Medienwirtschaft

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Zeitschriften, Fernsehen, Internet: Wie sich die Welt der Medien dreht

Vom Zeitungshaus zu Aldi Süd: Reihen der Funke-Mediengruppe lichten sich

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Die Funke-Mediengruppe sortiert ihre Führungskräfte: Einer geht, einer bleibt und eine neue Kraft soll noch kommen.

An der Spitze des Regionalzeitungshauses um „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, „Hamburger Abendblatt“ und „Berliner Morgenpost“ dreht sich das Personalkarussell: Geschäftsführer Thomas Ziegler verlässt zum Jahresende die Essener Funke-Mediengruppe. Der frühere Metro-Manager wechselt zu Aldi Süd und kehrt damit in die Handelsbranche zurück. Die Funke-Gruppe bringt neben Zeitungen („Thüringer Allgemeine“ und „Braunschweiger Zeitung“) auch Frauen- und Fernsehzeitschriften („Hörzu“, „Gong“, „Bild der Frau“) heraus. Mit dem Kauf von Titeln der Axel Springer SE dürfte Funke in diesem Jahr den Umsatz von etwa 1 Milliarde Euro wohl um die Hälfte steigern.

Der seit Mai amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Michael Wüller tritt 2015 in die Geschäftsführung ein und übernimmt Zieglers Zuständigkeit für Finanzen, teilt das Unternehmen am Dienstag mit. Der Vorsitz im Aufsichtsrat geht an Mehrheitsgesellschafterin Petra Grotkamp, eine Tochter des Verlagsmitgründers Jakob Funke. Seit sie 2012 für etwa 500 Millionen Euro die Hälfte des Unternehmens von den Nachfahren des anderen Gründers Erich Brost kaufte, besitzt sie zwei Drittel des Unternehmens.

Der zweite Funke-Geschäftsführer Manfred Braun, ein Zeitschriftenfachmann, hat seinen Vertrag bis Ende 2017 verlängert. Nach Informationen dieser Zeitung will die Gruppe einen dritten Geschäftsführer berufen, der sich als Nachfolger des Anfang des Jahres verabschiedeten Christian Nienhaus vor allem um das Zeitungsgeschäft kümmern soll.

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1 Lesermeinung

  1. Die Entwicklung der Funke-Gruppe ist spannend geworden nach der Übernahme diverser Springer-Titel.
    Ähnlich Gruner und Jahr, Teil von Bertelsmann, zum Teil jedenfalls, stehen Verbesserungen der Produktivität an, was regelmäßig mit starken personellen Veränderungen einhergeht.
    Das Internet wird Stellenwert gewinnen, vielleicht sogar zentral werden, wie Springer es anstrebt.
    Insgesamt ist es interessant im Mediengeschäft – „schaun mer mal“, wo es hinläuft.

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