Das Fernsehblog

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Von wegen sterbendes Medium: 225 Minuten sieht jeder von uns im Schnitt täglich fern. In diesem Blog stehen die Gründe dafür. Und die dagegen.

Pupse im Weltraum: Das Relevanz-Verständnis des Pro-Sieben-Sat.1-Chefs

| 52 Lesermeinungen

Thomas Ebeling möchte zukünftig weniger Geld für Nachrichten ausgeben. "Die vertiefende Betrachtung können Magazine viel besser leisten", findet der Pro-Sieben-Sat.1-Vorstandschef – und nennt auch ein gleich ein Beispiel: "Galileo". Na, dann schauen wir uns doch einfach mal an, ob der Mann nicht vielleicht Recht hat.

Bild zu: Pupse im Weltraum: Das Relevanz-Verständnis des Pro-Sieben-Sat.1-ChefsThomas Ebeling, seit gut einem Jahr Vorstandschef bei Pro Sieben Sat.1, möchte zukünftig weniger Geld für klassische Nachrichten ausgeben. Auf dem Podium des DLM-Symposiums, einer Diskussionsveranstaltung der Landesmedienanstalten, wiederholte er am Mittwoch seine Auffassung, für das junge Publikum seien klassische Nachrichten nicht so wichtig. Informationsvermittlung, wie sie der Rundfunkstaatsvertrag auch von privaten Sendern verlangt, sei schließlich nicht nur durch Nachrichten erreichbar. „Die vertiefende Betrachtung können Magazine viel besser leisten“, findet Ebeling – und hat auch ein schönes Beispiel parat:

„Formate wie ‚Galileo‘ sind viel relevanter als die Nachrichten um 18 Uhr.“

Na, dann schauen wir uns doch einfach mal an, ob der Mann nicht vielleicht Recht hat, und fassen zusammen, mit welcher Relevanz Ebelings Vorzeigemagazin „Galileo“ in den vergangenen Tagen glänzte:

Montag, 8. März 2010

„Die neue Woche beginnt bei uns spektakulär“, kündigt Moderator Aiman Abdallah den ersten Beitrag an. „Wir haben die Macher der erfolgreichsten Internetvideos besucht, um zu überprüfen, ob sie getrickst haben oder nicht.“ Die „Galileo“-Reporter sind nach Norwegen gereist, um einen Offroad-Fahrer zu besuchen, der einen 100 Meter hohen Sandberg senkrecht hinaufgefahren ist. In Irland hat „Galileo“ den Schäfer getroffen, der seinen Tieren LED-Lampen angesteckt und im Dunkeln lustige Filme aus der Vogelperspektive gedreht hat. In New York stand ein gehbehinderter Skateboardfahrer zum Interview bereit. Und in Bad Ems ließen sich die verblüfften Reporter von zwei Studenten vorführen, wie man aus mehreren Metern Entfernung Weißbrotscheiben im Toaster versenken kann.

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„Fancy fast Food“ heißt der neueste Trend für Leute, denen es als Kind verboten war, mit dem Essen zu spielen. Konkret geht es um das „Umstylen“ von Fastfood zu Gourmetgerichten. „Galieleo“ hat Satéspieße aus Crispy Chicken, Geschnetzeltes aus Hamburger und Crème brûlée aus Donuts nachgebaut. Und die Testesser haben hinterher nichts von dem Schummel gemerkt!

Hätten Sie’s gewusst? Das teuerste Fahrrad der Welt ist aus – Holz. Irre!

Und dann wieder Aiman Abdallah: „Aus der Tierwelt stammen spannende Mythen und wir haben bereits einige geklärt: Ja, Lamas können tatsächlich spucken. Und: Nein, Schafe sind keineswegs dumm.“ Nur Pro-Sieben-Redakteure, die kommen für ihre Moderationstexte definitiv in die Hölle. Aber eigentlich ging’s ja um „Tiermythen“. Also: Wölfe heulen nicht den Mond an und Schlangengift tötet nicht in Sekunden. Letzteres hat „Galileo“ höchstpersönlich in Australien ausprobiert (an einer unschuldigen Maus) und dabei vom Reptilienexperten erfahren, was man im Falle eines Schlangenbisses auf keinen Fall tun sollte: Niemals selbst zum Krankenhaus fahren, man könnte im Auto ohnmächtig werden und sich verletzen. Ach so, und: Kängurus boxen nicht.

