Wer wie die deutschen Autohersteller die Klimadiskussion jahrelang verschlafen oder wegdiskutiert hat und den Diesel als Allheilmittel sah, darf sich jetzt nicht wundern, dem Markt hinterher laufen zu müssen. Nach einer Studie von Ferdinand Dudenhöffer, Autoexperte an der FH Gelsenkirchen, liegen die deutschen Hersteller – mit Ausnahme von BMW – in Sachen Klimaschutz bestenfalls im Mittelfeld. Die Nase vorn hat der französische Konzern Peugeot-Citroën auf dem ersten Platz vor dem japanischen Autobauer Toyota. Insgesamt verglichen die Gelsenkirchener Wissenschaftler 15 Autohersteller aus Europa, den USA und Japan. Dabei kamen VW und Mercedes auf die Plätze sieben und acht.
Porsche landete auf Rang 14 und hat die Flotte mit dem höchsten aktuellen CO2-Ausstoß. Schlusslicht im Kampf gegen den Treibhauseffekt war der amerikanische Konzern Chrysler. Bei der Untersuchung sei es nicht nur um den aktuellen CO2-Ausstoß der Fahrzeug-Flotten gegangen, erklärte der Leiter des Centers of Automotive Research der Fachhochschule, Ferdinand Dudenhöffer. Betrachtet wurde auch das Potenzial für Einsparungen durch innovative Technik und kleinere Fahrzeuge. So habe etwa BMW vor allem beim künftigen Einsparpotential mit seiner „Efficient Dynamics Strategie“ gepunktet, das höher liege als bei allen anderen untersuchten Anbietern. Das System habe eine größere Breitenwirkung als die Einführung einzelner Öko-Modelle wie bei den anderen Herstellern, sagte Dudenhöffer.
UPDATE: Auch der Verkehrsclub Deutschland hat eine Umweltrangliste der Autos ermittelt. Unter den besten zehn Wagen ist kein deutsches Fabrikat vertreten.