Netzwirtschaft

Netzwirtschaft

Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie sie sich auf Menschen und Märkte auswirkt, beleuchtet das Netzwirtschaft-Blog auf FAZ.NET.

Ebay ändert Gebührenstruktur und setzt auf Festpreise

10 Jahre stand Meg Whitman an der Spitze von Ebay. In den ersten sieben Jahren hat sie alles richtig gemacht, doch dann verließ sie das Glück. Das Wachstum ließ nach, der Börsenkurs halbierte sich. Jetzt wechselt Whitman in den Verwaltungsrat und übergibt an John Donahoe, den Chef des Auktionsgeschäftes. Der will die Gebührenstruktur ändern und das Festpreisangebot ausbauen.

Nach dem Wechsel an der Unternehmensspitze will der neue Ebay-Chef John Donahoe hart durchgreifen. Er will die Gebührenstruktur erheblich verändern. Außerdem will er ein größeres Gewicht auf den Verkauf von Waren legen, die zu Festpreisen und nicht im Rahmen der traditionellen Ebay-Auktionen gehandelt werden. Dieses Festpreisgeschäft ist nach den Worten von Donahoe besonders stark gewachsen und steht heute für mehr als 40 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens.

Zuvor hat Whitman, die Ebay zehn Jahre geleitet und in dieser Zeit groß gemacht hat, noch einmal gute Quartalszahlen vorgelegt, aber mit einem sehr zurückhaltenden Ausblick auf 2008 für einen Kurssturz gesorgt.

Whitman hat in den ersten sieben Jahren alles richtig gemacht und Ebay zum alles beherrschenden Marktplatz aufgebaut. Dann aber begannen die Probleme:

  • Die Wachstumsdynamik ließ nach;
  • Der überteuerte Kauf von Skype, der zum Desaster wurde;
  • Die Internetseite war im Laufe der Zeit nicht nur hässlich geworden, sondern auch unpraktisch. Viele Käufer haben nichts mehr gefunden, fühlten sich zwischen professionellen Händlern, Festpreisen, Ebay Shops und Ebay Express verloren.
  • Das alte Auktionsgeschäft, die Keimzelle des Unternehmens, war immer weiter in den Hintergrund gedrängt worden. Die Folge: Viele Käufer blieben fern. Seit etwa drei Jahren hat Ebay den Nimbus eines Wachstumsunternehmens verloren.
  • In diesen drei Jahren hat sich der Börsenwert halbiert, so dass der Druck der Wall Street immer größer wurde.

Schade, schade. Von allen amerikanischen CEOs hat Meg Whitman die besten Interviews gegeben, hat wirklich etwas gesagt und oft ihre eigenen PR-Leute dabei überrascht.