Eins gegen Eins

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Immer am Ball – das Fußball-Blog. Mal spielen wir Doppelpass, mal kommen wir gut in die Zweikämpfe, und mal suchen wir allein den Abschluss.

Stevens ist Magath ist Rangnick: Der Trainer als Rückkehrer

Der alte Begriff des Trainer-Karussells meint die schnelle Abfolge der Wiederkehr immer derselben Gesichter auf wechselnden Posten. Tatsächlich kann man in den...

Der alte Begriff des Trainer-Karussells meint die schnelle Abfolge der Wiederkehr immer derselben Gesichter auf wechselnden Posten. Tatsächlich kann man in den Bundesligen darauf warten, dass Frischentlassene anderorts im System wieder auftauchen. Wie denn auch anders? Da erwiesen ist, dass Trainerentlassungen nichts bringen, aber unvermeidlich sind, kann man die Freigesetzten ja guten Gewissens sofort in anderen Vereinen beschäftigen. Das gilt, auch wenn man von Peter Neururer und Frank Pagelsdorf jetzt schon eine Weile nichts gehört hat.

Zuletzt schien es allerdings, als verstärke sich der Trend zur Trainer-Rückkehr. Heynckes bei den Bayern, Magath in Wolfsburg, Rangnick bei Schalke, Stevens bei Schalke. Ziemlich unterschiedliche Fälle, aber das Muster „Den hatten wir doch schon einmal“ hält sich durch.  Soziologisch betrachtet, ist die Wiedereinstellung einerseits unwahrscheinlich: Man hatte ja Argumente gesammelt, weshab es mit diesem Trainer nicht mehr geht. Andererseits ist sie wahrscheinlich: Man kennt sich, und man hat sich ja gar nicht aus objektiven, sondern aus symbolischen Gründen getrennt.

Ist das neu? Eine kleine Stichprobe legt es nahe, diese Frage zu verneinen. Udo Lattek trainiert die Bayern von 1970 bis 1975 und von 1983 bis 1987. Und er trainierte Dortmund von 1979 bis 1981, um den Verein 2000 dann noch einmal vor dem Abstieg zu retten. Jörg Berger war zweimal bei Eintracht Frankfurt tätig: 1988 bis 1991 und 1998/99. Und Kuno Klötzer – Hüte runter, im August verstorben – war bei Fortuna Düsseldorf von 1953 bis 1957 und von 1963 bis 1967; dass er die Düsseldorfer nicht auch von 1973 bis 1977 trainierte, was ja konsequent gewesen wäre, lag daran, dass Klötzer exakt in diesem Zeitraum beim HSV engagiert war.

Wenn der Eindruck also nicht täuscht, ist der Rückkehr-Trainer ein bekanntes Phänomen. Nur die Zeitabstände haben sich – siehe Magath, siehe Rangnick, siehe aber auch Hitzfeld – verkürzt.