Fazit – das Wirtschaftsblog

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Wettlauf der Steuersparer

| 68 Lesermeinungen

Reiche können viel von der Steuer absetzen. Die Ärmeren können’s noch besser.

© Alfons Holtgreve 

Wer zahlt in Deutschland Steuern? Glaubt man den Leuten an Stammtischen, in Lesezirkeln und auf Sportplätzen, dann sind das nicht die Reichen. Die nutzen viele Steuertricks und setzen die seltsamsten Ausgaben von der Steuer ab, so dass sie am Ende viel weniger Geld versteuern müssen, als sie eigentlich verdienen – so glauben es viele. Am Ende wird die Progression im Steuersystem unterlaufen. Der Gedanke leuchtet ja auch sofort ein: Das deutsche Steuerrecht umfasst mehr als 11.000 Seiten an Gesetzen, Erlassen und Richtlinien. Da stecken genügend Ausnahmen drin, die nur Leute mit einem guten Steuerberater nutzen können. Könnte man glauben.

Stimmt das? Und wie viel macht das aus? Drei Forscher wollten es genau wissen. Am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und an der Freien Universität Berlin guckten sie sich die Einkommensteuer-Statistik ausführlich an. Und schlugen alles wieder drauf, das die Leute einst in ihrer Steuererklärung mit viel Aufwand abgesetzt hatten: Steuersparmodelle für Immobilienbesitzer und Steuerbefreiungen für Selbständige, aber auch die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer, die Pendlerpauschale und die Steueranreize für Lebensversicherungen. All das berücksichtigen Stefan Bach, Giacomo Corneo und Viktor Steiner. Das erstaunliche Ergebnis: Es sind gerade die Leute mit geringem Einkommen, die ihre Steuerlast besonders drücken können.

Die Ärmeren versteuern nicht mal die Hälfte ihres Einkommens

Wenn die ärmere Hälfte der Deutschen mit ihrer Steuererklärung fertig ist, versteuert sie nicht mal mehr die Hälfte ihres Einkommens. Denn viele Steuer-Ausnahmen sind zwar klein, ändern sich aber nicht mit dem Einkommen und schlagen bei kleinen Einkommen entsprechend stärker zu Buche: der Sparerfreibetrag, der die ersten paar hundert Euro Zinsen steuerfrei stellt. Die Werbungskosten-Pauschale, die dafür sorgt, dass der Steuerzahler jährlich 1000 Euro weniger versteuern muss. Und manchmal kommt auch noch die Pendlerpauschale dazu. Einige Einkünfte sind von vornherein steuerfrei, zum Beispiel Nachtzuschläge oder Teile der Rente. Das alles fällt bei kleinen Einkommen stärker ins Gewicht als bei großen.

Am Ende versteuern die Reichen, verglichen mit den Ärmeren, mehr als den doppelten Anteil ihres Einkommens. Die ärmere Hälfte der Deutschen zahlt Steuern auf 40 Prozent des Einkommens, das reichste Tausendstel auf 90 Prozent des Einkommens. Nur die Superreichen mit einem Einkommen über zwei Millionen Euro im Jahr, ziemlich genau die oberen Zehntausend in Deutschland, können mittels Immobilien noch mal etwas mehr Steuern sparen und müssen nur noch rund 80 Prozent ihres Einkommens versteuern. Das aber ist immer noch das Doppelte des Anteils, den die ärmere Hälfte erreicht.

Natürlich sind auch die Steuersätze der Reichen höher. So kommt es, dass die ärmere Hälfte der Deutschen auf ihr Gesamteinkommen durchschnittlich nur rund zwei Prozent Steuern zahlt, die Reichen aber bis zu 39 Prozent. So wirkt das Steuersystem nach allen Abzugsmöglichkeiten noch progressiver als vorher.