In der Rubrik „100 Sekunden“ taucht aber doch noch eine interessante Frage auf: Haben die Erdbeben in der Türkei und Chile, über die gerade in diesen „Nachrichten“ berichtet wird, wie es sie auf anderen Sendern gibt, irgendwas miteinander zu tun? Hm. Das kann „Galileo“ leider auch nicht beantworten. Viel wichtiger an dieser Erdbeben-Geschichte schien der Redaktion auch die Frage:

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Dienstag, 9. März 2010:

Da ist er wieder, der große „Fake-Check“: „Kann man wirklich [kopfüber] auf einem Finger stehen? Galileo-Zuschauer probieren es aus.“ In einem Einkaufszentrum. Aber ohne Erfolg. Also hat die Redaktion die Deutsche Meisterin in Sportakrobatik, einen Balancekünstler und mehrere Shaolin-Mönche als fachkundige Experten hinzugezogen und herausgefunden: Ja, man kann. Aber der letzte, der es geschafft hat, ist 1989 gestorben.

So, meine Damen und Herren, und nun machen Sie sich bitte auf die Königsdisziplin gefasst: die „Galileo“-Reportage über den teuersten Füller der Welt. 200.000 Euro kostet der, es gibt nur wenige Exemplare davon, und: „Bei der Entstehung von Füller 81 darf ‚Galileo‘ exklusiv dabei sein.“ Nach 15 Minuten sowie einer intensiven Beratung durch den Abteilungsleiter Sonderanfertigungen in Deutschlands ältester Füllermanufaktur steht für die Redaktion fest: Das ist „nicht nur ein Schmuckstück, sondern auch ein perfektes Schreibgerät“. Und bevor wir gleich was über Astronautenfutter erfahren, hat Aiman Abdallah da noch mal eine Frage:

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Jetzt aber zur Herstellung des Luxus-„Space Food“, das Sternekoch Harald Wohlfahrt in ganz leichten Dosen verpacken muss, weil der Transport sonst so teuer kommt. Und was isst man so im All? Geschmortes Kalbsbäckchen mit Gemüse in Balsamicoessigsoße zum Beispiel. Bloß nichts mit Zwiebeln, weil die Luft sonst durch Pupse verunreinigt wird. Gut zu wissen, falls man mal in Verlegenheit kommt.

Und sofern die Raumfahrtbehörde sonst noch ein paar Tipps braucht: „Galileo“ hat im „Chemieexperiment XXL“ 24 cm dicken Stahl durchgeschmolzen. Vielleicht ist das ja auch für irgendwas gut.

Mittwoch, 10. März 2010

Bild zu: Pupse im Weltraum: Das Relevanz-Verständnis des Pro-Sieben-Sat.1-ChefsUnd jetzt wieder – nein, der „Fake-Check“ hat heute Urlaub. Diesmal gibt’s zum Auftakt das „Diät-Quiz“, in dem sich herausstellt, dass die Deutschen die dicksten Europäer sind, weil sie pro Jahr 62 Kilo Fleisch, 9 Kilo Schokolade und 110 Liter Bier vertilgen. Viel wichtiger ist jedoch die Frage: Leben Piloten wirklich nonstop im Luxus? „Ein Pilot hat für uns ausgepackt“, verspricht „Galileo“ und ist einen Tag mit einem Flugkapitän mitgereist, um sich abends beim Feiern unter Palmen zwischen lauter hübschen Frauen von ihm bestätigen zu lassen: „Es ist nicht leicht, treu zu bleiben.“

Ganz ohne Kapitän durfte der „Galileo“-Reporter nachher „die ausgefallensten Luxusgerichte der Welt“ kosten: Seeigel, cremigen Elchkäse, Kaviar von der Weinbergschnecke, Schwalbennester aus Vogelspeichel. Und für den Donnerstagabend hat Aiman Abdallah schon den nächsten Beitrag parat, einen „Nationenkampf“, bei dem sich herausstellen soll: Wer macht den besten Gulasch? Deutsche oder Ungarn?

