Mille Miglia

Jochen, wir klauen dir den Sprit!

Aufstehen fiel schwer, nur vier Stunden Schlaf. Am Start lernen wir italienisches Temperament kennen, weil der Verkehr zusammenbricht und es ja auch noch Menschen gibt, die zur Arbeit wollen. Die erste Wertungsprüfung vergeigen wir. So ein Mist. Dann ist eine einzige Landstraße der Weg zum Etappenziel, an der Straße halten Menschen Schilder hoch „Push“, „Throttle“. Das muss man Bernd nicht zweimal zeigen, und so lässt sich feststellen, dass man eine Straße zügig und recht zügig fahren kann. Und keine Sekunde in Sorge bist, weil der Fahrer etwas kann und das Auto auch – viel mehr, als wir dachten. Und wenn Du denkst, von hinten wird nie mehr jemand kommen, taucht dieser Kerl von Ex-Formel 1 Fahrer Jochen Mass in seinem spektakulären offenen 658 Mercedes Rennwagen auf, die Fehlzündungen decken ein paar Dachziegel im nächsten Ort ab, Bäume springen aus dem Weg, und noch ein Viertelstunde später liegt der Duft von verbranntem Benzin in der Luft. Den Daumen hat er noch nach oben gestreckt, der Jochen Mass, Danke noch mal dafür.

Wir sind ob der erfrischenden Fahrt ein wenig früh am ersten Etappenziel, kleine Stärkung.

Und schon ist vergessen, dass Italien nicht nur traumhaft schön ist. An unserem Kamerawagen haben sie die Seitenscheibe eingeschlagen, aber nichts geklaut, weil der Fotograf die Sachen „am Mann hatte“. Nur zieht es jetzt im Auto, denn eine Ersatzscheibe ist nicht aufzutreiben. Und aus dem Fahrzeug – nicht von Mercedes – eines Teilnehmers ist über Nacht in Rom der Kraftstoff abgesaugt worden. Das übrigens ist gar keine so schlechte Idee, lieber Jochen Mass, wenn nachher der 658 nicht anspringt…..

(Foto: Daimler AG)

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