Nun hat die Studie der drei Berliner Forscher immer noch einige Unschärfen. Ihre jüngsten Daten stammen aus dem Jahr 2005, weil Steuerbescheide lange brauchen und ihre statistische Auswertung oft noch länger dauert. Zudem bleibt so manches Steuersparmodell übrig, das sich ein kreativer Steuerzahler ausdenken kann und das die Forscher nicht erfassen können. Kriminelle Steuerhinterziehung entgeht ihren Daten. Wer das Land ganz verlässt, zahlt in Deutschland sowieso keine Steuern, taucht also auch nicht in der Steuerstatistik auf. Schwierig sind auch Selbständige, denn bei ihnen ist die Abgrenzung zwischen privaten und betrieblichen Ausgaben immer unscharf. Das allerdings gilt für reiche Selbständige ebenso wie für arme Selbständige.

Die Reichen haben von der Steuerpolitik kaum profitiert

Doch alles in allem haben die Reichen in Deutschland von der Steuerpolitik des Landes – anders als oft gedacht – kaum profitiert. In einem internationalen Vergleich haben die bekannten Steuer- und Ungleichheitsforscher Emmanuel Saez, Thomas Piketty und zwei ihrer Kollegen gezeigt, dass fast alle Industrieländer die Spitzensteuersätze seit 1960 deutlich gesenkt haben – mit weit mehr Dynamik als in Deutschland (wobei manche Länder auch von weit höherem Niveau gestartet sind). Nur die Schweiz und Spanien haben die Spitzensteuersätze demnach konstanter gehalten als Deutschland.

Auch hier liegt der Verdacht nahe, dass in Deutschland die Ausnahmen die entscheidendere Größe sind als die Steuersätze. Was neue Ausnahmen angeht, haben die Armen in Deutschland stärker profitiert als die Reichen. Das gilt zumindest für die Jahre 1992 bis 2005, die die drei Berliner Forscher genauer angeschaut haben.

Sie haben in ihren Zahlen nämlich nebenbei entdeckt, dass zwischen 1992 und 2005 immer mehr Ausnahmen und Absetzmöglichkeiten dazugekommen sind, vor allem während der Kanzlerschaft von Gerhard Schröder. Davon profitierten die Leute in der oberen Mittelschicht und der Oberschicht überhaupt nicht. Die neuen Ausnahmen nutzten nur den Allerreichsten und – vor allem – den Ärmeren. Der durchschnittliche tatsächliche Steuersatz der Reichsten fiel in diesen 13 Jahren um ein knappes Drittel, für die ärmere Hälfte der Deutschen sank er sogar um die Hälfte.

Und das ist bei aller Unschärfe der Zahlen eine Folgerung, welche die Studie der drei Berliner Forscher auf jeden Fall zulässt: Die Reichen mögen ihre Steuerspartricks haben, doch für die Armen gibt es mindestens genauso viele.

Der Beitrag ist der „Sonntagsökonom“ aus der F.A.S. vom 11.8.2013.


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68 Lesermeinungen

  1. Trick 17
    Merke: Die Armen verdienen so wenig, dass sie gar keine Steuern mehr zahlen. Mehr Steuerersparnis geht nicht!

    • Das wäre ja eine Sauerei.
      Dann würde ich sofort auch keine Millionen mehr verdienen wollen. Arme Vermögend!!!

  2. Lächerlich
    Schade, dass der Autor offensichtlich keinen steuerlichen Hintergrund hat. Andernfalls hätte er diesen Artikel in der Form nicht geschrieben.

    Beispiel für das Wirken einer für kleine Leute ach so „tollen“ Abzugsmöglichkeit:

    a) Geringverdiener mit 20% Grenzsteuersatz
    b) Gutverdiener mit 45% Grenzsteuersatz

    Beide fahren mit der Bahn zur Arbeit und geben dafür 1.000 Euro im Jahr aus.

    a) bekommt davon über die Steuer 200 Euro zurück und bleibt somit auf tatsächlichen Kosten in Höhe von 800 Euro sitzen

    b) bekommt über die Steuer 450 Euro zurück und bleibt auf 550 Euro sitzen

    Wer merkt etwas?

    Klar, absolut zahlt der Gutverdiener natürlich mehr Steuern. Trotzdem wird er von jedem noch so kleinen Freibetrag wesentlich stärker profitieren als der Geringverdiener.

