Netzwirtschaft

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Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Googles Personalhunger

Google stellt 20 neue Mitarbeiter ein - am Tag. Dabei ist das Grundgehalt, das Google zahlt, nur Durchschnitt. Aber Aktienoptionen, großzügige soziale Leistungen und vielleicht schon bald eine eigene Schule garantieren den Nachschub.

„Die (Google-)Leute haben Geld ausgegeben wie betrunkene Matrosen”, sagte Analyst Jeffrey Lindsay von Sanford C. Bernstein anläßlich der jüngsten Quartalszahlen der Suchmaschine, die – für Google-Maßstäbe – geringe 28 Prozent Gewinnzuwachs und 58 Prozent Umsatzanstieg auswiesen. Vor allem der Personalstamm wächst rasant. Zwischen April und Juni stieg die Zahl der Mitarbeiter um fast 13 Prozent auf 13.786 Vollzeitbeschäftigte. Google stellt jeden Tag 20 neue Mitarbeiter ein. Dabei ist das Grundgehalt gar nicht mal so üppig. „6000 Dollar für einen Familienvater sind im Silicon Valley nicht viel. 3000 Dollar braucht er für die Miete, weitere 1000 Dollar für die Autos”, sagte mir mein Taxifahrer Judge. Google lockt die Leute aber mit attraktiven Aktienoptionen, einer Betriebsrente, auf die Mitarbeiter vom ersten Tag an Anspruch haben, und einer Vielzahl sozialer Nettigkeiten wie kostenloses Essen (immer und überall im Googleplex in Mountain View) und einem Shuttlebus für den Weg zur Arbeit (selbstverständlich mit W-Lan ausgestattet). Google rüstet sich auch für die Zeit, in der der Aktienkurs vielleicht nicht mehr so schnell wächst wie heute. Das Unternehmen unterstützt die Schule in Mountain View finanziell. „Sicher machen sie daraus bald eine exklusive Privatschule für die Kinder der Google-Mitarbeiter”, vermutete Judge.