Das Fernsehblog

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Von wegen sterbendes Medium: 225 Minuten sieht jeder von uns im Schnitt täglich fern. In diesem Blog stehen die Gründe dafür. Und die dagegen.

10 Punkte, an denen man erkennt, dass "Das Supertalent" nicht "DSDS" ist

| 26 Lesermeinungen

Derzeit läuft bei RTL wieder "Das Supertalent" (oder wie's Marco Schreyl zum Start am Freitag formuliert hat: "Endlich ist Ihre spektakulärste und tollste Samstagabendshow zurück!"). Damit Sie die Sendung nicht aus Versehen mit einer anderen verwechseln, in der auch viel gesungen wird und Dieter Bohlen in der Jury sitzt, steht hier eine kleine Unterscheidungshilfe.

In den kommenden Wochen läuft bei RTL wieder „Das Supertalent“ (oder wie’s Marco Schreyl zum Start am Freitag formuliert hat: „Endlich ist Ihre spektakulärste und tollste Samstagabendshow zurück!“). Und damit Sie die Sendung nicht aus Versehen mit „Deutschland sucht den Superstar“ verwechseln, wo ja auch viel gesungen wird und Dieter Bohlen in der Jury sitzt, steht hier jetzt eine kleine Unterscheidungshilfe:

10 Punkte, an denen man erkennt, dass „Das Supertalent“ nicht „DSDS“ ist.

1. Das Logo ist rot.

Bild zu: 10 Punkte, an denen man erkennt, dass "Das Supertalent" nicht "DSDS" ist

2. Die Talentlosen, die nicht wissen, dass sie schlecht sind, werden nicht nur vor der Jury bloßgestellt, sondern parallel dazu vom Saalpublikum im Berliner Schillertheater Admiralspalast ausgebuht, ausgepfiffen und ausgelacht. Bei besonders schlimmen Fällen steht das Publikum auf, dreht sich mit dem Rücken zur Bühne und signalisiert mit einer ausladenden Daumen-runter-Geste, wie schlecht es den Auftritt findet, um auch noch das letzte bisschen Selbstbewusstsein des Kandidaten zu zerstören.

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3. In der Jury sitzen zwei nette Ausländer, bei denen man manchmal auch nicht so genau versteht, was sie eigentlich sagen wollen.

4. Jeder dritte Auftritt wird von Minderjährigen bestritten, entweder Kindern, die noch sehr, sehr jung sind (süüüß!) oder schon etwas älteren, die dafür bereits einen schweren Schicksalsschlag ertragen mussten (oooch!).

Bild zu: 10 Punkte, an denen man erkennt, dass "Das Supertalent" nicht "DSDS" ist

5. Daniel Hartwich lenkt als Co-Moderator ein bisschen von Moderator Marco Schreyl ab, nimmt dabei allerdings das Risiko auf sich, selbst zu verschreylen.

6. Die großen feuchten Augen von Bruce Darnell.

7. Die Shows sind nicht live, sondern aufgezeichnet, was RTL die Möglichkeit gibt, überflüssige Moderatorenkommentare ins Off zu schneiden, besonders spektakuläre Auftritte mit Zeitlupen zu unterbrechen und die Jurybewertung mit Klassikern wie „Eternal Flame“, „Du hast den schönsten Arsch der Welt“ oder – bei blinden Kandidaten – „Gib mir Sonne“ zu unterlegen („Hier kommt die Sonne, hier kommt das Licht / Siehst du die Farben, kommen alle zurück“).

8. Die Show wird jedes Jahr länger.

9. Die Jurymitglieder haben bei jedem Auftritt was anderes an, weil RTL es offensichtlich niemandem zumuten will, komplette Aufzeichnungen der Shows am Stück zu zeigen, sondern die Auftritte verschiedener Tage wild zusammenschneidet.

10. Der Tränendrüsenbeanspruchung in den Einspielfilmen, in denen einzelne Teilnehmer vorgestellt werden, ist am Anschlag („Alles, was Vanessa jetzt noch bleibt, sind ihre Musik und die Gebete an ihren toten Vater“).

Gibt’s Ergänzungsvorschläge?

Screenshots: RTL


26 Lesermeinungen

  1. Esther sagt:

    @ Lena: Und bei DSDS nicht ?...
    @ Lena: Und bei DSDS nicht ?

  2. J. S. sagt:

    Nur mal so am Rande:
    Was haben...

    Nur mal so am Rande:
    Was haben eigentlich die fast schon zu traurigen Einspieler mit dem Talent zu tun?
    Das ist echt voll der Mumpitz, der da von RTL veranstaltet wird.

  3. palosalto sagt:

    14. es wird im takt gefurzt....
    14. es wird im takt gefurzt.