    Jeder mit etwas mehr Hintergrundwissen wird ihnen bestätigen, dass die Gutverdiener durch das Abschmelzen des Spitzensteuersatzes sowie die Einführung der Abgeltungssteuer in Höhe von 25% DEUTLICH entlastet wurden. Und zwar in absoluten und relativen Zahlen entlastet.

    Evtl. hier eine kurze Abhandlung dazu:

    https://www.epochtimes.de/steuerzahlerbund-mittelschicht-zahlt-mehr-steuern-als-1990-413684.html

    • "Wer merkt etwas?"
      Ich merke etwas! Nämlich dass Sie völlig an der Sache vorbei argumentieren.

      In Ihrem Beispiel kann der Gutverdiener doch nur deshalb 450 Euro „sparen“, weil er ein zu versteuerndes Einkommen hat, das in der Spitze bereits mit 45% versteuert wird.

      Wie Sie daraus nun eine steuerliche Besserstellung des Gutverdieners ableiten, wird wohl Ihr Geheimnis bleiben.

      Sie gehen den gleichen plakativen Stammtischparolen auf den Leim, die im Artikel mit Verweis auf eine Datengrundlage entkräftet werden. Lesen und verstehen.

    • Falsch
      Zitat Artikel:

      „Davon profitierten die Leute in der oberen Mittelschicht und der Oberschicht überhaupt nicht. Die neuen Ausnahmen nutzten nur den Allerreichsten und – vor allem – den Ärmeren.“

      Eine Ausnahme nur für ganz Reiche oder ganz Arme gibt es nicht. Jede Ausnahme die dazu kommt, kann jeder Steuerpflichtige unabhängig von seinem Einkommen in Anspruch nehmen.

      Wenn also beispielsweise eine Pauschale um 100 Euro erhöht wird, dann wirkt sich das zwar relativ beim Gutverdiener nicht so stark aus, absolut jedoch schon. Und genau in diesem Punkt ist der Artikel und die darin gemachten Schlussfolgerungen falsch.

      Wen interessieren die relativen Zahlen? Wichtig ist, was unterm Strich „mehr“ übrig bleibt.

      Ich gehe davon aus, dass sie kein steuerliches Hintergrundwissen haben?

    • Einfache Aussage
      So oft Sie auch auf Ihr ominöses „steuerliches Hintergrundwissen“ verweisen, kommen Sie um einige Grundaussagen nicht herum.

      Zitat Artikel:
      „So kommt es, dass die ärmere Hälfte der Deutschen auf ihr Gesamteinkommen durchschnittlich nur rund zwei Prozent Steuern zahlt, die Reichen aber bis zu 39 Prozent. So wirkt das Steuersystem nach allen Abzugsmöglichkeiten noch progressiver als vorher.“

      Mit ein wenig Intelligenz sind diese Sätze auch ohne die Prüfung zum Steuerberater zu verstehen.

    • Mein Gott,
      ganz einfach, wenn Ihnen die Steuer (und damit wohl zusammenhängend ihr Gehalt) zu hoch ist, können sie ja das Land sofort verlassen!

    • Oh Mann!
      Mein Gott,diese,pardon,schlichte Aussage,das Land bei Nichtgefallen doch zu verlassen,erinnert doch zu sehr an das Geschwätz vergangener Tage,als jeder,der an der alten Bundesrepublik Kritik übte,vom Stammtisch niedergemacht wurde mit dem Verslein „Wenn es dir hier nicht passt,kannst du ja nach drüben gehen“.Wirklich schlicht.

  3. Na, dass beruhigt ja ungemein.
    Vor allem den, bei dem am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist. Durch Verbrauchssteuern et.al. sieht die Belastung dann anders aus. Relativ hat dann das hoch besteuerte Einkommen doch etwas anderes Potential…..

  4. Eieiei !
    Bisher hiess es immer (vorallem wenn FDPler im Raum sind): „die Armen zahlen doch überhaupt keine Steuern“.
    .
    Nun kommen für die Armen zum „Nicht-Steuern-Zahlen“ sogar noch immense Steuerersparnis-Gewinne und Steuerrückzahlungen hinzu.
    .
    Kein Wunder, also,daß in diesem Land aus vielen,vielen Armen über’s Jahr dann Reiche werden !
    .
    Und kein Wunder,daß ein solcher Beitrag ausgerechnet in dieser Zeitung erscheint.

