Netzwirtschaft

Scout-Manager vor dem Absprung

In der Scout-Gruppe gärt es. Je länger der Marktplatz-Betreiber unter der Fittiche der Muttergesellschaft Deutsche Telekom steht, desto schlechter wird die Stimmung unter den Führungskräften. Das bürokratische Managementsystem der Telekom lähme die unternehmerische Freiheit und drücke auf das Wachstum, sagte ein Insider. Die Folge: Nachdem im vergangenen Jahr schon Markus Hinz (CEO Autoscout), Jan Becker (CEO Friendscout), Daniel Seibert (CFO Scout-Holding) und Christian Mangstl (Mitgründer, dann CEO und schließlich Aufsichtsratsvorsitzender) die Scout-Gruppe verlassen haben, denken nun weitere Führungskräfte über ihren Abgang nach, heißt es im Unternehmen. Die Wetten stehen hoch, dass es schon in den kommenden sechs Monaten zu Veränderungen kommen wird.

Die könnten Scout gleich doppelt weh tun, denn die ehemaligen Manager heuern schon mal gerne bei der direkten Konkurrenz an: Peter Schmid ist von Autoscout zum direkten Konkurrenten Mobile.de gewechselt und Markus Hinz verantwortet seit Jahresbeginn die Autosparte von Google. Die Suchmaschine werde künftig im Internet-Fahrzeughandel “eine größere Rolle als früher spielen. Auch, weil die Nutzer immer stärker regional suchen”, sagte Hinz der Branchenzeitung Automobilwoche. Die Nutzer sollen dann direkt von Google zur Website des Händlers gelangen – ohne Umweg über die Autobörsen. Ziel ist natürlich, dass die Autohändler regionale Werbeanzeigen auf Google schalten.

Markus Hinz und Jan Becker (v.l.) sind gegangen, Martina Bruder gekommen

Immerhin ist es Friendscout nach fast einem Jahr gelungen, einen neuen CEO zu finden. Martina Bruder, bis 2006 Vizechefin von Yahoo-Deutschland, übernimmt nach ihrem kurzen Intermezzo beim Video-on-Demand-Anbieter Glowria zum 1. April den Chefsessel bei Friendscout.

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