusslichtern der beiden Bundesligen tut. Da es, wie in diesem Blog schon mal mit Verwunderung verzeichnet wurde, offenbar unglaublich schwierig ist, sich von Michael Frontzeck zu trennen, wie man in Aachen, Bielefeld und jetzt in Mönchengladbach gesehen hat, kauft man Spieler ein, bei denen zweifelhaft ist, wie sie die Mannschaft nach vorne bringen sollen. Mike Hanke wirkt nicht wie die Antwort auf Gladbachs Sturmprobleme, Martin Stranzl mag ein solider Innenverteidiger sein, der allerdings nur 15 von 30 Meisterschaftsspielen für Spartak Moskau absolviert hat, und Havard Nordtveit, ein sogenannter Defensiv-Allrounder, den der 1. FC Nürnberg 2009/10 ausgeliehen hatte, hat sich in der Reserve des FC Arsenal wohl auch nicht maßlos hervorgetan. Es fällt schwer sich vorzustellen, dass Gladbachs Abwehrmisere durch diese beiden kuriert werden kann. Die Frage wird eher sein, ob man in Gladbach solange warten möchte wie in Bielefeld, bis man Frontzeck die Papiere überreicht.

In Bielefeld, das immerhin, wird man sich wohl kaum von Ewald Lienen trennen, ganz gleich, wie die Rückrunde verläuft. Wenn Lienen sagt, er sei in seiner Laufbahn noch nie abgestiegen und das solle auch so bleiben, dann gehört das vor allem ins Repertoire des Fußballaberglaubens. Strategisch hat sich Lienen für ein bewährtes Handlungsmuster entscheiden: Er hat Eke Uzoma und Sandro Kaiser von München 1860 verpflichtet, weil er sie aus seiner Zeit als Trainer bestens kennen wird, was erst mal vernünftig ist oder zumindest besser, als Akteure zu verpflichten, die ein Verein wie Arminia bestimmt nicht lückenlos observiert hat. Was auch den Transfer von Josip Tadic aus Grenoble etwas undurchsichtig macht, von dem mein Sohn, gestützt auf seine Playstation-Erkenntnisse sagt: „Der bringt es nicht. Voll schwach.“ Zu Dario Vidosic lagen keine Playstation-Erkenntnisse vor. Für den 1. FC Nürnberg hat er gerade mal 75 Minuten gespielt in der laufenden Saison. Er soll begabt sein, aber das hat man auch von dem einen oder anderen jungen Spieler gesagt, den die Arminia zu Saisonbeginn verpflichtet hatte. Eine Perspektive für eine Aufholjagd sieht anders aus.

Aber weil heute Silvester ist, weil man da gute Vorsätze fassen soll fürs neue Jahr, möchte man zumindest gerne hoffen – glauben wäre wohl doch schon zuviel -, dass im jeweiligen Tabellenkeller die Lichter nicht schon im Frühjahr ausgehen.