Formfrei

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An dieser Stelle bloggt Publizist und FAZ-Autor Thomas Strobl über die großen und kleinen Dinge des Lebens. Mal kurz und knapp. Mal mit vielen

Politik für die Vormoderne

| 30 Lesermeinungen

Zwei einigen sich, erneuern ihren Bund; der Dritte, um den es eigentlich ging, ist außen vor. In den Parteigremien der SPD wie auch im Freundeskreis Sarrazin sind wieder alle happy; über und zu den türkischen Migranten, die durch den Parteiausschluss symbolisch Genugtuung erfahren hätten, kein Wort. Ihnen wird einmal mehr die Rolle des Parasiten zugewiesen.

Alles wie gehabt: Schwänze werden ein- und Anträge zurückgezogen; laue Erklärungen dort vorgetragen, wo früher die scharfen Worte regierten. Und schon ist der Schein wieder schön. Zwar habe man gesagt, dass… aber damit wollte man ja nicht… nein, keineswegs wollte man… es tue einem natürlich sehr leid, wenn trotzdem Missverständnisse…

Paradoxerweise ist Sarrazin nicht mehr Bundesbanker, bleibt aber weiterhin SPD-Mitglied. Paradox insoweit, als er gegen nichts verstoßen hat, was Sache der Bundesbank wäre; jedoch gegen vieles verstoßen hat, was die SPD zu ihrer Sache erklärt hat. Aber man hat sich geeinigt. „Gütlich“ geeinigt, so heißt es.

Zwei einigen sich, erneuern ihren Bund; der Dritte, um den es eigentlich ging, ist außen vor. In den Parteigremien der SPD wie auch im Freundeskreis Sarrazin sind wieder alle happy; über und zu den türkischen Migranten, die durch den Parteiausschluss symbolisch Genugtuung erfahren hätten, kein Wort. Ihnen wird einmal mehr die Rolle des Parasiten zugewiesen, im Sinne Michel Serres‘, als eingeschlossene Ausgeschlossene, erfasst zwar von unserer gesellschaftlichen Ordnung, aber nur als Störer. Ob zutreffend oder nicht, in diese semantische Ecke wurden sie von Sarrazin kommuniziert, lange vor seinem Buch; allen voran das zum geflügelten Wort gewordene „Kopftuchmädchen“. Wenn der SPD-Kommission anderweitig nichts Belastendes in der Causa Sarrazin eingefallen wäre, das Kopftuchmädchen hat das Maß eigentlich schon vollgemacht. Denn mit welchem Recht wurde es herausgegriffen und zum Gegenstand eines zynischen Diskurses gemacht? Sie, die sich nicht im Mindesten dafür rechtfertigen müssen sollte, nicht als dieses oder jenes sondern eben als „Kopftuchmädchen“ gezeugt worden zu sein; und dem damit seine Geburt an sich zum Vorwurf gemacht wird, sein nacktes Sein als Mensch, aufgrund der willkürlichen Assoziation seiner Eltern mit dem zur sarrazinschen Industriegesellschaft nicht kompatiblen Gemüsehändler und der geistig unterbelichteten, zwangsverheirateten anatolischen Mutter. Alleine dafür hätte man Sarrazin aus der Partei werfen können; dafür, dass er Migrantenkinder zu Doppelagenten zwischen den Welten erklärt, Dämonen gleich, nicht Teil von uns und auch nicht Teil der anderen, kein Mitglied unserer Gesellschaft, sondern halt nur irgendwie „da“. Ein Problem, mit dem man sich als Problem beschäftigen muss.

Sarrazin – und wer sein Buch gelesen hat, insbesondere die autobiografischen Passagen darin, wird mir zustimmen – bemüht für die Modellierung seiner Welt weder die Unterscheidung „deutsch/nicht-deutsch“ noch „intelligent/nicht-intelligent“, wie es die Debatte um die Vererbung der Intelligenz glauben machen könnte; sondern er richtet nach dem schlichten Schema: „eigen/fremd“. So modern er sich mit seinen Verweisen auf wissenschaftliche Studien und seinen Modellrechnungen auch geben will, beschreitet er damit doch nichts anderes als dieselben alten Kriegspfade, auf denen die kulturelle Konfrontation Europas mit dem Rest der Welt seit den Tagen der christlichen Missionierung ausgetragen wurde. Sarrazin versucht seine hegemoniale Unifizierung aber nicht mehr im mittelalterlichen Ständestaat mit weitgehend homogener Bevölkerung, sondern inmitten einer polyzentrischen und heterarchisch organisierten Gesellschaft. Deren Beschreibung mittels einfacher Schematismen muss scheitern und im Resultat zur Exklusion führen; so wie beim „Kopftuchmädchen“, das zwar deutsch und womöglich auch integriert im besten behördlichen Sinne ist, aber einem Thilo Sarrazin durch dessen Brille trotzdem als „fremd“ erscheint. So gesehen führt auch der Titel seines Buches in die Irre, denn Deutschland schafft sich darin mitnichten ab, vielmehr dokumentiert der Autor die Furcht eines persönlichen Verlustes, nämlich „seines“ Deutschlands, in dem brav gescheitelte Buben und Mädchen sonntags in die Kirche gehen und während der Woche Goethe-Verse auswendig lernen.

