Eins gegen Eins

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Magath, van Gaal & Veh – Zeit der lahmen Enten

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Wer nicht wiedergewählt werden darf oder will, wer seinen Rückzug Monate im voraus glaubt, bekanntgeben zu müssen, der wird in Amerika als „lame duck",...

Wer nicht wiedergewählt werden darf oder will, wer seinen Rückzug Monate im voraus glaubt, bekanntgeben zu müssen, der wird in Amerika als „lame duck“, als lahme Ente bezeichnet. Zwar wird die Bezeichnung bevorzugt bei Präsidenten benutzt, aber sie passt natürlich auch auf deutsche Fußballtrainer. Mit dem kleinen Unterscheid allerdings, dass die Zeit der lahmen Enten im Fußball meist kürzer ausfällt, da sie selten bis zum erzwungenen oder freiwillig gewählten Ende ihrer Amtszeit lahmen dürfen – sie werden vorher abgeschossen. Dass einer dagegen den Horst Köhler macht und wie aus heiterem Himmel seinen Rücktritt erklärt, kommt ganz selten vor.

Louis van Gaal hatte ich das vergangene Woche noch zugetraut, weil er alt, erfahren und erfolgreich genug ist, um sich diese Art des abrupten Abschieds leisten zu können. Auch Armin Veh hat ja schon in der Hinrunde mit dem Feuer gespielt, als er Trochowski vor Fernsehkameras verbal abwatschte, und er ist einem mit jedem Spiel müder erscheinen, zu müde eigentlich, um das Saisonende noch beim HSV erleben zu wollen; so müde, dass er nicht mal von selber sofort kündigen mochte.

Nur bei Felix Magath war es eher unwahrscheinlich, dass er vor der Zeit hinwirft, auch weil die Entlassungsprozedur bei ihm dadurch komplizierter sein dürfte, dass er Trainer, Manager und Vorstandsmitglied in Personalunion ist. Van Gaals Ego ist sicher nicht schmächtiger als das von Magath, sein Dogmatismus sicher nicht schwächer – aber er hat halt eine ganze Armada von Noch-Besserwissern um und über sich, die eine Kraftprobe bis zum Letzten verhindern. Magath dagegen, so hatte es mitunter den Anschein, kommunizierte vor allem mit sich selbst über seine enigmatischen Transfers.

Selbst wenn Magaths Abschied von Schalke bisher nur von der Deutschen Presseagentur und der WAZ gemeldet, aber vom Verein noch nicht offiziell bestätigt wurde, so tut sich doch jetzt eine ganz besondere Rochade-Möglichkeit auf, nachdem überall schon Listen möglicher Bayern-Trainer abgearbeitet wurden: Magath geht wieder nach München, er kennt sich dort ja aus, er ist hart und stur genug. Und vielleicht versucht es Schalke einfach mal mit Louis van Gaal? Und man könnte es auch mal mit einer Einlaufwette versuchen: Wer darf am längsten lahme Ente bleiben?


2 Lesermeinungen

  1. Nach einer WM haben die Bayern...
    Nach einer WM haben die Bayern immer eine schlechte Meisterschaft gespielt.
    Die Schalker sind wie immer übermütig, wollen mehr als sie können, schauen neidisch zu Dortmund, verliehen so ihre eigenen Möglichkeiten aus den Augen.
    Mehr Möglichkeiten als mit Quählix haben die Schalker nimmer.
    Nur Veh und der HSV passen nicht zusammen.
    Wer am Ende bleibt, ist nur Herr Veh.

  2. Die genannten Trainer gehören...
    Die genannten Trainer gehören nicht nur zu den „Lame Ducks“, sondern meiner Meinung nach auch zu der Gattung Trainer, die auf lange Sicht keine Zukunft mehr haben werden. So hat Magath bei all seinen Stationen Unsummen an Geld investiert und auch verbrannt und die Vereine werden die Folgen dessen noch erleben. Die neue Generation der Klopps und Tuchels ist mutiger und innovativer. So ein Trainer würde auch dem FCB gut zu Gesicht passen, wäre da nicht der mit Fussballsachverstand durchsetzte Vorstand.

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