Netzwirtschaft

Amazon geht auf Ebay los

Der Online-Händler Amazon lagert und versendet künftig auch die Produkte fremder Händler. „Unser Programm „Fulfillment by Amazon“ funktioniert ganz einfach: Händler können ihre Produkte zu Amazon schicken. Wir stellen die Produkte in unsere Lager, liefern sie aus und übernehmen auch die anschließende Kundenbetreuung“, sagte Joe Walowski, für das Programm zuständiger Direktor bei Amazon, der F.A.Z. 1,3 Millionen Händler in aller Welt verkaufen ihre Produkte bereits auf der Amazon-Plattform; jedes dritte Produkt stammt nicht mehr von Amazon direkt. Amazon wird damit immer stärker zu einem Internet-Marktplatz und damit Ebay-Konkurrenten – was Amazon zwar nicht offen zugibt, aber klare Strategie ist, wie Amazon-Gründer Jeff Bezos im FAZ-Interview andeutet.

In Deutschland gilt das Fulfillment-Angebot zunächst nur für die Händler, die ihre Produkte auf der Amazon-Plattform verkaufen. Künftig können aber alle Online-Händler – egal, ob sie bei Ebay oder auf ihrer eigenen Internetseite Produkte verkaufen – den Service von Amazon nutzen. „Dann wird es egal sein, auf welcher Plattform die Bestellung eingegangen ist. Wir liefern sie aus. Noch gibt es das nur in den Vereinigten Staaten, aber wir werden so schnell wie möglich auch in Großbritannien und Deutschland damit beginnen“, sagte Walowski.

Die Händler profitieren davon, dass Amazon für Bestellungen über 20 Euro den Kunden keine Versandkosten berechnet. Amazon-Prime-Kunden, die für 29 Euro im Jahr die Versandkostenpauschale erworben haben, können dann ebenfalls bei den externen Händlern bestellen, ohne Versandkosten zu zahlen. Dies ist vor allem bei geringwertigen Bestellungen von Vorteil.

Allerdings ist der Amazon-Service nicht kostenlos: Die Händler müssen für die Lagerung ihrer Produkte und den Versand – in Abhängigkeit vom Produkt und Gewicht – zahlen. Details zeigt die folgende Amazon-Tabelle mit der folgenden Erklärung:

 

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