Man kann den Sozialdemokraten nachsehen, dass sie des lieben Parteifriedens wegen die Waffen schweigen lassen; dass sie damit einer politischen Position die Referenz erweisen, die auf die Vormoderne gerichtet ist, muss man nicht goutieren.

 

 


30 Lesermeinungen

  1. "Paradoxerweise ist Sarrazin...
    „Paradoxerweise ist Sarrazin nicht mehr Bundesbanker, bleibt aber weiterhin SPD-Mitglied. Paradox insoweit, als er gegen nichts verstoßen hat, was Sache der Bundesbank wäre; jedoch gegen vieles verstoßen hat, was die SPD zu ihrer Sache erklärt hat.“
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    die benutzung einer suchmaschine verhilft oft zu weiteren informationen: gerade die faz hat da sehr kenntnisreich informiert.
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    Also, die Bundesbank hat gegen Herrn Sarrazin die Entlassung aus dem Vorstand betrieben, weil seine provokanten und diekriminierenden Äusserungen in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ der Bundesbank Schaden in der Öfeentlichkeit zugefügt haben solle , weiter sei auch eine Beeinträchtigung des Betriebsfriedens zu fürchten, weil zahlreiche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Bundesbank einen Migraionshintergrund haben.
    Letztlich endete das so, dass Herr Sarrazin „einvernehmlich“ wie man das im deutschen Arbeitsrecht so schön nennt, wenn einer geht, um nicht gegangen zu werden, aus dem Bundesbankvorstand ausgeschieden ist.
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    Dabei stand es auch in der FAZ, dass diese Umtriebe um Herrn Sarrazin seitens der Bundesregierung, vor allem von Frau Bundeskanzler Dr. Merkel – die das Buch schon kannte, bevor sie es gelesen hatte, FDJ-Sekretäre können das – und dem Bundespräsidenten Köhler zurückgingen, letzterer musste erst die Erfahrung machen, dass man ihn und sein Amt falsch verstand und daraufhin, dass es auch ohne ihn ganz passabel geht, seine reichliche Abfindung und dei ihm verbleibenden Bezüge mögen ihn trösten.
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    Bei der SPD entscheidet nicht Bundeskanzler und Bundespräsiddent, wer der Mitgliedschaft würdig ist. Offenbar scheinen Sie, Herr Strobl, mehr aus der Ferne zu schreiben, dabei ist es doch recht einfach: Der Parteiausschluss wird durch das Organisationsstatut (bei einem Kanninchenzüchterverein wäre es die Vereinssatzung) geregelt, für den Rest gibt es Suchmaschinen. Da schau her:
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    (§ 35) Parteiordnungsverfahren. Gegen ein Mitglied, das gegen die Statuten, die Grundsätze oder die Ordnung der Partei verstösst, kann ein Parteiordnungverfahren durchgeführt werden. Gegen die Grundsätze der SPD verstösst insbesondre, wer das Gebot der innerparteilichen Solidarität ausser Acht lässt (geh, wissens noch, wie der Lafontähn dem Scharping sauber in Orsch einitreten hat, seinerzeit? Das war Solidarität unter Genossen) oder sich einer ehrlosen Handlung schuldig macht (der Herr Bundeskazler a.D. Schröder, der für eine dritte Macht tätig ist, handelt offenbar ehrenhaft, solange er seine guten Dienste nach BRAGO abrechnet und ansonsten beitragsehrlich ist). Gegen die Ordnung der Partei verstösst insbesondere, wer beharrlich Beschlüssen des Perteitags oder der Parteiorganisationen zuwider handelt.
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    Oder anders, recht viel unbestimmte Begriffe, die es im Einzelfall, wie dem des Genossen Sarrazin, schwer machen, zwischen Ranküne, Intrige, Kabale und berechtigter Interessenwahrung der Partei SPD zu unterscheiden.
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    Zwischenergebnis, es ist für ein Vorstandsmitglied der Bundesbank einfacher, wegen Störung der Totenruhe, verzeihung, Störung des Ansehens der Institution in der Öffentlichkeit entlassen zu werden, vor allem, wenn dies der Wunsch der Inhaber höchster Staatsämter ist, als es der SPD möglich ist, ein einfaches Parteimitgled – Herr Sarrazin hat meines Wissens keine Funktionen in der SPD – allein aufgrund von Äusserungen loszuwerden.
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    Man kann letzteres für ein gutes Zeichen halten.
    Was die Unabhängigkeit der Institution Bundesbank angeht, das eignet sich für Festreden, im täglichen Leben , naja, seit es die EZB gibt, sind das halt auch nur Posten, die werden vergeben, die werden entzogen zu Zwecken des Machterhalts. Aber daran findet ein so kluger Volkswirt wie weissgarnix eher wenig.
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    Paradox ist da für mich bislang nichts. Auch die Reaktion bei der SPD nicht, zuerst grosses Geschrei, Forderung nach Ausschluss (mehr Strafe gibts bei den Genossen nicht, wären Frau Nahles und Herr Gabriel in der DDR sozialisiert worden, hätten sie scher Bewährung in der Produktion gefordert) ist für die SPD typisch, geanuso wie das Ende (eigentlich wäre ich zu gern dabei gewesen, wie Frau Nahles „Alles wie gehabt: Schwänze werden ein- und Anträge zurückgezogen“). Viel Geschrei und wenig Wolle, kein Einzelfall bei den genossen.