Fassen wir nochmal zusammen: Es ist für Pro Sieben Sat.1 kein Problem, Reporter um die halbe Welt (und notfalls sogar nach Bad Ems) reisen zu lassen, damit sie glibberige Delikatessen in den Mund nehmen, Mäuse ins Jenseits befördern oder die Protagonisten lustiger Internetvideos aufspüren können. Es ist auch kein Problem, 15-minütige Reportagen über glitzersteinbesetzte Füller zu zeigen oder sündhaft teure Holzfahrräder. Wenn sich irgendwas Großes kaputtmachen oder durchschmelzen lässt, scheut Pro Sieben keine Ausgaben, um das mit der Kamera festhalten zu können.

Nur für anständige Nachrichten ist in Ebelings Konzern beim besten Willen nicht genug Geld und Platz da.

Jetzt wissen wir immerhin warum: Das, was täglich so auf der Welt passiert, ist für Informationssendungen, wie Pro Sieben Sat.1 sie zeigt, viel zu aufregend.

Screenshots: Pro Sieben


52 Lesermeinungen

  1. Frank Lorenz sagt:

    Mir ist es auch völlig egal,...
    Mir ist es auch völlig egal, ob PRO 7 Nachrichten zeigt oder nicht. Das, was in den Privaten als Nachrichten angeboten wird ist in meinen Augen sowieso unter aller Kannone. Als mahnendes Beispiel sind mir immer noch die „Action News“ von RTL II in Erinnerung, die Top-Stories à la „Brustvergrößerung von Britney Spears“ hatten.
    Somit ist es eigenlich nur konsequent, darauf zu verzichten. Wer Information will, sollte halt zum Öffentlich-rechtlichen umschalten.