  5. Zahlenwerk
    Wobei es immer noch einen Unterschied macht, ob am Ende 1000 oder 10OOO netto übrig bleiben, nicht wahr, geschätzte Zahlenversteher, Zeitgeist gesteuerte?

    • Tja,
      da haben Sie wohl recht. Ich weiß auch nicht, wie verdreht manche Köpfe sein müssen, um vor Prozentzahlen so in die Knie zu gehen, dass sie die absoluten Zahlen dahinter ganz aus dem Blick verlieren!!

  6. Gerne würde ich so viele Steuern zahlen wie Ihr Dinks,
    sagte neulich mein Nachbar mit zwei Kindern und Hausfrau zu uns. Gerne würden wir seinen Steuersatz haben und uns nicht noch um den Haushalt etc. kümmern, wenn wir unsere 40+xx Stundenwochen hinter uns haben.

    Fast alle in Deutschland finden daher das Steuersystem ungerecht. Die einen, weil sie mit Sozialabgaben mehr als die Hälfte des Einkommens dem Staat geben müssen und die anderen, weil sie so wenig verdienen, dass sie geringe Einkommensteuersätze zahlen, wohl aber Mehrwertsteuern und Sozialbeiträge. Der Vergleich von realen Einkommensteuersätzen ist daher eine sehr eingeschränkte Sicht auf unser Steuersystem.

    Die These, dass vor allem Geringverdiener von Ausnahmen profitieren ist jedoch gewagt, sind die zahlreichen und komplizierten Ausnahmeregelung doch das Ergebnis jahrzehntelanger Bemühungen von Lobbygruppen.

    Ich wäre sofort für das Bierdeckelmodell von Merz und Kirchhoff, aber ich bin mir sicher, dass es nicht die Armen sind, die gegen dessen Einführung protestieren würden. Es lag längst nicht nur an Schröders demagogischem Wahlkampf, dass Kirchhoff selbst in den eigenen Reihen Angst und Schrecken verbreitete.

  7. Grundfreibetrag, Intention, Umsatzsteuer
    Wie ist das mit dem Grundfreibetrag? Liebe Frau Bez, der kommt erst eine Stufe später ins Spiel. Die ärmere Hälfte der Deutschen versteuert überhaupt nur 40% des Einkommens, davon wird dann /anschließend/ noch mal der Grundfreibetrag abgezogen – so kommt dann am Ende eine Steuerlast von zwei Prozent heraus.

    Warum habe ich diesen Artikel geschrieben? Es gibt keine „hidden Agenda“. Ich hatte nur in vielen Gesprächen den Satz gehört: „Die Steuersätze wären ja in Ordnung, aber die Reichen tricksen sich doch sowieso um die Steuer herum“ – diese Studie war eine Gelegenheit, das zu prüfen.

    Die Umsatzsteuer ist noch eine andere, spannende Diskussion, lieber Herr Berger. Natürlich zahlen reiche Leute erst mal relativ weniger Umsatzsteuer, weil sie mehr Geld sparen. Aber auf dem Konto bringt das Geld ja sonst nichts. Und in dem Moment, in dem man etwas damit anfangen will, muss man die Umsatzsteuer wieder zahlen. Insofern könnte man auch argumentieren, dass die Umsatzsteuer alle Leute gleichmäßig trifft.

    • Halbwahrheiten
      Hallo Herr Bernau,

      wenn die ärmere Hälfte der Deutschen überhaupt nur 40% des Einkommens versteuert, also z.B. bei einem Jahreseinkommen von 25.000€ lediglich 10.000€ der Einkommensteuer unterwerfen muss, nehme ich an, dass die 15.000€ nicht zu versteuerndes Einkommen doch wohl im Wesentlichen aus Beiträgen zur Sozialversicherung und anderen Vorsorgeaufwendungen bestehen, ansonsten wäre diese Differenz nicht zu erklären. Dass da ein anderes Etikett dran klebt, die Kohle hinterher aber trotzdem beim Staat landet, hat den Studienersteller offenbar nicht gekümmert.
      Und dank der Beitragsbemessungsgrenzen wird, nachdem bei den mittleren Einkommen maximal abgeräumt wurde, der prozentuale Anteil bei den höeren Einkommen wieder geringer. Man zahlt also weniger Sozialversicherung, muss dafür aber mehr Einkommen versteuern.
      Diese Mechanik wurde im Artikel nicht erklärt.