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    Man könnte es für einen Akt polischer Klugheit halten, einen Unbequemen drin zu lassen, weil er draussen noch lästiger, ja, gefährlicher sein kann. Dazu kommt, dass Sarrazin selber wohl klug genug ist, nicht den Volkstribunen zu geben. Bei Licht und angesichts der Akteure besehen, war das wohl eher Glück im Unglück für Frau Nahles und Herrn Gabriel. Aber nur anfangs, später könnte man doch auf die Idee kommen, dass die SPD nocht einmal mehr zu einer Auseinandersetzung über Ziele, Inhalte, Strategien in der Lage ist, die eheamals traditionsreiche Volkspartei ist in einen traditionsreichen Wahlverein verkommen. Der anderen ehemaligen Volkspartei gehts auch nicht anders, mehr als Augen zu und Merkel ist da an inhaltlichem nicht zu finden.
    Soviel alttestamentliches muss sein.
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    Ansonsten ist Ostern, die Sonne scheint aufs herrlichste und ich kann nicht finden, dass ein kräftiger Appell an den politischen Schweinehund, in irgend einer Weise vormodern oder nicht den Zeitläuften ernsprechend ist.
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    Ganz im Gegenteil.
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    Die Bedienung des gewöhnlichen Populismus mit xenophoben Äusserungen, also die Bedienung ausländerfeindlicher Vorurteile –
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    (siehe den Text in Le Lettre, ein sehr aufschlussreicher Text, der von jedem politischen Praktiker und wissenschaftlichem Hermeneutiker aufs intensivste durchgearbeitet werden sollte: Hei kann man lernen, wie zutreffende Beobachtungen und klare Analyse, beispeilsweise zur wirtschaftlichen Beschaffenheit Berlins und der Berliner, brilliant und pointiert vorgetragen werden, daneben aber im selben Atemzug rassistische und in ihrer Totalität ausländerfeindliche Äusserungen, die bei einem Mann seiner Kenntnisse, seiner Stellung und seines Anspruchs nicht akzeptabel sind und deshalb seine Folgerungen nicht glaubwürdiger machen; das argumentum ad personam hinsichtlich der Erziehung seines Kindes erspare ich mir)
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    – ist ganz im Gegenteil hochmodern, so etwa wie seinerzeit der Ständestaat rückwärtsgerichtet war, der Nationalsozialismus auf der Höhe der Zeit, was auch die Bewohner der damaligen Ostmark meistenteils so sahen.
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    Nur dass heute eine im Gleichschritt marschierende Volksgemeinschaft, die die Eucharistie mit ihrem Führer, das Verschmelzen des Individdums mit der Masse und dem Führer als Triumpf des Willens orchestriert, choreografiert und zelebriert bekommt, eben nicht mehr zeitgemäss ist. Voll im Zeitgeist ist eine Mediendiktatur, die die Gleichschaltung über mediale Kommunikation erreicht und im Ergebnis eine Entpolitisierung im Sinne einer Politik als Vetretung von Interessen in sachlicher argumentativer Auseinanersetzung bewirkt. Stattdessen werden Befindlichkeiten entscheidend, es geht um Aussehen, Wirkung, Darstellung; Kriterien, nach denen vielleicht ein Schulsprecher gewählt wird. Kein Wunder, dass es die Italiener, deren Ideal die bella figura ist, in dieser Form der Massenbeeinflussung am weitesten gebracht haben.
    Das allerfeinste für die Draht- und Strippenzieher ist, dass das verehrte Publikum für seine Verdummung auch noch bezahlt.
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    Bleibt die Frage, wer von den staatatragenden Parteien dieses Landes sich auf sarrazin´sche Argumantationen berufen wird, und, ich nenne es einmal, den Haider macht (diesen Kärntner verstehe ich als den Idealtypus des gewissenlosen Politikerdarstellers, der, seinen unmittelbaren Vorteil suchend, jedem nach dem mund und den Bedürfnissen redete, ohne je selber ein zusammenhängendes Konzept jenseits von Machterhalt und Selbstbereicherung zu haben. Wie das ein österr, Kabarettist zusammenfasste, ein Nazi ist er nicht, die Nazi hatten Gesinnung).
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    Zutrauen würde ich es einer FDP nach Westererwelle, bei der die Not so gross ist, dass man bereit ist, für 15% Wählerstimmen auch den Pakt mit dem Populismus zu wagen. Bereits unter Westerwelle hat die Düpierung der Verbündeten keine innenpolitischen Folgen gezeigt (man stelle sich vor, Schröder / Fischer hätten so agiert, die Republik wäre kurz vor dem Bürgerkrieg gestanden), da wird dann auch ein antieuropäischer und angeblich an nationalen Interessen ausgerichteter Kurs, wie ihn bereits Frau Friede Springer vobereiten und Frau Liz Mohn vordenken lässt, das Entzücken des Wahlvolks sein.
    Hier spielt in Zukunft die Musik.
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    Zusammenfassung:
    SPD agiert weiter glücklos
    Für Sarrazin ist weiter alles offen
    Wer gibt als erstes den Sarrazin?
    Versäumen Sie nicht die nächste Folge von: Formfrei

