Das Fernsehblog

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Von wegen sterbendes Medium: 225 Minuten sieht jeder von uns im Schnitt täglich fern. In diesem Blog stehen die Gründe dafür. Und die dagegen.

"Ich war voller Glück in mir drin": Pro Sieben bringt "Popstars" zu Ende

| 24 Lesermeinungen

Jetzt steht's endlich fest: Vanessa und Leo sind das neue "Popstars"-Duo "Some & Any", das am Donnerstag bei seinem ersten offiziellen Auftritt nach anderthalb Minuten ausgeblendet wurde, damit Pro Sieben eine Dauerwerbesendung zeigen konnte. Die Proteste nach dem verschobenen Halbfinal-Voting spielten in der Show freilich keine Rolle.

Nach den schönsten Momenten aus dem Halbfinale, den schönsten Momenten von Dagmara und Daniel, die auf den dritten Platz kamen, den schönsten Momenten aus der gerade erst gelaufenen Halbfinalentscheidung, den schönsten Momenten der Entscheidung vom Dienstag, als Elif und Nik ins Finale gewählt wurden, den schönsten Momenten der zurückliegenden „Popstars“-Staffel, den schönsten Momenten der Jury und den schönsten Momenten mit den Superstars, die die Kandidaten bei „Popstars“ getroffen haben, war es nach einer Stunde im großen Live-Finale von „Popstars“ endlich soweit: Elif und Nik, das erste der beiden Finualduos, durfte singen. Also: fast.

Bild zu: "Ich war voller Glück in mir drin": Pro Sieben bringt "Popstars" zu Ende„Doch bevor die beiden performen, möchten wir Ihnen noch die schönsten Momente der beiden zeigen. Viel Spaß“, sagte Moderatorin Charlotte Engelhardt und lachte kurz. (Vielleicht, weil sie wusste, dass noch die schönsten Momente von Vanessa und Leo sowie die schönsten Eskalationen der ausgeschiedenen Kandidaten folgen würden.)

Engelhardts wiederholte Frage, „Wer wird Popstars 2009?“, war nicht nur grammatikalisch äußerst kreativ, sondern wurde gegen 23.15 Uhr sogar beantwortet: Vanessa und Leo sind das neue „Popstars“-Duo „Some & Any“, das gleich mit seinem ersten offiziellen Auftritt und der Single „Last Man Standing“ nach anderthalb Minuten ausgeblendet wurde, damit Pro Sieben eine Dauerwerbesendung für ein Haarpflegeprodukt zeigen konnte. Die Sieger freuten sich trotzdem:

Leo: „Ich war voller Glück in mir drin.“
Vanessa: „Ich hatte ein Feuerwerk in mir. Buff-buff-buff.“

Bild zu: "Ich war voller Glück in mir drin": Pro Sieben bringt "Popstars" zu Ende
Screenshots: Pro Sieben

Den Ärger, den das verschobene Halbfinalvoting nach dem Dienstag gebracht hatte, ignorierte der Sender konsequenterweise. Nur Engelhardt sagte kurz: „Ganz große Gefühle waren das beim Halbfinale und vor allem auch ’ne Menge Diskussionsstoff. Da war einiges los.“ Der Zuschauerbetrug hat Pro Sieben, vereinzelten Boykottaufrufen zum Trotz, nicht geschadet. 2,46 Millionen Menschen sahen das auf drei Stunden gestreckte „Popstars“-Finale in der Arena Oberhausen, der Marktanteil in der Zielgruppe lag bei 17,4 Prozent. Man darf also damit rechnen, dass sich solche Überraschungen demnächst wiederholen. „Überraschung“ war zumindest der Ausdruck, den Pro Sieben auf Twitter gebrauchte, als der Sender nach den Protesten im Netz mitteilte:

„Liebe Follower, wir werden morgen an die Redaktion weitergeben, dass vielen die Überraschung am Ende des Halbfinales nicht gefallen hat.“

Sendersprecher Christoph Körfer, der lieber standardisierte Antworten verschickt als konkret auf Fragen einzugehen, meint: das verschobene Voting vom Dienstag sei „eine geplante redaktionelle Entscheidung“ gewesen. „Schon häufiger wurden bei ‚Popstars‘ Teile einer Entscheidung erst in der nachfolgenden Sendung aufgelöst“. Was er nicht dazu sagt, ist, dass es in diesen Fällen kein Live-Voting gab.

Dazu, dass das Halbfinale ganz im Dienste des Kooperationspartners Disney stand, sagt Körfer (diesmal ganz konkret):

„Ja, es war eine Kooperation, eine redaktionelle Kooperation, sonst hätte die Sendung wohl kaum ‚Popstars meets Disney‘ geheißen. Mit Werbung hat das gar nichts zu tun, sondern es ging rein um redaktionelle Inhalte.“

Eine redaktionelle Kooperation, mit deren Umsetzung man bei Disney übrigens auf Nachfrage „absolut zufrieden“ ist. (Aber das wird uns an dieser Stelle demnächst noch mal beschäftigen.) Und bis dahin ist das ja auch ein tolles Zeichen von Pro Sieben an seine Werbekunden: Warum teuer für die Ausstrahlung von Werbespots bezahlen – wenn so eine „redaktionelle Kooperation“ doch viel effektiver ist?


