Netzwirtschaft

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Google gibt Werbedeal mit Yahoo auf

Google gibt den geplanten Werbedeal mit Yahoo endgültig auf. Die Bedenken der Wettbewerbsbehörden und Kunden seien zu groß gewesen, begründete Chefjustiziar David Drummond die Entscheidung. Sofort kamen die Spekulationen auf, dass nun Microsoft doch noch Yahoo übernehmen könnte.

Bild zu: Google gibt Werbedeal mit Yahoo aufGoogle gibt den geplanten Werbedeal mit Yahoo endgültig auf. Dies verkündete Chefjurist David Drummond im offiziellen Google-Blog. Die Bedenken der Behörden und Kunden seien zu groß gewesen, begründete Drummond den Schritt – und eröffnete damit die Spekulation, dass Microsoft nun doch noch Yahoo übernehmen könnte und Yahoos Chef Jerry Yang unverzüglich seinen Posten abgeben werde.

Googles Pakt mit Yahoo sah ursprünglich vor, dass künftig neben den Ergebnissen der Yahoo-Suchmaschine die Werbeeinblendungen von Google stehen können. Die Formulierung „können” ist wichtig. Würde Google seine Werbung nämlich exklusiv auf den Yahoo-Seiten zeigen, stiege Googles Anteil am Suchmaschinengeschäft in America von 60 auf 80 Prozent, was die Erlaubnis der Kartellbehörden von Anfang an unmöglich gemacht hätte. Wegen der Nicht-Exklusivität sollten daher die Vermarktungssysteme von Yahoo und Google auf den Yahoo-Seiten künftig gegeneinander antreten. Wer die besten Ergebnisse und damit das meiste Geld liefert, darf seine Werbung dort zeigen. Ganz zufällig hat aber Google das beste System und hätte sich in diesem Wettbewerb durchgesetzt. Yahoo wollte mit dem System 800 Millionen Dollar im Jahr einnehmen, die nun in der Bilanz fehlen werden. Googles Marktanteil hätte sich doch den gewünschten 80 Prozent genähert. Google hätte sein Ziel durch die Hintertür erreicht: Microsoft geschlagen, Yahoo zum kleinen Bruder degradiert und auch noch die totale Dominanz im Suchmaschinengeschäft erreicht. Genau das Ziel haben die Kartellbehörden durchschaut und offenbar verhindert.

Die Entscheidung ist gut für den Wettbewerb und für Microsoft, schlecht für Google und noch schlechter für Yahoo, denn das wichtigste Argument im Abwehrkampf gegen Microsoft ist nun dahin. Ob Microsoft nun einen neuen Anlauf wagt? Die Börse scheint dieser Meinung zu sein, denn der Aktienkurs von Yahoo stieg nach Bekanntwerden der Nachricht direkt um 9 Prozent an. Die Google-Aktie gab dagegen 3,5 Prozent ab; auch das Microsoft-Papier verlor an Wert. Eine andere Option für Yahoo ist ein Zusammschluss mit AOL, über den seit Wochen diskutiert wird. AOL musste im vergangenen Quartal abermals einen Rückschritt hinnehmen.

Hier das offizielle Statement von Drummond:

“In June we announced an advertising agreement with Yahoo! that gave Yahoo! the option of using Google to provide ads on its websites (and its publisher partners’ sites) in the U.S. and Canada. At the same time, both companies agreed to delay implementation of the agreement to give regulators the chance to review it. While this wasn’t legally necessary, we thought it was the right thing to do because Google and Yahoo! have been successful in online advertising and we realized that any cooperation between us would attract attention.

We feel that the agreement would have been good for publishers, advertisers, and users — as well, of course, for Yahoo! and Google. Why? Because it would have allowed Yahoo! (and its existing publisher partners) to show more relevant ads for queries that currently generate few or no advertisements. Better ads are more useful for users, more efficient for advertisers, and more valuable for publishers.

However, after four months of review, including discussions of various possible changes to the agreement, it’s clear that government regulators and some advertisers continue to have concerns about the agreement. Pressing ahead risked not only a protracted legal battle but also damage to relationships with valued partners. That wouldn’t have been in the long-term interests of Google or our users, so we have decided to end the agreement.

We’re of course disappointed that this deal won’t be moving ahead. But we’re not going to let the prospect of a lengthy legal battle distract us from our core mission. That would be like trying to drive down the road of innovation with the parking brake on. Google’s continued success depends on staying focused on what we do best: creating useful products for our users and partners.

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