Netzwirtschaft

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Kartellbehörde könnte Googles totale Dominanz verhindern

Die amerikanische Justizministeriuum verhindert offenbar den Werbedeal zwischen Google und Yahoo. Das hat zwei Folgen: Googles totale Dominanz im Suchmaschinenmarkt wird verhindert und Yahoos Chance auf Eigenständigkeit wird gesenkt.

Die geplante Werbe-Partnerschaft der Internet- Konzerne Google und Yahoo steht laut Wall Street Journal wegen Bedenken der Wettbewerbshüter auf der Kippe. Die beiden Unternehmen könnten ihr Vorhaben nächste Woche abblasen. Die vom Justizministerium geforderten Kompromisse seien Google und Yahoo womöglich zu weitgehend. Die zwei Konzerne hatten den ursprünglich für Anfang Oktober geplanten Start der Zusammenarbeit bereits aufgeschoben.

Denn Googles Pakt mit Yahoo sah vor, dass künftig neben den Ergebnissen der Yahoo-Suchmaschine die Werbeeinblendungen von Google stehen können. Die Formulierung „können” ist wichtig. Würde Google seine Werbung nämlich exklusiv auf den Yahoo-Seiten zeigen, stiege Googles Anteil am Suchmaschinengeschäft in America von 60 auf 80 Prozent, was die Erlaubnis der Kartellbehörden von Anfang an unmöglich gemacht hätte. Wegen der Nicht-Exklusivität sollten daher die Vermarktungssysteme von Yahoo und Google auf den Yahoo-Seiten künftig gegeneinander antreten. Wer die besten Ergebnisse und damit das meiste Geld liefert, darf seine Werbung dort zeigen. Ganz zufällig hat aber Google das beste System und hätte sich in diesem Wettbewerb durchgesetzet. Dann hätte sich Googles Marktanteil doch den gewünschten 80 Prozent genähert. Google hätte sein Ziel durch die Hintertür erreicht: Microsoft geschlagen, Yahoo zum kleinen Bruder degradiert und auch noch die totale Dominanz im Suchmaschinengeschäft erreicht. Genau das Ziel haben die Kartellbehörden durchschaut und offenbar verhindert. Das ist gut für den Wettbewerb, schlecht für Google und noch schlechter für Yahoo, denn das wichtigste Argument im Abwehrkampf gegen Microsoft ist nun dahin. 

 

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