  2. Es gibt einen ganz einfachen...
    Es gibt einen ganz einfachen Grund: Die für Galileo gedrehten Beiträge lassen sich zum Teil weiterverwerten/recyclen bei den anderen Sendern und Sendungen der Pro7Sat1 AG, sprich lassen sich noch mal versenden und somit Programminuten füllen. Das geht mit den Nachrichten nicht.
    Was das Geld betrifft: N24 „beliefert“ ja die alle Sender der Sendergruppe mit Nachrichten. Dafür bekommt N24 zwar 65 Millionen Euro jährlich überwiesen, aber darf man eben nicht vergessen, dass es sich hier um ein Konzernunternehmen handelt. Bei einem Konzern muss man die „Gewinne“ bei solchen Geschäften zwischen Konzernunternehmen herausrechnen, weil es sich aus Konzernsicht dabei eben um „Geschäfte mit sich selbst“ handelt. So sind Forderungen und Verbindlichkeiten, die N24 gegenüber anderen Unternehmen der Pro7Sat1 AG bestehen, zu eliminieren/herauszurechnen.
    Wenn man nun bei N24 Gewinne, die durch die Belieferung der anderen Sender mit Nachrichten entstehen,herausrechnet, dann bleibt da – wenn die Zahlen stimmen – ein Verlust von 40 Millionen Euro. Betrachtet man N24 als einzelnes Unternehmen, so ist N24 vielleicht profitabel. N24 ist aber ein Konzernunternehmen. Es wäre etwas anderes, wenn N24 trotz Herausrechnen der Zwischengewinne, die durch das Beliefern von Sat1/Pro7/Kabel1 entstehen, ein Gewinn dastünde, weil z.B. N24 hohe Einnahmen durch Werbung vorhanden sind, aus Konzernsicht einen Gewinn ausweisen könnte, also profitabel wäre. Dem ist aber nicht so. Somit sind Nachrichten für die Pro7Sat1-Sendergruppe ein reines „Zuschussgeschäft“. Es ist daher einfach gesunder Menschenverstand wenn Herr Ebeling in seiner Funktion als Vorstandschef der Sendergruppe dieses Problem angeht. Die Sendergruppe ist ein privates Unternehmen, das wie jedes andere gewinnorientiert ist. Herr Ebeling macht nichts anderes als seine Arbeit. Wäre Pro7Sat1 ein Unternehmen aus der verarbeitenden Industrie und N24 ein unprofitables Tochterunternehmen, dann würde Ebeling das ganze nicht anders sehen und kein Mensch würde sich dafür interessieren (von den N24 Mitarbeitern abgesehen natürlich, meine ich), jedenfalls gäbe es keinen solchen Aufschrei deswegen, der vorallem einfach nur scheinheilig ist. Es erinnert an den Aufschrei, als Sat1 „Informationenssendungen“ aus dem Programm gestrichen wurden im Jahr 2007. Da wurde Zeter und Mordio geschrieen, obwohl sich dabei um zwei belanglose Sendungen handelte. Nicht anders ist es mit den Nachrichten bei der Sendergruppe Pro7Sat1: Auch wenn es ein paar Menschen geben mag, die sich die Nachrichten auf Pro7, Sat1, Kabel1 oder N24 anschauen, es sind verdammt wenig Menschen, die sich Nachrichten der der Sendergruppe anschauen.
    Kurz, die Nachrichten der Sendergruppe haben keine wirkliche Relevanz. Über die mangelnde Seriösität braucht man auch nicht weiter streiten.
    Es wäre also nichts verloren, wenn man die Produktion der Nachrichtensendungen stark eindampfen würde, aber dennoch auf jedem Sender Nachrichten zeigen würde. Man könnte hier vorgehen wie im Falle der Tagesschau, die auch auf den Dritten Programmen gesendet wird. Man hätte dann eine Nachrichtensendung, die sowohl auf Pro7, als auch bei Sat1 und, Kabel1 (und N24) gesendet würde. Dadurch könnte man sich schon mal einiges an Kosten sparen und es wäre nichts verloren (wenn man von den Stellenstreichungen bei N24 absieht.) Es würde sich insgesamt nichts ändern:
    Alle Sender der Sendergruppe würden (die gleiche) Nachrichtensendung senden und es würde sich nichts an der Relevanz der Nachrichtensendung(en) ändern.
    Und wenn jetzt jemand schreit, dass hierdurch die „Vielfalt“ verloren geht…. dann kann man nur entgegnen: Welche Vielfalt ? Alle Nachrichtensendungen der Sendergruppe sind sich ziemlich ähnlich, unterscheiden sich praktisch nur durch die jeweiligen Moderatoren und werden alle von N24 produziert.
    Zu Galileo: Das Galileo-Spezial „Karawane der Hoffnung“ zum Thema Genitalverstümmlung wurde in der Kategorie Information & Kultur mit dem Grmme Preis ausgezeichnet. Das hat mit der werktäglichen Galileo-Ausgabe nichts zu tun, aber sei dennoch erwähnt.
    Mal ’ne Frage: Was sind bitte „anständige Nachrichten“ ? Wer legt das fest ?
    Sind die jetzigen Nachrichtensendungen von Pro7Sat1 denn „anständig“ ?
    Vor allem, wenn es „anständige“ Nachrichten gibt, was ist dann unter „unanständigen Nachrichten“ zu verstehen ? Gibt es die überhaupt ?

  3. TV Opfer sagt:

    "Zigaretten, Limonade und...
    „Zigaretten, Limonade und Pillen hat Thomas Ebeling in seinem bisherigen Berufsleben an den Mann gebracht. Bei Novartis ist Ebeling letztendlich gescheitert.“(FTD)
    Solange solche Leute, die rituell ihren BWL-Quatsch auf jedes beliebige Produkt ihrer Karriere anwenden, von den Hedgefonds im Fernsehgeschäft eingesetzt werden, wird das Privatfernsehen sich zwangsweise weiter nach unten entwickeln (und die ÖR mitnehmen). Der Systemfehler liegt m.E. daran, daß diese Leute ihre Fernsehzuschauer für die doofe Ware halten, die sie an die Mediaagenturen verhökern müssen. Sie arbeiten ja nicht am Programm für die Zuschauer, sondern daran, kalkulierte Zuschauermengen vor den Schirm zu bringen.
    Deshalb werden die immergleichen Formate jährlich immer noch einen Tick reißerischer und erfolgreiche Konkurrenzformate billig nachgebaut wie Duschkopfimitate aus China. Reicht doch. Und es reicht ja leider auch.