  4. JackRed sagt:

    11. Es treten ungewöhnlich...
    11. Es treten ungewöhnlich viele Zöglinge von irgendwelchen Pseudoprominenten auf, manchmal in Verbindung mit rührenden Geschichten aus der Vergangenheit („Meine Kindheit war nicht leicht!“). So trällerten bisher der Sohn von G. Kaufmann und die Tochter von Ex-Schlagerstar „Michelle“ ins Mikrofon. Natürlich nicht ohne zu erwähnen wer die Eltern sind.
    12. Das Ziel scheint, erfolgreiche Staffeln aus dem Ausland bis ins letzte Detail (ausser der Sprache) zu kopieren. So müssen kleine Kinder für Begeisterung sorgen, Hobbyoperndiven sollen Gänsehaut zaubern und weibliche Jury-Mitglieder sind vertraglich zu regelmässigen Tränenausbrüchen verpflichtet.
    13. Das Publikum interagiert nicht von sich aus damit die Jury dann und wann auf die Reaktionen des Publikums hinweisen kann („Schau mal, sogar das Publikum ist aufgestanden Dir zu applaudieren!“), nein, vorne rechts steht ein vermutlich ehemaliger Clubschiffanimateur und gibt mit vor der Show abgesprochenen Gesten vor, was das Publikum machen soll, ähnlich den „stillen Kommandos“ bei der Bundeswehr. „Arme hoch“ = Aufstehen und applaudieren. „Kreisende Finger“ = Aufstehen, umdrehen, Buh-Rufen. Wer genau hinschaut, kann es im TV beobachten.

  5. Akire sagt:

    Marco und Sylvie lassen den...
    Marco und Sylvie lassen den Kandidaten noch etwas Würde.
    Bruce ist diesbezüglich ein Neutrum und Daniel könnte Bohlens Zwillingsbruder sein.
    Alles gesagt- Alles verstanden ?

  6. Schnappi sagt:

    Die Kandidaten wissen doch,...
    Die Kandidaten wissen doch, worauf sie sich einlassen. Schließlich gab es vorher schon einige Staffeln der Sendung. Ich verstehe die Aufregung um die Sprüche von Dieter & Co. deshalb nicht.

  7. Unter diesem Link wurde eine...
    Unter diesem Link wurde eine ähnliche Aufstellung versucht.
    Noch eine Anfügung an die Liste, Punkt 2: Das Heruntermachen der dafür ausgewählten Kandidaten erfolgt nicht nur durch Jury und gelenktes Publikum.
    Auch die hereingeschnittene Stimme aus dem Off erfüllt diese Funktion – in einer Weise, in der der Kandidat sich nichteinmal wehren kann.
    Beispiel-Kommentar aus dem Off nach einem erfolglosen Auftritt:
    „Es hat nicht sollen sein, aber was soll’s. Es gibt schließlich Frauen, die stehen auf Super-Ingo. Auch wenn er ihnen dafür vorher Geld geben muss.“
    Eine Äußerung, die meiner Meinung dadurch, dass sie bei RTL vorgelebt wird, auf Kinder und Jugendliche sozial-ethisch desorientierend wirken kann. Eigentlich ein Fall für die KJM.

  8. VolkerB sagt:

    14. Kameraführung und...
    14. Kameraführung und Bildregie sind so schlecht, dass man aufgrund von unmotivierten Naheinstellungen und langen Zwischenschnitten auf Jury und Publikum kaum einer Bühnen (!)-Darbietung wirklich folgen kann. Im Schnitt wird versucht, dies durch die schon erwähnten Zeitlupenwiederholungen zu retten. Da ist DSDS handwerklich um Welten besser.
    15. Die Jury spielt sich immer wieder in den Vordergrund und betritt häufig sogar selbst die Bühne, wobei die Kandidaten an den Rand selbiger gedrängt werden.

  9. VolkerB sagt:

    Achja...

    16. Die...
    Achja…
    16. Die Zusammenfassung von „Highlights“ der Show wird nicht am Ende, sondern am Anfang gezeigt. Ein toller Service für Zapper: nach 5 Minuten hat man alles gesehen und kann wegschalten.

  10. tobias sagt:

    zu Punkt 2:
    Ich war...

    zu Punkt 2:
    Ich war tatsächlich bei zwei Aufzeichnungsterminen im Admiralspalast in Berlin (NICHT Schillertheater) dabei. Vor Beginnn wurde das Publikum durch einen Einheizer zu eben jenem „Aufstehen-und-sich-umdrehen“ nicht nur ermuntert, sondern geradezu aufgefordert. Es wurde sogar diverse Male geprobt !
    Prompt geschah dies bei der Aufzeichnung bei jedem 4. Kandidaten.
    Ein Kandidat (der Automechaniker mit seinen Handstandkünsten) trat ZWEI MAL auf, da er beim ersten Mal offensichtlich seine Jeans vergessen hatte auszuziehen und somit am nächsten Tag noch mal ran musste.
    Klar, man weiss doch, dass bei dieser Show ALLE (Publikum, Kandidaten, Fernsehzuschauer) komplett verarscht werden.

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