Eins gegen Eins

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Immer am Ball – das Fußball-Blog. Mal spielen wir Doppelpass, mal kommen wir gut in die Zweikämpfe, und mal suchen wir allein den Abschluss.

Die Hoffenheim AG und ihr tragisches Managementproblem

Rangnick hat Recht. Hopp hat Recht. Wir stehen vor einem Widerspruch. Wie können zwei Leute, die entgegengesetzter Ansicht sind, beide Recht haben? Das kann...

Rangnick hat Recht. Hopp hat Recht. Wir stehen vor einem Widerspruch. Wie können zwei Leute, die entgegengesetzter Ansicht sind, beide Recht haben? Das kann man aber erklären. Jede Aktiengesellschaft kennt das. Es gibt den Eigentümer, und es gibt den Manager, der in seinem Auftrag handelt. Beide haben verschiedene Gesichtspunkte. Der eine möchte die Ausschüttung maximieren, der andere interessiert sich mehr für den Spaß, den er beim Managen hat. Für Hoffenheim kann man das so übersetzen: Den einen interessieren kurzfristige Erfolge, den anderen die Solidität des Unternehmens. Der eine würde darunter leiden, dass der Verein nicht in die europäischen Wettbewerbe kommt, der andere würde darunter leiden, dass der Verein dauerhaft ein Subventionsempfänger ist. Aber aufgemerkt: Hopp leidet nicht am Subventionieren selbst, leidet nicht unter Sparzwang, dafür hat er viel zu viel Vermögen. Er möchte Hoffenheim nur vom Stigma befreien, ein Zuschußbetrieb von seinen Gnaden zu sein. Das wiederum war Rangnick gleichgültig. Denn er sah den Erfolg und seine Bedingungen, die unter anderem in guten Spielern bestehen. Für Rangnick war es folgerichtig, sich auf das Modell „Ich bringe die Mannschaft zum Erfolg, Du zahlst“ zu verlassen. Für Hopp hingegen zählt, dass die Mannschaft ein Unternehmen ist, das auch mit zweitbesten Lösungen leben muss und leben kann.

Offenbar war dieser Konflikt so tief, dass er nicht mehr anständig ausgetragen werden konnte. Denn natürlich ist es ein blöder Affront, einen Trainer derart mit der eigenen Ohnmacht zu konfrontieren. Blöd, weil es auch alle künftigen Trainer vom Hoffenheim infomiert, was hier von wem gespielt wird. Wie will Hopp jemals wieder einen eigenständigen  Geist gewinnen? Das ändert aber nichts daran, dass Hopps Gesichtspunkt etwas (und vielleicht sogar viel) für sich hat. In der Antike hat man so etwas tragisch gennant: Jeder Standpunkt leuchtet ein, das Gegenteil aber auch.