    • Sozialversicherungsbeiträge
      Lieber Herr Dee, die Vorsorgeaufwendungen gehören sicher zu den Absetzmöglichkeiten. Aber so hoch sind die jetzt auch wieder nicht. Gruß, Patrick Bernau

    • große Lücke
      In der Tat, in meinem Beispiel, in dem die 25.000 bereits den Arbeitgeberanteil beinhalten, verblieben ohne sonstige Abzüge dem Fiskus rund 16.500 Euro zum besteuern. Sollten tatsächlich noch private Vorsorgeaufwendungen getroffen sein (soviel ist da ja rein finanziell gar nicht drin, ich gehe einfach mal von 1000€ aus), bedenke Werbungskosten mit nochmal rund 1000€ und lasse den armen Menschen noch weitere 1.000€ spenden, dann sind die 10.000 immer noch um 3.500 (14 Prozentpunkte aus dem ursprünglichen Beispiel) verfehlt. Wenn nun nicht bei jedem armen Menschen automatisch ein, zwei Monate Arbeitslosengeld/Krankengeld/Elternzeit eingerechnet werden, kann ich mir beim besten Willen nicht erklären, wie durchschnittlich(!) die 40%-Marke erreicht werden könnte.
      Meiner Meinung nach ist aber das Fazit, die Armen könnten viel von der Steuer absetzen, eine Nebelkerze.

    • Hoppla,
      noch nichts von Geldanlage an der Börse gehört??
      Aber, oh Gott, da muss man auf seine Gewinne ja auch schon wieder Steuern abführen. Die armen Reichen trifft es aber auch ständig!!

  8. Bock geschossen
    Der Autor hat den größten Bock seines Lebens geschossen. Daraus zu schließen dass 90% der Einnahmen Reicher der Steuerpflicht unterliegen, dann auch Steuern am Ende des Jahres abzuführen sind ist schon aberwitzig. 6 setzen.

    • @A. Heilmeier
      Die Verve, mit der Sie den Autor wieder auf seinen Platz verweisen wollen, schützt Sie nicht vor dem kapitalen Bock, den SIE geschossen haben.

      Die im Artikel genannten Zahlen beziehen sich gerade NICHT auf eine hypothetische Steuerlast, sondern auf die tatsächlich abgeführten Steuern. Genau dafür haben die drei Forscher reale Steuererklärungen gewälzt.

      Aber danke. Selten dürfen Knieschüsse wie der Ihre bewundert werden.

  9. Schade
    dass Forschern – und Journalisten – deren Zahlen gängigen Klischees widersprechen hier vorwiegend Häme ernten oder ihnen Parteilichkeit unterstellt wird.

    • Naja
      Sie sollten jedoch nicht nur oberflächlich am Thema kratzen, sondern sich mal ernsthaft mit dem Steuersystem auseinander setzen. Und genau das spreche ich dem Autor ab.

  10. "Schön gerechnet"
    Wie jede Statistik berücksichtigt auch diese nur die Faktoren, die hinterher zum gewünschten Ergebnis führen sollen.
    Wie heir bereits einige Vorredner bemerkten: Die höheren Einkommen können dafür Dinge steuerlich geltend machen in deren „Verlegenheit“ jemand mit niedrigem Einkommen nie kommen wird. Ein Unternehmer mit privatem (!) Fuhrpark für die ganze Familie, die als Firmenwagen über die Firma abgerechnet werden, weil keiner so genau hinsieht ist hier z.B. nicht berücksichtigt worden. Und die Liste ist lang!
    Und auch wenn man „nur“ die Einkommen sieht gibt es sicher Leute die versteuern am Tag mehr als jemand anders im ganzen Monat verdient — von „Ungerechtigkeit“ würde ich hier jedoch nur dahingehend sprechen, dass wir heute ein Entlohnungssystem (Dumpinglöhne, Zeitarbeit, etc.) haben, dass solche Umstände erst möglich macht.