24 Lesermeinungen

  1. Tommy sagt:

    @Milburn: "Man kann nur...
    @Milburn: „Man kann nur hoffen, dass auch langsam der Popstars-Zielgruppeein Licht aufgeht und mit konsequentem Nicht.einschalten dem Spuk ein Ende machen.“
    Solange die Gentechnik nicht in der Lage ist den Zeitraum der Pubertät in irgendeiner Art zu überbrücken, wird immer wieder eine neue naiv-verführbare Zielgruppenmasse heranwachsen. Oder glauben sie ernsthaft, dass die alleresten Fans der No Angels heute noch deren Musik hören? Doch genau wie alles vergänglich ist (wer erinnert sich in einem halben Jahr schon noch an die aktuelle Staffel bzw. deren Protagonisten?) scheint das Verlangen nach einem phönixgleichen Neustart des Aschenputtelprinzips unumgänglich.

  2. Hannah sagt:

    @Milburn: bitte keine Teenies...
    @Milburn: bitte keine Teenies diskriminieren! da soll’s auch welche geben, die nicht dem POPSTARS-DSDS-usw.-Fieber verfallen sind und durchaus kapieren, was da läuft (genauso wie es Erwachsene gibt, die eben das nicht tun)

  3. uk sagt:

    @DJHLS:
    Das wurde hier schon...

    @DJHLS:
    Das wurde hier schon mal ganz gut thematisiert:
    https://faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog/archive/2009/11/18/pro-sieben-geht-mit-der-model-wg-in-die-zickenverlaengerung.aspx
    Zitat Sido, nachdem er bei Popstars in der Jury war:
    „Du musst denen nicht mal sagen: Mach das so. Die wissen: Heute muss ich weinen, die brauchen ’n paar Tränen hier in der Sendung, ich wein mal. (…) Und natürlich achten die Produzenten darauf, dass es vorzugsweise so ’ne Mädchen sind, mit denen man sowas auch machen kann.“
    Man brauch gar keine echten Schauspieler, weil die Kandidaten eh schon wissen was sie zu tun haben.
    Die Beschreibung des Finale hört sich so an, als wäre sie für eine Zielgruppe konzipiert die größtenteils gar nicht mehr „aktiv“ fern sieht, sondern den Fernseher nur noch als dauerhafte Geräuschkulisse im Hintergrund laufen lässt. Ob dann da Werbung läuft, Musik oder langweilige Rückblenden ist fast egal, der Zuschauer macht im Zweifel eh gerade was anderes. Nur am Ende der drei Stunden muss man dann kurz noch mal aufwachen (deswegen auch die ewig langen Entscheidungen, damit es niemand verpasst) um mitzukriegen wer nun gewonnen hat. Kurz danach kann man getrost gleich die nächste Werbung einschieben, weil man davon ausgeht das der Zuschauer eh schon nicht mehr aufpasst oder schon abgeschalten hat.

  4. Mirko sagt:

    @uk: "Nur am Ende der drei...
    @uk: „Nur am Ende der drei Stunden muss man dann kurz noch mal aufwachen (deswegen auch die ewig langen Entscheidungen, damit es niemand verpasst) um mitzukriegen wer nun gewonnen hat.“
    Sicher? Ich glaube eher, das Ziel ist es, die Zuschauer innerhalb der ersten halben Stunde so tief einschlafen zu lassen, dass sie auch noch die nächsten 3 Sendungen „sehen“. Schließlich zählen beim TV nur die Anteile der auf den Sender gestellten 5.640 GfK-Boxen, nicht die Zuschauer, die wirklich hinsehen.
    Oder gibt es wirklich Menschen, die gespannt 3 Stunden langweilige Wiederholungen und hohles Gelaber verfolgen? (Will ich die Antwort wirklich wissen?)

  5. Pelzi sagt:

    Ihr müsst echt Zeit haben,...
    Ihr müsst echt Zeit haben, Euch diesen Scheißdreck anzusehen, um hinterher auch noch drüber zu diskuttieren.

  6. nona sagt:

    Trash as trash can....
    Trash as trash can.

  7. Zuschauer sagt:

    Die Sendung lässt immer mehr...
    Die Sendung lässt immer mehr nach und Soost wird immer unsympathischer. Er hat Bohlen inzwischen glatt abgelöst. Inzwischen ist mir Bohlen lieber als D. Die Einschaltquoten sprechen eine eigene Sprache.

  8. xila sagt:

    Niveaulos PUNKT...
    Niveaulos PUNKT

  9. tasmania sagt:

    Und nun wieder Neues aus dem...
    Und nun wieder Neues aus dem Lügenpalast:
    Monsterpuppe V. ist voller Unglück, weil sie keiner hören will, sie spürte, wie das Feuerwerk nach hinten losging. Man nennt sie nun die Monsterpuppe mit den zwei Arschlöchern (Alex C. und Popflop Leo).

  10. tasmania sagt:

    Popstarschwach im...
    Popstarschwach im Doppelpack
    L. & V. sind die frisch gekürten Kröten aus dem Lügenpalast.
    Alex C. hat den schönsten Arsch gefunden und Monster V. ist D. mit den zwei Arschlöchern (Alex C. & Leo).
    0815
    V. merkte wie das Feuerwerk nach hinten los ging, keiner will sie hören, als Strafe hat ProSieben V. & Alex C. in die Wüste geschickt und beide sind mit ausfegen dran. Natürlich fließen wieder viele Tränen. Alex C. sagte unter 1001 salzige Träne: „Ja es ist alles nur Trug und Lug, aber V. kann so gut Lutschen…

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