  4. walter white sagt:

    oh mann, da kann man man sich...
    oh mann, da kann man man sich ja nur noch mit dem greifwerkzeug an den kopf fassen.

  5. anonym sagt:

    Ich frage mich, was Galileo...
    Ich frage mich, was Galileo eigentlich ohne diese ganzen Internetvideos machen würde.
    Ist dieser Jumbo nicht schon an einem Herzinfarkt gestorben oder lebt er immer noch? Ist Völlerei nicht einer der sieben Todsünden?

  6. pschader sagt:

    @Pepito Spazzaguti: Ich würde...
    @Pepito Spazzaguti: Ich würde der Sendung auch gar nicht jeglichen Informationsgehalt absprechen wollen. Natürlich ist es informativ, wenn man bei „Galileo“ lernt, was die effektivsten Hausmittel von früher sind und wie man sein iPod-Kabel so aufrollt, dass es nie verheddert. Ich fand nur lustig, dass Ebeling in der ganzen Debatte eine Sendung als Beispiel nennt, die er offensichtlich nie gesehen hat (zumindest nicht in den vergangenen Jahren).

  7. kiki sagt:

    "Relevanz" ist ein schöner...
    „Relevanz“ ist ein schöner und in diesem Zusammenhang sehr dehnbarer Begriff. Genau wie „Informationsgehalt“. Beides sehr subjektiv.
    Offenbar wird es immer Menschen geben, die mehr an dem Hackfleischanteil an den größten Hamburgern der Welt interessiert sind, als an der Weltpolitik.
    Es ist allerdings sehr deprimierend, daß Privatsender wie Pro7 nicht einmal ansatzweise versuchen, Information und Bildung zu vermitteln. Erwarten sollte man es schon lange nicht mehr.

  8. JMK sagt:

    So unrecht hat Ebeling ja...
    So unrecht hat Ebeling ja nicht. Galileo ist mit Sicherheit „relevanter“ als die Nachrichten die auf Pro7/sat1 odser auch RTL laufen, bei denen jeder zweite Beitrag von den Moderatoren mit beliebigen Adjektiven kommentiert wird.

