Das Fernsehblog

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Von wegen sterbendes Medium: 225 Minuten sieht jeder von uns im Schnitt täglich fern. In diesem Blog stehen die Gründe dafür. Und die dagegen.

Feier-Abend mit dem RBB

| 3 Lesermeinungen

Am vergangenen Freitag durften die Kollegen vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), denen es finanziell ja gerade nicht so gut geht, zur Entspannung mal RTL spielen. Für die 45-minütige Live-Berichterstattung vom Bundespresseball in Berlin haben die Reporter Britta Elm, Ulli Zelle und Petra Gute um 20.15 Uhr knallharte Informationen übers Sushi-Buffet, die offizielle Ball-Mottofarbe Lila und die heißesten Abendkleider geliefert.

Am vergangenen Freitag durften die Kollegen vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), denen es finanziell ja gerade nicht so gut geht, zur Entspannung mal RTL spielen. Für die 45-minütige Live-Berichterstattung vom Bundespresseball in Berlin haben die Reporter Britta Elm, Ulli Zelle und Petra Gute um 20.15 Uhr knallharte Informationen übers Sushi-Buffet, die offizielle Ball-Mottofarbe Lila und die heißesten Abendkleider geliefert.

Und vorher womöglich schon das ein oder andere Sektchen getrunken.

Bild zu: Feier-Abend mit dem RBB
Screenshot: RBB

„Wir bleiben für Sie am Ball“, versprach Zelle. Zwischendurch blieb sogar noch Zeit, den geladenen Politikern investigative Fragen zu stellen.

„Was macht man eigentlich, unter uns gesagt, wenn einem so ein Essen nicht schmeckt?“, hat Elm den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, gefragt, und der hat „Dann isst man einfach nichts“ geantwortet.

Ulli Zelle wollte von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt wissen: „Kennen Sie eigentlich Ulla Schmidt aus Rheinland-Pfalz, die dort im Landtag sitzt, mit dem gleichen Namen, nur einer anderen Parteizugehörigkeit?“ Und die hat gesagt: „Es gibt viele Ulla Schmidts, die sind nur nicht alle Bundesministerin.“

Familienministerin Ursula von der Leyen musste sich gar eine kritische Kommentierung ihrer politischen Arbeit von Zelle gefallen lassen: „Frau Doktor von der Leyen, Sie haben es glaube ich geschafft, eine Familienpolitik anzustoßen, die über die Fraktionsgrenzen hinaus akzeptiert wird.“

Reporterin Gute hat sich derweil die neue Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner geschnappt: „Sie tanzen gerne, ist so ein Bundespresseball auch was, wo Sie Spaß haben können?“

Und Elm wollte von Edmund Stoiber, der ja früher auch mal was mit Politik gemacht hat, wissen: „Was führt Sie auf den Bundespresseball?“

Zum Schluss hatte Außenminister Frank-Walter Steinmeier dann die Gelegenheit, kurz zu erklären, was den eigentlichen Reiz der Veranstaltung ausmacht, bei der sich jedes Jahr Politiker und Journalisten treffen: „Das sind Gespräche, in denen wir Einschätzungen austauschen werden, ohne dass man die Befürchtung haben muss, dass sie einem am nächsten Morgen im Interview verdreht werden.“

Vom RBB ja sowieso nicht.


3 Lesermeinungen

  1. <p>oh mein gott. so viel...
    oh mein gott. so viel stumpfsinn, in der deutschen tv-landschaft. und für so etwas bezahlen wir GEZ!!!

  2. Das ist Berlin, wie es ist:...
    Das ist Berlin, wie es ist:
    Knallchargen und Hochstapler an allen Orten.

  3. Ich hatte ja auch sofort den...
    Ich hatte ja auch sofort den Eindruck, die waren bedrunken. Sowohl vom Alk als auch von der eigenen angenommenen Bedeutsamkeit. Besonders der Zelle hat aber auch noch nie den Eindruck hinterlassen, den kritischen Journalismus erfunden zu haben. Etwas, was für den rbb im Allgemeinen gilt. Nachdem ich vor 5 Jahren von Hessen nach Berlin umgezogen bin, war ich vom Niveau des rbb im Vergleich zum hr echt geschockt. Ausnahmen bilden da nur der Herr und die Dame von der Abendschau, die doch immer mal wieder ihre Studiogäste beim Interview nicht von der Angel lassen, bis die tatsächlich eine Frage direkt, sinnvoll und substantiell beantwortet haben.

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