  2. jürgenfenn,
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    ich mag die...

    jürgenfenn,
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    ich mag die nahles und den gabriel auch nicht. aber so nicht, wie sie, dann auch wieder nicht.
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    „Damit stellt sie [die SPD] sich weiterhin außerhalb des demokratischen und sozialstaatlichen Konsenses, den sie schon vor langem aufgekündigt hatte, und treibt weiterhin den Klientelparteien die Wähler zu.
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    Also, die Abschaffung der fdGo (ausserhalb des demokratischen Konsens) und des Sozialstaats (ausserhalb des sozialstaatlichen Konsens) betreibt sie SPD nicht. Vielelcht leben Sie nach dem Motto, was Konsens ist, bestimme ich, dann wünsche ich weiterhin viel Spass dabei.
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    Das mit den Kientelparteien kommt daher, dass wei eben jetzt das Ende der Volksparteien erleben.
    Richtig ist, dass sich die SPD als Arbeiterpartei – tatsächlich waren aufstiegswillige Facharbeiter deren Klientel – abgeschafft hat.
    Einerseits durch ihren eigenen Erfolg, Arbeiter zu Staatsbürgern zu machen und ihnen und ihren Kindern so etwa ab der Ära Brandt den sozialen Aufstieg zu ermglichen.
    Andererseits ist heute, Stichworte Dienstleistungsgesellschaft und Globalisierung, das alte sozialdemokratische Versprechen: Arbeiter, wähle SOD, damit es dir und deiner Frau besser geht und deine Kinder es weiter bringen, so nicht mehr zu halten, die Klientel weiss es und dei Funktionäre wissen es und sie wissen auch, dass die Klientel das weiss. Sieht nicht gut aus , für die ehemalige Volkspartei, in Sachsen kommen sie nicht einmal mehr auf 10%.
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    Die CDU liegt im gleichen Spital krank, katholisch oder auch nur christlich ist an denen gar nichts mehr, der Gottesbezug ist für Frau Dr. Bundeskanzler, Pfarrerstochter, FDJ, allenfalls als Popanz brauchbar, um die Türkei zu erschrecken.
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    Von daher liegt die Zukunft wieder bei den Klientelparteien. Das galt auch nur in Deutschland als böse, wo man eben die politik als die rigorose Durchsetzung der eigenen Ziele versteht. Anderswo, z. B. in der Schweiz ist man weiter. Dort ist die politische Kunst, Koalitionen einzugehen und geschickt das Mögliche zu verfolgen, das Unmögliche gar nicht erst anzustreben.
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    Dort wo ich wohne, im mittleren Sachsen, sind sich gerade die Arbeitnehmer ziemlich einig darin, Ausländer und EU rigoros abzulehnen. Wer billig bei dieser Klientel Stimmen einfahren will, bei Sarrazin ist die argumentative Munition günstig zu haben, den Rest besorgt der Kopp-Verlag.