  9. Es gibt einen ganz einfachen...
    Es gibt einen ganz einfachen Grund: Die für Galileo gedrehten Beiträge lassen sich zum Teil weiterverwerten/recyclen bei den anderen Sendern und Sendungen der Pro7Sat1 AG, sprich lassen sich noch mal versenden und somit Programminuten füllen. Das geht mit den Nachrichten nicht.
    Was das Geld betrifft: N24 „beliefert“ ja die alle Sender der Sendergruppe mit Nachrichten. Dafür bekommt N24 zwar 65 Millionen Euro jährlich überwiesen, aber darf man eben nicht vergessen, dass es sich hier um ein Konzernunternehmen handelt. Bei einem Konzern muss man die „Gewinne“ bei solchen Geschäften zwischen Konzernunternehmen herausrechnen, weil es sich aus Konzernsicht dabei eben um „Geschäfte mit sich selbst“ handelt. So sind Forderungen und Verbindlichkeiten, die N24 gegenüber anderen Unternehmen der Pro7Sat1 AG bestehen, zu eliminieren/herauszurechnen.
    Wenn man nun bei N24 Gewinne, die durch die Belieferung der anderen Sender mit Nachrichten entstehen,herausrechnet, dann bleibt da – wenn die Zahlen stimmen – ein Verlust von 40 Millionen Euro. Betrachtet man N24 als einzelnes Unternehmen, so ist N24 vielleicht profitabel. N24 ist aber ein Konzernunternehmen. Es wäre etwas anderes, wenn N24 trotz Herausrechnen der Zwischengewinne, die durch das Beliefern von Sat1/Pro7/Kabel1 entstehen, ein Gewinn dastünde, weil z.B. N24 hohe Einnahmen durch Werbung vorhanden sind, aus Konzernsicht einen Gewinn ausweisen könnte, also profitabel wäre. Dem ist aber nicht so. Somit sind Nachrichten für die Pro7Sat1-Sendergruppe ein reines „Zuschussgeschäft“. Es ist daher einfach gesunder Menschenverstand wenn Herr Ebeling in seiner Funktion als Vorstandschef der Sendergruppe dieses Problem angeht. Die Sendergruppe ist ein privates Unternehmen, das wie jedes andere gewinnorientiert ist. Herr Ebeling macht nichts anderes als seine Arbeit. Wäre Pro7Sat1 ein Unternehmen aus der verarbeitenden Industrie und N24 ein unprofitables Tochterunternehmen, dann würde Ebeling das ganze nicht anders sehen und kein Mensch würde sich dafür interessieren (von den N24 Mitarbeitern abgesehen natürlich, meine ich), jedenfalls gäbe es keinen solchen Aufschrei deswegen, der vorallem einfach nur scheinheilig ist. Es erinnert an den Aufschrei, als Sat1 „Informationenssendungen“ aus dem Programm gestrichen wurden im Jahr 2007. Da wurde Zeter und Mordio geschrieen, obwohl sich dabei um zwei belanglose Sendungen handelte. Nicht anders ist es mit den Nachrichten bei der Sendergruppe Pro7Sat1: Auch wenn es ein paar Menschen geben mag, die sich die Nachrichten auf Pro7, Sat1, Kabel1 oder N24 anschauen, es sind verdammt wenig Menschen, die sich Nachrichten der der Sendergruppe anschauen.
    Kurz, die Nachrichten der Sendergruppe haben keine wirkliche Relevanz. Über die mangelnde Seriösität braucht man auch nicht weiter streiten.
    Es wäre also nichts verloren, wenn man die Produktion der Nachrichtensendungen stark eindampfen würde, aber dennoch auf jedem Sender Nachrichten zeigen würde. Man könnte hier vorgehen wie im Falle der Tagesschau, die auch auf den Dritten Programmen gesendet wird. Man hätte dann eine Nachrichtensendung, die sowohl auf Pro7, als auch bei Sat1 und, Kabel1 (und N24) gesendet würde. Dadurch könnte man sich schon mal einiges an Kosten sparen und es wäre nichts verloren (wenn man von den Stellenstreichungen bei N24 absieht.) Es würde sich insgesamt nichts ändern:
    Alle Sender der Sendergruppe würden (die gleiche) Nachrichtensendung senden und es würde sich nichts an der Relevanz der Nachrichtensendung(en) ändern.
    Und wenn jetzt jemand schreit, dass hierdurch die „Vielfalt“ verloren geht…. dann kann man nur entgegnen: Welche Vielfalt ? Alle Nachrichtensendungen der Sendergruppe sind sich ziemlich ähnlich, unterscheiden sich praktisch nur durch die jeweiligen Moderatoren und werden alle von N24 produziert.
    Zu Galileo: Das Galileo-Spezial „Karawane der Hoffnung“ zum Thema Genitalverstümmlung wurde in der Kategorie Information & Kultur mit dem Grmme Preis ausgezeichnet. Das hat mit der werktäglichen Galileo-Ausgabe nichts zu tun, aber sei dennoch erwähnt.
    Mal ’ne Frage: Was sind bitte „anständige Nachrichten“ ? Wer legt das fest ?
    Sind die jetzigen Nachrichtensendungen von Pro7Sat1 denn „anständig“ ?
    Vor allem, wenn es „anständige“ Nachrichten gibt, was ist dann unter „unanständigen Nachrichten“ zu verstehen ? Gibt es die überhaupt ?

  10. Kat sagt:

    Irgendwann...ganz am...
    Irgendwann…ganz am Anfang…bei dem ersten Moderator….da war die Sendung noch informativ, sogar recht gut gemacht, wenn ich mich recht erinnere. Aber jetzt ist sie genauso belanglos und Austauschbar wie der ganze Rest von Pro7 Sat1.

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