    • was Sie anführen gibt es so nicht:
      „Ein Unternehmer mit privatem (!) Fuhrpark für die ganze Familie, die als Firmenwagen über die Firma abgerechnet werden“.

      Wenn das so wäre, wäre es Steuerverkürzung und nicht der Wille des Gesetzgebers.

    • Besserverdiener können fast nie (!) ernsthaft "Steuern sparen", denn es gibt schlicht und ergreif
      keine solchen Sparmöglichkeiten. Auch Ihr Beispiel mit den über die Firma abgerechneten Privatwagen ist völlig falsch, niemals würde so etwas durch eine Betriebsprüfung durchkommen.
      Ganz im Gegenteil ist es, gerade für Angestellte, so, dass es eben gerade keine Steuersparmöglichkeiten gibt.
      Die gibt es höchsten für Leute, die richtig Geld haben bzw. verdienen, da hier über Auslandsfirmen etc. einige Möglichkeiten existieren, aber auch da gibt es Meldepflichten und Progressionsvorbehalte etc.
      Ich habe noch nie ein reales Rechenbeispiel gesehen, wo jemand z.B. als Angestellter mit 10.000 EUR brutto ernsthaft Steuern sparen kann. Also, wer hat so ein Beispiel? (Sie könnten Millionen verdienen, wenn Sie eines hätten.)

    • Gutmensch?
      Sowas gibt es – vertrauen sie mir. ^^
      (inkl. „Kind & Kegel“)

      Dass das nicht korrekt ist, steht auf einem anderen Blatt.

    • P.S.
      Anm.: Weil sie sich so an dem Beispiel „aufhängen“. Die Fahrzeuge sind natürlich auf die Firma zugelassen. Wie gesagt – das geht.

    • Gibt es doch
      Und zwar viel öfters als sie denken.

      Natürlich ist es eine Steuerverkürzung und natürlich ist es vom Gesetzgeber nicht gewollt, aber in der Praxis kann man im Bereich „Firmenwagen von Unternehmern“ einen häufigen Missbrauch feststellen.

    • Stimmt
      Und die Ehefrau und die Kinder werden als „Mitarbeiter“ auf 400 Euro Basis angemeldet, obwohl man diese noch nie in der Firma gesehen hat. Kostet rund 22% Sozialabgaben, spart bei einem entsprechenden Steuersatz aber >45% Einkommensteuer ein.

      Tja, und wenn man dann noch billige Autos kauft (Listenpreis 10.000 Euro), diese auf die Firma anmeldet, für die private Nutzung durch Frau und Kinder jeden Monat 1% vom Listenpreis versteuert, dafür aber auch alle Kosten inklusive Benzin als Betriebsausgabe buchen kann, dann kann man auf Kosten des Steuerzahlers seinen Kindern verdammt günstig ein Auto anbieten.

      Bei 45% Grenzsteuersatz kostet einem die Karre monatlich 45 Euro Einkommensteuer + Umsatzsteuer. Im Gegenzug setzt man dann aber auch die Abschreibung, das Benzin, die Steuer, die Versicherung, die Reparaturen etc. im Wert von mehreren Hundert Euro monatlich ab.

      Und wer meint das ist nur eine seltene Ausnahme, der sollte mal seinen Steuerberater privat bei einem Bier nach den Tricks der Unternehmer fragen. ;-)

    • @Schmidt: Ihr Beispiel mit den Fahrzeugen ist Steuerhinterziehung
      Was also wollen Sie damit sagen? Was hat das mit der Steuersystematik zu tun.
      Wenn Sie schon bzgl. Selbstständige was sagen, dann sollten Sie aber nicht vergessen, dass diese praktisch unausweichlich unbezahlte Frondienste von vielen (ggf. hundert) Stunden pro Jahr für die Finanzämter leisten, um die ganze Buchhaltung etc. Finanzamtsgerecht hinzubekommen.
      Diese Frondienst-Stunden müssen auch als Steuern angesehen mit mitberechnet werden, sie müssten z.B. mit 50 EUR pro Stunde als Kosten absetzbar sein.

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