  3. @Sarolta
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    Beim...

    @Sarolta
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    Beim Kopftuchmädchen handelt es sich nicht um eine Metapher; vielmehr um die gezielte Reduktion eines Menschen auf eine bestimmte Eigenschaft, die er tatsächlich haben mag oder die ihm auch nur zugeschrieben wird; die vom Beobachter aber jedenfalls in negativer Konnotation verwendet wird.

  4. @juergenfenn
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    Der Vergleich...

    @juergenfenn
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    Der Vergleich bezog sich auf die Form und nicht auf die Größe.

  5. @rawe64
    .
    Auf Ebene der...

    @rawe64
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    Auf Ebene der Modellrechnungen zu argumentieren würde bedeuten, sich Sarrazins Unterscheidung prinzipiell zu eigen zu machen.

  6. ...
    @pretzel
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    Zwei sehr schöne Kommentare, in denen ich dankenswerte Ergänzungen erblicke, aber nicht unbedingt Widerspruch. Oder täusche ich mich da?

  7. Es soll ja hochmögende...
    Es soll ja hochmögende Personen geben, die sich damit brüsten, daß ominöse Buch nur vom Klappentext her zu kennen. Diese Vorkenntnis langte hin, um zu behaupten, dieses Buch sei nicht sehr hilfreich. Mittels diese gewonnen Urteils wurde wiederum ein Urteil gefällt, jenes über die weitere, durchaus erfolgreiche Berufs-karriere des Autors, den dies jedoch nicht weiter anfocht. Nur weil wiederum das Urteil des Autors bezüglich der gegenwärtigen sozialen Situation Deutschlands nicht in die herrschende Gutmenschentextur der intellektuellen und politischen Eliten paßt, heißt das doch noch lange nicht, daß kein Gran Wahrheit darin zu finden sei. Noch habe ich keinen stichhaltigen Gegenbeweis zur Ablehnung des Buches gelesen. Der rassistische, ausländer-feindliche Vorwurf ist eher lächerlich und allzu billig, trifft schlicht zu kurz, müßte noch treffend belegt werden.
    Das Problem der (Volks-)Parteien, daß sich immer mehr Bürger in Wahlenthaltung üben, hat sicherlich etwas damit zu tun, daß der Autor skandalös dem allgemeinen Tabuzwang nicht gehorchend, diese Befindlichkeit mit kruden, äusserst unbequemen Fakten analysierte.

  8. Zwecks Ergänzung sei noch...
    Zwecks Ergänzung sei noch nachstehender Link eingestellt.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie

  9. @ plindos: "Sarrazins Buch...
    @ plindos: „Sarrazins Buch nur vom Klappentext bekannt“
    Schon viele Jahr vor unserer Kanzlerin empfahl der kluge englische Gelehrte Sidney Smith: „Lesen Sie nie ein Buch, ehe Sie es rezensieren. Das könnte leicht zu Vorurteilen führen.“

  10. @Thomas Strobl

    Sie sind an...
    @Thomas Strobl
    Sie sind an dieser Stelle unpräzise; und diese Unschärfe ist zweckgebunden. Sie ist m. E. das Fundament ihres gewollten (oder not-wendigen?) Irrtums:
    Ein Kopftuch ist doch keine Eigenschaft. Offensichtlich nicht!, wie kommen sie darauf?? Es gehört doch nicht dem Inneren eines Menschen an, sondern dem Äußeren. Es ist mithin keine Eigenschaft, sondern äußeres Symbol eines inneren Anders-Seins.
    Dieses Anders-Sein reduziert Sarrazin auf die Metapher vom „Kopftuchmädchen“. Das Kopftuchmädchen steht schlicht und einfach für das Fremde. Dass das Fremde negativ konnotiert ist, liegt in der Natur der Sache. Denn wäre es nicht negativ konnotiert, wäre es nicht fremd. Und umgekehrt.
    Wie dem Gläubigen der Atheismus, dem Pazifisten der Krieg, dem HSV-Fan der Bayern-Fan, dem Kommunisten der Kapitalist, dem Demokraten der Kommunist, Faschist oder Monarchist: Im Innern fremd und daher selbstverständlich negativ konnotiert. Und das wollen Sie Sarrazin in die Schuhe schieben???

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