Medienwirtschaft

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Zeitschriften, Fernsehen, Internet: Wie sich die Welt der Medien dreht

So viele Zeitschriften wie nie

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Die Zeitschriftenverlage steigern den Umsatz und entwickeln neue Titel. Welche Magazine neu sind.

Die Zahl der Zeitschriften hat einen neuen Rekord in Deutschland erreicht. Ende Februar waren hierzulande 1595 Publikumszeitschriften erhältlich, die mindestens quartalsweise erscheinen. Dies hat der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) gezählt und auf seiner Jahrespressekonferenz am Donnerstag in Berlin bekanntgegeben. Im Jahr 2014 stieg der Umsatz der hiesigen Zeitschriftenverlage demnach um 1,7 Prozent auf 15,1 Milliarden Euro. Die Unternehmen beschäftigen mehr als 60.000 Mitarbeiter und erwarten dieses Jahr einen Umsatz von 15,4 Milliarden Euro. Grundlage für die Auswertung ist eine Umfrage unter Mitgliedsverlagen des Verbandes, die mehr als zwei Drittel des Branchenumsatzes auf sich vereinen.

Auf sinkende Auflagen reagieren viele Zeitschriftenverlage hierzulande mit höheren Verkaufspreisen und neuen Magazinen wie „Gala Men“, „Kot und Köter“ oder „Vegan für mich“. Gerade diese Vielfalt belebt das Geschäft, wobei neue Titel meist mit geringerer Auflage erschienen. Die Verlage brachten im vergangenen Jahr 133 gedruckte Zeitschriften neu heraus und in den ersten beiden Monaten dieses Jahres weitere 16 Titel. Ihre Zahl wird weiter steigen: Die Mehrheit (51 Prozent) plant dieses Jahr neue Titel auf den Markt zu bringen. Etwa jeder Dritte der Befragten wird dieses Jahr ein bis vier Magazine entwickeln. Jeder fünfte Verlag möchte sogar fünf oder mehr Zeitschriften herausbringen. „Die Investitionen in Neugründungen und Diversifikation zeigen den positiven Geist der Verleger, die Vielfalt des Internets zu adressieren und gleichzeitig erfolgreich auf die Magazinwelt zu übertragen“, sagte Verbandsgeschäftsführer Stephan Scherzer.

Der Hauptteil macht weiter das gedruckte Geschäft aus. Die befragten Verlage erwarten, dass das Kerngeschäft in diesem Jahr 64 Prozent zum Umsatz beiträgt. Das Digitalgeschäft werde demnach 16 Prozent und das sonstige Geschäft 20 Prozent ausmachen. Für Anzeigen und Vertrieb prognostizieren die Befragten einen Umsatzrückgang von 2,4 Prozent und 1,9 Prozent. Um das aufzufangen, wollen die Verlage digital angreifen und rechnen auf dem Feld mit einem Wachstum von neun Prozent.

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