Das Fernsehblog

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Von wegen sterbendes Medium: 225 Minuten sieht jeder von uns im Schnitt täglich fern. In diesem Blog stehen die Gründe dafür. Und die dagegen.

"Gier" und Genügsamkeit: Schoener ist, wenn man die Musik schon kennt

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Der neue Dieter-Wedel-Zweiteiler "Gier" weckt Erinnerungen an große alte Fernsehzeiten. Grund dafür ist allerdings nur die außerordentliche Recycling-Freude von Komponist Eberhard Schoener.

Es wird, wenn Sie sich heute den neuen Wedel ansehen wollen, ein sehr langer Abend. Aber vielleicht vertreiben Sie sich die Zeit damit, auf die Musik zu achten. Harold Faltermeier („Axel F.“) hat sie komponiert, und Eberhard Schoener steuerte mehrere Lieder bei, die „besondere Highlights in der Dramaturgie des Films setzen“, wie es im Pressetext zum Soundtrack heißt. Tatsächlich hat besonders das von Anouschka Renzi nach gefühlt elf Stunden vorgetragene „Hello Joe“ das Potential, an längst vergessen gelaubte große, alte Fernsehzeiten zu erinnen.

Wenn Sie bitte mal hören möchten:

Ist das nicht beneidenswert? Eberhard Schoener schafft es seit fast dreißig Jahren, dem Fernsehen immer wieder dieselbe Melodie zu verkaufen. Aber im Gegensatz zu Wedel klaut er wenigstens bei sich selbst.

„Gier“, heute 20.15 und 21.45 Uhr auf arte. Das Erste zeigt die beiden Teile am 20. und 21. Januar um 20.15 Uhr.


25 Lesermeinungen

  1. Ich zweifle immer, ob es an...
    Ich zweifle immer, ob es an den Schauspielern, der deutschen Sprache, oder schlicht an mir liegt, dass mir die Dialoge in solchen Sendungen immer so schrecklich hölzern vorkommen. (Ich weiß, dass es eigentlich um die Musik geht. Entschuldigung.)

  2. In diesem Fall würde ich...
    In diesem Fall würde ich sagen: an Dieter Wedel.

  3. Buäh (sic!)...
    Buäh (sic!)

  4. Dieter Bohlen hat doch auch...
    Dieter Bohlen hat doch auch immer die gleiche Melodie verwendet und hatte Erfolg damit…

  5. Nun, an der Sprache kann es...
    Nun, an der Sprache kann es keineswegs liegen, ist sie doch weit facettenreicher, vielseitiger und wortschatzreicher als die englische. Meist liegt es schlicht an der Umsetzung durch Medienschaffende, so Drehbuchautoren, Regisseure, Schauspieler. Denn zwischenmenschliche Beziehungen lassen sich sprachlich kaum emotionaler und glaubwürdiger ausdrücken, als mit dem reichen Wortschatz des Deutschen.

  6. Wie fällt einem denn so etwas...
    Wie fällt einem denn so etwas auf? 🙂

  7. Viele Musiker (seit 1000...
    Viele Musiker (seit 1000 Jahren und bis heute) haben immer die gleiche Melodie benutzt, weil: die Leute mögen das.

  8. Ich vermute, er hat die...
    Ich vermute, er hat die Akkorde auf seinem Computer in Midi-Dateien abgespeichert und baut sie immer wieder mit leicht verändertem Tempo und neuer Instrumentierung um. So was dauert ungefähr 10 Minuten, dann ist das vermeintlich neue Stück fertig. Interessant, dass man dafür heute noch ordentlich Geld kassieren kann.

  9. Nach vielen teils...
    Nach vielen teils frustrierenden Feldversuchen mit akribisch zusammengestellten Mix-Tapes über mehrere Jahrzehnte kann ich bestätigen: den meisten Leuten gefällt im Zweifelsfall genau die Musik am besten, die sie schon kennen.

  10. Der Kollege Hans Zimmer macht...
    Der Kollege Hans Zimmer macht es in Hollywood auch nicht anders.

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